#1 stationäreTherapie von Antje 05.09.2006 21:14

Hallo ihr Lieben!

Nachdem ich heute morgen erst um Tips zum Blutabnehmen gebeten habe, muß ich nun schon wieder etwas loswerden.

Unsere Kinderärztin war ziemlich geschockt darüber, dass ich mich so aufgeregt habe, dass meine Tochter sich kein Blut abnehmen lassen hat. Das ist schon ziemlich heftig gewesen. Daraufhin meinte sie, das Kind brauche dringend eine Verhaltenstherapie, im gleichen Atemzug behauptet sie, wir bräuchten unbedingt eine Familientherapie.

Heute Abend nun hat sie angerufen und gesagt, sie hätte mit der Therapeuten gesprochen, zu der sie uns eigentlich schicken wollte, die hätte aber keine Termine frei. Wir könnten aber ambulant oder stationär in die Klinik gehen. Hallo?????????????????????????????????????
Wir haben noch nicht einmal eine ADS-Diagnose und ich finde es widerspricht sich total, einerseits eine Familientherapie vorzuschlagen und andererseits das Kind von der Familie trennen zu wollen!!!!!!!!!!!!!!Sehe ich das falsch?????
Bitte teilt mir eure Meinung und Erfahrungen mit. Schon jetzt allerliebsten Dank an alle!
Antje

#2 RE: stationäreTherapie von SusanneG 06.09.2006 16:44

Hallo Antje und willkommen im Forum,

schon wieder die stationäre Frage??? Hierzu habe ich mich ja schon in anderen Beiträgen etwas weit aus dem Fenster gelehnt. Ich schreib's hier aber gerne nochmal hin: Eine stationäre Aufnahme eines ADS-Kindes zum Zwecke der Therapie halte ich erstens für finanziell völlig überzogen und zweitens für kontraproduktiv. Das Kind aus der Familie nehmen zu wollen, lange bevor die eine Diagnose vorliegt und über Behandlungsmöglichkeiten informiert und diskutiert wurde, halte ich außerdem für die verkehrte Reihenfolge. Und dass Kliniken ambulante Therapien anbieten, ist mir auch neu.

In diesem Zusammenhang stellt sich mir die Frage, was ein Familientherapeut therapieren soll, wenn noch keine Diagnose vorliegt. Dass Eltern mit einem ADS-Kind überfordert sein können und Hilfe brauchen, ist durchaus richtig. Doch ob eine Familientherapie hier der richtige Ansatz ist, bezweifle ich.

Dass deine Tochter eine Verhaltenstherapie braucht, kann ich nachvollziehen. Wie wärs denn dann mit einer sorgfältigen Diagnostik, damit man einen geeigneten Therapieplatz finden und beim Kostenträger die Kostenübernahme beantragen kann? In einer ADS-spezifischen Verhaltenstherapie ist in der Regel ein entsprechendes Elterntraining enthalten. DAS ist es, was du brauchst.

Deinen beiden Beiträgen lässt sich nicht entnehmen, ob deine Tochter schon irgendwo zur Diagnostik angemeldet ist. Vielleicht meinte die Kinderärztin das mit dem Hinweis auf "ambulant oder stationär in die Klinik". Falls es um die Diagnose geht, solltest du bei der Klinik anfragen, wie das dort gehandhabt wird - ambulant natürlich.

Und zum Thema Blutabnehmen schließe ich mich Monis Ausführungen an. Besprich es mit deiner Tochter und dann lass sie alleine zum Blutabnehmen reingehen. Das sollte helfen *daumendrück*.

Viele Grüße

Susanne



#3 RE: stationäreTherapie von Antje 06.09.2006 20:15

Liebe Susanne,

vielen lieben Dank für deine Antwort.

Zu der Diagnose: Wir sind seit ca. einem Jahr in psychologischer Behandlung und leider ist der Psychologe noch immer nicht in der Lage uns zu sagen, ob es denn nun ADS ist oder nicht.

Die Klinik würde nun noch einmal testen und es ist aber richtig, dass sie auch ambulante Therapien machen. Die haben dort auch Ergogruppen etc.´

Deine Ausführungen treffen aber genau das, was ich auch denke. Das macht doch keinen Sinn, das Kind aus der Familie zu nehmen. Und zwingen wird uns ja wohl keiner können (oder???)

Nochmals vielen Dank!

#4 RE: stationäreTherapie von SusanneG 06.09.2006 21:16

Hi, Antje,

nein, zum stationären Aufenthalt zwingen kann dich keiner (jedenfalls nicht so ohne Weiteres mit ganz großem Gedöns) und den entsprechenden Überredungsversuchen musst du halt widerstehen.

Zu dem Psychologen, der seit einem Jahr an deiner Tochter "herumdiagnostiziert" kann ich nur sagen, was ich schon dem joachim_ludwig geantwortet habe: Der Psychologe muss der kostentragenden Krankenkasse gegenüber eine Diagnose angeben, sonst zahlt die die Behandlung nicht. Frag doch einfach mal bei deiner Krankenkasse nach, was der Psychologe bei seinen Abrechnungen als Diagnose angegeben hat (dann weißt du wenigstens annähernd, was da "behandelt" wird).

Frag doch beim nächsten Termin den Psychologen ganz direkt, ob er in der Lage ist, eine Differential-Diagnostik nach ICD 10 zu machen. Falls ja, dann soll er jetzt bitte in die Puschen kommen (und dir mal sagen, welche hierzu erforderlichen Tests er inzwischen gemacht hat); falls nein, sag artig tschüss, klemm dein Mädel unter den Arm und lass die Diagnose in der Klinik machen.

Viele Grüße
Susanne

#5 RE: stationäreTherapie von h.matata 07.09.2006 08:43

sag mal sind die ärzte in deutschland so langsam alle verrückt?..sorry für den ausdruck.

ich kann dir da nur einen rat geben..klemm deinen spatz unter den arm und geh in ein spz zur diagnostik.was ist denn das für ein psychologe den du da hast.entweder er bohrt den ganzen tag in der nase und hat die diagnostik nicht gemacht oder er hat dir die ergebnisse nicht mitgeteilt.beides finde ich völlig daneben.
was für einer art psychologe ist denn der gute?
dann zum thema stationär.wie du hier in einigen trats lesen kannst habe ich das gemacht mit dem ergebnis das ich mich nun gegen übelste vorwürfe und unterstellungen zur wehr setzten muss.ich hab ja mit meinem sohn nicht genug zu tun...ich versuche meinen sohn aus dem ganzen stress herauszuhalten..weil unruhe für ihn gift ist...aber ich habe große zweifel das er das nicht fühlt.
ich kann dir nur eindringlich dazu raten dein kind NIEMALS aus den fingern zu geben.ich hab dabei mein blaues wunder erlebt und erlebe es noch

der sinn des lebens? atmen das man nicht erstickt..*g*

#6 RE: stationäreTherapie von Antje 07.09.2006 17:50

Hallo ihr Lieben!

Zu dem sogenannten Psychologen gehe ich nur noch, weil er meiner Tochter eine Ergo verschreibt, die zumindest kleine "Erfolge" (es fällt z. B. nicht mehr so häufig etwas um) verzeichnet. Auf den Rezepten steht immer: emotionale Störung im Kindesalter.

Wir haben nun heute letztendlich den Fragebogen an die Klinik abgeschickt und bekommen nun in ca. 8 Wochen einen Termin, wo entschieden wird, was genau nun gemacht wird, getestet etc. Ich hoffe, dass das nun der richtige Weg ist.

Die Kinderärztin hat heute - nachdem ich meine Verärgerung in der Praxis zum Ausdruck gebracht habe - bei uns angerufen und gesagt, Sie sähe das überhaupt gar nicht so, dass die Kleine eine stationäre Therapie bräuchte, sondern eine Psychologin, der sie den Fall geschildert hat, hätte dazu geraten. Dann bitte soll sie hier nicht alle verrückt machen. Als ob wir es nicht schwer genug hätten. Dann wird alles nur von den sogenannten Fachleuten noch schlimmer gemacht.

Und mantana: Ich versuche mir vorzustellen, was du durchmachst. Und selbst wenn man glaubt, zu wissen, wie schlimm das ist, übersteigt es wahrscheinlich die Vorstellungskraft. Ich werde wirklich dieses Kind nicht aus der Hand geben, denn sie gehört zu uns und nicht in eine Klinik. Ich wünsche dir und deinem Sohn alles, alles Gute und laß' dich bloß nicht unterkriegen.

Antje

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