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Dieses Thema hat 7 Antworten
und wurde 1.037 mal aufgerufen
 ADHS Selbsthilfe für Eltern - 2010, 2009, 2008
Melody71 Offline



Beiträge: 606

11.05.2009 11:29
Pubertät und weibl. Bezugspersonen Antworten
Hallo ihr,

ich hätte da mal eine Frage.

Ich hab momentan ziemliche Probleme mit Sohnemann.
Auf deutsch ich komme mir vor als rede ich mit den wänden, aber sicher NICHT mit meinem Sohn.

Es ist sehr auffallend (nicht nur für mich) das er alle "unangenehmen" bzw. lästigen Anforderungen die von mir kommen komplett ignoriert und zwar bewusst (hab ich zumindest den Eindruck).
Beim Papa klappt die Sache.
Ich muß momentan sehr deutlich, sehr konsequent und sehr fordernd werden und regelrecht hintendran stehen um zu kontrollieren.

Auch den Tonfall ist mir ( bzw. allen jüngeren/kleineren Kindern und allen weiblichen Personen) gegenüber unter aller Kanone.
Er gibt jüngeren Kindern und weiblichen Personen das Gefühl (sorry) "der letzte Dreck" zu sein.
Er spielt "Gott" und man hat den eindruck er glaubt über allen Menschen zu stehen insofern es keine Männer sind
Er gibt allerdings zu diesen Tonfall nicht zu "bemerken".

Mich macht das von daher ratlos, weil er die Machtkämpfe mir gegenüber regelrecht herausprovoziert, ich darauf aber nicht einsteigen möchte.
Ich würde eh den kürzeren ziehen.

Ist das "normal" pubertäres Verhalten bei Buben (wir waren 3 Mädchen, ich kenne die Pubertät bei Buben nicht)?
nur wieder störungsbildtypisch extrem ?

Aber noch wichtiger ist mir die Frage, wie geht man damit um, wenn man sich nicht täglich vielen,vielen Machtkämpfen aussetzen will ?
Wir stellen gerade neue Regeln auf... aber die logischen Konsequenzen nimmt er einfach in Kauf

LG Mel
Regina Offline



Beiträge: 690

12.05.2009 09:50
#2 RE: Pubertät und weibl. Bezugspersonen Antworten

Hallo Melody,

ich habe zwar grade einen recht handzahmen 14jährigen zuhause, kenne aber solche verbalen Attacken nur zu gut. Regeln sind toll, Konsequenzen, die wirklich als "Strafe" angesehen werden aber eigentlich nicht zu finden, weil alles toleriert wird!

Wenns bei Papa mit den Ansagen klappt, wäre es vielleicht hilfreich, wenn dieser sich jetzt im Moment mal vermehrt einschaltet. Wobei - Papas haben die Angewohnheit, wenns tagsüber brennt, im Normalfall im Geschäft zu sein.......

Ich habe versucht, nicht auf die Attacken einzusteigen und habe ignoriert, was ging. Glücklicherweise kam sowas meist zu Hause vor, aushausig hatte ich immer ein Problem, auf "du blöde Kuh" (harmlos, ist ausbaufähig!!) nicht zu reagieren. Wenn es auch mir zuviel wurde, kam die klare Ansage, dass ich nicht will, dass so mit mir geredet wird und ich bin rausgegangen - einmal sogar "zum Einkaufen", weil er immer hinterher kam und weiter provozierte. Schade, als er ca. 10 war, half immer "Du redest Müll! Dann trag den doch auch bitte gleich raus, dort ist der Mülleinmer!" Denn irgendwas zum Wegtragen und seis Papier gibt es ja immer! Kommt heute natürlich nicht mehr gut an - dafür muss jetzt der kleine Bruder damit dran glauben, dort brauch ich es allerdings sehr selten!

Ich wünsche Dir starke Nerven und Du weißt ja - das ist nur eine Phase:-)!

Mitfühlende Grüße sendet
Regina

Melody71 Offline



Beiträge: 606

12.05.2009 14:53
#3 RE: Pubertät und weibl. Bezugspersonen Antworten

Hallo Regina,

danke für deine Antwort.

In Antwort auf:
Regeln sind toll, Konsequenzen, die wirklich als "Strafe" angesehen werden aber eigentlich nicht zu finden, weil alles toleriert wird!


Genau so, das trifft den Nagel auf den Kopf ...
heißt aber auch, wirklich was bewirken ist jetzt grad nicht möglich.
Oder mißversteh ich das?

Der Papa sieht, nachdem ich die Problematik sehr konkret angesprochen hab nun Gott sei dank, was gerade passiert und auch das ich momentan ziemlich am ende bin mit meinen Latein und auch ziemlich mit den Nerven.
Ja, er springt dann ein... wenn er zu Hause ist und es mitbekommt.
Denn wie du richtig feststellst haben die Papas so ne dumme Angewohnheit tagsüber außer Haus zu sein und Abends (zumindest bei uns), oft mit den eigenen Dingen beschäftigt zu sein.
Aber er springt jetzt ein und bezieht Sohnemann in "seine Dinge" mit ein.
Für mich heißt das durchatmen und für ne Stunde loslassen... tut total gut.

In Antwort auf:
Ich habe versucht, nicht auf die Attacken einzusteigen und habe ignoriert, was ging.


Genau das versuche ich auch. Allerdings bin ich mir unsicher was man ignorieren kann, soll und darf.
wir kämpfen uns irgendwie gerade durch jede Situation des Tages.
Dabei sind viele Dinge,(also nicht im Zwischenmenschlichen Bereich)die bis vor Kurzem geklappt haben.
Jetzt ist alles weg.
Tägliche (mittlerweile) "selbstverständliche" Abläufe und Aufgaben?
Gibts für ihn nicht (mehr).
Sämtliche Hilfsmittel ( 1-2-3-Regel, Kurzzeitwecker etc.) bringen ihn von jetzt auf gleich auf die Palme.

Habe das Gefühl ich muß grad wieder von Vorne anfangen, nur ist der "Esel" jetzt NOCH bockiger als vor 9 Jahren .
Nur frag ich mich, muß ich das wirklich, oder würde ich damit nicht gerade eine Eskalation herbeiführen?
Das Schlimme für mich ist, das ich von der Außenwelt gerade für alles verantwortlich gemacht werde.
Es klappt in der Schule nicht, Mama ist schuld/verantwortlich.
Es klappt nicht mit Pünktlichkeit (Rot-Kreuz-Bus der zur Schule fährt), Mama ist schuld/verantwortlich.
Er kommt mit schmutziger kleidung, Mama ist schuld / verantwortlich.
Er "müffelt", Mama ist verantwortlich

... erinnert kich irgendwie auch an die Zeit vor 9 Jahren...

Aber man spricht nicht MICH darauf an, nein man lässt mir das durch sohnemann mitteilen (und das vergisst er natürlich nicht)...
und ich weiß, das Sohnemann daran nicht ganz unschuldig ist, denn Schuld haben ja immer die Anderen ... (in dem Fall ich).

... das ist nun ganz anders als vor 9 Jahren...

Mit Sohnemann kann ich das klären, aber sollte ich mir das antun "mich" aller Welt zu erklären?
Darauf habe ich eigentlich keine Lust.
die relevanten Personen (die sich alle wissend schimpfen) wissen um die Problematik sohnemanns und sollten da eigentlich von selbst drauf kommen.

... auch das ist anders als vor 9 Jahren...

die einzigste die es kapiert ist die Verhaltenstherapeutin Sohnemanns, die hat es sofort erkannt, was hier "abgeht". Sie stellt ihn ebenso in den Senkel und erinnert ihn an seine eigenverantwortung, wie ich auch.

und was die verbalen Attaken angehen... die sind NOCH zu verkraften, was die Wortwahl angeht.
Nur der Ton...
im moment spiegle ich ihn oft oder sage nur kurz und knapp, der Ton ist absolutes No-Go.
Dann entschuldigt er sich auch sofort (er scheint das evtl. wirklich nicht zu merken).

"Komisch" ist, wenn ER etwas WILL, dann klappt irgendwie alles plötzlich wieder hervorragend.
Er hat einen "netten" Ton, er ist freundlich, hilfsbereit und sehr umgänglich...
aber eben NUR dann

Für mich kommt an:
Er will groß und selbstständig sein und sich nichts mehr sagen lassen, weil er ja eh alles schon weiß und absolut keine Hilfestellung mehr braucht...

ähm ja.... nur leider ist das ganz und gar nicht der Fall.

MEINE ansprüche kann ich runterschrauben... aber nicht die ansprüche der Außenwelt...

Was ist gefragt in der Super-Pubertät?
sollen sich die Mamas zurückziehen?
Machen lassen, das die Kids selbst erkennen?

In Antwort auf:
Ich wünsche Dir starke Nerven und Du weißt ja - das ist nur eine Phase:-)!


Danke *seufz+ gleichfalls...

wie lang geht die Phase nochmal ?

LG Mel

ferrano Offline



Beiträge: 598

13.05.2009 22:01
#4 RE: Pubertät und weibl. Bezugspersonen Antworten

Liebe Mel,
vermutlich ist meine Idee nicht gerade das was du suchst und vielleicht auch nicht machbar, aber ich bzw. Wir machen uns auch mit dem Gedanken vertraut, dass Sohn (wird im Sommer 9 und ist gerade gut zu haben)vielleicht mal eine Weile ein Internat besuchen wird, da er in der Phase "Ich lass mich jetzt nicht mehr erziehen" eventuell dauerhaft hier die Luft zum explodieren bringen könnte ..., weiß allerdings auch nicht ob das finanzierbar ist...
ansonsten Augen zu und durch, ich habe gut reden, denn noch habe ich trockene Füße...
Es gibt doch ein recht neues Buch von ... über Kinder und Jugendliche mit ADHS!

Gruß Uli

Melody71 Offline



Beiträge: 606

13.05.2009 22:20
#5 RE: Pubertät und weibl. Bezugspersonen Antworten

Ich hab in meiner "Verzweiflung" heute die Therapeutin auch mal "interviewt" zu dem was wir gerade erleben.

sie sagt,

In Antwort auf:
das ist der wirklich normale ADHS-Pubertäts-Wahnsinn im absoluten Egozentrismus ohne jegliche Vorstellung davon, wie er wirkt...



Sie wird deshlab in der nächsten Therapiestunde mal die Kamera mitlaufen lassen

Vielleicht sollte ich das auch so ab und zu mal machen

Ob das wohl was bringtß
Hat das mal jemand von euch ausprobiert?

LG Mel

rapunzel Offline



Beiträge: 238

14.05.2009 16:22
#6 RE: Pubertät und weibl. Bezugspersonen Antworten

Hi Mel!

Kamera ist immer meine Gehimwaffe, wenn gar nichts mehr geht. Sobald ich sie zücke ist augenblicklich RUHE !

Ein Versuch ist es immer wert!

Liebe Grüße von
rapunzel

Melody71 Offline



Beiträge: 606

14.05.2009 18:10
#7 RE: Pubertät und weibl. Bezugspersonen Antworten

na dann bin ich ja mal gespannt.

einen Versuch ist es ja schließlich wert

Wenn er dann selbst SIEHT als "Außenstehender" wie er selbst beim Gegenüber ankommt...
das hat natürlich was.
Vielleicht versteht er dann auch eher warum Andere auf ihn dann "so" reagieren und das sein Verhalten gar nicht "so ohne" ist, wie er immer denkt...

Dann werd ich mal die Akkus laden gehn

LG Mel

rapunzel Offline



Beiträge: 238

15.05.2009 21:19
#8 RE: Pubertät und weibl. Bezugspersonen Antworten

.. zum Filmen komme ich nie, da findet er immer vorher den AUS - Knopf ... schade eigentlich, denn der Doc würde das sicher auch gern mal sehen...

Lg
rapunzel

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