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ADHS-Selbsthilfe an 365 Tagen im Jahr

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Markus Lanz und die ADHS
von SusanneG In der Kategorie ADHS in den Medien am 24.08.2018 um 00:51 Uhr(zuletzt bearbeitet: 24.08.2018 17:55)

Sehr geehrter Herr Lanz,

Ihre Talkshow schaue ich gerne an, weil Sie immer wieder sehr interessante Gäste einladen. Auch die Diskussion gestern mit Herrn Altmaier, Frau Hildebrand und Herrn Bode fand ich spannend, da mich genau diese Themen (Macht der Konzerne, Vernichtung von Umwelt und Arbeitsplätzen und das Wenige, was wir diesbezüglich unternehmen) sehr bewegen und auch beunruhigen.

Was mich aber speziell gestern beunruhigte war Ihre Ankündigung, man wolle auch über Jan Ullrich sprechen, der an ADHS, einer Sucht nach Aufmerksamkeit, leide, und darüber, was passiert, wenn plötzlich diese große Aufmerksamkeit wegfällt. Da musste ich erst mal nach Luft schnappen.

Trotz dieser für mich unmöglichen Formulierung war ich als bekennender Fan von Sven Hannawald gespannt darauf, was er und Herr Prof. Lemke über das Leben nach dem plötzlichen Ende einer so grandiosen Sportkarriere berichten. Zehn Minuten lang ging es gut. Doch dann hätte ich den Fernseher ausschalten sollen. Denn dann wiederholten Sie die anfängliche Definition von ADHS „… in diesem Zusammenhang … ADHS … dieses Betteln um Aufmerksamkeit, diese krankhafte Suche nach Aufmerksamkeit …“.

Wo um alles in der Welt haben Sie diese völlig falsche, im Übrigen – vor allem den Betroffenen gegenüber - arrogante und überhebliche Definition der ADHS gelesen? Es wäre nett gewesen, wenn Sie sich im Vorfeld bei Herrn Prof. Lemke informiert hätten, wie man eine ADHS in wenigen Worten beschreibt.

Nebenbei bemerkt … wieviel und vor allem was soll ich denn von all Ihren anderen Anmoderationen halten, deren Richtigkeit ich nicht beurteilen kann?

Vor Herrn Prof. Lemke ziehe ich den Hut! Er hat, ohne Ihnen offen zu widersprechen, erst mal definiert, was eine ADHS ist (der Betroffene selbst kann seine Aufmerksamkeit nicht halten). Chapeau! Ich befürchte allerdings, seine Erklärung hat Sie nicht erreicht. Denn kurz darauf fragten Sie Herrn Hannawald, wie das denn sei, wenn plötzlich diese große Aufmerksamkeit weg ist. Mit seiner Antwort, gleich im ersten Satz, hat dann auch Herr Hannawald richtig gestellt, dass genau das nicht das Problem ist.

Problematisch finde ich auch Ihre Bemerkung zu Präsident Trump und einem potentiellen Zusammenhang zu ADHS. Bitte nehmen Sie zur Kenntnis, dass Arroganz, Diskriminierung von anderen Menschen und schlechtes Benehmen nicht zu den Diagnosekriterien einer ADHS gehören – dazu hält die ICD 10 etliche andere F-Diagnosen bereit.

Es gab Ihrerseits noch mehr Klöpse in dem Gespräch, die möchte ich jetzt gar nicht mehr im Einzelnen erwähnen. Worauf ich hinauswill, ist der Hinweis von Herrn Prof. Lemke, dass diese Diskussion in der Öffentlichkeit (betreffend psychische Erkrankungen) sogar gefährlich werden könnte.

Ist Ihnen eigentlich klar, was mit Betroffenen passiert, wenn sie oder ihr soziales Umfeld solchen und ähnlichen abwertenden und in meinen Augen sogar gefährlichen Falschinformationen aufsitzen?

Kinder mit ADHS erhalten keine Therapie – oft überhaupt gar keine Hilfe – weil ihre Eltern (oder auch mal die Fachkräfte des Jugendamts) an diesen Schwachfug glauben bzw. vom sozialen Umfeld dahingehend beeinflusst oder gar unter Druck gesetzt werden. Viele ADHS-Kinder durchleben in der Schule die Hölle, weil sie ständig falsch beurteilt, falsch behandelt oder gar (nicht selten sogar von Lehrkräften) gemobbt werden. Was das für ihre Schul- und Berufsausbildung für Folgen nach sich zieht, muss ich ja wohl nicht extra darlegen.

Selbst betroffene Erwachsene müssen sich dumm anmachen lassen und trauen sich nicht zur Diagnostik; infolgedessen bekommen auch sie keine fachlich richtige Information, keine Unterstützung, keine Hilfe. Beziehungen scheitern. Ihre Kinder (die nicht selten selbst eine ADHS haben) wachsen in Ein-Eltern-Familien auf; sie zählen häufig zu denen, die bei der Kinderarmut mitgezählt werden. Berufliche Schwierigkeiten werden auf Faulheit und Dummheit zurückgeführt (und das, obwohl ihr IQ nicht selten höher ist als der des Vorgesetzten). Kurz gesagt, sie scheitern im Leben, man zeigt mit dem Finger auf sie, redet über sie – und dann wundert man sich, wenn aus Suizidgedanken ein Suizid wird.

Besonders schlimm finde ich, dass nicht selten Fachleute auf diesen Zug aufspringen; dass sie lediglich Probleme (meistens die, die andere damit haben) und unerwünschtes Verhalten sehen und Faktoren wie der Verfügbarkeit von Neurotransmittern, Hemmung der höheren Handlungsfunktionen, verstärkter Reizwahrnehmung und dem Leiden der Betroffenen unter dem Feedback des sozialen Umfelds keinerlei Bedeutung beimessen.

Man schiebt dann alles auf Umweltfaktoren wie den finanziellen Background oder Bildungsstatus der Eltern oder deren Erziehungsunfähigkeit. Demzufolge werden Programme und Therapien entwickelt, die aufgrund des völlig falschen Ansatzes nicht greifen – gar nicht greifen können. Immense Beträge an Forschungsgeldern gehen dabei drauf, die an anderen Stellen dringend gebraucht würden.

Aufklärung der Öffentlichkeit über ADHS – man sagt, das sei wichtig und richtig. Nach zwanzig Jahren in der ADHS-Selbsthilfe zweifle ich inzwischen daran. Pseudo-Wissenschaftler erhalten einfach mehr Gehör, mehr Bühne. Die Information der Öffentlichkeit könnte zum Beispiel durch Betroffene wie Herrn Hannawald oder durch kompetente Fachärzte wie Herr Prof. Lemke erfolgen. Man müsste sie eben ausreden lassen.

Eine Frage beschäftigt mich noch. Würden Sie denn genauso abfällig über ADHS oder Menschen mit ADHS sprechen, wenn auch bei Ihnen eine ADHS diagnostiziert werden würde? An einzelnen Symptomen mangelt es Ihnen ja nicht …

Über eine Stellungnahme freut sich
SusanneG

Hier geht es zur Mediathek.


4 Kommentare

Wer die ADHS nicht versteht, soll bitte keine Empfehlungen für Eltern erarbeiten!
von SusanneG In der Kategorie ADHS in den Medien am 19.04.2017 um 21:29 Uhr

Dank Facebook begegnet mir mehrmals täglich irgendein Bullshit zum Thema ADHS. Das reicht bei mir schon lange nicht mehr aus, um auch nur eine Augenbraue hochziehen zu wollen.

Immer wieder mal stolpere ich auch in unserer Linksammlung über den einen oder anderen Schwachfug. Doch da wir hier im Forum User haben, die wissen, was ADHS ist, posten wir auch Links zu Schwachfug - schließlich müssen wir ja wissen, was man "draußen" so über uns redet. In der Regel reicht da bei mir ein Kopfschütteln, hin und wieder muss ich mit den Augen rollen - und dann hab ich auch schon wieder vergessen, was ich da gelesen habe.

Ausnahmen bestätigen die Regel. Mitunter kommentiere ich unsere Schwachfug-Links und bringe da auch gerne mal eine Diskussion ins Rollen. Und wenn es ganz dicke kommt, dann muss ich es bloggen .

Die Frankfurter Rundschau titelt:

Zitat
Chaos erschwert die Erziehung
Vor allem Kindern mit ADHS leiden unter fehlenden Strukturen im Familienalltag. Außerdem werden sie häufiger von ihren Eltern kritisiert.


Oha! Eine solche Überschrift lässt Böses ahnen!

Natürlich erschwert Chaos die Erziehung, das ist ja jetzt keine neue Erkenntnis. Doch welches Chaos ist da gemeint?

Fehlende Strukturen im Familienalltag - darunter leidet die ganze Familie, nicht nur Kinder mit ADHS. Deshalb sind Eltern in ADHS-Familien ja so dahinter her, dass der Alltag Struktur hat - auch wenn das zunehmend schwieriger wird und manch ein ADHS-Kind mehr Termine hat als ein Erwachsener.

Der letzte Satz hat es in sich: Sie werden häufiger von ihren Eltern kritisiert! Ach nee!? ** Ironie on ** Diese Versager-Eltern, die ihre Kinder mit Drogen ruhigstellen, die wagen es, ihre Kinder zu kritisieren? Wo doch eine hinter die Löffel schon reichen würde ... ** Ironie off **

Ok, nachdem ich meine Ironie schon ausgepackt habe, kann ich auch gleich den Artikel lesen ...

Die Bildunterschrift ist der Eye-catcher schlechthin:

Zitat
Hilfreich ist, Hausaufgaben alleine in einem ruhigen Raum erledigen zu lassen.


Ich fasses nicht ! Von einer solchen Hausaufgaben-Idylle träumt jede mir bekannte Mutter eines ADHS-Kindes (vergeblich, versteht sich). Und ich kenne viele Mütter von ADHS-Kindern, sehr viele!

Das war erst Satz vier und mir ist zum ... Weia!

Zitat
Welche Eltern kennen es nicht – den täglichen Kampf gegen das Chaos im Haushalt? Besonders stark betroffen davon sind wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge Familien, deren Kinder an einer Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung (ADHS) leiden. Wie eine Arbeitsgruppe der Frankfurter Universität nun nachweisen konnte, werden Kinder mit ADHS häufiger von ihren Eltern kritisiert. Zudem reagieren die betroffenen Erwachsenen stärker mit inadäquatem Erziehungsverhalten.

Für die Studie sind Daten von insgesamt 84 Kindern im Alter von 7 bis 13 Jahren ausgewertet worden. 31 Kinder gehörten zur ADHS-Gruppe, 53 zur Kontrollgruppe. Erfragt wurde mittels eines standardisierten Fragebogen, wie intensiv sich Eltern um ihre Kinder kümmern, ihnen positives oder negatives Feedback geben, wie stringent sie erziehen und ob sie körperlich strafen.

Positive Beziehung zum Kind

Zudem sprachen die Psychologen mit einem Elternteil, wobei diese die Persönlichkeit des Kindes sowie ihre Beziehung beschreiben sollten. Zur Überraschung der Forscher schätzten Eltern von Kindern mit ADHS die Beziehung zu ihren Kindern positiver ein als Eltern aus der Kontrollgruppe. Mutmaßlicher Grund dafür könnte sein, dass einige der betroffenen Familien bereits an einer Therapie teilnahmen, wodurch das emotionale Klima verbessert werden konnte.

„Ein sehr chaotischer und unstrukturierter Haushalt, der durch die ADHS-Symptomatik der Kinder mitbedingt ist, erschwert es Eltern, autoritativ zu erziehen“, betonte Andrea Wirth, wissenschaftliche Mitarbeiterin in der pädagogischen Psychologie an der Goethe-Universität. „Gleichzeitig ist anzunehmen, dass die Eltern trotz des herrschenden Chaos ihre Kinder mögen, positiv über sie sprechen und es genießen, Zeit mit ihnen zu verbringen.“

Die Arbeitsgruppe am LOEWE-Zentrum Idea plant Empfehlungen für Eltern zu erarbeiten, die helfen das Familienleben zu ordnen, stärker auf Routinen zu achten und den Alltag besser zu organisieren. Dazu zählt beispielsweise, Hausaufgaben alleine in einem ruhigen Raum erledigen zu lassen und währenddessen Radio und Fernseher auszuschalten.



Also, ich bin jetzt ziemlich verunsichert ...

31 Kids stehen hier für den "repräsentativen Querschnitt" deutscher ADHS-Kinder. Doch so viele ?! Nach welchen Kriterien wurden die Familien ausgewählt? Nach den im Artikel zitierten Aussagen des Forscherteams kann es sich jedenfalls nicht um die Sorte Eltern handeln, die in unserem Forum liest .

Oder hat da etwa ein Journalist über eine Studie geschrieben, bei der es um Kinder und am Rande auch um Hausaufgaben geht - und das Ganze dann in bewährter Manier mit unseren vier Buchstaben dekoriert, damit sich der Artikel besser verkauft ?

Zum Artikel geht es hier: ADHS in der Familie

Leider habe ich auf den Seiten der Studienbetreiber keine Hinweise auf diese Studie gefunden, was durchaus an meinem selektiv überhüpfenden Wahrnehmungsstil liegen mag. Also habe ich den Artikel kommentiert:

Zitat
Schade, dass sich niemand Gedanken darüber gemacht hat, weshalb Kinder mit ADHS vorzugsweise bei Mama am Küchen- oder Esstisch mit irgendeinem Hintergrund-Gedudel ihre Hausaufgaben machen. Ich kenne keine Mutter eines ADHS-Kindes, die sich diese Idylle mit geräuscharmen Hausaufgaben im Kinderzimmer nicht wünschen würde.
Die Geräuschkulisse im Hintergrund hilft den Kindern, ablenkende Nebengeräusche auszublenden. Jedes zusätzliche Geräusch lenkt ab.
Die Gegenwart von Mama wird benötigt als Motivator und Kameltreiber. Lässt Mama heute ihr Kind im Kinderzimmer gewähren, steht es morgen ohne Hausaufgaben da. Lehrkräfte sind mehrheitlich nicht geneigt, dies zu akzeptieren.
Nicht selten muss Mama zuhause auf-, nach- und wiederholen, was ihr Kind aufgrund mangelnder Struktur im Unterricht nicht mitbekommen hat. Man kann nur hoffen, dass Mama früher in der Schule aufgepasst hat ...
Seit 22 Jahren beschäftige ich mich (tagtäglich!) mit dem Thema ADHS, bin seit 17 Jahren aktiv in der ADHS-Selbsthilfe tätig, selbst ausgebildete ADHS-Elterntrainierin und habe nur den einen Wunsch: Bitte erkundigen Sie sich auch in der ADHS-Selbsthilfe, bevor Artikel über Menschen mit ADHS veröffentlicht werden - bitte sprechen Sie MIT uns, nicht nur über uns.



Noch ein weiterer Kommentar stammt aus unserem Forum:

Zitat
Also schon der erste kurze Abschnitt hat mich vom Weiterlesen abgehalten:
Haushalte in denen Kinder mit einer ADHS leben haben keine Strukturen und noch dazu kritisieren die Eltern häufiger als andere?

Das ist soviel Blödsinn in zwei Sätzen und schlichtweg falsch! Die Strukturen in einer Familie mit einem ADHS-Kind sind fester als irgendwo, das lernen die Eltern schnell! Wo bitte sind denn die Strukturen im "außerhäuslichen Bereich"?, z.B. Schule?!

Dort ist das Wissen über eine ADHS so klein dass Vieles nicht gibt, aber Chaos, das herrscht!! Leider werden die Kinder von Lehrern sehr häufig, über die Maßen und jahrelang kritisiert! Eltern sind oftmals die einzigen die in ihren Kindern das Gute sehen...

Es ist traurig und enttäuschend dass soviel Missverständis herrscht und durch solche Beiträge noch verschlimmert wird! Man sollte unbedingt aufhören die Eltern ständig als grenzdebil und erziehungsunfähig darzustellen, sind es doch die Einzigen in dieser Gesellschaft die ADHS-Kinder wirklich verstehen!!


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ADHS durch Fluorid?
von SusanneG In der Kategorie ADHS in den Medien am 19.04.2017 um 17:48 Uhr

Dieser Beitrag steht schon etwas länger im Forum, seit 22.05.2016. Ich habe also keine Ahnung, ob der Link noch funktioniert - und das ist mir auch wurscht. Wer braucht schon den Link?

--- .. --- .. --- .. ---

Mädels und Jungs,

ich bin im falschen Film ! Gut, dass ich schon gesessen bin.

Zahnpasta - Fluorid - ungesund ... da hab ich neulich schon was drüber gelesen. Wie war das noch? Fluorid ist einerseits schädlich, andererseits brauchen wir es. Also was jetzt? Hmmm, wir ignorieren jetzt mal die Überschrift.

Zitat
Forscher der Icahn School of Medicine am Mount Sinai in New York und der Harvard School of Public Health in Boston haben eine Meta-Analyse 27 früherer Studien zur gesundheitlichen Wirkung der Chemikalie Fluorid durchgeführt. Das Ergebnis: ... Ebenso wie Quecksilber, Blei oder andere chemische Stoffe schade Fluorid nämlich dem Gehirn. Einzeln und in geringen Mengen seien diese vielleicht harmlos, in Kombination könnten aber erhebliche neurologische Schäden auftreten. ... Doch warum ist dann Fluorid überhaupt in unserer Zahnpasta?

In den 70er Jahren wurde eine erstaunliche Beobachtung gemacht: In Gegenden, in denen das Spurenelement Fluorid im Trinkwasser vorhanden war, hatten Menschen deutlich weniger Karies und weißere Zähne als in anderen Regionen. In der Folge reicherten einige Länder wie die USA und Australien das Trinkwasser bewusst mit dem Stoff an. Deutschland entschied sich gegen eine derartige Zwangsmedikation. Hierzulande wurden aber verschiedene Produkte, unter anderem Zahnpasta, mit Fluorid versetzt. Bis heute ist der Stoff allerdings umstritten. Einige Studien konnten eine positive gesundheitliche Wirkung nachweisen, andere – so wie die aktuelle Untersuchung aus den USA – berichten Gegenteiliges. Experten fordern weitere umfassende Tests wie auch Warnhinweise auf Produkten. Verbraucher können vorbeugen, indem sie die Zahnpasta immer ausspucken und den Mund anschließend gründlich ausspülen.



Da hat jemand geforscht, ob und falls ja Fluorid irgendwie gesundheitsschädlich ist. Und wenn da nur das stehen würde, was in diesem Zitat steht, würde ich das sogar glauben - ich bin kein Wissenschaftler, kann es nicht widerlegen, will es vermutlich auch gar nicht widerlegen. Mir schießt nur wieder die gleiche Frage durch den Kopf wie beim letzten Artikel, den ich irgendwann irgendwo zu gesundheitlichen Schäden durch Fluorid gelesen habe: Wieso geben wir dann unseren Säuglingen diese D-Fluoretten? Und wenn ich damals, vor fast fünfzig Jahren, in Chemie besser aufgepasst hätte, dann würde ich jetzt auch den Unterschied zwischen Fluor und Fluorid kennen.

So weit, so gut - oder auch nicht, denn ...

... wir sind in Facebook - ein Klick auf Martin Winklers Blog ... und schon kommen sie, die "ähnlichen Beiträge", die mir vorgeschlagen werden. Schon beim Anklicken wusste ich, dass ich an der Decke hängen werde. Leute, ADHS ist Neurobiologie und Neurobiologie ist Wissenschaft! OK, ich poste jetzt mal den vollständigen Absatz 1 des Artikels nebst Überschriften (Hervorhebungen sind von mir):

Zitat
Autismus, Legasthenie und ADHS durch Fluorid

Forscher der Icahn School of Medicine am Mount Sinai in New York und der Harvard School of Public Health in Boston haben eine Meta-Analyse 27 früherer Studien zur gesundheitlichen Wirkung der Chemikalie Fluorid durchgeführt. Das Ergebnis: Der Stoff kann ursächlich für ADHS, Legasthenie und Autismus sein. Ebenso wie Quecksilber, Blei oder andere chemische Stoffe schade Fluorid nämlich dem Gehirn. Einzeln und in geringen Mengen seien diese vielleicht harmlos, in Kombination könnten aber erhebliche neurologische Schäden auftreten. Entwicklungs- und Aufmerksamkeitsstörungen wie ADHS, die auf Chemikalien zurückzuführen seien, hätten in den letzten Jahren stark zugenommen. Doch warum ist dann Fluorid überhaupt in unserer Zahnpasta?



Echt jetzt?! Geht's noch?! Hamse die noch alle? Wo steht das? SAT.1 Ratgeber. Oh, jetzt seh ich erst, was vorhin die Anzeige verdeckt hat :

Zitat
ADHS durch Fluorid in Zahnpasta?
Dass es einen Zusammenhang zwischen Zahnpasta und ADHS gibt, klingt überraschend. Doch Forscher haben ermittelt, dass der in Zahnpasta enthaltene Stoff Fluorid neurologische Schäden verursachen kann.



Ich sags ja, schlimmer geht immer. Und weil wir ja im Forum immer wieder Märchen durch wissenschaftliche Erkenntnisse widerlegen, analysiere ich jetzt gleich noch diese journalistische Glanzleistung.

Jemand führt eine Studie durch und veröffentlicht die Ergebnisse. Das Internet ist voll von Artikeln und Diskussionen über gesundheitliche Schäden durch Fluorid. Wie kann man jetzt diesen soundsovielten Artikel zu diesem Thema so aufmotzen, dass er gelesen wird? Ihr wisst es alle: Man packt einfach die vier Buchstaben A, D, H und S in die Überschrift und schon ist der neue Bericht, die neue Studie, in aller Munde (wie Fluorid, fällt mir da gerade ein ).

Gehirn? Neurologische Schäden? Ganz klar - ein Fall für ADHS. Man braucht nur zwei phantasievolle Schlagzeilen und zwei abenteuerliche Sätze einflicken, und schon läuft das Ganze unter Sensationsberichterstattung. Und damit die ADHSler nicht motzen, packen wir mal Autismus und Legasthenie dazu. Wieso eigentlich Legasthenie?

Und wie ist das jetzt mit Tourette?

... fragt sich
Susanne

Für die Hartgesottenen: http://www.sat1.de/ratgeber/gesundheit/a...id-in-zahnpasta


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Von (un-?) bewusstem Fake in den Medien und anderen Katastrophen
von SusanneG In der Kategorie ADHS in den Medien am 28.02.2017 um 15:19 Uhr

Ich mach da jetzt mal ein neues Fass auf … ein Fass mit viel Sarkasmus drin.

Hab ich schon erwähnt, dass ich weder Arzt noch Apotheker noch sonst ein Wissenschaftler bin und an Menschen mit ADHS kein Geld verdiene? Gut. Rein aus persönlichem Interesse bin ich seit 20 Jahren im Thema ADHS und seit 17 Jahren in der ADHS-Selbsthilfe. Vermutlich kann ich logisch denken und Zusammenhänge erkennen. Und immer, wenn mein Bauch grummelt, frage ich mich: Qui bono?

Da ist zunächst einmal die Stammtisch-Diskussion zur ADHS. Jeder hat ne Meinung, keiner hat Ahnung. Scheint ein interessantes Thema zu sein, denn die Medien haben es aufgegriffen. ADHS ist in aller Munde. Die Meinungen sind vielfältig, aber Ahnung hat immer noch keiner.

Die Laienpresse weiß inzwischen, wie ADHS verursacht wird (Lakritz, Zahnpasta, Rauchen, zu wenig elterliche Zuwendung, zu viel elterliche Zuwendung, kein Wunschkind, Wunschkind, zu wenig Sport, zu viel Sport, Gebärmutterhalskrebs – äh, oder war das Autismus? Wurscht! Davon hat die Laienpresse auch keine Ahnung.

Inzwischen wissen ja auch alle, wie man ADHS heilt: Algen, Bachblüten, Globuli, Fischöl, eine hinter die Löffel, Vitamin A bis Y, Zink … und dann ist da noch dieses hochgefährliche Ritalin, mit dem man Kinder ruhigstellt und in die Sucht treibt.

Sarkasmus off? Nö, jetzt noch nicht!

Da war noch was mit der Pharma-Industrie … Achso, ja, die kriminelle Pharma-Industrie hat ADHS erfunden, damit sie ihre Medikamente verkaufen und einen Haufen Kohle scheffeln kann.

Hmmm … die Pharma-Industrie stellt Medikamente her, um sie zu verkaufen und damit Gewinn zu erwirtschaften. Die Auto-Industrie stellt Autos her, um sie zu verkaufen und damit Gewinn zu erwirtschaften. Bei der Auto-Industrie ist das ok. Kann mir bitte jemand den Unterschied erklären?

Und wie ist das mit Krebs? Hat die Pharma-Industrie auch Krebs erfunden, um ihre Medis Gewinn bringend zu verkaufen? *duck*

Es scheint also so zu sein: ADHS ist eine erfundene Krankheit. Kinder, bei denen eine ADHS diagnostiziert wird, sind nur schlecht erzogen. Und wenn die Argumente für „ADHS gibt’s nicht“ ausgehen, dann darf man diesen armen Kindern weiß der Geier was antun, nur eines nicht: Ritalin.

Aber jetzt: *Sarkasmus off*

An allen Ecken und Enden wird geforscht. Ich finde es super, dass man inzwischen auf der Netzhaut und im Größenverhältnis der Gehirnareale Unterschiede zwischen Menschen mit ADHS und neurotypischen Menschen nachweisen kann. Und ich bin dankbar für jeden körperlichen Unterschied, der entdeckt wird. Hier wird geforscht, um Nachweise zu erbringen, und das finde ich toll.

So ganz unterdrücken lässt sich der Sarkasmus nun aber doch nicht, denn …

Man forscht auch an alternativen Therapiemöglichkeiten; erst Neurofeedback, jetzt Hirnstimulation. Vergessen sind die körperlichen Merkmale – ADHS wird auf mangelnde Konzentrationsmöglichkeit und vielleicht noch Impulsivität reduziert. Man nimmt ein Gerät, das für Therapien bei Angst oder Depressionen oder Multiple Sklerose oder Schmerzen oderoderoder entwickelt wurde und beantragt Fördergelder, da man eine Therapiemöglichkeit für Menschen mit ADHS erforschen will, die es ermöglichen soll, auf die Gabe von Medikamenten zu verzichten.

Echt jetzt? Ja. Dieser Hinweis steht auf einer der ersten Seiten des Verkaufsprospekts für Neurofeedback-Geräte. Nicht ganz so deutlich, aber doch wahrnehmbar, steht er auch in den Veröffentlichungen der Uni Kiel.

Zusammengefasst könnte das bedeuten: Die Sensationsberichterstattung hat dafür gesorgt, dass man mit dem Argument, eine Alternative zu Ritalin zu beforschen, jede Menge Forschungsgelder locker machen kann.

Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

Qui bono?
… fragt sich Susanne


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Schschöööönenn Adwääänt wüüünsch isch eusch...HICKS...uuuuuuuuuuups! Sorry...
von smilla In der Kategorie ADHS in den Medien am 03.12.2016 um 20:51 Uhr

Heute umtreibt mich die Frage, ob es nicht besser wäre, die Weihnachtszeit aus unserem Jahresablauf zu entfernen!? Irgendwie ist sie, finde ich, nicht ADHS- tauglich, besonders wenn die ADHS schon soweit gestreut hat dass sogar der Hund betroffen ist!

Es ist schon recht schwierig, einen Weihnachtsmarkt zu besuchen: Geht ja quasi schon bei der Planung des Vorhabens los!

Welcher Markt, wenn jeder einen anderen will und Teile von uns gar keinen? Die Teile sind
Göga und der Große, das Baby freut sich auf Action und der Hund wird nicht gefragt, um das
Ganze nicht noch zu verkomplizieren!!
Also entscheide ich und nach einer Stunde sind einige Fragen, fest verbunden mit dem Abenteuer
was wir begehen wollen, beantwortet:

- wie lange fahren wir?
- gibts da auch was zu Essen?
- darf ich Pommes, Poffertjes und Waffeln?
- darf ich danach eigentlich noch fernsehen?
- muss ich dann kein Englisch mehr üben?

Alle eingeladen und ruckedizuck zum Weihnachtsmarkt, diesmal ein Multikultimarkt zusammen mit Flüchtligen organisiert und deshalb bestimmt mal was anderes! Und nicht so groß, also ein überschaubares Ding!!
Kommen in die Stadt und was ist: Verkehrschaos!! Oje, wo denn parken?! Da muss ja der Bär los sein!!!!

Eine abgesperrte Straße befahren und die Posten nach der Parksituation befragt:
"Links, rechts, links. Parken und von dort fährt ein Shuttle Service!"

Shuttleservice? Oha, da haben wohl alle 4000 Flüchtlinge unserer Stadt ihre Finger im Spiel bei diesem Weihnachtsmarkt, der muss ja riesig sein!!

Also geparkt, Baby eingepackt, Knäckebrot in die Faus uns los!
Sehr glücklicherweise haben wir genau vor unserem Auto 45 Euro in bar gefunden! Das war stimmig für die ganzen orientalischen Köstlichkeiten, die auf diesem Markt angepriesen waren, kombiniert mit unserer Gier auf Ungesundes!

Ohne Service, waren nur 200 Meter... dort angekommen finden wir: NICHTS!!!! Totale Verweisung des Festivalgeländes! Keine multikulti Buden mit orientalischen Köstlichkeiten! Nanu? Wo sind die Massen?

Enttäuschung pur, die ganze Familie traurig...

Aaaaaaaaaaaaber, hey Mann!! Wir sind ja nicht umsonst ADHS-ler Wir können nicht lange böse sein und sind nicht nachtragend! Glücklicherweise findet genau daneben ein riesiges FOOT-TRUCK-FESTIVAL welches ganz schnell zu unserem neues Endziel erklärt wird!

Pommes, Burger, Burritos und lauter geile Sachen- das gefundene Geld versetzt und die ganze Familie: wieder glücklich!!

Leider hatten wir geräuschetechnisch im Auto und zu Hause das Gefühl, Santa Claus sei schon mit 380 Rentieren bei uns eingezogen...da waren wohl viele Geschmacksverstärker drin!!

Aber auch dieses Problem hat Mutti kosequent gelöst: Habe schnell eine "Likörchenzeit" anberaumt...und dieser selbstgemachte Eierlikör von Omma wirkt wie so `n Weichzeichner!!

Hätte glatt die Bimmel noch rausholen können und mit Santa Claus gemeinsam übers Sofa preschen können, so entspannt wurde ich plötzlich!!

Naja, aber ich muss aufpassen, denn morgen ist ja erst der zweite Advent! Ein wenig Zeit vergeht ja noch bis ich diese ADHS-unkompatible Zeit wieder los bin
Oder ich werde Likörabhängige!!

In diesem Sinne Euch allen einen tollen zweiten Advent!

smilla


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Eistee Pfirsich
von SusanneG In der Kategorie User-Blogs am 19.07.2015 um 00:50 Uhr(zuletzt bearbeitet: 19.07.2015 19:04)

Kälteeinbruch im Wilden Süden! Um mindestens zehn Grad! Gestern 34°C bis 36°C, heute erst mal nur 24°C - im Schatten, versteht sich. Es ist 14.00 Uhr. Nun denn, wenn es sooo frisch ist, könnte man ja mal in der Küche ... Kuchen - das wärs! Hüftgold! Der Rettungsring um den Bauch kann ja nicht nur aus Schokolade bestehen, ein bisschen Kuchen darf es schon auch sein. Doch was für einen Kuchen? Das schnelle Rezept auf jeden Fall; das Rezept, mit welchem man nur eine Schüssel, einen Teigschaber und einen Löffel versaut. Keine Küchenmaschine, keinen Handmixer, und die große Rührschüssel muss man dann auch nicht von ganz hinten im Schrank hervorholen. Ok, Schüssel und Kuchenform stehen jetzt parat ...

Was für einen Kuchen mit dem schnellen Rezept mache ich denn jetzt? Schnippel ich da Aprikosen rein? Au ja! Kühlschrank auf ... neben den Aprikosen stehen die Pfirsiche. Wenn ich jetzt die Hälfte der Aprikosen für den Kuchen nehme, habe ich noch jede Menge Pfirsiche im Kühlschrank; Aprikosen mag ich aber lieber, also schnippel ich besser Pfirsiche in den Kuchenteig. Hmmm *grübel* ... Pfirsiche machen den Kuchen zu flüssig. Aprikosen sind besser für den Kuchen. Ok, ich nehm die Aprikosen.

Wie gesagt, jede Menge Pfirsiche ... ein Kilo "normale" und ein halbes Kilo von denen, die man bis vor Kurzem noch als Weinbergpfirsiche verkauft hat - die verkauft man heutzutage als Plattpfirsiche, weil so viele Weinbergpfirsiche ja gar nicht in den Weinbergen wachsen können, wie die Supermärkte inzwischen anbieten. Ich meine, die neumodischen Plattpfirsiche schmecken ja auch gar nicht mehr irgendwie nach Weinberg - kein bisschen. Wenigstens sind sie da ehrlich, die Supermärkte.

Pfirsichtee, das wärs! Im Kühlschrank ist Früchtetee und Melisse-Hopfen-Tee, mein ganz persönlicher "Calm down - chill out-Tee". Beide schmecken nicht wirklich zu Kuchen. Da wäre noch Anis-Kümmel-Fenchel-Tee in der Box, in der ich die ganzen Beuteltees aufbewahre. Ok, es gibt Pfirsichtee! Ich fülle den Wasserkocher mit Wasser und schalte ihn ein.

AKF-Tee mit Pfirsich schmeckt lecker, das hatte ich letzte Woche auch schon. Blöd halt, dass ich erst mal fünf Sachen wegräumen muss, bevor ich an die Box komme. Ok. Schublade unter der Teebox plus Zubehör rausziehen, Süßstoff und Honig in die Schublade stellen, mal ein bisschen an der Box ziehen – Plumps! Jetzt ist der Waldbeeren-Tee hinter die Box gepurzelt! Menno, ich weiß doch, dass der ganz hinten steht. Der MUSS runterfallen, alles andere wäre ein Verstoß gegen das Gesetz der Schwerkraft!

Zugegeben – die Reihenfolge war doof. Ich muss erst den Ostfriesentee und den Schwarztee von der Box runterholen, dann kann ich die Box rausziehen, nach dem AKF-Tee kramen und bevor ich die Box wieder reinschiebe, den Waldbeerentee aus der hintersten Ecke hervorholen. Guter Plan!

Die Schachtel mit dem Ostfriesentee ist aber leicht. Viel kann da nicht mehr drin sein. Schachtel auf: ein Beutel ist drin, ein einziger! Das gibt morgen früh wieder Hektik, noch vor dem Frühstück, wenn Göttergatte bloß einen Teebeutel in der Ostfriesentee-Schachtel vorfindet. Ist denn überhaupt Nachschub da? Vorratsschublade auf: Ja, Nachschub ist da, alles gut, Schublade wieder zu. Das war jetzt doof, Susanne. Du weißt doch, wie das morgen früh abläuft. Jetzt nimm die neue Schachtel, mach sie auf, leg den einzigen verbliebenen Teebeutel zu den anderen und stell die volle Schachtel wieder dorthin, wo der Ostfriesentee hingehört: auf die Teebox, vor den Schwarztee. Ok, Vorratsschublade wieder auf, Ostfriesentee-Schachtel rausholen …

Schwarztee mit Pfirsich! Das isses! Mein Relaxx-Tee ist eh gleich alle – oder nicht? Kühlschranktür auf, Kanne anheben – knapp halb voll. Die Kanne mit dem Früchtetee ist noch ganz voll. Menno, ich drehe mich im Kreis! Früchtetee oder Melisse-Hopfen-Tee zum Aprikosenkuchen habe ich doch schon ausgeschlossen. AKF-Tee oder Schwarztee gibt es, mit Pfirsich! Schwarztee? Schwarztee! Alea jacta est … siehe Asterix: Der Würfel ist gefallen!

Kalter Schwarztee – wie langweilig! Eistee! Das wärs! Zum Eistee braucht man Eiswürfel – wie der Name schon sagt. Habe ich denn Eiswürfel im Gefrierschrank? Ich glaube nicht. Als ich vor ein paar Tagen Großetochters Gefrierfach-Inhalt in meinen Gefrierschrank stopfte, habe ich die Eiswürfelbehälter rausgenommen. Oder hab ich etwa doch schon wieder Eiswürfel gemacht? Vielleicht sollte ich mal nachsehen. Drei Finger hatte ich am Griff des Gefrierschranks, aber die Tür ging nicht auf – zu wenig Kraft in den drei Fingern. Andere Leute haben fünf Finger zur Verfügung …

Der Wasserkocher machte PLING!

Ich hielt inne. Da stand ich nun: Vorratsschublade offen, Schranktür offen, Schublade offen, Teebox vorgezogen (immerhin noch nicht offen!), Kühlschrank offen – in der linken Hand die volle Schachtel Ostfriesentee, in der rechten Hand zwischen Daumen und Zeigefinger den einsamen Teebeutel aus der jetzt leeren Schachtel … und mit den verbliebenen drei Fingern der rechten Hand kriege ich die Tür vom Gefrierschrank nicht auf! Immerhin ist das Teewasser jetzt fertig.

Ich legte Teeschachtel und Teebeutel aus der Hand, machte den Kühlschrank zu, dann die Vorratsschublade, zog die Teebox und danach die Schachtel mit dem Waldbeerentee aus dem Schrank, schob die Teebox wieder rein, legte den Waldbeerentee obendrauf, nahm drei Beutel Schwarztee aus der Schachtel und legte diese vor den Waldbeerentee auf die Box, stellte Süßstoff und Honig davor, machte die Schublade zu und die volle Schachtel mit dem Ostfriesen auf, packte den verwaisten Teebeutel rein, räumte auch die Ostfriesentee-Schachtel wieder auf und schloss die Schranktür. So! Jetzt kann ich mal nachsehen, ob es Eiswürfel gibt; aber ich fürchte, es gibt keine. Mit zwei leeren Händen kriegt man die Tür vom Gefrierschrank ganz leicht auf. Stimmt. Es waren keine Eiswürfel drin.

Also dann, es gibt kalten Schwarztee ohne Eis, mit Pfirsich! Die Entscheidung stand, und es war erst 14.04 Uhr!


Sorry, ich will Euch nicht langweilen oder damit angeben, wie viele verschiedene Tees ich bevorrate. Ich will Euch auch nicht ganz vorsichtig andeuten, was für ein Oberchaot ich bin – das wisst Ihr ja längst. Und ich wollte dem geneigten, ADHS-losen Leser (ach, der arme Tropf!) auch nicht aufzeigen, wie chaotisch ein Mensch mit ADHS seine Küche verwüstet. Mit dem Finger auf Menschen mit ADHS zeigen und Kommentare zum Leben im Chaos abgeben, das überlasse ich anderen.

Liebe Leser mit ADHS, ich habe Euch mit dem Pfirsichtee sicher nichts Neues geboten. Das Ganze ist recht facettenreich, da gibt es noch die Variante mit dem Wäsche aufhängen, Einkaufzettel schreiben, Bücherregal abstauben … egal was, die Geschichten ähneln sich. Und Ihr kennt sie alle.

Liebe Leser ohne ADHS, schaut bitte mal auf die Uhrzeit! Ich bin um 14.00 Uhr in die Küche gegangen. Meine Geschichte endet um 14.04 Uhr. Innerhalb von vier Minuten hättet Ihr vermutlich Teewasser aufgesetzt, die Kanne bereitgestellt, Teebeutel aus dem Schrank geholt, den Pfirsich vorbereitet und den Tee aufgegossen. Wie schön für Euch!

In diesen vier Minuten habe ich Teewasser aufgesetzt, Schüssel, Teigschaber und Löffel bereitgelegt, mir das Kuchenrezept ins Gedächtnis gerufen, meine Teevorräte überprüft und aufgefüllt, die leere Ostfriesentee-Schachtel zum Altpapier gegeben, die neue Ostfriesentee-Schachtel für den Zugriff morgen früh vorbereitet, die drei Teeschachteln auf der Box neu arrangiert, den Füllstand der beiden Teekannen im Kühlschrank geprüft, das Nichtvorhandensein von Eiswürfeln festgestellt, über den Werdegang vom Weinbergpfirsich zum Plattpfirsich und damit über den Untergang der abendländischen Kultur philosophiert, mich intensiv an den Moment erinnert, als ich den Melisse-Hopfen-Tee aus dem Päckchen mit der Aufschrift „Calm down, chill out – und wenn du kein Wasser hast: lutschen!“ gewickelt habe, ebenso an den Absender des Päckchens, was mir ein Lächeln ins Gesicht gezaubert hat; ich habe mindestens ein volles Schulheft gedacht (dessen Quintessenz mehr als zwei DIN A4-Seiten in Calibri 11 umfasst) und beschlossen: Das sollte ich bloggen!

Schaffen Sie das auch in vier Minuten?


8 Kommentare

ZACK!- Das hat gesessen oder... wenn Mamas sich nicht angemessen verhalten können!!
von smilla In der Kategorie User-Blogs am 20.06.2015 um 00:52 Uhr(zuletzt bearbeitet: 01.07.2015 18:23)

Gestern Abend hatten mein Mann und ich eine Idee:

wir haben unseren Sohn für das schwer erkämpfte, aber doch (für uns!!) mehr als zufriedenstellende Zeugnis
zum Essen eingeladen! Unsere Wahl fiel auf ein Restaurant in unserer Stadt in dem wir, Ihr ahnt es schon, IMMER essen gehen, was allerdings nicht allzu oft vorkommt!

Jeder weiss was es gibt, uns sind die Kellner bekannt und keiner sagt was, wenn auch schon mal der gesamte Salatbeilagenteller vom Tisch segelt! Keine großen Überraschung eben und absolut ADHS- tauglich...

Ins Auto, in die Stadt, zum Restaurant getapert und schon beim Davorstehen sagt mein Mann:" Oh, schau`mal, die haben umgebaut!!" Tür plötzlich links anstatt rechts! "Egal", denken wir. "Diese Veränderung können wir stemmen", wir treten also ein!

Und da passiert schon das, was den ganzen Abend anders verlaufen lässt als geplant!!

Der Architekt des Umbaus hat auch geplant, nämlich nach der regulären Eingangstür noch einen kleinen Windfang aus Glas mit einzubauen! Ich habe den nicht gesehen, mein Mann auch nicht! Mein Sohn leider auch nicht, der war aber als erster durch die Tür und er hat ihn gespürt! ZACK, rennt mein Hase mit vollem Körpereinsatz gegen diese zusätzliche Glastür, dass ich in diesem Augenblick nur denken konnte ob meine Haftpflicht wohl genügend abgedeckt ist!!

Voll mit dem Kopf gegen die Scheibe, die Schultern noch hinterher, das es nur so schepperte!

Nun haben wohl einige Kinder Zeugnisse bekommen und die Eltern hatten wohl die gleiche Idee, denn das Restaurant war sozusagen, bis auf den fast letzen Tisch schon familienfreundlich eingerichtet!!

Dutzende Köpfe flogen herum, scannten uns und es herrschte absolute Stille und diese Spannung, die herrscht, wenn Stinomütter fast diabolisch eine Situation beobachten und abwarten wie die anderen das jetzt bloß händeln werden! Und eigentlich sind sie schon der Meinung dass sie es eh am Besten können!!

Sohnemann macht es mir nicht leicht, denn auf seiner Stirn entwickelt sich eine riesige Beule und es ist ihm unendlich peinlich, das sehe ich, daß ihm sowas passieren musste!! Und er fing hysterisch an zu weinen!

Ich würde gerne sagen können, daß ich so "Gutmama"- Dinge tat, wie Arnicakügelchen oder
Notfallkühlkompressen aus meiner Tasche zu zaubern! Leider war ich nicht mehr Herrin der Lage und ich tat genau das absolut Falsche und lieferte mich den anderen Müttern hilflos aus: Ich fing an zu lachen! Und das eben nicht nur so kicher, kicher! Nein, ein hysterischer Lachanfall bahnte sich seinen Weg in diese Situation und es gab mehr als einen mitleidigen Kopfnicker in die Richtugn von Sohnemann und viele missbillenge Blicke in meine!

Aber was sollte ich tun? Ich konnte nicht mehr aufhören. Mein Mann schob uns beide schnell in die hinterletzte Ecke, genau neben der Klotür und ich bewunderte ihn zutiefst dafür, die Fassung zu bewahren!!

Sohnemann war also am Heulen und schniefen ob der Situation, dass ihm es so peinlich war, er aber gleichzeitig eine Mama zu haben scheint, die nicht anderes zu tun hat, als sich vor Lachen zu biegen!

Es tat mir ja auch wirklich leid, ich wollte das ja auch nicht! Schiebt es auf die Hormone oder what else...Ich war einfach machtlos!
Habe mich zig Mal entschuldigt und dann mal auf die Tür geschaut. Diese war wirklich sowas von sauber geputzt dass man sie nicht sehen konnte!!

Ich habe mich wirklich sehr schlecht benommen, da gestern abend! Dafür war ich dann auch überhaupt nicht böse, dass Sohnemann im Schlafanzugoberteil unterwegs war, obwohl ich ihm zweimal gesagt habe er solle einen anderen Pullover anziehen!! Nein, ich war sogar so reuevoll daß ich es extrem niedlich fand, einen zehnjährigen Jungen mit einem hellblauen Nikkischlafanzugoberteil inklusive "Cool Dreams"- Aufdruck neben mir sitzen zu haben!
Aber da wir ja neben der Klostür saßen, somit also allein in einer Ecknische, ist das auch nicht weiter aufgefallen!! Gott sein Dank!!!

Mein Fazit allerdings an diesem Abend war, das ein übersteigerter Fensterputztrieb auch echt gefährlich werden kann. Da bin ich selber ja froh, dass mir meine, von den Landfliegen zugekackten Scheiben immer optisch signalisieren: Halt!! Hier geht es nicht durch!! Erst öffnen...

Bleibt munter ihr Lieben, ich war es schon!!

die smilla


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Hilfe, mein Kind wird groß oder... die Teilleistungsbegabung!
von smilla In der Kategorie User-Blogs am 14.04.2015 um 00:11 Uhr(zuletzt bearbeitet: 14.04.2015 08:12)

Ihr Lieben,

ich glaube, mein Sohn verändert sich! Seit gestern hat er eine Seite an sich entdeckt, die er bis dato immer eher unaufgeregt hielt, nämlich die Sache mit der Mode!

Da kam er ganz nach `m Vater, ein Landschaftsgärtner, modisch eher unterbemittelt. So, dass ich eben die Klamotten kaufen muss, damit überhaupt was zum Anziehen da ist!
Sohnemann ging diesen Weg voll mit: T-Shirt 2x verkehrt rum, also Schild vorne und Nähte draussen, Socken gerne auch zwei verschiedene, auch gerne verkehrt rum!

Gelb zu blau, grün zu orange, blau zu rosa, mir doch egal, die Devise. Sein einziger, selbst gewählter, modischer Anspruch war es bisher, sooft wie möglich in Jogginghosen zu laufen oder den Schlafanzug das ganze Wochenende zu tragen, so, dass ich ihn am Sonntag Abend rausklopfen musste!!
Das war für Mutti nicht immer schön, dafür sehr einfach! "Das habe ich Dir hingelegt- fertig!"
Aber gestern ist also folgendes geschehen:

"Mama, ich wünsche mir dass wir heute in die Stadt gehen. Ich möchte mir von meinem Taschengeld ein T-Shirt kaufen! So eines wie Hans-Peter hat! Und von Dir wünsch ich mir noch zwei andere!"

"Hey, Superidee! Dann können wir ja ein paar alte mal aussortieren! Machen wir!"

Nach den Hausaufgaben ging es also los. Sohnemann aufgeregt in Erwartung den Weg in den Modeolymp zu gehen und ich war froh, den Schrank etwas freier zu kriegen! Denn hier lagen ja noch die zwanzig T-Shirts der Vormodezeit, die dann in Teilen endlich mal in die Putzlappentonne wandern könnten?!

Bei PEEEEEEEEEEEEEEEP wurden wir schnell fündig. Ein grellbuntes, mit noch grellerem Aufdruck sollte es sein! Aber diejenigen die PEEEEEEEEEEEP kennen wissen, dass die Klamotten eher schmal geschnitten sind. Also nötigte ich mein Kind, das T-Shirt vorher anzuprobieren. Gehört zum Shoppen ja auch dazu!
Allerdings wollte er es sofort tragen, aber wir haben ja noch keine 20°!

Also sagte ich:" Warte mal, ich hole ein cooles Langarmshirt für drunter und noch `ne T-Shirtgröße mehr!"

Zack, weg war ich und als ich wiederkomme, sehe ich mein Kind durch den Spalt des halboffenen Vorhangs, wie er völlig bewundernd, quasi in sich versunken, mit zärtlicher Geste an sich herunterblickt und das T-Shirt befühlt, sich sanft hin-und herbewegend! Harald Glööcklers Modeblick ist ein Scheiss dagegen!

Nachdem drei T-Shirt gekauft wurden waren wir zu Hause und ich sage "Hey, jetzt wird aussortiert!"
Also den ganzen Stapel gepackt und los ging es! Und jetzt ratet mal, ob ich meinen Schrank leerer bekam und die Putzlappentonne voller?
Nein??? Geeeenau!!

Jedes T-Shirt wurde als total supertoll und cool geschnappt und für Behalten erklärt! Jetzt haben wir also ungefähr zwanzig aus der Vormodezeit plus die drei neuen!

Und damit nicht genug: Sohnemann fing also an, eine Kommodenschublade freizuräumen und in seinem Messiesortierwahn wurden alle Shirts sorgsam einsortiert! (Ich war ja schon froh dass er die ganzen Dinger nicht auch in den geflochtenen Picknickkorb verstaut der seit Tagen überall mitgeschleppt wird, weil dort die Schätze gelagert werden!)
Alle halbe Stunde kam er dann auch noch mit einem anderen am Leibe und führte sich vor!

Und am Abend wurde diese Schublade stolz meinem Mann gezeigt, der es nicht glauben konnte:
"Was, das hast Du alles alleine zusammengelegt? Wieso schaffst du das plötzlich? Und wieso sehen die anderen Schubladen so wüst aus?" (Der Neid??)

Und da kam mir die Sachen mit der ADHS und den Teilleistungsbegabungen wieder in den Sinn:
Bei Hosen, Socken, Unterwäsche & Co. ist es chaotisch? Na, das heisst ja noch lange niocht dass das auch bei T-Shirts so sein muss, oder?

Jetzt werde ich das mal beobachten, das mit der Mode! Jedenfalls hoffe ich dass in diesem Sommer dann wenigstens ein T-Shirt getragen wird, DAS hat Sohnemann bis jetzt, auch bei 30° im Schatten fast immer
vermieden weil er es so schrecklich fand!

Tja, wofür so Freunde wie Hans-Peter doch gut sein können


Ich grüße Euch, die smilla


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Heute mal ein Gedicht ...
von lupa In der Kategorie User-Blogs am 05.02.2015 um 10:07 Uhr

Hallo Ihr Lieben!

Heute morgen habe ich mit einer Freundin so am Handy hin - und hergeschrieben *zugeb*
Und dabei ist dieses Gedicht entstanden. Es ist sicher keine tiefschürfende Lyrik, aber dafür, dass es um 7.15 Uhr, innerhalb weniger Minuten, quasi zwischen Schulbrot schmieren, Fieber messen und Turnbeutel anreichen entstanden ist, finde ich es garnicht so schlecht.
Vielleicht spricht es Euch ja auch aus der Seele und es fallen Euch noch ein paar Strophen mehr dazu ein!?

Schulkind

Jetzt geht es los, der Tag fängt an,
was kommt heut´ wohl wieder dran?

Weiss ich Bescheid und kann ich´s sagen,
wenn mich meine Lehrer fragen?

Wir arbeiten jetzt wie der Wind,
dass bald wieder Ferien sind!

Wenn wir bis dahin überleben,
können wir die Füß´ hochlegen
und sammeln dann bei Keks und Saft,
für´s nächste Halbjahr neue Kraft.

Wir werden klug und immer schlauer,
nur der Alltag, der wird grauer.

Lernen, büffeln, Hausaufgaben,
wer will so ein Leben haben!?

Ich bin Kind und möchte lieber,
toben, spielen, singen Lieder!

Und nicht immer nur mich sorgen,
um die nächste Probe morgen!

Könnt ihr das denn nicht versteh´n?
Wir möchten so viel mehr noch seh´n,
als nur die vielen Arbeitsblätter,
die ihr uns gebt bei schönstem Wetter!

Lehrer! Seht das endlich ein!
Und lasst die Quälerei jetzt sein!

Hört mal zu, schaut richtig her,
denn in mir drin steckt so viel mehr,
als nur die Noten, die ihr kennt,
wenn ihr meinen Namen nennt!


Haltet die Ohren steif, unterstützt Eure Kinder und legt Saft und Kekse bereit!
Die nächsten Ferien kommen bestimmt!

Es wünscht Euch einen schönen (Schul)tag

Eure lupa


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Die Liebeserklärung
von smilla In der Kategorie User-Blogs am 15.01.2015 um 00:03 Uhr(zuletzt bearbeitet: 25.01.2015 20:27)



Heute, meine Lieben, muss ich Euch was ganz Süßes erzählen...
Ihr dürft gerne vor Neid erblassen, ich gehe allerdings sehr stark davon aus dass Eure Kinder auch Euch oft solche "Magic Moments" bescheren...denn, so sind sie nun einmal !!

Im Moment ist in der Schule sehr viel los. In Hinblick auf die Zeugnisse gibt es viele Arbeiten und viel Arbeit im Vorfeld, um diese Arbeiten zu meistern. Also schnippeln und schreiben wir, rechnen und lernen auswenig, alles um das Ziel zu erreichen. Aber das alles hat eben auch seine Schattenseiten:

Der Arsch ist ab!! Es schlaucht, macht müde, zermürbt und die Seele liegt blank, bei Sohnemann und bei mir!
In den kurzen, lernfreien Augenblicken koppeln wir uns zusammen, auf dem Sofa, mit Tee in der Hand und quatschen, erzählen, kuscheln, tanken ein wenig auf... Da wird nicht nur Oberflächliches besprochen, nein, mein Sohn hat meine Vergangen- und Kindheit für sich als Thema entdeckt. Allem voran mein Vater, der schon verstorben ist und mit dem das Zusammenleben, naja, sagen wir mal, eher seeeeeeeeehr schwierig war!
Aber mit Sohnemanns zehn Jahren habe ich keine Lust mehr, den Opa als Erzengel darzustellen und so erzähle ich ihm vorsichtig und behutsam von meiner Kindheit, die eben nicht immer nur aus Blümchen und Musik bestand!!

Aber auch der schönste Moment an der "Seelentankstelle Sofa" hat mal ein Ende, also wieder durchstarten, nächstes Thema, nächste Arbeit...

Am Abend dann, gibt es eine erneute Versammlung auf unserem Wohnzimmermittelpunkt, dem Sofa. Diesmal mit dem Plan, mit Chocklate Chips ausgestattet, das Dschungelbuch zu schauen!

Und beim Einlegen der DVD schaue ich zu meinem völlig erledigten Sohn so rüber und halte erschrocken inne:
Er weint!!
Schnell husche ich rüber und nehme ihn in den Arm, frage was denn los sei!

Bist Du erledigt?
Alles ganz schön viel gerade, was?
Ach komm mal her, warum weinst du denn?
Weißt du nicht so richtig, hä?

Ich bin schon froh, dass ich zu diesem Zeitpunkt noch die Fassung bewahre während er so schluchzt!
Und dann kommt so ganz leise und gestammelt:
"...ich..i-i-i-ch b-b-b-in nicht t-t t-t-t-raurig, Mama! Ich f-f-freu` mich ei-ei-einfach d-d-dass ich so
t-t-tolle Eltern habe!"

Und Kinder, ich sage es Euch...genauso pur, wie diese Emotion aus meinem Sohn rausbrach, rinnt sie durch meinen Körper!

"Oh Mensch, da hast du uns aber ein großes Kompliment gemacht", sage ich. Leider kann ich meinen Sohn nicht mehr so richtig erkennen, da ich in diesem Augenblick die Fassung dann doch verloren hab, ich muss heulen!

Das kam so ehrlich und so einfach, dann auch noch zu einem richtigen Zeitpunkt, denn ich bin gerade viel am zweifeln, ob ich wirklich alles so richtig mach`...

Und auch wenn ich oft denke, lese und höre, dass ADHS-ler später mit Beziehungen so ihre Schwierigkeiten haben könnten, so glaube ich dass meine zukünftige Schwiegertochter wenigstens von einem profitieren wird:

Der Junge kann tolle Liebeserklärungen machen, daran wird es vielleicht nicht gerade scheitern!!


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15.1.15
von FaVe In der Kategorie User-Blogs am 15.01.2015 um 00:01 Uhr(zuletzt bearbeitet: 16.01.2015 00:55)

Tja, das Jahr ist schon wieder ziemlich weit vorangeschritten, zumindest gefühlt: wenn bei sohni morgen die Klassenarbeit in Naturwissenschaften rum ist und nächste Woche Englisch (wobei die Lehrerin gerade seit den Ferien krank ist) sind wir Schritte weiter.

Dabei benimmt sich Männe in seinem neuen Job (1. Arbeitstag 7.1.) so als seie er Gott und müsse in 6 Tagen die Welt seines Firma vielleicht nicht neu erschaffen, aber retten.

Eigentlich sollte ich gerade in der Küche stehen Abendessen machen, backen für morgen (mal wieder Feier und man soll was mitbringen) aber ich war wiedermal so vertieft in eure Erlebnisse!!!
Jetzt aber!!


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An Tagen wie diesen ...
von SusanneG In der Kategorie User-Blogs am 14.01.2015 um 23:30 Uhr

Tage wie dieser können durchaus eine längere Vorlaufzeit haben. Dieser Tag - jedenfalls das, was aus diesem Tag wurde - begann eigentlich schon am Mittwoch, 17. Dezember. An diesem Mittwoch schickte mir mein Chef eine Mail mit dem Termin für eine Fortbildung am 15. Januar in Göppingen. Ich trug den Termin in meinen 14-Monate-Jahresplaner 2014 bei dem Mittwoch in der Monatsmitte ein und übertrug die Einträge vom Januar ein paar Tage später in den neuen 14-Monate-Jahresplaner 2015.

Meine Arbeitstage sind MiDoFr. Also druckte ich am Freitag im Büro noch alles aus, was man so braucht, wenn man nach 43 Jahren wieder mal nach Göppingen fährt: Besagte Mail, die Schulungsunterlagen und die Wegbeschreibung nebst Karte von Googlemaps (ja, ich habe ein Smartphone und nein, es kann momentan weder Anrufe noch mobilen Daten empfangen - aber das ist eine andere Geschichte). Erst zuhause fiel mir dann auf, dass mein Auto gerade nicht einsatzfähig ist. Also vertiefte ich mich am Wochenende in bahn.de. Im Prinzip gab es zwei Möglichkeiten: Erst Bus, dann Zug, Fahrtzeit eine Stunde oder erst S-Bahn, dann Zug, Fahrtzeit anderthalb Stunden. Ich entschied mich für die Weltreise über Stuttgart mit Umsteigen in Bad Cannstatt - also dort, wo ich an jedem Arbeitstag aussteige. Dafür musste ich zehn nach sechs aus dem Haus, also lange vor dem Aufstehen.

Ich lag ganz gut in der Zeit heute früh und räumte mit Sorgfalt meinen Krempel in eine größere Handtasche. Auch die neue Akzente steckte ich als Reiselektüre ein. Karte und Schlüssel vom Büro? Brauch ich heute nicht, lass ich hier. Böser Fehler, doch das wusste ich heute früh noch nicht. Ich schlüpfte in Mantel und Stiefel und riskierte einen Blick auf die Uhr : 19 Minuten nach sechs! Wenn ich die Beine in die Hand nehme und losrenne, sehe ich vielleicht noch, wie viele Busse zum Bahnhof an mir vorbeifahren. Das mit dem Rennen hatte sich dann nach fünfzig Metern erledigt , doch ich gab mein Bestes, um den zehnminütigen Weg zur Bushaltestelle in weniger als sechs Minuten zu schaffen. Da, freier Blick zur Bushaltestelle, noch etwa hundert Meter entfernt ... das war der 74er, das war der E-Bus ... geschafft! Verschwitzt, erhitzt und derangiert erreichte ich die Haltestelle und fragte mich, ob der 35er auch schon raus ist oder ob er vielleicht erst noch kommt ... die Hoffnung stirbt zuletzt.

Der Bus kam mit drei Minuten Verspätung - genau wie ich. Mit dem Busfahrer zu diskutieren, ob ich das Ticket bis Göppingen durchlösen kann oder etwa doch nicht, kann ich vergessen - die S-Bahn wartet nicht. Die Mehrfahrtenkarte in meiner Manteltasche erwies sich als voll . Mit einem fröhlichen "Dennoch" löste ich "einmal drei Zonen bitte" beim Busfahrer. "I muass die Stroßaboh no kriega" (für die Nordies hier der Untertitel zu Wolle Kriwanek: Ich muss diese S-Bahn noch erreichen).

In der S-Bahn lehnte ich mich dann entspannt zurück. Heimspiel bis Bad Cannstatt. 22 Minuten Zeit, um ein Ticket bis Göppingen zu lösen und eine Brezel zu kaufen, in die ich dann auf dem Bänkchen am Bahnsteig von Gleis 8 sitzend genüsslich reinbeißen kann, solange ich auf den Zug nach Göppingen warte. 22 Minuten ... beim Bäcker musste ich anstehen. Der Fahrkartenautomat wollte meinen Zehn-Euro-Schein nicht. Ich klaubte sechs Euro in Münzen zusammen, ein Euro fiel durch, also noch einen. Jetzt gib schon die Fahrkarte her, du Automat, menno, hier ist der Euro, den du nicht wolltest, jetzt spuck endlich die Fahrkarte aus, sofort, die Zeit wird eng, jetzt mach schon! Scheixxglompverr...! "Ist das Ihre Fahrkarte da unten auf dem Boden?" fragte mich ein junges Mädchen. Jaaa, es ist meine! Danke! Sieben Uhr zweiundzwanzig - bis ich bei Gleis 8 bin, ist der Zug weg! Toller Automat .

Der Bahnsteig von Gleis 8 war wie leergefegt. Die Anzeigetafel kündigte einen Zug nach Göppingen an, Abfahrt 7.36 Uhr, Ankunft 8.06 Uhr. Hä? Das ist mein Zug! Wieso fährt der erst jetzt und nicht 7.22 Uhr? Wann bin ich eigentlich hier angekommen? Wie immer? Um 7.08 Uhr? Und wieso war die Zeit so knapp? Da waren doch laut Fahrplan etwa 25 Minuten Zeit zum Umsteigen. Die S-Bahn hatte zwei, drei Minuten Verspätung und die Anzeigetafel zeigte noch 22 Minuten an ... 22 Minuten - nicht 7.22 Uhr . An Tagen wie diesen ...

7.36 Uhr. Ich stieg in den Zug ein, hängte Mantel und Schal an den Haken und vertiefte mich in die neue Akzente. Esslingen. Der Artikel war interessant. Gleich sind wir in Plochingen. Vielleicht sollte ich nochmal nachsehen, ob ich die Adresse richtig im Kopf habe und in welchem Raum die Schulung stattfindet. Ich schaute mir zum gefühlt siebenundzwanzigsten Mal die E-Mail an. Betreff: Unterlagen zur Schulung am 15.01.2015 ... gestern war der 13., dann wäre ja heute der 14. und in diesem Fall wäre die Schulung erst morgen! Der Zug stand schon fast, da schnappte ich Handtasche, Unterlagen, Mantel und Schal und stieg aus. Der nächste Zug nach Stuttgart kam in sechs Minuten.

An Tagen wie diesen ... wünscht man sich - oh nein, liebe Toten Hosen! Unendlichkeit wünscht man sich da ganz sicher nicht! An Tagen wie diesen wünscht man sich ein Loch im Erdboden, in das man versinken kann! Der Song passt nicht zu diesem Tag. Vielleicht sollte ich auf Reinhard Mey ausweichen ... Ankomme Mittwoch den Fünfzehnten am Vierzehnten - Susanne ...

In Bad Cannstatt stieg ich aus und ging Richtung Arbeitsplatz - ohne Mitarbeiter-Karte, ohne Schlüssel. Arbeitszeit einbuchen konnte ich schon mal vergessen. Die Haustür war offen, die Etagentür auch. Ich ging zu meinem Büro. Da stand ich nun, ich armer Tor; die Tür war zu, wie je zuvor.

Wir überspringen das jetzt mit dem Schlüssel, der vergessenen Benutzer-ID und der Suche nach dem Passwort. Potentielle Fehler bei der Arbeit hielten sich hoffentlich in Grenzen, der Heimweg verlief unfallfrei. Und jetzt packe ich meinen Krempel für morgen ein und gehe schlafen - morgen früh muss ich zehn nach sechs aus dem Haus ... siehe oben.

Vielleicht geht ja morgen ein bisschen weniger schief ...
... wünscht sich Susanne


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Jahreswechsel
von SusanneG In der Kategorie ADHS in den Medien am 31.12.2014 um 00:56 Uhr(zuletzt bearbeitet: 31.12.2014 15:58)

Vor ein paar Tagen entdeckte ich im Internet einen Artikel - den besten Artikel über ADHS, den ich im ganzen Jahr 2014 gelesen hatte.

Die Verteufelung von Ritalin zerstört Familien, dieser Artikel von Monika Bütler und Urs Birchler erschien am 06.04.2014 in der Neue Züricher Zeitung - als Stellungnahme zu einem zuvor erschienenen Interview mit Pascal Rudin. Offenbar hat man in der Schweiz das gleiche Problem mit unsachlicher und unseriöser Berichterstattung.

Zitat
"Weshalb denn stürzt sich die Gesellschaft plötzlich auf Kinder mit ADHS? Müssen Diabetiker fürchten, sich bald vor Insulingegnern rechtfertigen zu müssen? Sollen wir nächsten Winter heimlich zur Grippeimpfung gehen?

Das untrüglichste Anzeichen für Hexenjagd liefert Rudin gleich selbst: Die Mütter sind schuld. Sie seien es, die gegenüber den zögernden Vätern die Pille durchsetzen. Dass die Mütter auch den grössten Anteil an ADHS-bedingten Krisen abzuwettern haben, geht vergessen. Wetten, dass Mütter auch die meisten Fieberzäpfchen geben?"



Also, bei der Fieberzäpfchen-Wette, da würde ich nicht dagegenhalten ...

Zum vollständigen Artikel geht es hier:

Ein neues Jahr steht vor der Tür. Soll ich mir für 2015 wünschen, dass es mehr solche Artikel zu lesen gibt? Hmmm. Ja, das wäre schon mal ein Schritt in die richtige Richtung. Es geht aber auch besser:

Für 2015 wünsche ich uns sachliche, korrekt recherchierte Berichterstattung über ADHS, damit Artikel wie dieser gar nicht mehr notwendig sind.

Ich wünsche uns allen einen rutschfreien Jahreswechsel und für das neue Jahr alles Gute! Bis dann dann, wir lesen uns wieder ... nächstes Jahr .

Susanne


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Hat das Christkind ADHS?
von lupa In der Kategorie User-Blogs am 26.12.2014 um 00:16 Uhr(zuletzt bearbeitet: 07.01.2015 00:05)

Stellt Euch vor:
Heilig Abend, brennende Kerzen am Christbaum und Kinder, die freudig damit beschäftigt sind, ihr Geschenke auszupacken. Mama sitzt im "Ruhemodus" dabei, freut sich mit dem inneren Gefühl von "wieder mal geschafft" am geschückten Baum und der Weihnachtsathmosphäre.

Was meine Kinder schon seit Jahren jedes Jahr unter´m Baum finden, ist ein schöner Wandkalender zum jeweils aktuellen Lieblingsthema von Kind. Das sieht im Kinderzimmer schön aus und hilft bei der Orientierung im Jahreskreis (was manchaml leider immer noch nicht so ganz selbstverständlich funktioniert ).
Töchterchen greift also zum eingepackten Kalender. Mama registriert das am Rande und denkt: "Wird sie sich freuen ... Kalender ihrer Lieblingsserie ...". Kind packt aus ... das Gesicht zeigt aber entgegen der Erwartung nur sehr mäßige Freude ... eher Unsicherheit und Verwunderung. Dann - ganz langsam mit etwas gedehnten Worten - "Mama!? .... den ... hab ich doch schon!? ... Ich kenn die Bilder ... der hängt schon oben in meinem Zimmer!?" Ganz langsam dringt die Bedeutung dieser Worte in Mamas Weihnachtsseligkeit vor ... was hat sie da gesagt? "Hab ich schon?", "Kennt die Bilder?", "Hängt schon im Zimmer?" ... Häääää???? ... Dann, plötzlich, durchzuckt mich der Gedanke ... sollte ich wirklich ...??? Ein bißchen ängstlich - verunsichert wandert mein Blick über das Titelblatt des Kalenders ... und tatsächlich ... da prangt auf dem nagelneuen, noch in Folie eingeschweißten Kalender oben rechts in pinken Zahlen eine große "2014"!!!
Was soll man dazu noch sagen!? Habe Töchterchen dann erklärt, dass da irgendein Engelchen wohl nicht richtig aufgepasst hat ... das kennt sie ja ... (und nein, sie glaubt nicht mehr an Engelchen und Christkind, aber das Ritual will doch gepflegt sein ...).

Also etweder hat Mama sich da mal wieder ein bißchen zu schnell durch das Kalenderangebot von Amazon geklickt ...
oder ...
das Christkind leidet an einem oberflächlich hüpfenden Wahrnehmungsstil und hat ADHS ...!?
Any way!

Morgen bekommt Töchterchen einen neuen Kalender und falls Ihr einen Kalender zum neuen Jahr verschenken wollt ... oder geschenkt bekommt ... achtet auf die Jahreszahl!

Frohe Weihnachten!


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Frohe Weihnachten!
von SusanneG In der Kategorie User-Blogs am 25.12.2014 um 02:57 Uhr

Frühstück an Heiligabend; Göga, Kleinetochter und ich verteilen die Aufgaben. Ich lag eigentlich ganz gut in der Zeit – dachte ich. Kartoffelsalat machen, noch ein paar Geschenke einwickeln, duschen, Kaffeegeschirr einpacken … irgendwas war da noch, was war das bloß? Hmmm, ach, wenn es mir bis zum Abflug um halb drei nicht wieder einfällt, war es nicht wichtig.

Kleinetochter schnappt sich den Einkaufszettel (Kartoffeln, Schnittlauch, Brot, Einwickelpapier und eine Kuchenform für ihre Freundin) und den Autoschlüssel. So, jetzt aber los! Wenigstens ihre Geschenke sollte ich noch einpacken, bevor sie vom Einkaufen zurück ist. Das Telefon klingelt. „Mama, was mach ich denn, damit ich einen Gang reinkriege? Audi und ich stehen an der Kreuzung, hinter mir hupt es und ich kriege keinen Gang rein.“ „Warnblinkanlage einschalten, dem hupenden Hintermann ein hilfloses Lächeln schenken, Audi oben am Armaturenbrett rechts vom Lenkrad streicheln und ihn motivieren, dann tiiief Luft holen und den zweiten Gang einlegen – so hab ich das vorgestern gemacht.“ Ich hörte Geräusche, die mir gar nicht gefielen. „Mama, es geht nicht. Doch, jetzt hat es geklappt! Jetzt ist der zweite Gang drin und geht nicht mehr raus. Sch…! Ich fahr jetzt im zweiten Gang heim, so lange sich Audi überhaupt noch vom Fleck rührt.“ „Wo bist du?“ „Noch hundert Meter ...“

Kleinetochter stellte den Motor ab. Audi roch ein bisschen streng nach Metall verarbeitende Industrie. Jetzt, im Stehen und bei ausgeschaltetem Motor ließen sich die Gänge zwar schalten, aber die Geräusche dabei gruben tiefe Furchen in mein Herz – vor allem aber in meine Trommelfelle und schon mal rein vorsorglich in meinen Geldbeutel. Nichts, aber auch gar nichts sprach gegen einen Getriebeschaden. Hab ich schon erwähnt, dass heute Heiligabend ist?

Kleinetochter bekommt das Auto von ihrem Freund, aber erst in einer Stunde. Ok, dann ändern wir eben den Zeitplan. Erst den Christbaum schmücken, danach einkaufen. Göga und Kleinetochter versuchen, den ziemlich großen Baum in den Christbaumständer reinzufummeln. „Mama, der Stamm ist zu dick für den Ständer!“ Und das, obwohl der Stamm vom Verkäufer mit der Kettensäge bearbeitet wurde. Hmpf. Göga will mir das Schinkenmesser abnehmen. Er ist Marcumar-Patient und sollte sich möglichst nicht in den Finger schneiden. Ich schnappe mir das Schinkenmesser und schnitze den Stamm zurecht. Jetzt passt es.

Kleinetochter holt Christbaumschmuck aus dem Keller und fängt an, den Baum zu schmücken. „Mama, wo ist denn die Lichterkette? Und die Christbaumspitze? Und wo sind die bunten Kugeln?“ „Im Keller?“ „Da hab ich schon nachgesehen, da ist nix mehr.“ Stimmt. In dem Schrank mit dem Weihnachtszeugs ist keine Lichterkette, auch keine Christbaumspitze und keine bunten Kugeln. Wo dann? Ah, da oben im Regal, was ist denn in dem Karton? Treffer. Puh! Alles da!

Der Christbaum ist geschmückt, Freund und sein Auto sind da, Kleinetochter geht einkaufen. Jetzt aber dalli! Ich muss noch … siehe oben: Kartoffelsalat, Geschenke, duschen, Kaffeegeschirr. Ich frage Göga, wann er duschen geht. „Ich brauche noch eine halbe Stunde, dann möchte ich duschen. Wenn Kleinetochter zurück ist, will sie duschen. Es wäre am besten, du gehst jetzt gleich, sonst wird es nachher zeitlich eng.“ „Ok“, meint Göga, „ich geh in einer halben Stunde duschen.“ Gngngnnnn! Halt die Klappe, Susanne. Wenn der Kartoffelsalat fertig ist, gehst du ins Bad – egal, wieviel Uhr es ist.

Natürlich war der Kartoffelsalat genau dann fertig, als Göga ins Bad ging. Hmpf! Geschenke einwickeln, obwohl kaum noch Geschenkpapier im Haus ist? Ok, ich packe erst mal das Kaffeegeschirr zusammen …

Großetochter ist in eine kleinere Wohnung gezogen, ein Teil ihres Hausrats ist bei uns untergebracht. Sie hat zu Kaffee und Plätzchen eingeladen und braucht natürlich ihr Geschirr. So, fertig. Und das Bad ist auch frei. Smartie piepst. Großetochter erinnert mich daran, Kaffeegeschirr und vier Stühle mitzubringen. Stühle! Das war es, was ich erfolgreich verdrängt hatte. Wie kriege ich jetzt vier Stühle in den kleinen BMW von Kleinetochters Freund? Mist! Für solche Zwecke hab ich Audi. Und jetzt, wo ich ihn brauche, lässt er mich wieder mal im Stich.

Viertel nach zwei. Die Geschenke sind eingepackt, Kleinetochter kommt aus dem Bad und ich habe es geschafft, vier Stühle im BMW unterzubringen – so, dass noch drei Leute Platz haben. Wir sitzen tatsächlich kurz nach halb drei im Auto und fahren mit Kaffeegeschirr und Stühlen zu Großetochter.

So, jetzt kann das Christkind kommen.

Ich wünsche Euch allen ein frohes Weihnachtsfest und geruhsame Feiertage.


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