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Dieses Thema hat 3 Antworten
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 Medis - Archiv 2008-2010
heilo ( gelöscht )
Beiträge:

22.04.2010 14:15
Feststellung von ADS Antworten

Hallo, ich bin neu hier. Bei meinem 8-jährigen Sohn wurde vor kurzem ADS ohne Hyperaktivität diagnostiziert. Auch hat er keine Teil- leistungsschwäche. Bedauerlicherweise ist es auch in der Schule ziemlich chaotisch, jeder macht was er will und selten ist es ruhig im Klassenzimmer. Laut Aussage der Lehrerin ist mein Sohn der brävste Junge der Klasse und sie könnte wesentlich mehr Kinder zum testen schicken. Zu Hause klappt es mit den Hausaufgaben mal gut, mal schlecht. Das denke ich, ist relativ normal. Das er Konzentrationsprobleme hat, will ich nicht wirklich abstreiten. Aber muss er da wirklich gleich mit Medikamenten eingestellt werden?? Er hat manchmal Migräne, was in der ersten Klasse wesentlich schlimmer war als jetzt. Aufgrund des Geräuschpegels in der Klasse bekam er Kopfschmerzen (Migräne) das auch mit erbrechen daher kommt. Das hatte er schon als kleines Kind, noch bevor er in die Schule kam. War im Sommer aber meist schlimmer als im Winter.Nun zurück zum ADS. Die testende Psychologin meinte man könne das mit Therapie und Medikamenten gut einstellen. Allerdings machen mich die Medikamente schon ein wenig nervös. Vor allem die Nebenwirkungen. Mein Sohn ist eh schon kein Schwergewicht, sondern bewegt sich im normalen Bereich. Zudem krabbelt er jede Nacht zu uns ins Bett. Ausserdem ist er eh schon Blass. Ich halte daher eine Medikation eher für einen körperlichen Nachteil.Ich würde gerne wissen, welche Therapieformen es gibt. Man spricht in vielen Foren von Verhaltenstherapien. Aber die braucht er wohl eher nicht, da er in der Schule wegen seines Verhaltens eher unauffällig ist. Im Gegenteil, lt. der Lehrkraft ist er der brävste Junge der Klasse. Im Sportverein fällt er auch nicht negativ auf, eher weil er nicht so aggressiv rangeht wie seine Spielerjungs im Fussball. Da ich erstmal von einer Medikation absehe, würde mich interessieren, was man noch so machen kann. Gruppen- oder Einzeltherapie? Was wäre hier denn richtig? Ich will erstmal die Lehrkraft der dritten Klasse abwarten, ehe ich ihn medikamentös Einstellen lasse. Ich bin total verunsichert und schiebe tatsächlich einen Teil der Schuld auf die Lehrerin. Sie kann sich nicht durchsetzen und ist wirklich manchmal total gestresst nach dem Unterricht. Ich bekomme das mit, weil ich meinen Sohn oft selbst abhole. Auch die Schüler haben manchmal unterschiedliche Hausaufgaben auf. Dann ist es auch ein ziemliches Durcheinander bei den Matheaufgaben,heute wird so gerechnet und morgen wird gleich ein neuer Rechenweg aufgezeigt. Wie soll man da noch durchblicken. Plus und Minus ist noch gar nicht richtig fertig, da machen sie schon das 1mal1. Aber richtig zusammenzählen bis Hundert haben wir noch nicht gelernt. Bitte kann mir einen einen Tip geben???

Simone Offline



Beiträge: 1.078

22.04.2010 16:01
#2 RE: Feststellung von ADS Antworten

Hallo Heilo,

zuerst einmal möchte ich dich hier im Forum herzlich Willkommen heißen.

Du hast deinen Text leider ohne Absätze geschrieben, was es für Leutchen wie uns relativ schwierig macht, ihn zu lesen. Deshalb pflücke ich ihn jetzt einfach mal auseinander.

Zitat
Bedauerlicherweise ist es auch in der Schule ziemlich chaotisch, jeder macht was er will und selten ist es ruhig im Klassenzimmer. Laut Aussage der Lehrerin ist mein Sohn der brävste Junge der Klasse und sie könnte wesentlich mehr Kinder zum testen schicken. Zu Hause klappt es mit den Hausaufgaben mal gut, mal schlecht. Das denke ich, ist relativ normal. Das er Konzentrationsprobleme hat, will ich nicht wirklich abstreiten.


Träumerle fallen oft nicht so stark auf, wie Hypies. Deshalb kann es durchaus sein, dass die Lehrerin ihn als brav erlebt.
Das mit den Hausaufgaben ist - so denke ich auch - total normal. Auch "Normalos" haben gute und schlechte Tage.
Konzentrationsprobleme haben alle ADHS-ler. Unabhängig davon, ob sie Hypies oder Träumer sind.

Zitat
Aber muss er da wirklich gleich mit Medikamenten eingestellt werden??


Das zu entscheiden, ist eine Sache von den Eltern und dem Arzt gemeinsam. Diese Entscheidung kann dir hier keiner abnehmen. Aber wir können von unseren Erfahrungen berichten.
Träumerle brauchen meist nur ganz wenig Medi. Grundsätzlich ist es so, dass die Kids zwar während der Wirkdauer der Medis wenig oder keinen Appetit haben, aber das holen sie nach, sobald die Medis nicht mehr wirken. Zur Not einfach die Zeiten der Mahlzeiten verschieben....
Die Nebenwirkungen halten sich tätsächlich in Grenzen. Es tritt meist nur die Appetitlosikeit während der Wirkungsdauer auf. Alles andere ist nicht zum Schutz der Patienten, sondern zum Schutz der Hersteller auf dem Beipackzettel. Ein Grundsatz der Medikation ist immer "so wenig wie möglich, so viel wie nötig".

Zitat
Zudem krabbelt er jede Nacht zu uns ins Bett. Ausserdem ist er eh schon Blass. Ich halte daher eine Medikation eher für einen körperlichen Nachteil.


Ja, das ins-Bett-krabbeln kenne ich. Macht mein Kleiner (8) auch. Aber mein Großer (14) hat das auch gemacht und es hört irgendwann so mit ca.9-10 Jahren von selbst auf.
Bei der Medikation muss man sich immer die Vor- und Nachteile überlegen. Die Vorteile einer richtigen Medi-Einstellung ist definitiv, dass sich die Kinder besser konzentrieren können und auch ihre Umgebung besser wahrnehmen können. Stell dir vor, du stehts auf der Autobahn und alle Autos fahren kreuz und quer durcheinander. Mit den Medis fahren die Autos auf einmal in geordnenten Bahnen. So geht es unseren Kids.
Nachteilig ist allerdings die Appetitlosigheit. Aber dazu hab ich ja schon was geschrieben.

Zitat
Man spricht in vielen Foren von Verhaltenstherapien. Aber die braucht er wohl eher nicht, da er in der Schule wegen seines Verhaltens eher unauffällig ist. Im Gegenteil, lt. der Lehrkraft ist er der brävste Junge der Klasse. Im Sportverein fällt er auch nicht negativ auf, eher weil er nicht so aggressiv rangeht wie seine Spielerjungs im Fussball.


In einer Verhaltenstherapie lernen die Kids nicht nur, sich in bestimmten Situationen entsprechend zu verhalten. Sie lernen dort auch etwas über ADHS und wie man sich mit diesem Störungsbild besser organisiert, wie man Lernen lernt und auch, wie man sich besser konzentrieren kann.
Grundsätzlich ist es so, dass ADHS-ler eigentlich genau dann nicht auffallen, wenn sie etwas tun, was sie sehr gerne tun. Dann sind sie in ihrem Element. Aber wie verhält es sich, wenn Sohni etwas tun muss, was er gar nicht gerne macht? Da trennt sich die Spreu vom Weizen.

Zitat
Auch die Schüler haben manchmal unterschiedliche Hausaufgaben auf. Dann ist es auch ein ziemliches Durcheinander bei den Matheaufgaben,heute wird so gerechnet und morgen wird gleich ein neuer Rechenweg aufgezeigt. Wie soll man da noch durchblicken. Plus und Minus ist noch gar nicht richtig fertig, da machen sie schon das 1mal1. Aber richtig zusammenzählen bis Hundert haben wir noch nicht gelernt.


Tja, das ist unser lieber Lehrplan. An dem können wir nichts ändern. Wenn die Schüler unterschiedliche Aufgaben aufbekommen, ist eher ein Zeichen dafür, dass die Lehrerin eine "Schere" im Wissen entdeckt hat und die starken Schüler fordert, während die schwächeren Schüler gefördert werden.
Mein Sohn ist auch in der 2.Klasse. Wir haben ihn zurückstufen lassen, da er den Anforderungen der 3.Klasse aufgrund Klassengröße und Lehr-Tempo nicht mehr gewachsen war. Die Medikation erst in der 3.Klasse zu starten - wenn sie denn nötig ist - halte ich persönlich nicht für gut. Denn die Medi-Einstellung kann langwierig sein, sie ist wie ein Puzzle mit 1000 Teilen. Dann kann passieren, dass er gleich am Anfang der 3.Klasse ein Defizit aufbaut. Das Tempo zieht dann ziemlich stark an.


Grundsätzlich rate ich dir "Die Geschichte einer Mami" durchzulesen. Sie ist ganz oben am Forum festgepinnt.

Ansonsten würde ich dir raten, dir einen Gesprächskreis in deiner Nähe zu suchen. Die findest du unter http://www.adsev.de oder unter
http://www.adhs-deutschland.de . Dort kann man dir mit Sicherheit weiterhelfen, was die Arzt- und/oder Therapeutensuche angeht.

Grüßle
Simone

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Zottel Offline



Beiträge: 2.694

23.04.2010 08:29
#3 RE: Feststellung von ADS Antworten

Hallo Heilo,

ich kann Simone voll und ganz zustimmen. Mein Kind ist in der 3. Klasse - der Stoff zieht mächtig an. Es wird immer mehr Selbstständigkeit von den Kindern eingefordert. Zwar ist unsere Klassenlehrerin total strukturiert (ganz im Gegensatz zur Lehrerin in Klasse 1+2) aber dennoch ist es für mein Kind aufgrund seiner Vergesslichkeit nicht einfach. Selbst mit Medikament (Concerta 54mg). Er lebt ganz einfach im "hier und jetzt" und er braucht viel mehr Wiederholungen um Schulstoff dauerhaft "zu speichern"....

Hätte mein Kind nicht eine so tolle Lehrerin und würde ich ihn zu Hause nicht zusätzlich coachen (üben, wiederholen, kontrollieren)hätte er selbst mit Medi schlechte Karten.

Ohne Medi wäre er dem Schulstoff aber ganz sicher nicht gewachsen. OBWOHL er ein ziemlich "helles Köpfchen" ist. Mit Medi hat er die Chance auf Erfolgserlebnisse - schlicht und ergreifend deshalb, weil er so wenigstens einigermaßen "bei der Sache" bleiben kann.

Kopfschmerzen/ Bauchschmerzen haben übrigens viele ADS-ler. Kein Wunder, wenn man bedenkt, was alles "ungefiltert" aufgenommen wird. Mit Medi kann es doch vielleicht sein, dass sich die Migräne-Problematik verbessert - frag doch einfach mal Deinen Arzt.

Liebe Grüße

Zottel

heilo ( gelöscht )
Beiträge:

23.04.2010 09:21
#4 RE: Feststellung von ADS Antworten

Hallo Simone,
habe tatsächlich keine Absätze gemacht! Kommt nicht mehr vor. Ich bedanke mich für die Ratschläge und habe mich schon mal wegen einer "Selbsthilfegruppe" informiert. Ich werd da mal hingehen und reinhören, was man sich da so erzählt. Das mit dem "Lernen lernen" habe ich mir auch schon mal auf einem Vortrag angehört und fand ihn nicht schlecht. Also muss ich erst mal abwarten, was man uns anbietet wegen der Therapie.
Mit der Schule mache ich mir deswegen Gedanken, weil es nur wirklich wenige sehr gute Schüler gibt. Das verwirrt mich bisweilen etwas. Vor kurzem schrieben sie in der Schule ein Diktat, in dem unser Sohn nur 1,3 Fehler mehr hatte als der Durchschnitt. Und der lag schon bei 8,7 Fehlern.Es gab nicht einem mit null Fehlern, obwohl es Schüler gibt, die die zweite Klasse überspringen hätten sollen. Selbst in Mathe gibt es Schüler die eigentlich wesentlich besser sein müssten als er, aber auch nur eine 3 in der Probe schaffen. Ich komme da nicht mit! Wäre er immer der Schlechteste, könnte ich das auf ADS schieben, aber hier fehlen mir dann leider meiner Meinung nach die Grundlagen!
Mit Sicherheit muss er das Lernen lernen, dass sehe auch so. Und vielleicht kommen die Kopfschmerzen tatsächlich von zu vielen Reizen.
Ich danke auf jeden Fall erstmal für die netten Tipps und bin froh, mich hier angemeldet zu haben.

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