Welche Schule bei Adhs

06.11.2012 08:33
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#1
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Hallo

habe von euch schon ganz tolle Antworten bekommen vielen Dank.

Vielleicht weis noch jemand etwas über Schulen - mein sohn ist in der 5. Klasse in der Realschule

Doch die vielen Kinder die Ihn immer Ärgern ( aus seiner Sicht ) und die anderen Probleme die er hat - machen ihn sehr unzufrieden und traurig ("keiner mag mich - mich will keiner ")

Zu hause wird es dann immer schwierig wenn er lernen soll.( ich kann eh nichts )

Gibt es Schulen die besser auf unsere Kinder eingehen können ?

(Unser Lehrer kennt sich aus mit Adhs - aber nur er und es sind halt beica 24 Schüler 18 schwierige Jungs - die kenne ich seit der 1. Klasse)

Schwierig für uns sind halt private Schulen - die können wir nicht bezahlen.

ich wäre dankbar für eure Erfahrungen

LG Eve


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06.11.2012 20:25
avatar  FaVe
#2
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Hallo!
Ach ja, das leidige Thema Schule.

Für die allermeisten von uns wird kaum eine andere Schule, als eben die nächste offentliche "nomale" in Frage kommen.

Und da hängt es eben ganz stark vom Lehrer bzw. dem Kollegium, der Klassenszusammensetzung usw. ab, wie gut die Kidner klar kommen.

Wenn sich "Euer " Lehrer schon mal auskennt und interessiert, ist das schon mal ein wesentlicher Fortschritt: da kann ich nur raten, mit ihm in engem Kontakt zu bleiben. Habe gerade in der Familie einer Freundin gesehen, dass ein engagierter Lehrer ganz viel bewirken kann und auch zur Verbesserung auch der "Ärger-Situation" beitragen kann.

Ärgernde Mitschüler: auch das kenne wir alle: Kinder mit besonderen Verhaltensweisen werden zum Opfer. Bei uns wurde zwar Sohni auch geärgert, aber oft ist er ausgerastet und wurde aggressiv.... ich bekam die Beschwerde über sein Verhalten und habe erstmal bei ihm nachhaken müssen ... oft wollte und konnte er gar nicht erzählen, wo der Anfang war. Oft war es auch gar nicht so, dass ihn die anderen geärgert haben, also bewußt/gezielt/ geplant, sondern dass er sich geärgert gefühlt hat, weil er Verlhaltensweisen der anderen einfach doof fand.

"Ich kann das nicht!" Kenne ich auch: ich versuche ihm zu zeigen, wo er Dinge gut kann ....

An Verhalten und Einstellung unsere Kinder muss wohl ziemlich gearbeitet werden: therapeutisch, mit der Schule, zu Hause, ...
Ich fürchte so richtig Tipps kann ich auch nicht geben, nur die Rückmeldung,dass Du mit dem Problem nicht alleine bist.
Hilft das auch schon?
Grüße FaVe

Wahnsinn ist erblich,
.... man kann ihn von seinen Kindern bekommen


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07.11.2012 10:42
avatar  ferrano
#3
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Liebe eve,

das Thema Schule ist ein steter Quell für Gesprächsstoff- sogar bei "Normalos".
Aber jetzt zu Deiner Frage, nach der Sachlage erscheint es mir so:
- der Lehrer ist nett und engagiert
- die Klasse ist schwierig, mit 18 Buben
- dein Sohn hat Probleme Sozialverhalten von anderen richtig zu deuten und angemessen darauf zu reagieren,
daher hat er viele Konflikte

Ich würde an Deiner Stelle mit dem Lehrer sprechen und ihm sagen, wie froh du bist, dass er so kompetent ist. Andererseits
scheint die Klassenzusammensetzung für deinen Sohn mit seiner Problematik extrem ungünstig zu sein, da kann der Lehrer noch so gut sein. Es gibt einfach eine Dynamik in Gruppen, wenn diese mal anfängt ist die nur zu ändern, wenn sich ein paar Personen verändern bzw. die Gruppe verlassen.

Mein Sohn war in der GS in einer kleinen Klasse (19 Kinder) und es waren 3 ADHS ler darin, das waren in dem Fall zu viele, die Dynamik war ungünstig. Es ging zwar irgendwie, aber gut war es nicht wirklich ...

Also rate ich einen Klassenwechsel an, da kann er neu durchstarten- natürlich bringt er seine Probleme mit, daher wäre es paralell sinnvoll ein Sozialtraining zu versuchen und oder mit einer/m Psychologen soziale Situationen durchzusprechen
und im Rollenspiel zu üben.
Er muss lernen, dass er selbst (leider und unabsichtlich) oft zu schnell und impulsiv reagiert und daher erstmal nachfragt (Wie meinst du das? oder ähnliches) bevor er hoch geht.Das dauert lange, bis sowas besser wird...

Weiterhin könnte ein Verein wie Feuerwehr oder Rotes Kreuz spannend sein, um sein Selbstwertgefühl zu stärken - was interessiert ihn? Wo kann man ihn unterstützen?

Das Thema Klassenwechsel oder Schulwechsel solltest Du auch mit ihm besprechen und sicher stellen, dass er das auch möchte, vielleicht darf er auch erstmal "schnuppern" in der neuen Klasse, das hilft Ängste abzubauen.

Manchmal sind die Rahmenbedingungen einfach total ungünstig und für unsere Kinder ist es nicht möglich aus eigener Kraft da raus zu kommen. Nimm Gutachten und Arztberichte mit, um deinen Antrag zu untermauern. Sprich auch mit der Schulleitung darüber. Erkläre ihnen, dass du parallel zum Klassenwechsel ein Sozialtraining suchst, damit Sohn sein Verhalten in der Gruppe verbessern kann. Du brauchst aber auch eine andere Gruppe für ihn in der Schule, wo er noch kein Etikett weg hat, vielleicht wird dann auch die Situation in der alten Klasse besser, wenn einer geht. Versuch der Schule das als Gewinn zu verkaufen.

Natürlich weiß man nicht ob das klappt, aber Du solltest auf jeden Fall versuchen daran was zu ändern. Und nicht nur auf eine Lösung setzen, sondern auf mehreren Ebenen arbeiten.

Mein Sohn ist wie neu in seiner neuen Klasse, so viele Geburtstagseinladungen hatte er noch nie. Er hat aber auch eine 3 jährige Therapie hinter sich und 2 gute treue Freunde, daher konnte er Schritt für Schritt sein Verhalten verbessern.
Ich habe sehr viel gemacht, um Kontakte aufzubauen (mit den Kindern ins Schwimmen, Spielplatz etc. gegangen- weil ich wusste das solche Aktionen gut klappen, viel im Hintergrund dabei geblieben um bei Streit zu vermitteln - ächz, es hat sich gelohnt!)

Hoffe Du konntest was damit anfangen, aber unternimm auf jeden Fall etwas- das ist für Kinder und Eltern sehr belastend und kann für die Kids bis zu Depressionsartigen Zuständen führen.

LG Uli


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14.12.2012 08:15
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#4
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Hallo
vielen dank für die Antworten sie tun so gut-
unser sohn wir doch erst mal in dieser schule bleiben ( noch) - denn wir sind mit dem Sozialarbeiter sehr zufrieden
Wir haben jetzt auch Termin mit dem Jugendamt- um evtl in die JULE zu kommen damit er in Gruppen Erfahrungen unter Anleitung machen kann.
Wir haben 3 Jahre Therapie - warteten 1 Jahr auf soziales Kompetenztraining!(haben aber immer noch keinen Platz) Nun wechseln wir das Therapiezentrum.

Er ist jetzt 10 und wir wissen immer noch nicht wie es weitergehen soll - vielleicht hilft uns jetzt doch jemand auf den richtigen Weg zu kommen

Lg Eve


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14.12.2012 18:14
avatar  ferrano
#5
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Hallo eve,
ich würde nicht nur auf "Außen" bauen, also Sozialarbeiter und Therapie. Es ist einfach auch total wichtig, dass ein Mensch auch einen bereich hat in dem er sich als "gut"/ erfolgreich/ok erlebt. Das kann der Kaninchenverein sein, das Schwimmen, Schlagzeug spielen oder sonstwas.
Versuche ihn da zu unterstützen.
Ich kündige auch gerade den Verein, in dem ein Sohn ein knappes Jahr sehr gerne Geländefahrrad gefahren ist. Das Rad steht jetzt in der Garage. Jetzt ist es Fußball und Handball. Grmpf. Ich bin das gewöhnt, dieses hin und her.

Bei der Suche nach einer Aktivität die ihm Spaß macht kann man auch soziales üben und erfahren. Über ein gemeinsames Interesse gelingt das manchmal besser als in einem Training mit Therapeuten. Es sollte etwas sein, wo die Gruppe nicht so groß ist, vielleicht auch was ruhiges, wie Bogenschießen
oder auch Musik...
Nimmt euer Sohn Medis?

Ich finde, man muss auf allen Fronten was versuchen, sich nur auf Therapeuten verlassen reicht nicht.
Aus der längeren Sendepause schließe ich, dass es doch einigermaßen läuft oder ihr arg viel Streß habt.
Ich will ja auch nicht noch mehr Druck machen, aber ich glaube auch, dass unsere Kinder uns einfach sehr brauchen
und wir vieles in die Hand nehmen müssen, falls wir genug Energie haben.

LG
Uli


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18.12.2012 16:46
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#6
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hallo

du hast den nagel auf den kopf getroffen- extrem viel los bei uns.
wir sind gerade dabei damit unser sohn glücklicher wird-
er geht im sportverein in karate- jedes mal theater, er will nicht, er hatte heute schon sport, er möchte seine ruhe ....... wenn er dann war war es gut aber das theater vorher bis beide schimpfen ( er und ich). er geht in die jungschar ist seit den ferien auch an diesem tag ( alles dienstags)aber in der jungschar sind alle gegen ihn ( meint er) da gibt es schon sehr oft schwierigkeiten.

im sommer hat er sich selbst ein bike gekauft weil er unbedingt auch auf der skaterbahn fahren wollte - die hätten ihn nur geärgert.

er nimmt medis zur zeit concerta- ritalin fand ich besser aber er sagt es wäre ihm jetzt nicht mehr so schlecht-das glaube ich im auch- aber stärkere bekommt er nicht ( 27,5 mg bei 28 kg ) - sie sollten ausreichen.

wir sind jetzt mit der jule in verbindung getreten, die ist in unserem ort. vielleicht ist das eine anlaufstelle für uns alle. nach dem heutigen gespräch hat sich das ganz gut angehört. im neuen jahr werden wir die jule mal besuchen und uns alles erklären lassen - kommt auch drauf an ob unser sohn aufgenommen wird.

auch werden wir im neuen jahr neue kinderpsychiater besuchen - mal sehen was es dann neues gibt-

lg eve


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