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ADHS-Selbsthilfe an 365 Tagen im Jahr

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Dieses Thema hat 6 Antworten
und wurde 1.066 mal aufgerufen
 Diagnostik, Therapie, Medikation
Mutti2 ( gelöscht )
Beiträge:

06.04.2013 16:10
Was soll ich tun? Antworten

Hallo, bin neu hier und beschreibe mal kurz das Problem:
2 Söhne (12 und 8). Beim 12jährigen mit 6 Jahren ADHS diagnostiziert, alle möglichen Medis probiert, letztendlich seit langem bei Risperdal, da das Hauptproblem im Verhalten liegt und nicht in der Schulleistung. Intellegenz im oberen Normalbereich.

Jetzt aber zum Kleinen. 8 Jahre. Dass er auch hyperaktiv ist war ersichtlich. Dauernd in Bewegung, Rededrang,... aber bis zum 7. Lebensjahr keine gröberen Sozialen Probleme. Seit Schulbeginn (jetzt 2.Klasse) frech zur Lehrerin, Rechtschreibschwäche trotz üben, Rechenschwäche (tut sich schwer beim 10er Übergang, Die Malsätzchen kann er sich nicht merken, wird gegenüber der Lehrerin oft verbal aggressiv, verweigert Aufgaben,...
Seltsam, denn in der Vorschule und im 1. Schuljahr war er unauffällig und angepasst.
Die Leiterin der Selbshilfegruppe sagte nun zu mir, dass bei ihm die Veranlagung da war und eben erst jetzt richtig ausgebrochen ist. Wir hatten familiäre Änderung weil älterer Bruder vom Internat zurückkam, mein Mann einen Arbeitswechsel hatte, ich wieder arbeiten begann und all das hätte ihm wahrscheinlich etwas zugesetzt und deshalb jetzt dieses ERscheinungsbild von ADHS. Und dann meinte sie noch: Wie lange wollen Sie noch mit Medikamenten warten? Der braucht eindeutig Medikamentöse Hilfe wenn er sich in der Schule mit dem Lernen und jezt auch mit Verhalten schwer tut.
#
Wollte eigentlich keine Medis geben, weil sie beim größeren auch nicht wirklich was gebracht haben und weil der Kleine zuhause erträglich ist. Zwar aufgeweckt aber noch einigermaßen lenkbar. Aber warscheinlich gehts jetzt ohne Medis nicht mehr. Wie seht ihr das?

Ich habe jetzt mal als Alternative Equazen pro besorgt, aber das dauert ja anscheinend auch einige Wochen bis man eine Wirkung erkennen kann.

smilla Offline



Beiträge: 1.029

06.04.2013 20:12
#2 RE: Was soll ich tun? Antworten

Hallo Mutti2,

was sagt denn die Schule dazu? Ist die Lehrerin und die Schule engagiert, Deinem Sohn zu helfen und ihn dadurchzutragen? Oder stehst Du auf verlorenem Posten weil Du (angeblich, so war es bei uns!!!!!!) da die einzige mit solchen Problemen bist?

Gruss, smilla

Mutti2 ( gelöscht )
Beiträge:

07.04.2013 16:45
#3 RE: Was soll ich tun? Antworten

Ich steh nicht ganz auf verlorenem Posten, weil die Lehrerin schon den größeren Sohn hatte. Und der hat ja auch ADHS. Allerdings war der von den Schulleistungen her besser, weil er halt leicht lernt, wenn er will und vom Verhalten gegenüber der Lehrerin war er auch bei weitem nicht so frech.
Blöderweise ist mein Mann der Schulleiter und natürlich ist ihm das alles zuviel, weil "Sein" Sohn sollte sich schon benehmen. Aussage von ihm: Was denken da die anderen Mütter, wenn unser Kind sich so benimmt"
Von Medikamenten will die Lehrerin nichts wissen (ist halt nicht mehr die jüngste und glaubt nicht wirklich an ADHS) und mein Mann ist auch eher ablehnend was die Medis betrifft.

Nach dem jetzigen Wochenende (wieder mal seeehr chaotisch) glaube ich aber es ist einen Versuch wert. Unsere Ehe ist aufgrund der Probleme mit den Kindern ja eh schon nicht mehr ok also was solls. Kann ja nicht mehr viel schlimmer werden.

liebe grüße
Mutti2

ferrano Offline



Beiträge: 598

07.04.2013 20:13
#4 RE: Was soll ich tun? Antworten

hallo Mutti 2,

bei Kindern mit dieser besonderen Strukturierung kann man, auch in Anbetracht des Alters, auch über eine Wiederholung der 2. Klasse nachdenken. Das könnte erstmal den Druck raus nehmen, der auch zu Auffälligkeiten im Verhalten führen kann.
Wahrscheinlich hat er ja eine ADHS, durch die steigenden Anforderungen in der Schule kommt das "Störungsbild" mehr zum Tragen. Durch eine Wiederholung der Klasse kann er seine Lücken aufholen und wird wieder Vertrauen in seine Fähigkeiten schöpfen können. Parallel kann er ein Konzentrationstraining (z. B. Marburger Konzentrationstraining) bei einer Ergotherapeutin machen. Das nimmt erstmal den Druck raus. Er spürt ja auch, dass er das Lerntempo nicht halten kann, das macht hibbelig und aggressiv. Falls dies möglich ist, ist das eine echte Alternative. Falls es in eurer Nähe eine andere GS gibt, wäre das auch nicht schlecht. Der Papa als Schulleiter ist einfach sehr schwierig mit einem "besonderen" Kind.
Medis können natürlich auch helfen, aber ich empfehle auch weitere Maßnahmen, die Konzentrationsprobleme und Lücken in Mathe schleppt er ja mit.

LG
Uli

smilla Offline



Beiträge: 1.029

08.04.2013 09:42
#5 RE: Was soll ich tun? Antworten

Hallo Mutti2!


Also irgendwie ist die Situation dass Dein Mann der Schulleiter is` ja schon erschreckend amüsant und man kann ihr eine gewisse Ironie nicht absprechen: Wiederlegt sie doch mal sowas von die These, die die Mütter unseres Landkreises
(also die mit den "guten" Kindern, versteht sich)so gerne aufstellen, nämlich...
...Kind doof (weil böse!!)= Eltern doof (weil total erziehungsunfähig!!)= ganze Familie völlig meschugge!!

Ich setzte nämlich für den Job als Schulleiter schon ein gewisses Maß an Intelligenz vorraus und auch Du klingst nicht so, als wüßtest Du nicht wovon wir reden! Also zeigt es doch mal wieder dass ADHS nichts mit Doofheit, Mangel an Geld, Zuwendung, sozialen Begebenheiten und so weiter zu tun hat: Wenn es kommt, dann kommt es eben!

Aber jetzt mal im Ernst:
Irgendwie kann ich Deinen Mann ein wenig verstehen, hat er doch auch einen Ruf zu verlieren, so als Schulleiter!
Aber eigentlich finde ich seine Aussage nur sehr traurig. Es ist Euer Kind und Ihr habt ein Problem. Er sollte darüber stehen und nicht daran denken was die anderen Mütter sagen...(er hat ja auch eine gewisse Position, die er für Euren Vorteil nutzen könnte...!?

Das die Lehrerin Medikamente ablehnt könnte doch heissen dass sie bereit ist, Euren Sohn eben auch in schwierigen Zeiten zu unterstützen! Ob es für ihn das Richtige ist, ist natürlich die Frage! Vielleicht wäre es wirklich das Beste ihn die Klasse nochmal wiederholen zu lassen. Denn Ferrano hat ja recht: Wahrscheinlich müßt Ihr Euch andere Ansätze holen, wenn Ihr den Medikamenten skeptisch gegenüber steht.

Apropos: Das will ich hier nochmal loswerden! Ich habe bis jetzt noch niemanden (keine Eltern!) getroffen die nicht behutsam und skeptisch und sehr überlegt an das Thema Medikamente herangegangen sind! Ich glaube wir alle haben uns eine Riesenbirne gemacht, bevor man sich dazu entschieden hat! In diesem Beitrag von zdfinfo kam das nämlich auch mal wieder klischeehaft daher: Mutti gibt `ne Pille damit se ihre Ruhe hat!! Völliger Schwachsinn! Bis jetzt waren es damals die Erzieher im Kindergarten die mir dazu geraten haben, damit diese eben ihre Ruhe haben! Bei unseren Lehrern (toi,toi,toi) hat es mir keiner geraten aber es gibt bestimmt viele, die mit Medikamenten-ADHS-lern mehr zufrieden wären!
Aber wenn ich an die Situation heute zurückdenke, wieviel Stress mein Bursche hatte und sich selber verletzt hat um mit dem Druck fertig zu werden (und auch eine Ehe kann da massiv drunter leiden, zumal, wenn man verschiedene Einstellungen hat!!) dann schäme ich mich manchmal dass ich solange gezweifelt habe...

Vielleicht müßte Ihr erstmal eine schnelle Lösung finden um die Spitze zu kappen und schnellstens für Entspannung zu sorgen...jetzt ist eben nur die Frage welche?!

Ach ihr Lieben, was "psychologisiere" ich hier an diesem Vormittag eigentlich so rum? Ihr wisst doch was ich meine...

Wünsche Euch einen ganz tollen Tag und Dir Mutti2 eine Lösung die schnell greift

die smilla

Bei der Wahl seiner Eltern kann man nicht vorsichtig genug sein!

Mutti2 ( gelöscht )
Beiträge:

09.04.2013 08:56
#6 RE: Was soll ich tun? Antworten

liebe smilla,
musste etwas lächeln bei deinen Zeilen. Die Einstellung der anderen Eltern hast du genau getroffen. Eltern nicht erziehungsfähig, arme Familienverhältnisse,...
und bei uns (und sicher bei andern auch) zeigt sich: Es liegt nicht nur an der Erziehung. Mein Mann und ich sind BEIDE Lehrer, wir haben beide eine Sonderpädagogische Zusatzausbildung (daher haben wir auch bei den Jungs recht schnell gemerkt das was nicht stimmt) und leben in normalen finanziellen Verhältnissen. Noch dazu auf dem Land wo Kinder
draussen toben und laufen können.
Wir haben beim Großen (12 J) auch schon alles hinter uns: Ergo, Kinesiologie,Psychotherapie,... gl

So jetzt aber zum Kleinen um den gehts ja. War gestern nachmittag bei einem Schulprojekt seiner Klasse als Begleitperson anwesend. Ich hab meinen Augen nicht getraut!!! Wenn der vormittags auch so aufgedreht ist wundert es mich nicht, dass er in Mathe und Deutsch nichts mitbekommt. Ich hab jetzt in 3 Wochen einen Termin beim Kinderarzt bezüglich Ritalin. Ich glaube nun auch dass er unbedingt was braucht.

So jetzt muss ich zur Arbeit.
lg
Mutti 2

smilla Offline



Beiträge: 1.029

09.04.2013 12:30
#7 RE: Was soll ich tun? Antworten

Liebe Mutti2,

sollte auch ein wenig ironisch klingen...denn mit solchen Vorurteilen haben hier wohl viele zu kämpfen! Aber Ihr seid da ja durch Eure Ausbildungen klar im Vorteil, da Ihr ja die familiäre als auch die pädagogische Sicht habt!

Als: vertraut auf Euer Bauchgefühl und haltet zusammen, schei..egal was die anderen sagen!

Würde mich mal so interessieren: Aus welcher Gegend bist Du denn? Gibt es bei Euch schon Inklusionsklassen? (hier hat man leider die Integration schon verpasst und baut lieber fleissig eine tolle Schulkantine nach der anderen!!)
Könnte Dein Mann nicht in diese Richtig einiges an Eurer Schule durchsetzten?
smilla

@ mutti2: Bitte nenne hier im öffentlichen Forum allenfalls das Bundesland und schicke eine Private Mail an smilla mit genauerer Ortsangabe. Danke.
LG SusanneG

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