Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 

ADHS-Selbsthilfe an 365 Tagen im Jahr

Bei akuten Krisen und/oder Suizidgedanken kann das Forum nicht helfen.
Bitte wende dich an die Telefonseelsorge, an Neurologen und Psychiater im Netz oder an Freunde fürs Leben!
 
Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 12 Antworten
und wurde 2.101 mal aufgerufen
 Selbsthilfe für Erwachsene mit ADHS
Seiten 1 | 2
Pippilotta Offline



Beiträge: 4.256

21.06.2014 15:55
#11 RE: Was hilft ein wenig außer Meidkamenten Antworten

Zitat von Löwenzahn im Beitrag #1
Welche Tricks und Techniken helfen Euch, ein wenig mit den ADHS-typischen Folgen umzugehen?


Hi Löwenzahn,

Ja, welche Tricks und Techniken gibt es da?
Pauschal lässt sich das nicht beantworten, im Laufe der Zeit hat jeder von uns seine eigenen
Strategien entwickelt und gelernt, sich geeignete Hilfsmittel zu Nutze zu machen.
Vor allem die bereits von Dir erwähnten Strukturen sind enorm wichtig, eine ToDo Liste alleine bringt es nicht.
Ich persönliche empfinde Strukturen und Regeln als hilfreiche Krücken und Stützen.

Von vielen Tätigkeiten lasse mich nur allzu gerne ablenken, z.B. sollte ich jetzt das Gemüse für das Abendbrot putzen
doch die Antwort an Dich ist mir im Moment wichtiger, und um das zu verhindern brauche ich ein akustisches Signal,
das mich wieder auf die Ausgangsposition zurückholt.
D.h. ich arbeite immer mit meiner geliebten Eieruhr.
Anfangs hat mich das ständige tak-tak-tak extrem gestört, doch inzwischen nehme ich das Geräusch gar nicht mehr wahr.
Das Klingeln holt mich entweder zur ursprünglichen Arbeit zurück, oder aber
ich habe das geplante Arbeitsziel erreicht.
Besonders am PC ist die Eieruhr sehr hilfreich, trotz der besten Vorsätze neige ich zum
„verdaddeln“ und das Klingeln erinnert mich an die eigentliche Aufgabe.

So, das für den Moment

LG
pippilotta

Gäbe es die letzte Minute nicht, so würde niemals etwas fertig. – Mark Twain

mia_s_art ( gelöscht )
Beiträge:

15.08.2014 06:39
#12 RE: Was hilft ein wenig außer Meidkamenten Antworten

Zitat von Löwenzahn im Beitrag #8
Mein für mich passigerer Weg: Einige meine Routinebeschäftigungen wirklich so zur Routine zu machen, dass mein Kopf zwischenzeitlich woanders sein kann.
Bestes Beispiel ist für mich das Laufen. Vom Aufstehen aus dem Bett bis zum Hinsetzen an den Schreibtisch läuft ein kompletter, exakter Automatismus ab. Meine Klamotten hängen z.B. immer an exakt derselben Stelle (weil, Suchen beinhaltet immer Ablenkungs- und Fluchtgefahr), und sie werden auch hinterher genauso wieder hingehängt. Immer dieselbe Strecke (stört mich überhaupt nicht, weil: Weiter Ausblick und mein Kopf ist meist eh auf anderen Reisen, hinterher Duschen, Trinken, kurz frühstücken,....
… und nach dem Motto: "Wenn Du nicht kreativ sein kannst, arbeite!" (soll einer der Millers, Henry oder Arthur, gesagt haben) schiebe ich auch mal spontan, die von Dir beschriebenen Routinearbeiten ein. Du siehst, es ist mir nicht möglich, den kreativen Teil von der "Langweile" zu trennen.


Wie ein Ausschnitt aus meiner Routine vor 5 Jahren. Nur wehe es kommt etwas dazwischen wie ein Umzug, nachts lärmende Hausbewohner, Wasserschaden mit einer 3/4 jährigen Umbauphase!
Sowas wie Routine ist dann ein Fremdwort nach dessen Luxus man sich sehnt.
Ich denke wir für uns selbst sind nicht problematisch in unserer Art sondern das System von Außen nach dem wir hochleistungsorientiert funktionieren müssen. Die Öffnungszeiten, die Bürokratie der Ämter, die Sprechzeiten, die ständige Beschallung aus Lautsprechern, die nächtlichen Ruhestörungen, usw. oder einfach die schreckliche Tyrannei der Mehrheit. Nur als Eremit will man ja auch nicht leben... also passt man sich an, mehr oder weniger.
Greatings from mia_s_art

mia_s_art ( gelöscht )
Beiträge:

15.08.2014 07:01
#13 RE: Was hilft ein wenig außer Medikamenten Antworten

Wenn ich Texte lesen oder schreiben muss, brauche ich absolute Ruhe.
Morgens oder Abends tanke ich einmal draußen auf, d.h. Natur sehen riechen, abschalten Energie tanken, Bäume Strukturen beobachten (am liebsten mit nem Cappuccino in der Hand) und tief einatmen.
Je mehr Platz ich zum wohnen habe desto mehr verteile ich und um so chaotischer wird es. Also die 40qm werden absolut ausgenutzt in Struktur, Stauraum und Ordnung. Ich kann beim Aufräumen abschalten, sortiere die Dinge und meine Gedanken, das entspannt mich als ADS'ler. Wobei Ordnung ist für mich Ruhe und Ruhe ist schön. Als visuell denkender Mensch beeinflusst mein Auge mich extrem. Finde ich etwas schön, dann liegt das mit unter an der Form und Ruhe die sich auf meine Stimmung überträgt und ich auch dadurch innerlich ruhiger werde vom Stress der anstehenden Aufgaben. Ergo schöne geordnete Umgebung hell freundlich und leise!
Meine Termine haben einen Puffer um dem "letzten Drücker"-Syndrom entgegenzuwirken. Mein Telefon Mobil und Netz gehen wenige Minuten vor, sowie die Uhr von meinem Auto.
Abends vorbereiten was morgens mitgenommen werden muss. Stets 3-4 Mittagsmahlzeiten portioniert auftaubereit bewahren. Reserven von Lieblingsdingen, Essen, usw. Radio nur im Auto, Fernsehen nur Nachrichten oder Dokus, Filme am WE.
have a nice day, mia_s_art

Seiten 1 | 2
 Sprung  

 

Forum Übersicht | Impressum | Datenschutz | Nutzungsbedingungen | Webseite

Xobor Erstelle ein eigenes Forum mit Xobor
Datenschutz