Kur für Mutter/Vater mit ADS Kind

14.10.2005 21:17
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#1
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Hallo an alle von einem "Neuling"
Hier erstmal eine Kurzbeschreibung unserer Familiensituation:
Vater, Mutter und 2 Söhne 6J und 8J .
Bei unserem Großen wurde vor ca. 6Monaten ADS diagnostiziert.
Er war schon vom Kleinkindalter an ein schwieriger Fall und wir haben im Alter von 3 Jahren bereits Unterstützung bei der Sozialberatung angefordert, da wir nicht sicher waren, ob wir etwas falsch machen - sprich wir Schuld an seinem Verhalten sind -.
Uns wurde später empfohlen das Kind auf Hochbegabung zu testen - was wir dann aber doch nicht machten.
Mit 5 Jahren waren wir bei einer Kinderpsychologin, die ADS jedoch nie erwähnte.
Mit Eintritt in die Schule wurde es jedoch immer schwieriger, da ja nun Pflichten anstanden, die er erfüllen mußte (Hausaufgaben, pünktliches Aufstehen, ...).
Die Belastung für die Familie durch den täglichen Kampf wurde immer größer, so dass wir vor ca. 1 Jahr bei einer Beratungsstelle erneut Rat und Hilfe suchten.
Wir haben uns auf Anraten durch die Beratunsstelle für den Versuch einer Behandlung mit Ritalin entschlossen.
Unser Sohn kann sich nun in der Schule auf den Unterricht konzentrieren und auch die Hausaufgaben funktionieren um einiges besser.
Der Kampf vor Einsetzten der Wirkung am Morgen und nach dem Abklingen der Wirkung am Abend scheint jedoch umso größer.
Parallel haben wir eine TrippleP-Kurs besucht und versuchen die Methoden so gut es geht anzuwenden (Stiller Stuhl, Ausszeit, ...). Dies erfordert jedoch enorme Kraft, die allmählich erschöpft ist.
Kennt jemand eine Kur oder hat jemand vielleicht schon mal so was mitgemacht für Eltern mit ADS-krankem Kind, um wieder Kraft zu schöpfen und eventuell auch mit der Möglichkeit zusätzliche Anleitung für den Umgang mit solchen Kindern zu erhalten.
Freue mich auf Rückmeldungen von euch. - stresslein-


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14.10.2005 21:38
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#2
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Hallo Stresslein!
Ich möchte dich ganz lich begrüßen!Ich kann dir zwar keinen direkten Rat geben,aber da im Forum viele Eltern sind findest du bestimmt Unterstützung!Sonst kannst du ja auch auf die Seite des ADSev(von dem Verein wird dieses Forum organisiert) gehen,es gibt bestimmt einen Gesprächskreis in deiner Nähe!
Bis bald ,Ailixia!


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15.10.2005 10:44
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#3
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Hallo

Erstmal herzlich Willkommen ich bin auch neu hier .Ich kann dir nur sagen das es sowas gibt den aus meiner Selbsthilfegruppe war jetzt eine mit der ganzen Familie auf kur.Frage doch einfach mal bei deiner Krankenkasse mach .Und du hast recht wenn die Tabletten auf hören zu wirken ist der kampf drei mal zu hoch wie vorher sprech aus erfahrung das geht meinen sohn auch so.
Mfg
kleiner-flo


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15.10.2005 21:54
#4
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Hallo Stresslein,
auch von mir ein herzliches Willkommen und hallo!!!
Zum Thema Kur kann ich Dir leider nicht viel raten...
Aber beim Thema Medikation war es bei meinem Sohn ähnlich (...extremes Ausflippen,wenn die Wirkung nachlässt!!) bis wir auf ein Tagespräparat umgestiegen sind. (Concerta) Man merkt zwar immer noch, wenn die Wirkung nachlässt, aber es ist nicht mehr so "explosiv" wie vorher... ich weiss nicht ob es bei anderen auch so ist, aber das ist halt unsere Erfahrung..
Bis bald, käferle


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16.10.2005 18:00
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#5
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Hallo Stresslein,

auch von mir erstmal ein liches Willkommen im Forum! Triple-P wurde nicht speziell für den Umgang mit den besonderen, syndrombedingten Problemen von ADHS-Kindern und deren besonderen Wahrnehmungsstil entwickelt, kann aber evtl. dennoch für die einen oder anderen Eltern einen gewissen Nutzen bringen, die mehr Struktur in ihr Erziehungsverhalten bringen wollen. Aber Vorsicht! Manche Elemente des Triple-P-Konzeptes können bei ADHS-Kindern unter Umständen mehr schaden als nützen, wenn sie unkritisch 1 zu 1 übernommen werden (z.B. das, was wir "moralisierendes Appellieren" nennen, aber auch bestimmte, im Triple-P-Konzept vorgesehene, erzieherische "Strafmaßnahmen", die wohl bei "normgesteuerten" Kindern gewünschte Verhaltensverbesserungen herbeiführen könnten, aber bei ADHS-Kindern eher dazu geeignet sind, Öl ins Feuer zu gießen). Man muss immer bedenken, dass Erziehungsprobleme nicht die Ursache, sondern die Folge von ADHS sind. Triple-P darf deshalb nicht als ADHS-Therapiekonzept missverstanden werden, sonst sind Enttäuschungen und Misserfolge vorprogrammiert.

Das, was du als "Kampf" VOR dem Einsetzen der Wirkung von Ritalin beschreibst, lässt sich schlecht in Verbindung mit einer spezifischen Wirkung des Medikaments in Verbindung bringen, denn eine Besonderheit des Wirkstoffs ist, dass er vom Körper sehr schnell verstoffwechselt wird. Der wird in der Nacht so weitgehend abgebaut, dass er am nächsten Morgen praktisch überhaupt nicht mehr vorhanden ist und keine Wirkung mehr hat - weder positiv, noch in der von dir beschriebenen Weise negativ. Ich vermute, dass dieser "Kampf" vor dem Einsetzen der Wirkung eher Ausdruck des Kontrastes zwischen dem kindlichen Verhalten ohne Medikation und mit Medikation ist, und somit eher auf eine gute Wirksamkeit bei eurem Sohn hindeutet. Anders verhält es sich beim "Kampf" NACH dem Abklingen der Wirkung, was auf den bekannten "Rebound-Effekt" hindeutet (manche ADHS-Kinder scheinen nachmittags verhaltensmäßig das "nachzuholen", was sie vormittags unter der Medikamenten-Wirkung "versäumten"). Der Rebound-Effekt lässt sich aber meistens durch geeignete Maßnahmen in den Griff kriegen, indem man dem Kind z.B. nachmittags noch eine zusätzliche halbe Dosis des Medikaments gibt (falls es ein Kurzzeit-Präparat bekommt), oder, bei einem Langzeit-Präparat mit ca. 8-stündiger Wirkdauer (z.B. Medikinet SR) nach dem Abklingen noch eine zusätzliche Dosis eines Kurzzeit-Präparates, oder auf ein ca. 12 Stunden wirkendes Langzeitpräparat (Concerta) umsteigt. Das solltet ihr aber unbedingt mit dem behandelnden Arzt absprechen, denn es kommt immer auf die besonderen Umständen des Einzelfalls an.

Eine Mutter-Kind-Kur kann für die erschöpfte Mutter eines ADHS-Kindes (und für das Kind selbst) sehr hilfreich sein, um frische Luft und neue Kraft zu schöpfen. Aber auch hier sollte man keine allzu große Erwartungen an einen spezifischen Langzeiteffekt haben, der über den allgemeinen Erholungs- und therapeutischen Wert hinausgeht, auch wenn dieser durchaus wohltuend ist und in seinem Entlastungseffekt auch noch einige Zeit nachwirkt. Heute bieten viele Kurkliniken spezielle Programme für Eltern und deren ADHS-Kinder an, die durchaus sinnvoll und empfehlenswert sein können. Darüber solltest du dich vom behandelnden Arzt und deiner Krankenkasse beraten lassen.

Gruß
Mike T.


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16.10.2005 18:20
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#6
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Hallo Mike!
Wie ich immer sage ,es gibt keine dummen Fragen.Man kann immer noch dazulernen!
Kannst du mir oder jemand der Ahnung hat,bitte Triple-P erklähren.
Wie ist die Wirkungsweise,wie und wann wird es überwiegend angewannt.Wer hat es entwickelt und warum wurde es entwickelt!
Bis bald,Ailixia!


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16.10.2005 19:15
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#7
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Hallo Ailixia,

oh je, da sprichst du eine große Frage gelassen aus ! Bevor ich jetzt einen seitenlangen Vortrag halte, nenne ich dir lieber die Webadresse des deutschen Triple-P-Lizenzgebers, dort steht alles dazu drin: http://www.triple-p.de

Gruß
Mike


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01.11.2005 19:09
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#8
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Hallo Mike,
Herzlichen Dank für die professionelle Antwort auf meinen Einstiegsbeitrag im Forum.
Unser Sohn bekommt das Langzeitpräparat „Medikinet retard“ -> eine Kapsel beim Frühstück.
Nach dem Mittagessen bekommt er nach Absprache mit dem Kinderarzt eine halbe Tablette (5mg) Medikinet, damit er eine Chance hat die Hausaufgaben zu schaffen.
Vor der Medikation hat er für das Abschreiben von 3 Sätzen Deutsch-Hausaufgaben (damals 2. Klasse Grundschule) mehr als 1/2h benötigt -> hat sich durch alles mögliche ablenken lassen, mit den Stiften gespielt usw. Mathematik hingegen hat immer geklappt -> ist auch seine große Stärke.
Deine Hinweise zu Tripple P habe ich mit Interesse wahrgenommen.
Stilles Zimmer klappt jedoch meistens sehr gut -> manchmal großer Stress zu Beginn, danach ist aber meistens wieder Ruhe eingekehrt. Stiller Stuhl kann jedoch meistens übersprungen werden und es geht gleich ins stille Zimmer.
Gruß
Stresslein


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01.11.2005 22:07
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#9
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Hallo Stresslein,

freut mich, wenn du mit den Informationen etwas anfangen konntest . Wichtig ist, wie bei allem, dass man nicht blind und stur nur "nach Vorschrift" vorgeht, sondern dabei den eigenen (kritischen) Verstand eingeschaltet lässt.

Gruß
Mike


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