Vorstellung

09.01.2008 17:25
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#1
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( Gast )

Hallo alle zusammen.

Ich hoffe ich bin hier richtig gelandet für eine Vorstellung?

Auf dieses Forum bin ich eher durch Zufall gestoßen,
als ich Informationen über ADHS gesucht habe.
Was kann ich über mich sagen?
Ich bin jetzt 29 Jahre und Mutter von 3 Kindern im Alter von 10,8 und 5 Jahren.
Allerdings leben meine beiden großen seit 7 Jahren nicht mehr bei mir.
Das ist allerdings eine andere Geschichte.

Meine jüngste Tochter war eigendlich in der Frühkindlichen Entwicklung ganz unauffällig.
Aber seit jetzt gut 1 Jahr wird sie immer "Auffälliger".
Selbst der Kindergarten beschwerte sich nur noch über ihr Verhalten.
Sie hört nicht,kann kein Nein akzeptiere.
Sie kann einfach nicht ruhig spielen sondern wirkt wie getrieben,
Sie ist unkonzentriert und nimmt auch gerne viele Ecken mit.
Sie ist ständig auf streitereien aus und unheimlich Kess.
Bei der Schuluntersuchung vor einigen Wochen,
viel sie dann auch auf und man gab mir den Rat sie auf ADHS untersuchen zu lassen.
Einen Termin haben wir allerdings erst für März08 bekommen.
Seit 2 Wochen ist es schlimmer geworden.
Sie wird immer agressiver und bestimmender.
Nimmt nichts was man ihr sagt an und versucht mit aller Gewalt ihren Kopf durchzusetzen.
Egal was man macht,
sie lässt sich durch nichts mehr beruhigen,
schreit, schlägt nach uns
und das ist auf dauer schon ziemlich schwer.
Sie scheint auch nicht zu verstehen,
wenn sie sich falsch benommen hat.
Aber sie ist nicht dumm.
Im nächsten Augenblick kann sie aber wieder so was von lieb und ein richtiger Schatz sein...
und dann geht das Drama wieder von vorne los,
ohne Vorwahrnung.
Die Menschen in unserer Umgebung sind da keine große Hilfe.
Ich hoffe nur,
das man ihr und auch uns irgendwie helfen kann,
wenn dann mal eine Diagnose da ist.
Ich bin nämlich so langsam mit meinem Latein am Ende und weis nicht,
wie ich ihr helfen kann,
oder wie ich mit ihr umgehen soll.
Vor allem wird sie ja noch dieses Jahr eingeschult,
den für Schulfähig wurde sie ja befunden.

LG,







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09.01.2008 18:42
avatar  Krümel
#2
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Hallo lieber Sonnenschein!
Ich kann Dich ja so gut verstehen! Mein Krümel ist jetzt 6 und ist seit letzten Sommer auf adhs diagnostiziert.
Ich war echt froh eine Diagnose zu haben, aber das allein reicht leider nicht. Seither verschlinge ich Bücher, treibe mich hier täglich rum, und betreibe jeden Tag wie einen Kampf.
Andererseits lernen wir alle täglich dazu, sperr vor allem hier in diesem Forum weit die Öhrchen auf! Hier kann man so viel lernen und merkt einfach, dass man nicht alleine ist. Die unfähige Mutter die überfordert ist, oder die ihr Kind nicht erziehen kann, ach die, die Mutter von dem da....
Meine Familie war mir auch keine Hilfe, obwohl da schon 2 adhs`ler sind!!! Ich wurde einfach nicht ernst genommen. Immer hieß es, ach der arme Kleine!!!!
Ich habe inzwischen einen sehr guten Arzt (2.), eine top Ergotherapeutin (2.) und hoffentlich auch bald einen neuen Kindi (3.) die mit meinem "Monster" hoffentlich zurecht kommen!
Ich drücke Dir die Daumen dass Du Dir auch so ein Team aufbauen kannst und versuche Dir einen Freiraum zu schaffen.
Mein Therapeut ist mein Hund. Alleine mit ihm durch die Gegend zu rennen tut soo gut. Es grüßt Dich ganz, ganz herzlich!
Krümel


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09.01.2008 18:52
avatar  Simone
#3
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Hallo Sonnenschein,

zuerst einmal herzlich Willkommen hier im Forum.

Irgendwie kommt mir dies alles sehr bekannt vor. Doch ich glaube, bevor wir dir hier wirklich weiterhelfen können, sollten wir noch ein paar Dinge erfahren.

Deine Tochter ist jetzt 5 und wird wahrscheinlich bald 6, oder? Dann geht sie jetzt im 3.Jahr in den Kindergarten. Nachdem die Schwierigkeiten erst im letzten Jahr gekommen sind, wäre es interessant zu wissen, ob im Kindergarten irgendwelche Veränderungen (neue Erzieherin, die deine Tochter vielleicht nicht mag; Änderung der Kindergartenführung von Gruppensystem in offenes System usw.)

Gab es zu Beginn der Auffälligkeiten irgendwelche Veränderungen im privaten Bereich.....

Zumindest hast du schon mal einen ersten Termin zur Diagnostik. Der Termin ist zwar erst im März, aber ich denke diese Wartezeit ist durchaus vertretbar, wenn es sich um einen ADHS-Spezialisten handelt.

Wichtig bei ADler-Kids ist es vor allem, konzequent zu sein. Anfordern, einfordern, kontrollieren. ADler-Kids brauchen eine sehr klare Struktur in ihrem täglichen Leben. Da bist du als Mutter auch sehr gefordert.

Um dir effektiv helfen zu lassen, solltest du einen Gesprächskreis in deiner Nähe aufsuchen. Du findest sie unter http://www.adsev.de oder auch unter http://www.adhs-deutschland.de . Ruf dort an, die GK-Leiter können dir auch telefonisch Auskünfte über spezielle Ärzte, Ki-Psychologen, Ki-Psychiater und Therapeuten geben.

Damit du bis zum März nicht vollends aus den Latschen kippst und verzweifelst, holst du dir als Soforthilfe am besten eines oder zwei der auf der Bücherliste empfohlenen Bücher und ackerst sie durch. Daduch erfährst du dann einiges über ADHS und über den Umgang mit ADler-Kids.

Wenn du dann eine Diagnose hast (kann dauern, da die Testung sehr umfangreich ist und du die Diagnose bestimmt nicht am ersten Termin bekommen wirst), ist es erforderlich, dass deine Tochter eine entsprechende Verhaltens- oder heilpädagogische Entwicklungstherapie erhält, damit sie lernt mit ihrer Besonderheit umzugehen. Für die Eltern ist ein ADHS-spezifisches Elterntraining unerlässlich. Eventuell müßt ihr auch über eine medikamentöse Behandlung nachdenken. Aber dies sind Dinge, die am Besten dann diskutiert werden, wenn du die Diagnose hast.

Grüßle
Simone

Nur gemeinsam sind wir stark! - Heute schon die Welt auf den Kopf gestellt?

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09.01.2008 20:42
avatar  ( gelöscht )
#4
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( gelöscht )

Hallo Sonnenschein,

ganz herzlich willkommen im Forum.
Ich kann mich voll und ganz den Ratschlägen von Simone anschließen. Ganz wichtig (wie Simone schon schrieb) ist deine Konsequenz (anfordern, einfordern, kontrollieren) und das bei vielen Dingen und täglich!! Wichtig sind auch klare Anweisungen, mir passiert es heute noch, dass ich manchmal etwas durch die Blume sage und meine Tochter es dann nicht so aufgefasst hat.
So erlebe ich es mit meiner Tochter,jetzt 15 Jahre, immer noch. Gut bei uns kommt hinzu, dass man erst im 12.Lebensjahr ADS diagnostiziert hat. Aber so viel ich gelesen und verstanden habe, wirst du noch lange dein Kind coachen müssen.

Auch, wenn eure Nerven jetzt blank sind, halte durch, denn du hast das Glück (auch wenn es momentan schwer ist), dass bei deinem Kind, sofern es AD(H)S hat (die Symptome sprechen dafür, wichtig ist die Diagnose), die Problematik sehr früh festgestellt wird.

Ich wünsche euch viel Kraft.

Liebe Grüße
doppelherz

@all
bitte korrigiert mich, wenn ich etwas falsch gesagt habe!!




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10.01.2008 14:05
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#5
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( Gast )

Erst mal vielen Dank für diese liebe Begrüßung.

Ja,
es sind wirklich im letzten Jahr einige Veränderungen passiert.
2004 habe ich mich nach 8 Jahren Ehe,
die die Hölle war,
von meinem Mann getrennt und bin mit der kleinen erst mal in eine eigene Wohnung gezogen.
Da war sie 2 Jahre und ganz "Normal"
Getrennt waren mein Mann und ich schon 3 Jahre vorher,
obwohl ich noch mit ihm zusammen gewohnt habe.
Das ist allerdings wieder eine andere Geschichte.
Meine Jüngste ist nicht von ihm,
sondern von meinem damaligen Freund(Im übrigen scheint er auch ADHS haben zu können...seit seiner Kindheit),
mit dem ich und die kleine dann 2005 zusammen gezogen sind.
In dieser Wohnung allerdings,
hatten wir arge Probleme wegen Schimmelbefall,
so das wir noch einmal 2006 umziehen mussten .
In dieser Zeit wurde mein Freund arbeitslos und da mitte 2007 die ARGE die Wohnung nicht mehr ganz bezahlen wollte,
mussten wir wieder raus in unsere jetzige Wohnung.
Die kleine hat dadurch auch den Kindergarten wechseln müssen.
Wirklich viel machen die in diesem Kindergarten nicht mit den Kiddis.
Sie sind die meiste Zeit sich selber überlassen,
da es für 35 Kinder nur 3 Erzieherinnen gibt.
Tja und beim letzten Gespräch haute mir die Erzieherin erst mal um die Ohren,
"...man merke richtig wenn meine Kleine mal nicht da ist.
Da käme endlich mal ruhe in den Kindergarten..."
Fand ich ehrlich gesagt schon was heftig.
Allerdings ist diese Erzieherin (und sie ist auch die Leiterin der Einrichtung) eher der Meinung,
das wir uns nicht vernünftig um die Kleine kümmern.
Und sie würde gerne ein Gespräch mit uns und dem Jugendamt führen.
Halt wegen den ganzen Auffälligkeiten.

Konsequent sind wir beide eigendlich.
Wenn wir was sagen,dann ziehen wir dieses auch durch.
Bei den versuchen der Kleinen,
mit ihren Machtkämpfen was zu erreichen,
versuchen wir zur Zeit ganz ruhig zu bleiben und sie erst mal flippen zu lassen
bis sie sich irgendwann mal selber beruhigt.
Das dauert allerdings immer seine Zeit...und ich möchte nicht wissen,
wie sich das Geschrei von ihr,
für andere anhört...
dannach geht es erst mal wieder.
Bekommen tut sie allerdings nicht was sie gerade will.
Meinem Freund und baldigem Mann,
wird von seiner Familie immer vorgeworfen,
er sei zu streng,
weil er ihr nichts durchgehen lässt.
Und darf sich so einiges deswegen anhören.
Besonders von seiner Schwester,
die drei Kinder hat.
Allerdings ist sie absolut inkonsequent was die Erziehung angeht.
Eher auf dem "Antiautoritären" Trip.
Mit meiner Familie habe ich bis auf meiner Schwester keinen Kontakt mehr.
Im Mai wird meine Kleine 6 Jahre
und kommt nach den Sommerferien dann in die Schule.

LG sonnenschein53804











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24.01.2008 00:28
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#6
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( Gast )

Hallo alle zusammen ;)

Weis hier vieleicht jemand etwas über Reggio Pädagogik
und ob das vieleicht bei AD(H)S ein Problem dastellen könnte?

Vielen Dank und liebe Grüße,
sonnenschein


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