Habe Fragen speziell für Kindergartenkind mit ADHS

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13.03.2009 10:27
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#1
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Hallo ihr,
so langsam kommen immer mehr Fragen.Wie ich festgestellt habe,sind die meisten Kinder älter von euch. Suche deshalb welche, die Erfahrungen mit Kindergartenkindern haben bzw Tips haben .

Unser Sohn ist schon des öfteren schier in ein Auto gerannt,jetzt weiß ich er kann durch seine Impulsivität nichts dafür,dem Auto ist das egal.Er ist der Meinung stärker als das Auto zu sein.Mit ihm im Staßenverkehr unterwegs zu sein bedeutet jede Sekunde volle Aufmerksamkeit (ich überlege meist ,muß ich wirklich raus oder bleiben wir lieber zu Hause).In meiner Angst, Wut und Ohnmacht habe ich dann schon mal gesagt,dann lauf doch in ein Auto ,dann ist Ruhe.Bin total geschockt was ich da sagte (hoffe mein Sohn vergißt es )
Andere Situation, wir sind unterwegs,ich achte einen kurzen Moment nicht auf ihn und er ist weg.Er geht immer wieder mal verloren und ich stehe Ängste aus ,wo und wie werde ich ihn finden.Einkaufen gehen in einem großen Kaufhaus fast nicht möglich,da die ganze Aufmerksamkeit auf Sohn gerichtet ist und ich erst nicht schauen kann was benötigt wird.

Dadurch sind manche Aktivitäten im Kindergarten nicht möglich zB Wilhelma Besuch,er würde eine Betreuungsperson alleine benötigen um nicht verloren zu gehen.
Es macht dem Sohn auch nichts aus verloren zu gehen,er weint dann nicht oder macht auf sich aufmerksam,nein er sucht sich was zum Spielen und alles andere ist vergessen.

So sind Außenaktivitäten mit hohem Streß verbunden.

Die Kinderwagenzeit ist leider vorbei,wie habt ihr diese Zeit überstanden,ich kann Sohnemann ja nicht an eine Leine legen

Grüßle Biene


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13.03.2009 10:59
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#2
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Hallo Biene,

mein Sohn ging auch ständig verloren. Im Kaufhaus weg, im Einkaufsladen weg oder Regale ausgeräumt. In solchen Situationen habe ich meinen Sohn immer in den Einkaufswagen gesetzt und ihm Salzstangen oder Gummibärchen gegeben. Eine ganze Packung. Dann im Schweinsgalopp duch den Laden. Beim Klamottenkauf habe ich ihn nicht mitgenommen, dafür hatte ich keine Lösung ihn "ruhigzustellen"

Er war noch nicht einmal 5, da wurde er das erste Mal von der Polizei aufgesammelt. Das war ihm vielleicht peinlich.

Ich habe ihm seit er 3 ist, immer meine Telefonnummer in die Hosentasche gesteckt. Außerdem habe ich ihm die Adresse eingetrichtert. Leider musste ich nach der Aktion mit der Polizei feststellen, dass er sich an die in dieser Situation vor lauter Aufregung nicht mehr erinnern konnte. (Heute finde ich die Geschichte ganz komisch, damals war ich aber mit meinen Nerven so fertig, dass ich hinterher am ganzen Körper gezittert habe und sofort ins Bett musste)

Seit der Polizeiaktion habe ich tatsächlich ein Laufgeschirr mitgenommen. Später so ein Schlüsselband mit Karabinerharken. Wenn er zu weit von mir entfert war, wurde das Ding angelegt. Ich weiß, dass klingt ganz schrecklich, aber auch ich hatte solche Angst, dass er vor ein Auto rennt. Ich wusste mir einfach keine andere Lösung. Ich habe mir angewöhnt (war ein recht langer Prozess) ihm Freiheiten zu lassen, wo ich nicht damit rechnen muss, dass er sein Leben lässt. Bei allem Anderen gibt es bei mir auch heute noch keine Kompromisse.

Bei uns gibt es bis heute ganz lauten Pfiff. Wenn er den hört, weiß er, dass er SOFORT stehen bleiben muss. Das funktioniert, auch wenn die anderen Passanten fast zu Tode erschrecken.

LG
Sabrina

=> Die Liebe, die wir geben, ist die einzige die wir behalten.

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13.03.2009 15:40
#3
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Hallo Biene,

bei uns war das auch ganz,ganz furchtbar.

Wir hatten auch lange Zeit das Laufgeschirr.
Auch musste mein Sohn im Straßenverkehr,bzw. überall dort wo Gefahr lauerte ob er wollte oder nicht an der Hand laufen. Sonst sind wir gnadenlos wieder umgekehrt.
Dann gings halt eben nicht in den Kindergarten, und auch nicht zum spielplatz etc.
Auch mußte er von Anfang an an der Häuserseite laufen und durfte NIEMALS an der Straßenseite laufen.
Das war ein heftiger Kampf, bis das drin war und wir haben sehr, sehr viel geübt....
frag nicht wieviel rote Straßenkreide ich verbraucht habe um ihm zu visualisieren wo auf jeden Fall die Grenze und STOP (Bedigungslos und egal was passiert, er sieht etc.) angesagt ist (beim straße überqueren).

Einkaufen habe ich mit meinem Sohn lange Zeit genau so gemacht wie Sabrina (aber zusätzlich vorsichtshalber mit dem Laufgeschirr angeschnallt... da er mir mehrfach fast aus dem Wagen, bzw mit dem ganzen Wagen gefallen ist).
Und auch immer nur Kleinigkeiten gekauft, keine Zeit für Schwätzchen.
Großeinkauf oder "Ladenbummel" mit Kind ging gar nicht.
Mit Kind habe ich lediglich gezielt 1 Paar Schuhe für Kind, etc. geholt.
alles andere dann wenn er im Kindergarten war oder der Papa zu Hause.

Allerdings hatte er im Gegensatz zu euren Kiddies Angst davor verloren zu gehen.
Was aber trotzdem passierte.
Ich kann von meinem Kind bis heute nicht erwarten das ER drauf achtet den anschluß an uns nicht zu verlieren.
Das läuft bis heute umgekehrt, ICH muß drauf achten, das ER den Anschluß nicht verliert.

LG Mel


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13.03.2009 16:38
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#4
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Hallo Biene,

ich kann mich da an eine Zeit erinnern, in der wir gerne "Pferdchen" gespielt haben. Sohni war damals etwa 4, wir mussten regelmäßig zu Fuß zur Ergo (das war damals unsere erste Therapie...). Das ganze sah dann so aus: Sohni hatte das eine Ende eines langen Hüpfseils um die Taille gebunden, ich hatte das andere Ende in der Hand. Für Sohni wars ein Spiel, für mich Sicherheit, dass er mir nicht davondüst. Und wenn Leute komisch geschaut haben, dann hab ich einfach "Hüh mein Pferdchen" gerufen - und keiner hat sich mehr gewundert...
Und mit dem Seil hatte er doch erheblich mehr Bewegungsspielraum als an der Hand.

Heute ist Sohni 15 und macht sich einen Spaß draus, mir auch an fremden Orten davonzudüsen. Aber er hat einen guten Orientierungssinn und ist auch nicht auf den Mund gefallen, also soll er sich im Notfall gefälligst selbst durchfragen

Grüße und gute Nerven wünschende
Elke


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13.03.2009 20:57
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#5
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Vielen Dank für deinen/euren Erfahrungen,
solange Sohn nicht Pferdchen mit mir spielen möchte ,alle drei Kinder sind nämlich nicht auf den Mund gefallen und so manch peinliche Situationen gab es dadurch.
Wie lange ging den die " verloren gehen Phase " bei euren Söhnen,vor allem die unfallgefährdente Zeit.
Weil Sohnemann läuft nur mit Protest und Gezeter an der Hand auch schon als er laufen lernte. Psychologin,die ihn testete meinte,manche Kinder reagieren extrem auf Berührung.Wobei er sich gerne in den Arm nehmen läßt,aber noch nie an die Hand.
Das Dilemma ist dann,Angst um ihn oder ein brüllendes Kind hinter sich herziehen,weil mitlaufen tut er freiwillig nicht.
Das eigenwillige kenne ich von den Mädchen,wenn die was nicht wollten, ging absolut nichts.Egal ob mit Engelszungen oder mit Androhungen selbst Aussicht auf etwas begehrtes half nicht.Noch kann ich ihn schnappen und nehmen aber nicht mehr lange,da er ziemlich groß für sein Alter ist.

Grüßle Biene


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13.03.2009 21:33
#6
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Hallo biene,

ich denke mit 4 Jahren erst anfangen an der Hand laufen zu MÜSSEN ist eh kaum durchführbar.
Bei uns war das halt von anfang an so.
Aber auch mit Gezeter und Schreierei.

Ich glaub auf den Mund gefallen sind unsere Kids alle nicht

Wie gesagt da gab es bei uns aber keine Diskussion, entweder er hat aufgehört oder ich bin gandenlos umgekehrt.
Solche "Übngsgänge" hatten natürlich immer ein schönes und erstrebenswertes Ziel (spielplatz, Eis holen etc.).

Unfallgefärdete Zeit haben wir heute noch (13 Jahre)weil er halt immer bei sich und seinen Ideen ist und das drumherum dabei vergisst bzw. nicht wahrnimmt.
Ob das die Regel ist kann ich dir leider nicht sagen, aber wir haben u.a. auch deshalb (eben keine Gefahren sehen und die Aufsicht, Anleitung und Begleitung in nahezu allen Dingen benötigen) auch eine Pflegestufe.
Mit 12 Jahren -so sagt man- benötigen gesunde Kinder keine besondere Aufsicht mehr.
Bei ADS-lern wage ich das aber zu bezweifeln.

LG Mel


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13.03.2009 21:46
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#7
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Hallo Mel,

die "Übungsgänge",ist das Elterntraining ,lernt man sowas im Elterntraining ?

Grüßle Biene


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13.03.2009 22:48
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#8
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Hallo Biene,

kann mich nur meinen Vorrednern anschließen und Dir erstmal danken, denn Du hast mich an eine Situation mit meinem Kiddi erinnert ... haaresträubend!
Das war in dem riesigen Kaufland bei uns und wir haben Kiddi das erstemal nicht in den Wagen gesetzt, weil sie unbedingt laufen wollte. Und ich wollte den Wocheneinkauf machen!!! Sehe mich im Regal nach dem entsprechenden Artikel um - drehe mich zurück - und? Kiddi weg!!! Über 1 h habe ich gesucht! Kiddi war ca. 4 oder 5!!! ....
Den nächsten großen Einkauf ohne sie in den Wagen zu setzen??? Nie wieder!
Nur noch in kleine Läden mit vorheriger Absprache was ganz genau eingekauft wird, dass es keine Besonderheiten und nichts zusätzliches gibt!
Jetzt ist sie 9 Jahre alt! Großeinkauf wird immer noch mit ihr vermieden. Gerade morgen haben wir (also Pa und Ma gemeinsam) den ersten Versuch geplant!
Elterntraining? Nun, der kostet ja bekanntlich etwas. Wir hatten keins. Die Maßnahmen resultierten aus reinem Selbstschutz und Schutz fürs Kiddi.
Also ich glaube das Forum hier bringt enorm viel Erfahrung und man bekommt hier viel Ratschläge!
Pferdchen haben wir auch gespielt.
Kompliziert wurde es, als sie endlich Fahrradfahren konnte. Endlich, weil es ewig gedauert und mit viel Streß verbunden war und kompliziert, weil sie adurch noch öfters stiften ging. das längste, was ich sie mal gesucht habe, waren 2,5 h. Sie ist wie gesagt jetzt9,5 Jahre alt. Das letzte mal suchte ich sie im Januar. Ich glaube, wie die anderen schon sagten, es hört nicht auf!

Liebe Durchhaltegrüße von Silka

Ich fühle, das Kleinigkeiten die Summe des Lebens ausmachen!!!

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13.03.2009 23:49
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#9
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Hallo Silka,

es hört nie auf,genau das wollte ich nicht wahrhaben.Ich habe ständig die Worte unseres Kinderarztes im Ohr (Sohn war damals zarte 5 Wochen alt) Zitat Arzt: OH,dem müssen sie mal Grenzen setzen,nicht nur jetzt,er brauchte ,braucht bis heute eine Begrenzung (stillkissen) zum Schlafen.
Damals bei den Mädchen (inzwischen 22 und 24 ) wußte ich noch nicht wieviel Jahre es dauern wird,bis es einfacher wird.(es wurde einfacher ,nach fast 20!!! Jahren.
Da bin ich noch am verdauen ,weil Sohn um einiges anstrengender ist ,als die Mädchen es waren.
Zum glück hat Sohn eine Art,wo man ihn einfach liebt (mit ein paar Ausnahmen ehrlicher Weise),erhat auch eine herzerfrischende Art.Die PHysiotherapeutin bei der Frühförderung freut sich jedes mal auf ihn,ja so eine Stunde kann ganz amüsant sein,bei 365 oder so Tagen im Jahr sieht das ein bissle anders aus.

Bin echt froh über das Forum , so viele wertvolle Infos innerhalb so kurzer Zeit.
DANKE!!!!!!

Grüßle Biene


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14.03.2009 15:12
#10
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Hallo biene,

die "Übungsgänge" entstammen nicht aus dem elterntraining, nein.
Damals wusste ich von ADHS noch gar nix und ne Diagnose hatten wir auch nicht.
Geschweige denn elterntraining.

Das kam alles viel später.
sohnemann wurde mit 5 Jahren diagnsotiziert.

aber ich bin von Beruf Erzieherin (in deren ausbildung natürlich NIE auch nur ansatz weise über MCD -so hieß das damals noch- gesprochen wurde) .
die Grundsätze und Grundlagen sowie das Wissen um Erziehung kannte ich von daher,auf was ich achten muß (konsequenz etc.), das ich mein ziel nicht aus den Augen verlieren darf etc.
Ich höre sehr viel und sehr oft auf mein Bauchgefühl und habe sohnemann schon immer viel beobachtet.
Wann er sich wie verhält, ob ich Gründe finde etc.

Das hab ich damals einfach so aus dem Bauch heraus angewandt.
Allerdings merkte ich schnell das mein Wissen durch die Ausbildung und meine Erfahrungen aus dem kindergarten nicht griffen und auch nicht reichten.
Das da "irgendwas" ist und ich "irgendwie" spezieller werden muß.

nur dazu muß man halt auch erst mal wissen um was es überhaupt geht, was da "los" ist, was da "anders funktioniert".
ADHS war damals noch nicht so bekannt und ich wurde jahrelang vertröstet und als Übermutter die sich ständig sorgt abgetan.
bis ich an die richtige stelle kam (wo man nur mit Überweisung hin kann) und dort schlug man die hände überm kopf zusammen und fragte warum ich jetzt erst käme

LG Mel


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