Klinikaufenthalt

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08.07.2009 11:33
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#1
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Hallo ihr Lieben,
ich muß mir heute mal wieder Luft machen. Ich hab vor nicht allzulanger Zeit eine alleinerziehende Mama kennengelernt deren Kind hochgradig unter ADHS leidet, und suizidgefärdet ist.

Da sie durch den Verlust des Partners selbst schwer angeschlagen war und ihr Sohn auch immer heftiger wurde hat sie sich vor zwei Jahren für ein Internat entschieden das fast 400 km vom Wohnort entfernt ist. Inzwischen ist ihr Verhältnis zu dem Kind so gestört, auch auf Grund der großen Entfernung, dass die Mutter nun versucht ihn hier in der Nähe unterzubringen was sehrwohl machbar wäre ihr damals aber nicht gesagt wurde.

Im schulischen Bereich ist das Kind in den zwei Jahren so durchgesackt dass er nun sogar die Klasse wiederholen muß. Alle schlagen nun einen stationären Aufenthalt für das Kind vor aber die beiden einzigsten Kliniken die dafür in Frage kämen kommen mit der Aussage das ist nicht unser Einzugsgebiet wenden sie sich doch an die ......... (forumsregel beachtet).

Bei der einen Klinik kann ich es ja noch halbwegs nachvollziehen weil anderes Bundesland (obwohl das auch schon schwer zu akzeptieren ist) aber bei der anderen? Es ist im Bundesland und es ist auch nicht allzweit weg. Ja und dritte Klinik, die dann halt übrig ist die bietet weder Therapien an noch will sie ihn aufnehmen weil sie sagen sie könnten hier höchstens die Medikamentierung überprüfen.

Wie zum Henker kann es angehen dass man ein Kind und seine Mutter so im Stich läßt und sich über Einzugsgebiete herausredet. Es ist ein Kind und es braucht dringend Hilfe und keiner fühlt sich Verantwortlich. In Zeiten von EU, offenen Grenzen und freier Arztwahl ist das ein Armutszeugnis dass jeder Beschreibung spottet.

Danke für eine Gesundheitsreform die es nicht schafft solch lächerlichen Kompetenzstreitigkeiten abzuschaffen und die dann noch mit Vorsorgeuntersuchungen prahlt und nicht begreift dass es an Grenzen und Einzugsgebieten scheitert damit auch kranken Kindern in stiefmütterlichen Gebieten geholfen werden kann.

eine wütende sich lufmachende lara


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08.07.2009 11:43
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#2
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Hallo Lara,
ich kann Dich voll verstehen!!!!
Mein großer Sohn hatte im März einen Selbstmordversuch unternommen. Wir haben in ca. 10 km Entfernung eine Uniklinik mit einer Abteilung für Kinder- und Jugendpsychatrie, diese nahm ihn damals jedoch nicht auf, wir sind Oberfranken und die sind Mittelfranken, er mußt dann in eine Klinik, die eine gute Stunde einfache Fahrzeit für uns war. Samstags abholen, Sonntags wiederbringen, Mittwochs besuchen. Wir waren bald mehr im Auto unterwegs als sonst etwas. Tja, wahrscheinlich auch gesetzlich Krankenversichert????

Meiner hatt mit Mühe eine Stunde in der Woche ein Gesprächstermin. In einer Klinik mit Privat-Krankenversicherten wurde mir gesagt, daß das absolut Sch... ist. Dort haääte er mehrere Stunden am TAG Therapie gehabt, als Einzel oder Gruppentherapie, über Musik oder Malen. Aber mit uns kann man es ja machen, gell???? Immer wenndie Kinder es am nötigsten brauchen wirst Du alleine gelassen.

Liebe Grüße
Alexandermaus


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08.07.2009 16:12
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#3
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Ich kann mich leider nur anschliessen ,bei meinem Sohn war es im Februar das er einen Selbstmordversuch hinter sich hatte.Und die Klinik nicht bereit war am Sonntag was zu tun Wir haben dann bei der Polizei angerufen er wurde abgeholt zur Wache ,dort von einem Ortnungsamtsarzt untersucht und dann zwangseingewiesen.Das war die einzige lösung die wir hatten dort war Sohn dann für 4 Wochen zur Stabelisierung und jetzt ist er nochmals in der Klinik zu Therapie kleine Fortschritte haben wir schon

Lieben Gruß
Gabi


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09.07.2009 10:49
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#4
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Hallo Gabi,
mein Sohn macht derzeit eine ambulante Therapie bei einem Psychotherapeuten. Er hat einen super Zugang zu meinem Sohn gefunden....
Wenigstens ein Lichtblick....
Mal sehen, wie es mit dem Kleinen weitergeht????

Alles Liebe
Alexandermaus


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09.07.2009 22:52
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#5
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Hallo Alexandermaus,

mein Sohn war vor eineinhalb Jahren drei Monate Vollstationär untergebracht und wir hatten auch die Fahrerei jedesmal ne Stunde hin und dann auch wieder zurück. Mit der Klinik war ich im großen und ganzen recht zufrieden, natürlich könnten die Zimmer auch etwas netter gestaltet sein und noch mehr an Therapieen angeboten werden aber mein Sohn hat dort durchaus Fortschritte gemacht und das alle zwei Wochen stattfindende Elterntraining hat auch mir weiter geholfen.

Ich bin froh dass ich nie die Möglichkeit hatte mir ne Privatklink anzusehen, denn dann hätte ich hier bei uns sicher auch noch ein paar Haare in der Suppe gefunden die mir nicht gefallen hätten. Allerdings fand ich das Angebot doch auch für die Kids ansprechend. Verhaltenstherapie, Gruppentherapie und einzel Gespräche, Rollenspiele, (die haben bei mir Bauchschmerzen ausgelöst - grins), Schule morgens und nachmittags ein auf das Kind abgestimmtes Therapieprogramm wobei die Freizeit auch nicht zu kurz gekommen ist.

Damals war ich hinterher sogar dankbar dass mich die Uni hier in der Nähe abgelehnt hat, weil anderes Bundesland, denn im Nachhinein hab ich von Leidensgenossen erfahren dass die auch einmal die Woche einen einzel Gesprächstermin haben und an sonsten wie halt im Krankenhaus im Zimmer festsitzen. In der Regel dauern die Aufenhalte dort auch nicht länger als drei - vier Wochen bis halt auf neue Medis eingestellt ist und das wars. Nicht mal ein Elterntraining wird dort angeboten.

Daher verstehe ich die Bekannte sehr gut wenn sie ihr Kind dort nicht hingeben möchte sondern lieber in ne kompetente Klinik gehen will. Aber das scheitert ja nun halt am Einzugsgebiet. Was mir zugute kam macht sie fertig und dabei wohnen wir gerade mal knapp 20 km von einander weg. Aber so ist das es wird vor allem dort gespart wo Hilfe dringend notwendig wäre.

Grüße Lara


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10.07.2009 08:12
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#6
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Hallo Ihr lieben !

Mein Sohn ist wie gesagt in der Klinik er ist 1Monat dort und bleibt noch ca.3 Wochen ,man merkt das es ihm hilft und das zählt doch !!!In der Klinik kommt absolut keine Langeweile auf so viele Therapien und Freiteizmöglichkeiten echt gut .Gerade jetzt in den Ferien!

Es geht wieder aufwärts !!!!

Bis bald!

Gabi


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10.07.2009 08:19
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#7
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Hallo Gabi,
das freut mich für Dich und Deinen Sohn!!!!

Liebe Grüße
Alexandermaus


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16.07.2009 04:39
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#8
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Hallo Gabi und andere Mitbetroffene

ich habe aktuell einen ähnlichen Fall (ADS Kind mit starker Suizidgefährdung), es ist so, dass mein Sohn sehr starkes Negativfeedback bekommt von außerhalb und ich sehr große Angst um ihn habe.

Zuhause geht es einigermaßen durch gute Strukturierung, 2 Jahre ADS Coaching uvm. Ich bin allein erziehend und die Familie hat sich von meinem Sohn abgewendet, weil er einfach "zu anstrengend und nicht normal ist". Nur mein Vater + Familie sowie die Patenonkel und -tanten halten zu uns. Mittlerweile habe ich den 3. Erschöpfungszusammenbruch in 1 Jahr. Eine Mutter-Kind-Kur hat nicht geholfen - weder meinem Sohn noch mir.

Der getrennt lebende Vater kennt zwar die ADS Berichte der Ärzte, behauptet jedoch, ich würde "hysterisch reagieren" und "Probleme sehen, wo keine sind". Ich habe mich ans Jugendamt gewendet und auch dort wurde mir gesagt, ich müsse solche Äußerungen ernst nehmen.

Ich liebe mein Kind sehr und er ist oft am Weinen, hat sich zurückgezogen und sagt mir, er würde sich wünschen, der liebe Gott würde ihn zu sich nehmen, da er "zu nichts nütze sei". Er erlebt in der Schule sehr viel Negativfeedback (typisch oppositionelles Verhalten). Mich machen solche Äußerungen fertig, ich drücke meinen Sohn dann sehr fest und sage ihm, dass ich ihn sehr lieb habe und ich wüsste, dass er sein Bestes in der Schule und auch sonst geben würde.

Das Problem ist der Kindsvater - er nimmt die Problematik nicht ernst. Mittlerweile ist es auch finanziell für uns schwer, da der Kindsvater behauptet, ich hätte die Krankheit nur erfunden (trotz 54 Seiten Arztberichten, Problemen in der Schule, etc.), um nicht arbeiten gehen zu müssen. Dies ist nicht wahr, ich würde sehr gern voll arbeiten und für das Familieneinkommen selbst sorgen und finanziell unabhängig sein - doch inzwischen sind die Probleme so gravierend, und das schon in der 1. Klasse, dass mein Sohn teilbeschult ist.

Vor dem 6. Lebensjahr war mein Kind zum ersten Mal stationär in einem kinderneurologischen Zentrum, da die Einschulung gefährdet war und es ihm sehr schlecht ging. Dort wurde er medikamentös eingestellt, was auch erst gut lief. Dann kam er in die 1. Klasse und wurde umgestellt. Anfang des Jahres stand er hier auf dem Fensterbrett im 3. Stock und wollte sich aus dem Fenster stürzen.

Vor 4 Wochen rastete er nach einem schönen Tag mit Freunden abends aggressiv aus, schlug sich mit der Faust gegen die Nase, weil er seinen Willen nicht bekam und wurde beim Zurückhalten meinerseits (Hände festhalten, damit er damit aufhörte) immer aggressiver. Er drohte, sich etwas anzutun, während ich schlafe, weil ich ihm gesagt habe, wenn er sich nicht beruhigt, würde mich nichts anderes übrig bleiben als ihn wieder in die Klinik zu bringen.

Ich bin allein erziehend und der Mann meiner Freundin musste kommen, um mich zu unterstützen. Er kriegt mit, was ich seit knapp 4 Jahren mit meinem Jungen mitmache und hilft, wo er kann. Ich habe gute Freunde, das ist auch wirklich sehr viel wert, sonst wäre ich schon zusammengeklappt. Am liebsten hätte ich Rotz und Wasser geheult, aber ich war wie gelähmt und habe in der Klinik angerufen, in der er schon mal gewesen ist. Die wollten ihn nicht aufnehmen.

Endlich fand ich eine Klinik, aber die einweisende Ärztin sagte, nachdem mein Sohn dann erschöpft vom Toben eingeschlafen war, ich solle ihn schlafen lassen und bekam aber gleich am nächsten Tag einen Termin. Die Patentante fuhr mit und die Ärztin schlug mir vor, meinen Sohn auf die Warteliste zu setzen für einen stationären Aufenthalt.

Jetzt hätte ich einen Platz, aber mein getrennt lebender Partner stellt sich gegen die Klinik, erkennt die Probleme nicht, obwohl bereits Jugendamt und Förderzentrum in der 1. Klasse der Grundschule eingeschaltet sind. Das Zeugnis der 1. Klasse ist vom Sozialverhalten her eine Katastrophe, aber auch das bagatellisiert der Kindsvater.

Was soll ich tun? Ich versuche alles, um meinem Kind auch eine Kindertherapie zukommen zu lassen, aber der Kindsvater nutzt sein Sorgerecht nur dann, um alles komplett zu blockieren (gemeinsames Sorgerecht).

Ich möchte den Platz mit meinem Sohn in der Klinik gern nehmen, was kann ich tun???


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16.07.2009 04:42
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#9
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Liebe Gabi, es geht mir sehr ans Herz, was ich hier so lese. Auch ich freue mich für dich, dass es deinem Sohn wieder besser geht.

Darf ich mal fragen, wie alt dein Sohn ist? Hat dein Sohn auch Angststörungen? Mein Sohn hat starke Trennungs- und Verlustängste und große Angst vor Autos und Hunden.


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16.07.2009 04:47
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#10
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Hallo Alexandermaus und alle anderen hier, deren Kinder suizidgefähdet sind oder bereits einen Suizidversuch unternommen haben ,

wie geht Ihr als Eltern mit der Angst um?

Mit dem Gefühl, dem Kind Liebe und Unterstützung zu geben, es zu schützen und dann mitansehen zu müssen, dass es leidet?

Wie vermeidet man es, in so einem Fall (Suizid oder Gefahr in Verzug) zu sehr zu beschützen und nicht mehr schlafen zu können?

Überbehüten geht natürlich auch nicht, er muss ja eigenständig sein und immer mehr werden.

Aber es ist ja wohl ein normaler elterlicher Instinkt, für sein(e) Kind(er) immer da zu sein, sie zu beschützen und dafür zu sorgen, dass es ihnen gut geht.


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