Parasiten

21.10.2009 15:15
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#1
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Hallo,

vor kurzem habe ich eine interessante Sendung über Parasiten gesehen, in der gezeigt wurde, wie diese im Gehirn von Fischen die Botenstoffe Serotonin und Dopamin verändern, so daß diese Fische ein auffälliges Verhalten entwickeln und leichter vom "Endwirt Möwe" gefressen werden.

Als diese Botenstoffe genannt wurden, dachte ich sofort an eine Erklärung über ADHS, die ich mal gelesen habe und zog Parallelen zwischen dem auffälligen Verhalten der Fische und meines Kindes. Sind ADHS-Betroffene eigentlich schon mal in diesem Zusammenhang untersucht worden, ob eventuell auch Parasiten "schuld" sind? Unsere Psychologin meinte auch, die Vermutung könnte naheliegen...
(Bin ja kein Arzt, aber die These drängt sich mir auf).

Grüße

Sigi


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21.10.2009 22:30
#2
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Hi sigi,

jetzt musst du mir bloß noch erklären, wie diese Parasiten vererbt werden. Öhm, ja, und wer beim Menschen der "Endwirt" ist, wüsste ich auch gerne.

Viele Grüße
Susanne


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22.10.2009 10:13
#3
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Hallo Sigi,

ich hoffe, Du hast Deine Fragen ironisch gemeint, denn sonst setz ich mich mit meinem Beitrag ganz fürchterlich in die Nesseln. Dann sei mir bitte nicht bös...

Bevor ich auf die wissenschaftliche Vermutung mit den Parasiten eingehe, möchte ich auf einen positiven Effekt dieser Theorie hinweisen:
...„so dass diese Fische ein auffälliges Verhalten entwickelten....“= das wäre ja gar nicht so übel, wenn das Mäulchen der Kinder auch mal wieder zugehen würde, so wie bei den Fischen....

Nun zum Ernst der Lage:
Nein, Sigi, vermutlich hat noch niemand über den Zusammenhang Parasiten/Fische/Möwen in Verbindung mit ADHS geforscht. Wenn allerdings eine Psychologin ernsthaft darüber nachdenkt, wie Du schreibst, werde ich es jetzt auch tun.
Wahrscheinlich wird das Ergebnis gleichzeitig Susannes Fragen beantworten:

Vorab:
Ein Mensch (der mit den Ratten) hat wieder einmal festgestellt, dass ADHS-Kinder kein „Ritalin“ benötigen. Er ließ die Mitwelt wissen, dass diese Kinder bei einem Testprojekt, nämlich bei zwei Monaten harter Arbeit in großer Höhe auf der Alm schon nach den ersten Tagen kein „Ritalin“ mehr brauchten. Sie hatten das Käsemachen gelernt und versorgten sich selbst und eine Kuh. ...blablabla....,
und dieser Forscher, so man ihn denn so nennen will, hofft, dass auch ein Jahr später noch auf „Ritalin“ verzichtet werden könne.

Diese Erkenntnis in Zusammenhang mit der Parasiten-Theorie (Parasiten verändern die Botenstoffe im Gehirn – Fische entwickeln auffälliges Verhalten – werden leichter vom „Endwirt Möwe“ gefressen) würde (bei einer ADHS-Hirn-Mama)zu folgendem Ergebnis führen:

1. „Die Parasiten verändern die Botenstoffe im Gehirn“: Die „Schuldfrage“ von den Eltern auf die Parasiten zu verlagern, - das hätte natürlich schon was! Zumal dieser Alm-Forscher immer noch behauptet, ADHS käme vom Fernsehen und davon, dass die Eltern ihren Kindern zu wenig Eigenverantwortung zumuten. Also lassen wir mal die Parasiten als Schuldträger zu.

2. „Die Fische entwickeln ein auffälliges Verhalten.“ Die Fische sind dann wohl gleichzusetzen mit unseren ADHS-Kindern.

3. Bleibt nur noch übrig, die Fragen von Susanne zu beantworten:

4. Die Parasiten werden nicht vererbt, sondern zusammen mit den Fischen von der Kuh gefressen und folglich mit der Milch auf die Kinder übertragen.

5. Der Endwirt ist demzufolge die Kuh; denn sonst ist ja niemand da, der die Kinder fressen würde.
Es sei denn, es wäre noch ein TV-Team in der Nähe, dass den besorgten Alm-Forscher herbeirufen würde. Der wiederum könnte eventuell einige Test-Rest-Ratten bei sich tragen, die dann, gemeinsam mit den verbliebenen Parasiten, der Kuh den Garaus machen würden, und somit die Kinder gerettet wären .
In diesem Fall wären die Ratten der Endwirt.
Ist diese Theorie widersprüchlich? Habe ich einen logischen Fehlgriff getan? Irgendwie verwirrend das alles?
Sollen wir lieber die Fische auf die Alm schicken und die Kuh fressen lassen,
und die Parasiten saufen die Milch,
oder vielleicht sollten wir die Möwen auf der Alm nach fischenden Kühen suchen lassen,
oder die Kuh ins Meer schicken auf der Suche nach möwenfressenden Fischen,
oder....

Vermutlich wird es das Beste für unsere Kinder sein, wir halten uns an die wissenschaftlichen Ergebnisse seriöser ADHS-Forscher, es bleibt bei der täglichen Medikamenten-Einnahme (wo nötig), und wir fahren in den nächsten Ferien auf die Alm; ohne Ratten und ohne Forscher, und hoffentlich auch ohne Parasiten.
Ach da fällt mir grad ein: eine meiner Töchter bat mich heute, ihr neue Drogen zu holen, die würden ihr so helfen beim Fernseh-schauen.

Verwirrte Grüße
Mama4kids



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22.10.2009 10:21
#4
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Hallo mama4kids,

so herzhaft gelacht hab ich schon lange nicht mehr.
Danke dafür.
Bei mir verwandeln sich Worte und Sätze im Kopf immer zu Bildern und die Bildfolge bei deiner Beschreibung war zu köstlich

Klasse geschlussfolgert und analysiert.
Eine Stärke von ADS-lern ! Auch wenn Normalo da oft nicht oder nur schwer folgen kann.
Ich musste schon einige Punkte mehrfach lesen

Lg Mel


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22.10.2009 14:59
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#5
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Hi Susanne,

tja, "vererbt" ist wohl nicht ganz der richtige Ausdruck. Eher noch Ansteckung. In dem Beitrag wurde aber auch gesagt, daß etwa jeder dritte Deutsche den Parasiten "Toxoplasma gondii" in sich trägt, der als Endwirt die Katze hat. In deren Darm vermehrt sich der Parasit und gelangt von dort in die Umwelt. Menschen infizieren sich über rohes Fleisch und ungewaschenes Gemüse.

Hört sich zwar blöd an, denn Menschen werden nicht von Katzen gefressen. Aber wenn man sich unsere Entwicklungsgeschichte ansieht, waren wir einst (als Fast-noch-Affen) doch Raub-Katzenfutter. Vielleicht ist der ADS-Parasit (wenn es ihn denn geben sollte) auch ziemlich alt und der Endwirt liegt in einem unserer ehemaligen Fressfeinde?

Denken wir doch mal so: Sollte wirklich ein Parasit die Ursache für ADS sein und es gäbe ein Mittel gegen ihn, hätten unsere Kinder doch viel weniger Probleme!

Ich will jetzt hier natürlich nicht sagen in welcher Sendung ich das gesehen habe, aber diese ist doch ziemlich seriös und nicht so ein sensationslüsterner Privatsendermüll.

Schönen Gruß

Sigi


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22.10.2009 16:24
avatar  Andrea
#6
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Hallo Sigi,

schicke doch bitte Susanne und mir den Titel der Sendung als PM.

Andrea

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
der uns beschützt und der uns hilft zu leben.


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22.10.2009 17:50
avatar  Tonks
#7
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Hallo Mama4kids,

das ist eine wunderbare Erklärung, herrlich

Herzliche Grüße von der Küste, dort wo die Möwen schreien,
Tonks


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23.10.2009 21:02
#8
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Hi sigi,

offensichtlich ist es dir ernst mit den Parasiten und mit zynischen Bemerkungen meinerseits kommst du nicht weiter. Also gut, es geht auch ernsthaft.

Erst mal danke für den link zur Sendung. Stimmt, die Sendung ist seriös (obwohl die auch schon mal danebengelegen sind). Und die Berichterstattung zum Thema Parasiten ist sicher auch seriös, daran zweifle ich nicht. Selbstverständlich ändert sich das Verhalten von Lebewesen, wenn man in ihrem Gehirn an den Botenstoffen, insbesondere an Dopamin und Serotonin, rumlaboriert. Ob das jetzt ein Parasit macht oder eine Frontalhirnverletzung oder wasweißich, sicher ist: geraten die Botenstoffe durcheinander, gerät auch das Verhalten des Lebewesens durcheinander.

Was du gut erfasst und hier auch wiedergegeben hast, das sind die Parallelen der in der Sendung diskutierten Verhaltensänderungen zu Verhaltensauffälligkeiten bei hyperaktiven Kindern (Risikofreude, Aufmerksamkeit heischen etc.). Wenn man immer wieder liest, mit welchen Schwierigkeiten unsere Zwerge draußen zu kämpfen haben, da kommt man schon mal in Versuchung, sich zu wünschen, es wäre "nur" ein Parasit. Doch jetzt lass uns mal aufdröseln, weshalb das eben nicht so ist.

Zuerst muss ich zur Ehrenrettung der Sendung betonen, dass dort nicht der geringste Hinweis auf ADHS gegeben wurde. Der hier konstruierte Zusammenhang ergibt sich lediglich aus den dort erwähnten Botenstoffen.

Wenn ich jetzt unbedingt will, dass ein StiNo-Kind vereinzelte, jedoch deutliche ADHS-Symptome zeigt, dann brauch ich bloß ein bisschen an seinen Botenstoffen rumzuschrauben; z.B. indem ich ihm Schlaf entziehe, es nach kurzer Zeit wieder wecke, ihm Stress mache durch unangenehme Umgebung etc. Danach zeigt dieses Kind dann heftige ADHS-Symptome (jedenfalls die, wegen welcher unsere Oberzappelphilippe diagnostiziert werden).

Doch deutliche Zappelphilippsymptome sind noch lange keine ADHS, da gehört mehr dazu. Und genau darum geht es mir. Unruhe, Aufmerksamkeit heischen, sich aufdrängen, Risikofreude, Oberflächlichkeit ... gewiss, wo sich diese Symptome der Hyperaktivität zeigen, kommt man mitunter schon auf die Idee, es könne eine ADHS dahinterstecken. Doch was ist mit den anderen, weit über hundert Einzelsymptomen, die zum ADHS-Störungsbild dazu gehören? Willst du die alle ignorieren?

Wie passt z.B. unser Helfersyndrom zum Verhalten der Fische? Außerdem, bedenke bitte: Der Mensch mit ADHS funktioniert am besten unter Stress, Druck und im Hyperfokus. Wenn der Fisch im Film Stress hat, tickt er aus. Wenn der Feuerwehrmann mit ADHS mehr als nur einen Brandherd hat, läuft er erst zur Hochform auf.

Der langen Rede kurzer Sinn: Änderungen bei den Botenstoffen ändern das Verhalten, die Berichterstattung ist korrekt und seriös. ADHS ist eine genetisch bedingte Veränderung bei den Botenstoffen, daher unterscheidet sich u.a. auch das Verhalten im Vergleich zu StiNos; doch Hyperaktivität ist nur bei etwa der Hälfte der Menschen mit ADHS ein Thema, die andere Hälfte hat ADHS ohne Hyperaktivität - und diese Variante passt nun überhaupt gar nicht zum auffälligen Verhalten der Fische im Film.

Viele Grüße
Susanne





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25.10.2009 16:36
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#9
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Hallo Susanne,

okay, so auseinanderklamüsert habe ich wohl unrecht. Aber ich bin ja auch kein Arzt oder Wissenschaftler und mir haben sich hier einfach die Parallelen aufgedrängt. (Wunschdenken?)

Trotzdem danke ich dir für deine ausführliche Antwort und gebe weiterhin meiner Tochter fleißig ihr Medi...

Schöne Grüße

Sigi


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