ADHS? und Asperger? Nachbarprobleme

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17.06.2012 23:30
avatar  Omi52
#1
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Ich muss heute einfach mal was loswerden.
Wir sind ja immer noch an der Diagnostik, aber Ende schon in Sicht.
Enkel hat öfter mal einen Wutanfall, z.B. weil zu Vollkornwaffeln gehört für ihn Apfelmus, der ist mir aber leider ausgegangen. Da wurde der Sessel umgeworfen, die Stühle, Sachen am Frühstückstisch und dann auch noch die Tür zugeschlagen.
Oder weil im KiGa schon wieder mal ein Wechsel der Erzieher ansteht, da hat er 2 Wochen lang öfter einen Wutanfall bekommen, einfach so aus heiterem Himmel wurde etwas auf den Boden entleert, ob Milch, Mehl, was gerade zu erreichen war usw.

Jetzt habe ich erfahren, dass die Nachbarin unter uns schon 2 mal das Jugendamt angerufen und gemeldet hat, dass bei uns soviel Lärm wäre.
Außer den Wutanfällen, bei dem er mal eine Tür zuschlägt, schreit er viel und trommelt auch mal gegen die Tür, wie soll man denn dagegen angehen, die Diagnose steht noch nicht also wird aus dem Bauch gehandelt und versucht alles zu vermeiden, was solche Wutanfälle auslösen könnte.

Bin nun gespannt, wie sich die Nachbarin und die Dame vom Jugendamt das vorstellen, was wir tun sollen. Am besten ausziehen und in ein einzel stehendes Haus einziehen.

Sie spricht mit uns überhaupt nicht, sie ignoriert uns.
Wir haben seit ein paar Monaten eine Sozialpäd.Familienhilfe, von uns beantragt und auch erhalten.
Ihre angebotene Hilfe hat mir überhaupt nicht geholfen, nur, dass mein Kopf ein Karussell war, weil da dauernd auf einen eingeredet wird, ich habe so schon den Kopf voll, möchte mich nicht mit Sachen abgeben, die mir einfach nicht weiterhelfen.


Liebe Grüße
von

Omi52


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18.06.2012 08:19
avatar  smilla
#2
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Hallo Omi52,

also ehrlich? Dann müssten wohl alle Familien das Jugendamt mal vor der Tür stehen haben, vorausgesetzt natürlich sie haben so eine olle Nachbarin wie Ihr! Überall wo Kinder sind ist es mal laut! Auch bei den "Normalos" übrigens.

Vielleicht solltest Du mal Deiner Nachbarin vorschlagen dass sie das nächste Mal erst mit Dir spricht und nicht gleich das Amt anrufen, aber leider fehlt ja genau solchen Leuten das bisschen im Kopf das man dazu braucht. Dann lieber still und heimlich anrufen und danach die Tür nicht aufmachen!!
Total bescheuert...Halte die Ohren steif!


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18.06.2012 18:55
avatar  ( gelöscht )
#3
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( gelöscht )

Hallo Omi52,
das haben wir leider auch schon hinter uns. Denn Sohni "brüllt aus Leibeskräften" weil er hier "so schlecht behandelt wird" (O-Ton Nachbarin).
Zu diesem Zeitpunkt hatten wir auch noch keine Diagnose, aber das war überhaupt kein Problem. Die Dame vom Jugendamt war hier, nach vorheriger Anmeldung, hat sich mit uns und Sohni, auch alleine, unterhalten und sich alles angeguckt. Danach war sie schon zufrieden. Als wir ihr dann auch noch erklären konnten, dass wir uns bereits um Hilfe (Diagnostik) bemühen, war sie sogar noch freundlicher und ist zusammen mit mir zu der Nachbarin um das "von ihr erlebte Familienverhältnis" als positiv zu bewerten ...
Also, da Du dir ja wirklich Gedanken machst und ihr ja "am Ball bleibt" mit Diagnostik etc., mach dir keinen Kopf. Selbst wenn die Damen und Herren mal vorbei kommen, kannst Du immer noch hinterher sagen, dass alles, bestätigt vom Jugendamt, in Ordnung ist.
Vielleicht ändert die Nachbarin dann ja ein Stück weit ihr Verhalten und wenn nicht, ist sie selbst schuld
Trotzdem Kopf hoch


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18.06.2012 20:11
avatar  Omi52
#4
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Hallo Sunshine,
danke für deine Antwort, du schreibst ja fast das gleiche, das wir hier erleben. Mit dem Unterschied, dass wir eine Sozialpäd.Familienhilfe haben, die ich gar nicht wollte. Wir wollten jemanden, der sich mit adhs+Asperger-Autismus auskennt und uns Ratschläge gibt. Jetzt will diese Frau ich nenne sie FH, dass wir uns mit der Nachbarin zusammen setzen und etwas vereinbaren, z.B. wann der Kleine nicht auf den Balkon darf und wann absolute Ruhe sein soll.

Ich glaube jetzt gehts wirklich los, ich möchte am liebsten auf eine einsame Insel mit meinen Lieben und meine Ruhe haben von alledem. Wenn es nur so einfach wäre wie bei Dir. Aber diese Frau, ich pack die überhaupt nicht, dieses psychische Gerede, jetzt auch noch diese Vereinbarung die sie machen will.
Sogar ein Hahn darf krähen wann er will, aber Kinder sind in Deutschland weniger wert als Tiere.

Ich möchte mal wissen, wieweit das JA gehen kann, die Hilfe wurde von uns angefordert, da können wir sie auch beenden. Aber die FH sagte heute, wir würden auf der Stelle treten und nichts geht vorwärts. Es muss sich bessern, das nervt mich sehr, kann Dir gar nicht sagen wie. Ich glaube fast, dass die FH kein Erfolgserlebnis für sich selber sieht. Autismus vergeht nicht und alle Kinder von denen ich bisher gehört habe, haben noch lange diese Wutanfälle und unserer ist gerade mal 5.

lg

Omi52


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18.06.2012 21:05 (zuletzt bearbeitet: 18.06.2012 21:30)
avatar  Omi52
#5
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Nachtrag

das habe ich ja ganz vergessen, ich soll mit der Nachbarin Ruhezeiten vereinbaren und in der Zeit mit dem Kleinen außer Haus gehen.

Das geht doch wohl gar nicht. Ich mache das nicht. Bin schon froh, wenn ich nach dem Spaziergang wieder zuhause bin, denn das ist ganz schön anstrengend, ständig muss ich aufpassen, dass er nicht auf die Straße rennt und nicht in Gärten läuft und dann soll ich nochmal außer Haus, weil die Frau Nachbarin ihre Ruhe haben will?

Mir wurde gesagt, dass das was Enkel hat eine Behinderung ist und die Wutanfälle eine Auswirkung dessen ist. Also müssen die Behinderten aber dann auch bitteschön a l l e auf Nachbarn Rücksicht nehmen und schön außer Haus gehen, damit die ihre Ruhe haben. Wer sorgt dann dafür, dass ich mal zur Ruhe komme? Ich muss mich schon jetzt, mit Leuten herumärgern, die sollen mich oder uns doch einfach in Ruhe lassen.
Sogar die besten Freunde sagen: Meinst nicht, dass du mal besser durchgreifen solltest?

Danke für solche Freunde, ich bin einfach nur müde und könnte heulen...

lg

Omi52


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19.06.2012 14:02 (zuletzt bearbeitet: 19.06.2012 14:04)
avatar  smilla
#6
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Leg`Ihr doch einfach mal ein Päckchen mit einem Gehörschutz aus dem Baustellenbereich vor die Tür! Da geht nichts durch!

Nein, Spass beiseite! Ich finde Du musst Dich vor der Nachbarin in keinster Weise erklären oder rechtfertigen! Das Doofe ist ja dass man irgendwie kooperieren muss, man muss ja auch irgendwie miteinander klarkommen. Das Problem ist auch dass einem diese unaufgeklärten, ignoranten und dummen Menschen das Leben zur Hölle machen können, wenn sie es nur ausdauernd genug betreiben!

Aber mal ehrlich? Irgendwo is`ja auch mal Schluss mit lustig! Das ist ein Kind und der hat was! Das weisst Du, das weiss das Jugendamt und das wird ja sehen dass es Eurem Kleinen gut geht, trotz Lärm und Wutausbrüchen. Und ob diese Frau damit zurchtkommt sollte ihr Problem sein!! Und nicht auch noch Deines!! Du hast schon genug!! So, halt die Ohren steif... smilla


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19.06.2012 18:52
avatar  ( gelöscht )
#7
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( gelöscht )

Das ist ja echt der Hammer!!!
Erstens kann ich diese FH überhaupt nicht verstehen und zweitens kann ich dir sagen, dass Du nicht dazu verpflichtet bist das Haus in bestimmten Zeiten zu verlassen! Denn ich habe bereits in einem Wohnheim für Menschen mit Behinderung gearbeitet und weiß daher, dass es KEINEM Menschen vorzuschreiben erlaubt ist, wann er "einfach mal ausrasten" darf und wann nicht. Und euch kann keiner "Hausverbot" für eure Wohnung erteilen, auch nicht für eine bestimmte Zeit. Falls Du allerdings irgendwelche Paragraphen brauchst, sorry, die kenne ich nicht.
Und zu dem Thema mit der FH, warum sprichst Du nicht mal mit dem Jugendamt, oder der zuständigen Stelle, dass es irgendwie so gar nicht passt. Ggf. könntest Du da noch einmal ansprechen, was genau Du dir vorgestellt hast...
Auf jeden Fall, lass dich nicht unterkriegen!!!
Und wenn dir nach Heulen ist, lass es raus - danach ist´s besser und du kannst dich wieder besser auf´s Wesentliche konzentrieren. Ist zumindest bei mir so.
Gaaaaaaaaaaaanz lieben Gruß


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19.06.2012 19:32
avatar  Omi52
#8
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Hallo ihr Lieben,

ich danke euch für eure aufmunternden Worte, tut echt gut, wenn man weiß, dass da Leute sind, die einen verstehen und mitfühlen, sehr liebe von euch.
Ich werde an dem Tag, wenn wir mit der Nachbarin reden, das ist nun so ausgemacht, zuerst mit der FH reden und mein Anliegen vorbringen. Jedenfalls so wollen wir das nicht, erst soll mal die Diagnose abgewartet werden und dann machen wir nicht der FH weiter, sondern mit einer kompetenten FH, die sich auch mit dem Problem auskennt und nicht alles AUßEN VOR lässt, was eigentlich wichtig ist.

Schade finde ich, ist es wirklich Asperger Autismus, wie wir vermuten, dann bin ich hier ja an der falschen Stelle und werde nicht mehr getröstet...
Habe mich mal umgesehen nach einem Forum für Autisten mit Asperger, das ist alles nichts, absolut nichts gegen dieses Forum hier. Hier ist alles übersichtlich, anschaulich, leicht was zu finden, einfach gebrauchstauglich. Die Autismus-Foren ein Graus, ich komme damit nicht klar. Da kennt man sich einfach nicht aus, ich finde nichts wo und wie ich mal einen Beitrag bringen kann und wenn ich was suche, was mich interessiert, finde ich nichts, ist grade so als wären die Teilnehmer alle verstorben, kommt mir vor wie ein einsames verlassenes Haus.

Nochmal danke
eure

Omi52


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01.07.2012 12:50
avatar  ferrano
#9
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Liebe Omi 52,

Du brauchst uns doch nicht verlassen! Asperger und Adhs ler sind wie zwei Seiten einer Medaille- wir haben in unserer Familie beides!
Das kommt sehr häufig vor, leider nicht immer in dem Ort wo man gerade lebt. Siehe deine Nachbarn.
Auch bei uns sind "Freundschaften" und "Bekannte" auf dem Weg geblieben. Nachbarn die uns doof finden? Klar gibts die. Sie finden das wir unsere Kinder" antiautoritär" erziehen (inzwischen lache ich aus vollem Herzen darüber- weil man Menschen nicht belehren kann, die nichts wirklich wissen wollen, da gehe ich besser Kuchen backen oder sowas).

Die Wutanfälle sind anstrengend und kosten viel Kraft für die Erziehenden. Vermeiden von Auslösern hilft zwar kurzfristig, aber auf die Dauer ist die Welt leider nicht so wie der Aspie/Autist es sich wünscht (immer alles gleich und vorhersehbar ...). Ihr müsst Junior das immer wieder erklären, ihn vorbereiten, dass heute was anderes passieren wird oder kann.

Ich empfehle das Buch "Das Asperger Syndrom" von Tony Atwood, dieser Autor erklärt mitfühlend und kompetent was bei Aspies los ist und wie Eltern, Lehrer und Erzieher damit besser umgehen können.

Peinliche Situationen gibt es immer wieder (das Erwartete Essen im Restaurant gibt es nicht? Ein zwölfjähriger flippt aus ..., peinlich wenn der jüngere Bruder sich besser unter Kontrolle hat) inzwischen besprechen wir vorher schon Alternativen, also was Herr Speziell denn sonst noch essen würde- da kommen ja nicht viele Dinge in Frage .


Eure Nachbarin hat unter Umständen auch Probleme mit sich selber- man kann ihr ganz klar mitteilen, das euer Kleiner eine Behinderung hat (ruhig drastisch ausdrücken, da das ja auch peinlich ist, kein Verständnis für ein Kind mit Behinderung zu haben).
Ihr könnt sagen, dass ihr euch bemüht die Ruhezeiten einzuhalten, andererseits ist die Gesetzeslage klar , denn "Kinderlärm ist über das übliche Maß hinaus zu tolerieren." Da gibts einige Gerichtsurteile. Wir hatten auch so Nachbarn ... Manchmal hilft nur umziehen- falls es eine Mietwohnung ist.
Ansonsten ignorieren! Und auf arrogant stellen! Eine ebenfalls gute Taktik, habe festgestellt, dass manche Menschen
plötzlich ganz anders reagieren, wenn ich mir gar keine Mühe mehr gebe mich gut zu verhalten. Plötzlich werden sie wieder "normal".

Ich verhalte mich kurz, höflich und stets in Eile (Sie wissen ja wir haben genug zu tun ...), ständige Diskussionen ersticke ich mit einem "das haben wir bereits geklärt".

Weiterhin empfehle ich eine Rechtschutzversicherung, falls es zu Auseinandersetzungen kommt kann ich per PM auf dieses Thema spezialisierte Anwälte nennen.

Weiterhin empfehle ich Kontakt zu Elternverbänden von Autisten, das ist unersetzbar!

Liebe Grüße

U.


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02.07.2012 20:37
avatar  Omi52
#10
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Liebe Ferrano,

Ich habe es mir schon überlegt und wurde auch von anderer Seite darauf hingewiesen, dass hier auch beides zu finden ist. Das ist enorm beruhigend für mich, werde bald mal was dazu schreiben und Fragen stellen.

Das ist sehr interessant was Du da schreibst, Rechtsschutz hat meine Tochter schon abgeschlossen und am sparen sind wir auch schon, damit wir bei Gelegenheit umziehen können.

Es ist auch nicht einfach, weil im Kindergarten wird nicht berücksichtigt, dass Enkel einige Probleme hat, die auf Asperger zurückzuführen sind. Er wird wie ein normales Kind behandelt, obwohl er Förderkind und bekannt ist, dass eine Diagnose steht, nur eben nicht gesichert ist. Ich möchte schon erwarten, dass der KiGa sich darauf einstellt und ihn nicht immer mehr verunsichert mit Aussagen, die er nicht verstehen kann.

Wir haben den KiGa schon darauf vorbereitet, wenn es sicher ist, dass er Asperger-Autismus hat, möchten wir, dass der Herr vom Autismus-Zentrum in den KiGa kommt und die Damen in dieser Richtung fortbildet. Alles schon geregelt, brauchen nur noch das Ergebnis, aber bald ist es soweit.

Ich danke dir für deine Antwort,
liebe Grüße

Omi52


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