Computerspiele und Hausaufgaben

13.12.2012 19:55
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#1
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Hallo,
mein 'Flummi', so nenne ich hauptsächlich für mich selbst meinen 14jährigen, ist in der 8., und wir haben wieder extreme Probleme, irgendeine Struktur einzuhalten. Seit wenigen Wochen hat er eine Freundin, seitdem ist extreme-phoning angesagt - das geht über Stunden. Während seine Freundin vor oder zwischen dem Telefonieren ihre Schulaufgaben erledigt, ist er dazu nicht in der Lage, sondern mit seinen Gedanken irgendwo.
Dann ist da noch die Sache mit dem Computer: Wir haben, seit er einen eigenen PC hat, Spielzeiten vereinbart. 5 Stunden von Mo - Fr, höchstens 1,5 an einem Tag, am Wochenende jeweils 2 Stunden. Das ist ihm zu wenig, da kommt er bei den Spielen nicht so weit. Er versucht ständig, die Zeiten zu strecken. Klar, wir beharren auf Einhaltung, aber dann gibt's Geschrei. Weil er ja erst seine Aufgaben erledigen soll, bevor er spielt, ist er - wie er selbst sagt - immer mit seinen Gedanken beim bevorstehenden PC-Spielen und kann die Aufgaben nicht richtig erledigen. Drehen wir die ganze Sache um, ist er nach dem Spielen erst mal richtig geschafft und kann seine Aufgaben auch nicht richtig erledigen, kann er mal gar nicht PC-Spielen, ist er völlig fertig, weil er ständig sauer ist, weil er nicht ran kann?!! Hilfe!!! Hat jemand eine rettende, durchprobierte Idee?


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13.12.2012 20:17
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#2
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Auweia, liebe Gabi, da kann ich mich ja noch auf was gefasst machen.
Mein Enkel machts genauso, er ist zwar erst 5 er hat feste Zeiten für den PC, 15 Min tgl. hat noch keine Freundin, haha, dazu ist er denn doch noch zu klein. Er versucht auch immer zu "strecken" oder muss mir noch irgendwas zeigen, oder das dauert noch, er findet immer irgendwas, aber ich bin schon stur, wenn er gar nicht hört, dann einfach runter vom Stuhl und Oma macht den PC aus. Dann ist er sauer auf mich, das legt sich bald wieder.

Wenn er aber schon 14 ist, dann sieht die Sache schon ein wenig anders aus, ob er sich dann auch einfach vom Stuhl schieben lässt damit die Oma ausmachen kann, wenn er es nicht macht? Oft hält er ja ein, was ausgemacht ist, mich überrascht nur, dass es in dem Alter wie Dein Junge ist, noch die gleichen Probleme gibt.
Ich hoffe, dass Du noch hilfreiche Antworten bekommst,
sei lieb gegrüßt
von

Omi52


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14.12.2012 14:15
#3
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Zitat von Omi52 im Beitrag #2

... , mich überrascht nur, dass es in dem Alter wie Dein Junge ist, noch die gleichen Probleme gibt.


Probleme mit Internet-Spielen und Dauer-Telefonieren fangen in Flummis Alter erst so richtig an ...

... weiß Susanne

LÄCHELN! Morgen wird noch schlimmer!


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14.12.2012 18:07
#4
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Hallo Gabi!
Wir hatten auch solche Probleme. Als die schulischen Leistungen am Nullpunkt waren (Versetzung gefährdet), habe wir ein totales Computerverbot ausgesprochen und den Kasten für 2 Monate aus dem Zimmer geräumt. War zwar am Anfang ein bomben Theater, aber nach ein paar Wochen meint er selber, nun habe er endlich mal wieder Zeit für andere Dinge - Modellbau - Sport,...
Ich glaube, ich bin sehr streng ...- Ordungsamt halt. Aber wir wussten uns echt keinen anderen Rat mehr!

Nun ist er ein bisschen älter geworden und hat es besser im Griff - hoffe ich - sehen wir dann ja spätestens beim Zeugnis!

Liebe Grüße von
rapunzel


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16.12.2012 11:42
avatar  Zottel
#5
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Hallo Gabi,

ich würde den PC mal für einige Wochen "konfiszieren" - kein PC, kein Ärger.

Ob das bei einem 14-jährigen (noch) so einfach funktioniert weiß ich leider nicht. Mein Sohn ist erst 12....
Gerade weil ich bisher keine Lust auf solche Diskussionen hatte hat Sohni keinen PC, keinen Gameboy und auch keine Spielkonsole etc. Noch nicht.
Da habe ich es mir im Grunde ziemlich einfach gemacht - auf Dauer ist das ja auch keine Lösung.

Lange werden wir den elektronischen Medien wohl nicht mehr "aus dem Weg" gehen können. Die meisten von Sohnis Freunden sind bis an die Zähne ausgestattet...

Irgendwie graut es mir davor schon.

Liebe Grüße

Zottel


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16.12.2012 19:24
avatar  Tonks
#6
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Ich denke es ist egal, ob 12 Jahre, 15 Jahre oder auch erst 5 Jahre alt.
Viele ADHSler können nicht vernünftig mit Konsolen, Gameboy und PC umgehen und in diesen Fällen hilft wirklich nur
ein konsequentes Reglement durch die Eltern/Großeltern.
Klar, das ist Streß pur und Ärger und Kämpfe sind für Jahre garantiert, es ist wirklich ein sehr kräftezehrender Weg.
PC und Computerspiele zu verbieten ist keine Lösung, ich halte ein Verbot auch für kontraproduktiv.
Doch wie schnell ist aus der normalen "Leidenschaft" eine Sucht entstanden, das kann so schnell gehen.
Trotz Regeln und dass die Zeit im Internet zugeteilt wurde.

Unser Hypie (18) hat heute endlich selbst erkannt dass er PC süchtig ist und dass es Spiele gibt, die sein Leben
total bestimmen. :´-(
Bisher stritt er es immer ab.

Im Sommer brach er die Schule ab und seinen Freundeskreis, den er bis vor ca zwei Jahren noch hatte, hat er inzwischen verloren.

In der kommenden Woche beginnen wir mit der Suche nach einem geeigneten Therapeuten, falls Hypie es noch will.

LG
Tonks


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16.12.2012 23:42
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#7
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Hallo alle zusammen,
erst einmal ganz herzlichen Dank für eure Antworten. Was ich daraus lese, ist, dass man in unterschiedlichen Altersstufen vermutlich auch unterschiedlich reglementieren - besser "schützen" - muss.
Flummi hatte zwischendrin schon längere PC-Pausen, die letzte währte 30 Tage. Einmal, als er noch kein Handy hatte, war er auch ruhiger, hat das auch kapiert, aber der Wunsch nach Internet-Spielen - gerade auch durch seine Freunde - ist natürlich geblieben. Mit Handy weicht er darauf aus - facebook und kleine Internetspiele. Das mit dem Totalverbot finde ich übrigens gar nicht so einfach, denn ich weiß aus eigener Erfahrung, wie viel Kraft man beim Konsequentbleiben braucht. Ich glaub, es geht euch allen genauso wie mir: Am liebsten würden wir die meisten PC-Spiele auf den Mond schießen. Das Blöde ist, dass sich unsere Kinder gegenüber ihren Freunden als nicht dazugehörig fühlen, wenn sie nicht spielen dürfen. Sie chatten ja beim Spielen auch.
Ich bin jetzt gerade dabei, dass die tägliche Spielregelung erst mal ausgesetzt ist. Am Wochenende darf er dann ran - höchstens zwei Stunden pro Tag. Jetzt wartet er natürlich auf eine gemeinsame Regelung für die Wochentage. Am liebsten würde ich die weglassen.

Liebe Grüße
Gabi


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16.12.2012 23:57
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#8
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Hallo Tonks,
mein großer Sohn, er ist heute fast dreißig, war mit 22 - kurz nach seinem Auszug - spielsüchtig und dadurch depressiv. Das Studium stand auf der Kippe, keine Musik, keinen Sport, völlig eingebunkert. Er hat übrigens kein ADS. Ihm hat eine Therapie sehr, sehr geholfen. So sieht's während und nach der Therapie aus: Er arbeitet im IT-Bereich, macht Musik, spielt Fußball. Erst gestern hat er mir gesagt, dass er das mit dem Spielen gut im Griff hat. Daran sehe ich aber auch, dass er sich selbst für latent gefährdet hält und selbst an die Kandarre nimmt. Und er wurde früher auch reglementiert, hatte noch viel weniger Möglichkeiten als Flummi, die Zeiten waren auch andere und einen Gameboy durfte er damals nicht haben, einen PC mit 12. Wie man's macht... Wär toll, wenn dein Sohn eine Therapie annimmt!
Liebe Grüße
Gabi


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17.12.2012 14:13
avatar  Tonks
#9
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Hallo Gabi,

vielen Dank für Deine liebe Antwort.
Die Phase der Depression haben wir bereits hinter uns und wir hoffen dass Hypie ein zweites tiefes Loch
erspart bleibt. Er arbeitet daran, naja, er bemüht sich sehr. Und das ist schon klasse.
Aus Deiner Antwort meine ich auch herauszulesen dass das eigene Erkennen der Sucht für eine selbstbestimmt
Zukunft hilfreich und wichtig ist.
Ob Hypie so schnell einen Therapieplatz finden wird ist eine Sache und ob er den Platz dann auch nehmen wird,
ist eine andere.
Gestern wollte er es unbedingt und heute auch noch.
Hoffen und wünschen wir nur das Beste.

Liebe Grüße

Tonks


P.S. Ich bin nicht die Mutter, ich bin die Tante doch wir (die ganze Familie) haben ein sehr gutes und enges Verhältnis


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