Klassische Homöopathie?

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14.03.2014 09:16
avatar  Christina ( gelöscht )
#1
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Christina ( gelöscht )

Hallo!
Ich bin neu hier...!!!
Bei meinem Sohn (7 Jahre, 2. Klasse) wurde vor einem halben Jahr die Diagnose ADS gestellt. Bis dorthin war es ein langer Weg. Seid vier Jahren schon geht er zur Ergo, Osteopathie... und die Ärzte quälten sich mit ihren gutgemeinten Ratschlägen hin und her. Ihr kennt das bestimmt.
Mein Sohn hat massive Probleme in der Schule. Nicht das er dumm ist, nein, er braucht zu lange. Mittlerweile "verweigert" er das Schreiben. Egal ob Deutsch oder Mathe, er schaut lieber aus dem Fenster, anstatt seine Aufgaben zu erledigen. Standartantwort ist: "ich weiß nicht". Nichts hilft. Ich rede mich um den Verstand, aber es kommt bei ihm nicht an.
Vor zwei Tagen hatten wir dann mal wieder einen Termin bei der Kinderpsychaterin. Sie meinte nun, wir sollten seinem Leiden nun ein Ende setzen und ihm medikamentös behandeln. Welches Medikament genau zum Einsatz kommen soll, das wollte bzw. konnte sie mir noch nicht sagen. Bisher war meine Antwort hier immer ein knappes "Nein" und auch jetzt winde ich mich hin und her. Und hier nun meine Frage. Hat jemand von euch Erfahrungen mit der klassischen Homöopathie gemacht? Gibt es Alternativen zu Ritalin & Co.? Wie kommen eure Kinder mit den, wie ich finde, massiven Nebenwirkungen klar?
Liebe Grüße
Christina


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14.03.2014 10:27
avatar  Jo007
#2
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Hallo und Willkommen!

was du erzählst, könnte von mir sein.

Massive Probleme in der Schule, Verweigerung des Schreibens, aus dem Fenster schauen.

"..., es kommt nicht bei ihm an."
Das Problem ist, selbst wenn es ankommt, kann dein Sohn es nicht umsetzen.

Ich habe mir auch den Mund fusselig geredet. Vor jeder Arbeit gab es morgens als Ritual ne heiße Schokolade, zudem die grosse Motivationsrede.
"Hauptsache du schreibst was, Fehler sind erstmal egal!"

Die Folge davon war zwar ein hochmotiviertes Kind; allerdings konnte er seine Motivation nicht in die Arbeit "herüberretten". Und dann wurde der Name und das Datum geschrieben und das war es dann.

Wir haben es auch erst mit Homöopathie versucht. Kein "Breitbandmittel" aus der Apotheke, sondern ein eigens auf meinen Frosch zugeschneidert und hergestelltes Mittel.
Ich hatte mir zumindest eine Placebowirkung erhofft, aber Erleichterung brachte es nur für meinen Geldbeutel.

Wir haben es auch mit Omegapräparaten, Ergatherapie, Tages- & Wochenplänen, Motivationshelfern, Entspannungsübungen, und noch so einigem anderen probiert.

Nachdem mein Frosch dann durch sein Verhalten auch immer mehr Probleme im sozialen Umgang bekommen hat, habe ich die Notbremse gezogen und er bekommt jetzt Medis.

Natürlich läuft die Ergo weiter, wir achten immer noch auf die Ernährung, geringen Medienkonsum und ausreichend körperliche Bewegung, sowie einer konsequenten (im Sinne von nicht zu Diskusion stehend) Erziehung.

Ja, ich habe jetzt ein anderes Kind. Aber ich habe ihn nicht an die Medis verloren.
Alles, was ihn so liebenswert macht ist ja noch da. Seine Kretivität, seine Redegewandheit und Schlagfertigkeit, sein Einfühlungsvermögen, seine Wissbegierigkeit.
Der Unterschied ist nur, er kann seine Gaben jetzt im richtigen Moment einsetzen.

Die einzige Nebenwirkung, die sich bei meinen Frosch zeigt, ist etwas Appetitlosigkeit unter den Medis. Sobald die Wirkung der Medis nachlässt, kommt der Appetit aber geballt wieder und er mutiert zur neunköpfigen Raupe.

LG, die Jo


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14.03.2014 10:46
avatar  Christina ( gelöscht )
#3
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Christina ( gelöscht )

Hallo!
Vielen lieben Dank für deine Antwort.
Genau, wie bei meinem Sohn. Datum und Name, und dann nur noch ein leeres Blatt. Eine totale Verzweiflung, weil er es alles kann.
Darf ich fragen, welche Medis dein Sohn bekommt? Und wie oft muss er die Medis nehmen am Tag? Mir wurde gesagt, eventuell 1 1/2 Tabletten pro Tag. Morgens eine ganze Tablette und mittags für die Hausaufgaben eine halbe Tablette...
LG Christina


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14.03.2014 11:25
avatar  3,1415
#4
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Liebe Christina,

herzlich willkommen hier im Forum! Mir ging es vor nicht allzu langer Zeit ähnlich wie Dir...

Mein Sohnemann (ebenfalls Grundschule, aber mit H zwischen dem D und dem S) bekommt seit den Herbstferien Medikinet (7,5 mg = "1,5 Tabletten") vor der Schule (im Hort und bei den Hausis läuft er dementsprechend "mit ohne") und nachmittags ggf. nochmal 5mg "nachgeschoben", sollte es für Sport (Körperkontrolle) oder Verhaltenstherapie notwendig sein. Wir haben auch einen langen Weg hinter uns und auch eine von der Fachärztin maßgeschneiderte homöopathische Behandlung. War ziemlich teuer. Das ist auch schon alles, was ich dabei feststellen konnte *zuJowink*

Es ist ganz natürlich, erstmal vor der medikamentellen Behandlung zurück zu schrecken. Und ich heiße Medikamente auch nicht in jedem Fall gut, ganz klar. Wenn man aber eine gesicherte Diagnose (sic!) von einem fachlich versierten Arzt/Psychologen hat und mit anderen Mitteln nichts bewirken kann, sollte man der Sache eine Chance geben. Auch wenn es vielleicht Überwindung kostet.

Wie mein Sohn mit den "massiven Nebenwirkungen" klar kommt? Super, denn er hat keine. Dass er seitdem nur noch die Hälfte seines Pausenbrotes ist, was soll's. Beim Mittagessen hat er wieder Hunger. Und nein, seine Persönlichkeit hat sich nicht geändert, wie denn auch. Es kommen nur positive Rückmeldungen aus der Schule - ja, wenn jetzt die Schule anruft, dann weil es um mich (Elternbeirat) geht. Ein ganz neues Gefühl!

Mehr schreibe ich hier im offenen Bereich nicht, aber Du kannst mich gerne "an-pm-en"

LG vom pi


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14.03.2014 14:27
#5
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Hi Christina,

du hast eine pm von mir

LG


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14.03.2014 21:19
avatar  Jo007
#6
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Hey,

es geht nicht um den Markennamen des Medis, sondern den Wirkstoff (MDH).

Die Dosierung ist völlig individuell.

Also eine Angabe: X Morgens + X Mittags bei X Wirkstoff ist wohl ein Erfahrungswert. Oder Hörensagen.

Schau doch mal im "Geschlossen" vorbei; da steht z.B. die Dosierung der Einleitung von meinem Frosch. Und da haben die "alten Hasen" hier im Forum meine Doc für gelobt.

Ansonsten als Tipp: "Kartoffelmüsli"

Und du brauchst keine "Angst" haben, das dein Sohn mit Medis alles an Wissen in der Schule auch zeigt.

SU: Volle Punktzahl; Deutsch: 2+ (war jetzt aber auch nur Grammatik); heute Mathe: voll vergeigt (nach eigener Aussage, war auch nur ein Teil überhaupt erledigt; Stoff kann er).

Also, Medis sind nicht "allesheilend", sondern nur wegweisend.

LG, die Jo


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15.03.2014 07:55
avatar  Christina ( gelöscht )
#7
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Christina ( gelöscht )

Guten Morgen ihr Lieben!
Danke Jo! Das beruhigt mich zu hören, dass die Kids trotz Medis nicht immer funktionieren wie ein "Schweizer Uhrwerk"! Medi rein und schon klappt alles...
Mein Sohn hat gestern einen Mathetest geschrieben. Üben brauchten wir nicht, weil er es einfach kann..., die Frage war nur, wieviel wird er wohl hinschreiben??? Wird er diesmal mehr als Datum und Namen schaffen??? Jedenfalls habe ich ihn gestern abgeholt und vorsichtig nach dem Test gefragt. Was soll ich sagen, er erzählte mir freudestrahlend, dass er alle 24 Aufgaben noch vor der angegebenen Zeit geschafft hat. Wow, habe ich gedacht, mal vollkommen egal, wieviel davon jetzt richtig ausgerechnet wurde. Wichtig ist, dass er es geschafft hat, ALLES zu erledigen. Und dann schleicht sich wieder der Gedanke ein, braucht er wirklich die Medis??? Oder können wir es auch ohne schaffen? Kennt ihr diese Situation auch? War das jetzt mal wieder eine Ausnahme unter vielen "ich weiß nicht, warum ich nicht schreibe"???
Wünsche euch ein schönes Wochenende.
Grüße
Christina


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15.03.2014 11:13
avatar  Zottel
#8
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Zitat
es geht nicht um den Markennamen des Medis, sondern den Wirkstoff (MDH)



Wirkstoff= Methylphenidat. Abgekürzt MPH

Klugscheißer-Grüße

von Zottel


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15.03.2014 21:43 (zuletzt bearbeitet: 15.03.2014 21:44)
avatar  FaVe
#9
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Liebe Christina!

Nach dem was ich hier so lese, würde ich eher auf erfreuliche Ausnahme tippen ( ohne dich frustrieren zu wollen). Selbst mit MPH konnt es bei uns vorkommen, dass nach dem ersten Satz nichts mehr beim Aufsatz geschrieben wurde.

Auch Sozialprobleme lösen sich nicht von selber.

Die Frage der Menge und Dosierung ist wirklich ganz und gar abhängig von Kind und Präparat: jeder verantwortungsvolle Arzt / Psychologe wird mit ganz niedriger Dosierung anfangen, mit einem sofort wirksamen Präparat. Nach Rücksprache mit Arzt und evtl. Lehrer wird man die Dosierung anpassen. Später kann man auf retardierte Präparate umsteigen, dann ist es nicht mehr nötig, eine zweite Tablette zu nehmen, durch die Art des Medis wird quasi automatisch nachdosiert.

Ich kenne im Umgang mit meinem Sohn viele Aufs und Abs erlebt, mal gingen Situationen, mal gab es welche, die eigentlich normal waren, wo aber Sohni sich total daneben benommen hat.
Manchmal gab es lange gute Phasen und dann kurz Ausraster ... Man ist auf Dauer immer auf der Hut, kann gute Phasen kaum genießen, wartet schier auf das nächste Tief.

Außerdem haben die Medis keine 24 Stundenwirkung: wenn die Wirkung vorbei ist, benimmt sich Kind wie vorher: ich erlebe sohni ohne Medis oft aggressiv, ungeduldig, aufbrausend ... mit eher liebevoll, aufmerksam, kooperativ, sehr sozial .... ich will eigentlich glauben, dass er seinem Wesen nach so ist und sein will, wie unter Medis, dass die eher unangenehmen Verhaltensweisen mit vom eigenen Kopfchaso verursacht werden: also nicht, dass die Medis ihn verändern, ihm die Chance geben, so zu sein, wie er in der Gemeinschaft sein will.

Vor allen kenne wir hier alle die Tatsache, dass unsere Kinder sich bei Dingen, die sie besonders interessieren, sehr gut und lange konzentrieren können, so dass man denkt, also geht doch. Aber diesen "Hyperfokus" können sie eben nicht auf eher ungeliebte Tätigkeiten übertragen.

Grüße FaVe

Wahnsinn ist erblich,
.... man kann ihn von seinen Kindern bekommen


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16.03.2014 12:02
avatar  Zottel
#10
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Hallo Christina,

ich kann FaVe vollumfänglich zustimmen. Selbst mit MPH ist der Alltag mit einem AD(H)S-ler noch anstrengend genug. Mein Sohn ist inzwischen in der Pubertät und als Assoziation fällt mir spontan "Tanz auf dem Pulverfass" ein

Zitat
Das beruhigt mich zu hören, dass die Kids trotz Medis nicht immer funktionieren wie ein "Schweizer Uhrwerk"! Medi rein und schon klappt alles...



Ähm, ich gebe es offen zu: nach nun bald 7 Schuljahren "ADHS-Survival-Camp" hätte ich eigentlich nix gegen eine "MPH-Schweizer-Uhrwerk-Funktion" einzuwenden Verglichen mit einem "Normalo-Haushalt" denke ich, dass wir das Lebens-Stress-Kontigent bereits jetzt voll und ganz "ausgeschöpft" haben. Nö, ich hätte ganz bestimmt nix gegen diese Funktion und bei dem Gedanken habe ich auch ganz bestimmt kein schlechtes Gewissen .

Bin jetzt echt gespannt, ob sich tatsächlich noch jemand meldet, der so eine "erfreuliche Ausnahme" zu Hause hat - kann ich mir aber nicht wirklich vorstellen .

Liebe Grüße

Zottel


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