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Dieses Thema hat 9 Antworten
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 Medis - Archiv 2005-2007
Rumpelstilzchen ( Gast )
Beiträge:

04.02.2007 18:55
Gibt es noch was anderers als Medikamente? Antworten

hallo an alle,
ic habe ja nun mitbekommen, dass ihr medizinischa alle sehr bewandert seid. aber eigentlich lese ich in all den beiträgen immer nur über ritalin und co. und die wirkungsweisen der unterschiedlichen präparate.
sicher ist es schön das es die medikamente gibt und sie erleichtern uns und den kids ja wirklich das leben.
aber mich würde interessieren was ihr sonst noch so mit euren kids macht, z.b. ergotherapie, verhaltenstherapie., spezielle kuren oder spezielle ferienangebote für unsere kids oder auch vitaminpräparate oder die hochkonzentrierten fischölkapseln, die ja auch hochgelobt werden. und vor allem wie ihr damit zufrieden wart, was euch geholfen hat.
nach begleitetnden naturheitlichen maßnahmen frage ich wohl besser erst gar nicht.
viele grüße
rumpelstilzchen

nikel ( Gast )
Beiträge:

04.02.2007 19:16
#2 RE: Gibt es noch was anderers als Medikamente? Antworten

Hallo Rumpelstilzchen,

auch unser Sohn bekommt Medikamente.
Zu seinem ADS: er ist ein Träumer, wir hatten nie Probleme mit ihm, keine sozialen Schwierigkeiten.
Das er ADS hat fiel erst in der Schule auf.
Als wir die Diagnose bekamen, war klar: KEINE Medikamente. Um Gottes Willen!!!!Also ab zum Heilpraktiker.
Ernährung umgestellt. Jeden morgen Fischöl, jeden zweiten Tag zusätzlich Magnesium. Ergotherapie bekam er da auch schon.
Natürlich zeigten sich Veränderungen in eine positive Richtung. Doch zusammen gefasst, war es nicht der Erfolg, seine schulischen Leistungen waren immer noch schlecht.
Jetzt geht er gerne in die Schule
Vielleicht reichen bei manchen Kindern die Änderung von Verhaltensweisen, der Umgang miteinander, Ernährung etc.
Medikamente sollte ja auch keine Dauerlösung sein, aber vielen Kindern ist damit geholfen.
Les mal den Bericht hier im Forum ich glaube das Thema heisst Ernährung und ADS. Der ist super gut!!!
Liebe Grüße
nikel

Rumpelstilzchen ( Gast )
Beiträge:

04.02.2007 20:43
#3 RE: Gibt es noch was anderers als Medikamente? Antworten

hallo nikel,
den beitrag ADHS und ernährung habe ich leider nicht gefunden.
ich denke auch, dass wir jetzt erst mal eine ganze zeit lang medikamente brauchen werden, um eine halbwegs normales leben führen zu können. aber das alleine kann es doch nicht sein. seit september macht meine sohn eine verhaltenstherapie in der gruppe um seine verhaltensprobleme in den griff zu bekommen. zwei jahre ergo haben wir auch schon hinter uns. war zeitaufwendig aber hat was gebracht. und nun werden wir noch das fischöl probieren. geht auch wieder ins geld, aber jetzt haben wir schon so viel zeit und ernergie aufgebracht..und irgentwie klingt mir das mit den fischölen schon logisch. und natürlich macht es ihr nicht gesund, kann aber sein medikament unterstützen.
vielleicht schreibt ja noch jemand anderes von sein "thrapie"erfahrungen.--mmmh, lecker fischöl!
danke erst mal
rumpelstilzchen

Mandelkern Offline



Beiträge: 2.567

04.02.2007 20:46
#4 RE: Gibt es noch was anderers als Medikamente? Antworten

Hallo Rumpelstilzchen,

irgendwo hier im Forum gibt es einen Beitrag von Gornisch mit dem Titel "Die Geschichte einer Mutter" oder so ähnlich. Vielleicht findest Du den, es lohnt sich, denn ich denke, sehr vielen von uns ging es ähnlich.

Grundsätzlich muss nicht jedes ADS-Kind Medis nehmen. Meine Älteste ist seriös und ausführlich diagnostiziert, kommt aber so gut klar mit sich, dass sie laut Psychologin keine Medis braucht und auch keine Therapie macht. Sie profitiert indirekt von den Therapien der Geschwister, und vor allem davon, dass wir sehr ADS-spezifisch leben (sprich, so reizarm wie wir es schaffen, mit sehr festen Zeiten usw.).

Wenn aber Medis nötig sind, dann gibt es leider keine Alternative, nur Ergänzungen. Medikamente und nach Möglichkeit eine Verhaltenstherapie, im Idealfall noch ein spezielles Elterntraining ist nachweislich der Weg, der den nachhaltigsten Erfolg bringt. Es gibt auch eine Studie dazu, ich hab sie aber gerade nicht zur Hand.

Zu Deiner Aufzählung:
Ergotherapie: Wenn es zusätzlich zum ADS noch Probleme gibt, die eine Ergo sinnvoll machen, ja. Aber nicht, wenn "nur" das ADS zu therapieren ist.

Verhaltenstherapie: ja, unbedingt.

Kuren: Ich habe gutes davon gehört, aber es kommt wohl auch darauf an, wie die Kur verläuft und ob daheim weiter gearbeitet werden kann. Eine isolierte Kur und nix danach scheint mir langfristig in schweren Fällen etwas wenig, aber ich bin nur Laie.

Ferienangebote: Auch hier: nicht als alleinige Maßnahme.

Vitaminpräparate und Fischölkapseln: Ich darf nicht verlinken, aber sagen wir so: Therapiert werden die Geldsorgen des Anbieters. Und im schlimmsten Fall landet man auf diesem Weg, ohne es rechtzeitig zu bemerken, bei einer gewissen Psychosekte.

****nach begleitetnden naturheitlichen maßnahmen frage ich wohl besser erst gar nicht

Hm, eigentlich sollte hier jeder alles fragen dürfen *find*. Dass Antworten manchmal etwas harsch erscheinen mag daran liegen, dass wir, die wir das alles schon hinter uns haben, uns schon oft verteidigen mußten, dass wir die bösen Drogeneltern sind.

Ich persönlich bin beispielsweise seeeeeehr zurückhaltend mit Medikamenten aller Art. Bei Kopfweh muss bei mir jeder erst einmal an die frische Luft, ich brodle den Kranken gerne einen Tee und wäge gut ab, wann Medikamenten nötig sind. Ich werfe auch mit homöopathischen Globuli, und wenn's nur der Placeboeffekt ist, mir egal, wenn es dem Patienten danach besser geht, habe ich nichts "kaputtgemacht". Früher war ich auch der naiven Überzeugung, dass mit viel Liebe und Geduld sowas wie ADS in den Griff zu bekommen sein muss.

Nix war's, leider helfen bei uns nur Medis. Und nicht nur bei uns, wie Du hier im Forum lesen und bei den Gesprächskreisen oft hören kannst.

Sicher muss jeder seinen Weg selbst gehen. Ich lache niemanden aus, wenn er es ohne Medis versucht, aber es kommt auch der Punkt, da sollte das Experimentieren ein Ende haben, denn das Wohl des Kindes geht vor.

Viele Grüße,
Mandelkern


Mandelkern Offline



Beiträge: 2.567

04.02.2007 20:54
#5 RE: Gibt es noch was anderers als Medikamente? Antworten

Hier noch die Geschichte einer Mami, hab's gefunden (mal wieder danke Gornisch ) !

http://32563.dynamicboard.de/t311f2-DIe-...html#msg3043218

nikel ( Gast )
Beiträge:

04.02.2007 21:22
#6 RE: Gibt es noch was anderers als Medikamente? Antworten

Hallo Rumpelstilzchen,
kennst du das Buch "Hilfe bei ADS"? Das bezieht sich auf die Ernährung. Daraus hatte ich das auch mit den Fischölen. Ich habe das auch bestellt, super teuer. Habe aber den Rest wieder zurück geschickt, weil das Öl nicht in Kapseln ist hat mein Sohn fast dabei gebrochen.
Wir haben dann Kapseln gekauft.
Um erst mal einen Stand oder Weg zu ebnen ist ein Medikament bestimmt richtig.
Ich habe heute wieder gemerkt wie wenig aufnahme fähig er ohne Medis ist. Wir mussten noch etwas fürs Diktat üben (heute hatte er keine Medis bekommen), er konnte nicht so gut konzentrieren und ist immer wieder abgewichen. Gestern, mit Medis, war es super.
Liebe Grüße
nikel

Rumpelstilzchen ( Gast )
Beiträge:

04.02.2007 21:35
#7 RE: Gibt es noch was anderers als Medikamente? Antworten

vielen dank für eure beiträge

bei der geschichte einer mutter mußte ich schon sehr lachen und mir an die nase fassen. wirklich ein wertvoller beitrag.

einen schöne sonntagnacht euch noch
rumpelstilzchen

SusanneG Online



Beiträge: 10.291

05.02.2007 19:20
#8 RE: Gibt es noch was anderers als Medikamente? Antworten

Hi Rumpelstilzchen,

erstmal möchte ich jedes einzelne Wort in Mandelkerns Antwort unterstreichen *untertäigstendankanmandelaussprech* und auch betonen, dass ich für den Beitrag von gornisch seeehr dankbar bin - solche Irrungen und Wirrungen kann man sich und seinem Kind ersparen *nochmaldankeangornisch* .

Die ADHS-Therapie besteht grundsätzlich aus drei Säulen, die möglichst alle drei gemeinsam zur Anwendung kommen sollen:

1. Verhaltenstherapie oder heilpädagogische Entwicklungstherapie fürs Kind
2. Elterntraining für die Eltern
3. Medikamentöse Therapie

Alles andere, als da sind irgendwelche anderen Therapien (die ich jetzt ganz bewusst nicht aufzähle) oder Nahrungsumstellungen HELFEN NICHT BEI ADHS!!! Spezielle Therapien wie z.B. Ergotherapie sind dann sinnvoll, wenn damit (von einem ads-kundigen Therapeuten, versteht sich) spezielle Begleiterkrankungen therapiert werden, selbstverständlich ERGÄNZEND zur VT bzw. HPE und keinesfalls stattdessen. Eine Umstellung der Ernährung ist dann erforderlich, wenn Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten diagnostiziert wurden.

Mandelkern schrieb: "Hm, eigentlich sollte hier jeder alles fragen dürfen *find*. Dass Antworten manchmal etwas harsch erscheinen mag daran liegen, dass wir, die wir das alles schon hinter uns haben, uns schon oft verteidigen mußten, dass wir die bösen Drogeneltern sind."

Klar darf hier jeder alles fragen, das findet Mandelkern ganz richtig. Dass Antworten manchmal etwas harsch erscheinen, liegt vielleicht auch daran, dass die entsprechende Antwort schon siebenundzwanzig mal im Forum steht. Es lohnt sich also immer wieder, auch mal in den älteren Beiträgen nachzuforschen.

Viele Grüße
Susanne

Rumpelstilzchen ( Gast )
Beiträge:

05.02.2007 20:55
#9 RE: Gibt es noch was anderers als Medikamente? Antworten

hallo susanne,
danke für deine infos.
stimmt das die antworten gelegentlich etwas harsch rüberkommen. aber auch in den alten beiträgen war kaum was über alternative therapien oder besser gesagt ergänzung zu den medikamenten. habe also keine 27 antworten gefunden.
und auf fragen nach medikamenten könnt ihr ja auch mit einer eselsgeduld immer wieder das selbe erzählen, damit sich jeder neuling gut angenommen fühlt..
nix für ungut.
gruß rumpelstilzchen

Mandelkern Offline



Beiträge: 2.567

06.02.2007 09:05
#10 RE: Gibt es noch was anderers als Medikamente? Antworten

Zitat von SusanneG
Hi Rumpelstilzchen,
erstmal möchte ich jedes einzelne Wort in Mandelkerns Antwort unterstreichen *untertäigstendankanmandelaussprech* und auch betonen, dass ich für den Beitrag von gornisch seeehr dankbar bin - solche Irrungen und Wirrungen kann man sich und seinem Kind ersparen *nochmaldankeangornisch* .



Hallo Susanne,
danke für die Blumen - da haste jetzt meinen Mandelkern (den da oben, Du weißt schon ) sehr gestreichelt . Kann ich brauchen, ich bin sozusagen schon im Auto auf dem Weg zum Steuerberater, weil diese *zensiert* vom Finanzamt allen Ernstes die Fahrten für meine Mitteltochter nicht anerkennen möchte, weil es ja "Schultransport" ist. Die "Schulkosten" aber akzeptiert sie als Krankheitskosten, das soll verstehen, wer will. Und da es um einen viersteliogen Betrag geht, darf jetzt der StB an uns auch noch verdienen (brauchte ich bisher nicht). Grummel !

LG, Mandelkern

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