Medikamente nur i. V. mit einer Therapie?

09.02.2007 20:45
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#1
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Mir wurde heute berichtet, dass zur einer medikamentösen Behandlung auch ein Therapie gemacht werden muß , meistens eine Verhaltenstherapie. Ich muß mal googeln was genau das ist. Ich kann mir darunter nichts vorstellen .
Ist Euch das bekannt?
Der Arzt, der meinen Sohn einstellen soll, ist bis Anfang März in Urlaub und bis ich dann einen Termin bekomme wird es auch noch etwas dauern.
Es würde mich daher sehr interessieren was Ihr dazu sagt.
Ist es wirklich so, dass die Kinder, wenn sie Medikamente bekommen, gleichzeitig eine Therapie machen müssen?
(Ich kann es gar nicht glauben, das geht ja dann über Jahre!)

Liebe Grüße
Lore


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09.02.2007 20:59
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#2
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hallo lore,
lese mal bei niky - wir starten durch - nach. da habe ich grad was zur verhaltenstherapie geschrieben, was interessant für dich sein könnte. ja, sie ist sehr sinnvoll. aber sorge dich nicht, jahre wird es nicht dauern. denn so lange will deine krankenkasse nicht bezahlen! so viel ich weiß, erst mal bewilligung für ein jahr. dann muß einen pause sein und dann evtl. gibts noch mal einen nachschlag. abe wie wir die karankenkassen kennen, vermutlich erst nach 5 widersprüchen und einem brief von deinem anwalt!
gruß rumpelstilzchen


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10.02.2007 08:57
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#3
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Hallo Lore,

es gibt Kinder, die brauchen keine Medis, gehen aber in eine Verhaltens- oder Heilpädagogische Entwicklungstherapie.
Meiner Meinung nach ist die Therapie das wichtigste überhaupt in Sachen ADHS. Viele Kinder sind aber auch nur dann in der Lage, an einer Therapie teilzunehmen, wenn sie Medis bekommen.

Medis ganz ohne Therapie finde ich nicht unbedingt sinnvoll. Wie lange dein Kind zur Therapie gehen muss, ist ganz unterschiedlich. Es gibt Kinder, die gehen schon 5 oder 6 Jahre jede Woche 1x hin und brauchen immer noch Unterstützung. Es gibt aber auch Kinder, bei denen reichen 1 oder 2 Jahre. Das hängt ganz davon ab, ob und wie schnell das Kind in der Lage ist, das in der Therapie erlernte auch umzusetzen. Bei manchen (leider sehr wenigen) ist keine Therapie erforderlich, wenn das ADHS tatsächlich nur das Konzentrationsvermögen betrifft und keine weiteren Auffälligkeiten oder Begleitgeschichten (soziale Kompetenz, LRS, Dyskalkulie usw.) vorliegen.

Genauso verhält es sich mit den Medis. Es gibt auch hier drastische Unterschiede. Einige Kinder brauchen die Medis nur bis zum Abschluss der Pubertät. Andere ADHSler brauchen auch im Erwachsenenalter nach wie vor die Medis, um sich im Alltagsleben überhaupt zurecht zu finden.

Du siehst also, man kann die Sache mit Medis und Therapie nicht einfach über einen Kamm scheren. Es hängt immer vom Einzelnen ab.

Ich von meiner Seite aus kann nur sagen, dass unserem Großen das 1 Jahr Therapie sehr gut getan hat, er aber, seit er keine Therapie mehr bekommt, wieder viele viele Rückschritte gemacht hat. Sodass wir jetzt darum kämpfen, die Therapie weiterführen zu können.

Ein guter Therapeut wird auch sehr speziell auf die Probleme deines Sohnes eingehen und ihm genau da weiterhelfen, wo er die größten Probleme hat.

LG
Simone

wir lieben unsere Kinder - auch dann, wenn anderes es gerade mal nicht können

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10.02.2007 18:30
#4
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Hallo Lore,

da stimme ich Simone uneingeschränkt zu.

Medis wirken ja nur ein paar Stunden, aber die Verhaltenstherapie soll eine langfristige Verhaltensänderung bewirken. Meine Mitteltochter macht seit fast 4 Jahren eine Therapie, und das merkt man deutlich. Ich habe viele Kinder kennengelernt, die auch mehrere Jahre VT gemacht haben und dann wirklich gut "eingestellt" waren.

Anfangs dachte ich, mit 2-3 Monaten oder so wär's getan, aber das war eine total falsche Hoffnung .

Viele Grüße,
Mandelkern


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10.02.2007 19:41
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#5
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Vielen, vielen Dank

an Euch alle!! Ich bin so froh das ich das Forum hier gefunden habe.....
und habe noch so viele Fragen. Jetzt muss ich mich aber erst hier weiter "durchkämpfen", denn einige Fragen wurden schon gestellt (Bettnässen, Medikamenteninfo u.ä.).
Nochmals vielen Dank!!

Herzliche Grüße
Lore


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11.02.2007 16:57
#6
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Hi Lore,

die ADHS-Therapie besteht grundsätzlich aus drei Säulen, die möglichst alle drei gemeinsam zur Anwendung kommen sollen:

1. Verhaltenstherapie oder heilpädagogische Entwicklungstherapie fürs Kind
2. Elterntraining für die Eltern
3. Medikamentöse Therapie

VT oder HPE funktioniert oft gar nicht ohne Medis, nur Medis ändern nichts an den eingeschliffenen Verhaltensweisen und Elterntraining ist eigentlich das allerwichtigste, denn dort lernt man das alles, was man wissen sollte.

VT ist Leistung der Krankenkasse, das kann der Kinderarzt auf Rezept verordnen. HPE ist Leistung des Jugendamts, also muss man beim JA einen Antrag auf Eingliederungshilfe stellen.

ADS ist keine Krankheit, die man heilen kann wie einen Schnupfen. Entweder man hat es, oder man hat es nicht. Und - ganz brutal gesagt - entweder gibt man dem Kind durch eine VT oder HPE "Werkzeuge" in die Hand, mit ADS zurecht zu kommen, oder es geht später auch nicht mehr ohne Medis; die Welt wird nicht einfacher.

Am besten nimmst du Kontakt zu einer Selbsthilfegruppe in deiner Nähe auf und fragst dort nach geeigneten Therapeuten. Dann bist du schon mal etwas schlauer, bis dein Kinderarzt aus dem Urlaub zurück ist.

Viele Grüße
Susanne


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