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Dieses Thema hat 3 Antworten
und wurde 205 mal aufgerufen
 Selbsthilfe für Erwachsene mit ADHS
Nasenbär42 Offline



Beiträge: 2

26.01.2020 16:53
Vorstellung Antworten

Hallo, ich bin 21 Jahre alt und habe seit meiner Kindheit Adhs.

Ich habe es höchstwahrscheinlich vererbt bekommen, da es bei uns in der Familie liegt. Als Kind (8-13 Jahre) habe ich nach vielen Untersuchungen Ritalin bekommen und laut meinen Eltern konnte man ab dem Zeitpunkt sehen, wie ich bei Schulaufgaben Struktur bekam, meine regelmäßigen Austraster waren weg und mir ging es allgemein besser, da ich nicht mehr überfordert mit mir war und mich endlich mal auf Sachen konzentrieren konnte.

Nun bin ich in der Situation, dass ich mit ungefähr 13 Jahren kein Ritalin mehr nehmen wollte und auch nicht gezwungen wurde.
Es lief auch sehr gut meiner Meinung nach aber im Nachhinein war ich doch noch sehr oft mit Dingen überfordert.

Im Moment befinde ich mich in meiner zweiten Ausbildung, da ich die erste abgebrochen habe. Ich dachte die erste Ausbildung wäre nichts für mich gewesen aber im Nachhinein habe ich eigentlich nur aufgehört weil ich überfordert war.

Ich habe mit meinen 21 Jahren keine Ausraster mehr und kann auch sehr gut still sitzen aber mein Kopf ist immer am arbeiten und ich kann z.B. von der Arbeit überhaupt nicht abschaltet und denke jeder Zeit was ist wenn dies und jenes passiert, was mache ich dann?
Ich musste mir selbst eingestehen, dass ich aufgrund des Adhs inzwischen leichte manische Depressionen sowie Angstsötungen entwickelt habe und mir klar wurde dass ich die zweite Ausbildung ohne Hilfe nicht schaffen werde.

Ich nehme nun seit ein paar Tagen Strattera und muss sagen, diese paar Tage fühle ich mich schon wieder echt besser als die ganzen letzten Wochen!
Ich möchte nun eventuell noch eine Therapie beginnen und so mein Leben wieder besser in den Griff bekommen!

Bin sehr gespannt Erfahrungen hier im Forum zu teilen sowie zu lesen :)!

Laura S Offline



Beiträge: 853

26.01.2020 19:51
#2 RE: Vorstellung Antworten

Hallo Nasenbär,

herzlich willkommen bei uns im Forum.

Zitat von Nasenbär42 im Beitrag #1
Nun bin ich in der Situation, dass ich mit ungefähr 13 Jahren kein Ritalin mehr nehmen wollte und auch nicht gezwungen wurde.
Es lief auch sehr gut meiner Meinung nach aber im Nachhinein war ich doch noch sehr oft mit Dingen überfordert.


Warum wolltest du keins mehr nehmen? Oder anders gefragt? Warum wolltest du es nicht später nochmal versuchen, ob es dich auch als Erwachsener vielleicht unterstützen könnte, strukturierter zu sein, was zB auch die Ausbildung etc anging?
Zitat von Nasenbär42 im Beitrag #1
Ich nehme nun seit ein paar Tagen Strattera und muss sagen, diese paar Tage fühle ich mich schon wieder echt besser als die ganzen letzten Wochen!
Ich möchte nun eventuell noch eine Therapie beginnen und so mein Leben wieder besser in den Griff bekommen!

Gab es einen bestimmten Grund dafür, direkt auf Strattera zu gehen und nicht zuvor ein Präparat mit Methylphenidat zu versuchen, wenn es mit dem Ritalin im Kindesalter gut funktioniert hatte?

Dass Du eine Therapie machen willst, ist eine sehr gute Idee, dies solltest du unbedingt in Angriff nehmen. Die Therapie der ADHS stützt sich auf mehrere Pfeiler, die bestenfalls gemeinsam stützen sollen. Eine alleine medikamentöse Therapie ist nicht so zielführend wie eine mit einer Verhaltenstharepie verknüpfte medikamentöse Therapie, schließlich sollte es kein Schuss ins Blaue sein. Ebenso wird oft berichtet, dass eine Verhaltenstherapie besser umgesetzt werden kann, wenn eine medikamentöse Unterstützung dabei ist. Dies kann ich persönlich bestätigen. Es gibt auch einige Ärzte- so war es bei meinem Arzt auch - die ohne parallele Psychotherapie keine ADHS Medikamente verordnen. Was durchaus Sinn macht. So stellen die Ärzte auch sicher, dass es der Betroffene ernst mit der Therapie meint und der Leidensdruck da ist, der Wunsch, dass man schafft, an seinen Problemen zu arbeiten und sich nicht alleine auf die Wirkung von Medikamenten stützt. Ein weiterer wichtiger Pfeiler ist, sich zu seinem eigenen Experten zu machen. Qualitative Literatur zum Thema, Selbsthilfegruppen, der Austausch mit anderen hilft Dir, den richtigen Weg zu finden und vor allem mehr über ADHS und die Zusammenhänge, die Therapien zu erfahren. Ein guter Psychiater verschreibt nicht nur die Medikamente, sondern erkundigt sich auch über das Vorankommen im Alltag und in der Therapie.

Natürlich ist es nicht einfach, einen geeigneten Therapeuten und geeignet Arzt zu finden. Wichtig ist, dass du dran bleibst und nicht erwartest, dass alleine die Medikamente Dein Leben in den Griff bekommen.

LG Laura

Nasenbär42 Offline



Beiträge: 2

27.01.2020 07:41
#3 RE: Vorstellung Antworten

Vielen Dank für deine tolle Antwort!

Ich war es damals mit den Ärzten leid und da ich soweit in der Schule immer alles auch ohne Medikmente später geschafft habe, dachte ich ich würde es ohne schaffen.

Ich muss dazu sagen, dass ich die ganze Thematik Adhs lange Zeit verdrängt habe. Mir ist eigentlich erst vor kurzem wieder klar geworden, dass es eigentlich nie verschwunden war.

Ich kann leider nicht genau sagen wieso der Arzt mir strattera anstatt Ritalin verordnet hat.
Habe in 3 Wochen einen Termin und werde es eventuell mal ansprechen.

Leider sind wir in der Familie oft auf Ärzte gestoßen welche Gegner von ritalin waren. Ich hoffe mal stark das ich hier in meiner Gegend jemand finde der sich mit der Thematik Adhs wirklich auskennt und dementsprechend helfen kann.

Es hilft mir sehr hier zu lesen, dass es noch viele andere Betroffene gibt, welche selbst km Erwachsenenalter sind!

Phil1985 Offline



Beiträge: 33

02.05.2020 10:47
#4 RE: Vorstellung Antworten

Hallo Nasenbär42,

ich wollte einfach mal mich melden bei dir.

Weißt du was mein 1. Gedanke war, als ich deinen Text gelesen habe? Du kannst wirklich dankbar dafür sein, dass dein ADHS bereits im Kindesalter gestellt wurde. So wurden dir sicherlich einige schwierige Sachen erspart. Bei mir wurde ADHS leider erst mit 30 Jahren entdeckt. Und bis dahin hatte ich einen wirklich krassen Leidensweg hinter mir. Alkohol, Drogen, Selbstzerstörung, Depressionen und Angststören. Erst als die Diagnose bei mir gestellt wurde, fand ich eine Erklärung für mein seltsames a-soziales Verhalten.

Mittlerweile habe ich Therapien hinter mir und bin auch einigermaßen gut mit Medikinet eingestellt und fühle mich wie neugeboren, habe meinen Lebenstraum erfüllt und geheiratet.

Ich wünsche dir für deine noch so junge Zukunft nur das Beste und hoffe, dass du inzwischen die korrekte Medikation erhältst.

Wenn du mal Lust hast auf einen weiteren Austausch mit mir - sehr gerne, ich freue mich über deine Antwort.

Dein Phil1985

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