Medis auch in der Freizeit?

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24.01.2008 13:56
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#1
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( Gast )

Wie ist das denn bei Schulkindern, sollte man da die Medis auch an Wochenenden und in den Ferien geben oder nur dann wenns in die Schule geht? Wie ist die allgemeine Meinung dazu? (Also für mich macht ersteres mehr Sinn).

LG
Micha


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24.01.2008 14:15
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#2
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( Gast )

hallo
unser junior ist 8j. und bekommt seit gut einem jahr medikinet.er bekommt morgens und mittags je 10 mg. wir halten es so, dass er am wochenende und in den ferien nur morgens eine tabeltte bekommt, außer wir haben etwas vor wo er sich "benehmen" sollte. wir fahren gut damit.die tabletten ganz weg zu lassen find ich aber nicht sinnvoll.

liebe grüße rumpelstilzchen


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24.01.2008 15:13
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#3
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Hi Micha,

meine Biene ist ein Traeumerchen und wird nicht auffaellig wenn sie die Medikamente mal nicht bekommt. Dafuer isst sie deutlich besser, wenn sie keine Medis hat. Insofern geben wir unserer Kleinen die Medis grundsaetzlich nur an den Wochentagen. Das haben wir so auch mit unserer Aerztin abgestimmt.

Letztes Jahr hatten wir die Medis auch ueber die Ferien weggelassen. Bei Beginn des neuen Schljahres gabs dann erst mal wieder Probleme mit Schwindel und Uebelkeit und wir mussten mit einer niedrigeren Dosierung wieder starten. Das machen wir also nicht wieder, sondern geben ueber das ganze Jahr immer an den Wochentagen.


Gruss

Werner

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24.01.2008 15:52
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#4
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Und... machts dann an den darauffolgenden Tagen weniger Probleme, also wenn am Woènde nicht? Unsere Tochter ist auch eine Träumerin... wir sollens aber laut Ärztin durchnehmen... ?


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24.01.2008 16:19
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#5
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Hallo Micha,

unser Sohn ist 8 Jahre alt und ein Träumerchen. Er bekommt seit ca. 1 Jahr morgens 10 mg Medikinet und 18 mg Concerta. Wir geben sie ihm nur wenn er Schule hat.
An Wochenenden und in den Ferien bekommt er sie nicht. Der Arzt sagt das wäre ok. Es gibt auch keine Probleme, wenn wir mit den Medis wieder anfangen.
Allerding ist das Üben für die Schule an Wochenende zäh, so dass ich da schon überlegt habe, ihm sie zu geben. Letztes Wochenede habe wir für einen Mathetest geübt. Es hatte einige Fehler; Im Test war er dann fehlerfrei.

Gruß
Lore


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24.01.2008 17:25
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#6
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Hallo,

also es gibt dann an den darauffolgenden Tagen auch keine Probleme. Bei uns scheint das wie eine Art Schalter zu funktionieren.

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24.01.2008 21:15
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#7
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Hallo,

wir haben auch angefangen mit an den WE keine und in den Ferien auch keine, haben das aber relativ schnell aufgegeben.

Wenn wir Montags mit den Medis wieder angefangen haben war dieser erste Tag nicht unbedingt das Gelbe vom Ei. Man merkte zwar daß er sie genommen hat aber eher als wären die Medis nur halb so wirksam. Unser Arzt hat sich dies von mehrern Müttern schon anhören müssen (nicht von allen) und hat deswegen bei uns die Gabe an WE begrüßt.

In den Ferien kommt es darauf an wie die Freizeitgestaltung aussieht ob wir geben oder nicht. Wenn er auf ner Kinderfreizeit ist, wo es ständig Programm gibt dann brauchen wir sie nicht, fahren wir aber mit Kind und Kegel in den Urlaub oder sind zu Hause ist es sinnvoll weil er sich dann ständig mit seiner Schwester in den Haaren hat, und der ewige Zoff nicht unbedingt erholsam ist.

Allerdings setzen wir die Dosis dann herab und lassen die 10mg zum anschubsen weg. Nun ich denke jedes Kind reagiert anders und wenn ihr in den Ferien ohne Medis klar kommt spricht nichts dagegen. Selbst bei Ärzten scheiden sich da anscheinend die Gemüter.

liebe Grüsse Lara


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24.01.2008 21:19
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#8
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Hallo Micha,
mein Zwerg ist ein Ads -Mischtyp und nimmt seine Medis durchgehend auch am Wochenende und in den Ferien. Ads verändert die Wahrnehmeung (Eigenwahrnehmung, Erkennen von Situationen, Zusammenhängen, Reaktionsfähigkeit, Konzentration etc. ...)Das weißt du ja sicher schon.
Ich finde es extrem wichtig für unsere Kids und ihr ramponiertes Selbstbewußtsein auch in der Freizeit
"auf Draht zu sein" und mehr positive Selbsterfahrungen zu machen. Endlich beim Spielen fast alles mitkriegen, sich besser und koordinierter Bewegen können ...,Gesprächen folgen können, diese Erfahrungen bringen unsere Kinder in ihrer Entwicklung weiter.
Unsere Zwerge sind nun mal entwicklungsverzögert und die Medis können ihrem Gehirn dabei helfen "nachzureifen", wichtige Erfahrungen nachzuarbeiten.
Ich finde es falsch nur die Schule als Lernfeld zu sehen in dem ein Kind "funktionieren" soll, gerade die Freizeit ist eine tolle Möglichkeit spielerisch zu lernen.
Es mag ja vom Kind und von der Stärke des ADS abhängen wie gut ein Kind ohne Medis klarkommt, aber vorsicht bei Träumern - nach dem Motto: wer nicht auffällt, hat auch kein Problem! Das stimmt nicht, wer nicht auffällt traut sich auch oft nicht mitzumachen, weil man ja "versagen" könnte, diese Haltung bringt Kinder um wichtige Erfahrungen auch gerade im Bereich "soziale Kontakte, Emotionen, Konflikte lösen".
Wer in der Freizeit "erfolgreich" ist, traut sich auch in der Schule mehr zu und kann dann besser lernen.
Mal ehrlich, wo haben wir viel für das Leben gelernt - oft doch aucf dem Fußballplatz, im Reitstall, beim Buden bauen im Gebüsch, beim Kochen mit Mama, beim holz sägen mit Papa ...

Unser Sohn spielt mit Begeisterung Schach (nicht das er wirklich blickt, was eine Strategie ist - bekanntlich haben Adis ja riesige Probleme mit Handlungsplanung und vorausschauendem Denken), aber seine Motivation wird hoffentlich dazu führen, dass er in 10.000 Jahrenden tiefern Sinn des Spiels geschnallt hat.

Hoffe du kriegst noch ein paar mehr Antworten
Grüße Uli


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24.01.2008 22:08
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#9
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Hallo Micha,

uli hat alles sehr gut beschrieben, da kann ich ihr voll zustimmen. Für mich wäre das so, wie wenn ich nur auf der Arbeit meine Brille / Hörgeräte trage würde und sonst nicht. Da würde mir ganz schön viel vom Sozialverhalten / Kontakten entgehen oder ich würde nie im Wald die Vögeln zwitschern hören und vieles unscharf sehen.

Meine Tochter nimmt am Wochenende weniger MPH, aber sie nimmt noch Strattera jeden Abend. Ohne Strattera müssten wir auch am Wochenende mehr MPH geben, doch Strattera fängt einiges auf im Verhalten(auf jeden Fall bei meiner Tochter). MPH benötigt mein Mädel hauptsächlich um sich gut konzentrieren zu können.

Vor ein paar Tagen, kam sie nachmittags aus ihrem Zimmer schaute in ihre Tablettendose und meinte: "Kein Wunder werde ich immer langsamer und kann mich nicht mehr konzentrieren, ich habe ja meine Mittagsdosis vergessen." DAS war für mich die Bestätigung, dass sie MPH auf jeden Fall benötigt.

Ich erlebte auch meine Tochter, die auch Träumerle ist, an Wochenenden, ohne MPH und bevor es Strattera gab, sehr aggressiv und unausgeglichen. Sie musste ungewollt so viele Reize aufnehmen und verarbeiten, dass sie alles nur in sich aufnahm und es gar nicht mehr filtern konnte.

Mit MPH ist bei uns eine, für alle Beteiligten, entspannte Zeit eingekehrt und mein Mädel läuft wieder aufrecht, freut sich am Leben und kann ihre Ziele verfolgen.

Ja, ich kenne auch unterschiedliche Meinungen der Ärzte.

Probier einfach aus wie es für euch am besten ist, wir haben auch viel ausprobiert und versucht, bis wir zu unserem jetzigen Ergebnis gefunden haben. Am Wochenende und in den Ferien weniger MPH, nur bei besonderen Anlässen mehr MPH.

Sorry, ich hoffe, ich habe nicht zu chaotisch geschrieben, bin heute hundemüde

Viele Grüße
doppelherz


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25.01.2008 00:04
#10
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Hi Micha,

tja, bis ich kurz vor Mitternacht ins Forum komme, hast du ja schon jede Menge Infos gekriegt. Da ich aber vermute, dass du nicht "in eigener Sache" fragst, sondern dass dich jemand gefragt hat, müssen wir das jetzt so auf die Reihe kriegen, dass du es auch weitergeben kannst.

Also, erstens, für Medis bei ADS gibt es KEIN Kochrezept. Wie du ja weißt, muss für jeden Menschen das passende Medikament und die passende Dosierung erst herausgefunden werden - durch Versuch und Irrtum, wie du ebenfalls weißt. Und so, wie jede Medikation bei ADS eine Einzelfallentscheidung ist, handelt es sich auch bei der Frage "Medis am Wochenende und in den Ferien?" immer um eine Einzelfallentscheidung.

Ärzte, die ohne Eigenerfahrung MPH verordnen (und das ist schließlich der Regelfall!!!) halten sich an das, was aus entsprechenden Veröffentlichungen hervorgeht. Früher (vor der Jahrtausendwende, als es nur stinknormales Ritalin und Ritalin SR gab) ging es vor allem darum, die Unterrichtszeit abzudecken. Und weil man damals noch Sorge hatte, die Kinder könnten durch MPHin ihrem Längenwachstum beeinträchtigt sein, hat man propagiert, die Medikation in den Ferien und evtl. auch am Wochenende wegzulassen.

Inzwischen hat aber die Erfahrung gezeigt, dass die meisten ADS-Kinder von einer Medikation auch noch in vielen anderen Bereichen profitieren. MPH fördert nicht nur die Konzentration, es hemmt auch die (manchmal überschäumende) Impulsivität, bremst die motorische Unruhe, hilft bei sozialer Integration, pendelt die Stimmungsschwankungen ein bisschen aus und ermöglicht eine bessere Selbstwahrnehmung (undundund, ich hab sicher noch was vergessen bei der Aufzählung). Deshalb ist heute der gängige Rat, die Medikation auch am Wochenende und in den Ferien beizubehalten.

Also was jetzt??? Richtig, Einzelfallentscheidung!

Zuerst ist da die Frage, WESHALB nimmt das Kind überhaupt MPH. Wegen ADS, klar doch, aber welches der ADS-Probleme steht im Vordergrund?

Ist das Verhalten so einigermaßen in Ordnung und das Kind nimmt MPH vorwiegend wegen der Konzentration und/oder damit es den Popo hebt und was tut, dann kann man am Wochenende und in den Ferien die Medis weglassen, sofern das ohne nachteilige Folgen bleibt. Alternativ kann man auch die Dosis verringern.

Da ich aus eigener leidvoller Erfahrung weiß, dass man bei steigenden Anforderungen die Dosis anpassen muss, kann es durchaus sein, dass bei weniger Anforderungen am Wochenende und in den Ferien ganz einfach eine niedrigere Dosierung erforderlich ist. Wenn ich meine Arbeitstag-Dosierung am Wochenende beibehalten würde, dann käme ich gar nicht mehr zur Ruhe - wie soll ich da Kraft schöpfen für die nächste Arbeitswoche? (Öhm, ich bin Träumer; ich nehme MPH, dass ich in die Puschen komme.)

Meine Tochter war als Kind hyperaktiv (DAS hat sich mit der Pubertät gelegt, alles andere NICHT!). Montags und mittwochs bis freitags nimmt sie 36 mg, dienstags 54 mg und am Wochenende und in den Ferien 18 mg Concerta. Die kleine Concerta reicht aus, solange es nur um Stimmungsstabilisierung, Selbstwahrnehmung und soziale Kontakte geht; für die Schule braucht sie vor allem Konzentration, deshalb die doppelte Dosis. Dienstags ist Schule bis kurz nach sechs, nachmittags vier Stunden Hauptfach am Stück. Da reicht die 36er Concerta nicht länger als bis vier, halb fünf; damit die Wirkung länger anhält (bis sieben, wie sonst auch, oder gar bis acht Uhr), nimmt sie 54 mg.

In meinem GK sind einige Mamas, deren Kinder nicht nur besonders hibbelig sind, sondern sich auch ohne Ende mit Geschwistern (und Eltern und Besuch undundund) in den Haaren liegen. In diesen Fällen rate ich immer dazu, die Medikation unverändert über die schulfreie Zeit fortzuführen. Und wenn (wie zB bei Melody71) mehrere Medikamente gegeben werden, die auf das Neurotransmitter-System einwirken, muss in der Regel auch MPH in der schulfreien Zeit wie gewohnt weitergegeben werden, da sonst das Zusammenspiel der Medis nicht mehr klappt.

Sag also demjenigen, der dich gefragt hat (wie ich vermute), dass diese Frage nicht standardmäßig beantwortet werden kann, da die individuelle Dosierung immer vom Einzelfall abhängt; und rate ihm/ihr, einen Gesprächskreis aufzusuchen, um sich dort einen individuellen Rat zu holen.

Oder hast du etwa doch im eigenen Interesse gefragt, weil du es leid bist, dass du seit geraumer Zeit am Wochenende selbst den Müll runterträgst??? Auch das wäre eine Einzelfallentscheidung. Zoff mit der Partnerin und/oder überquellende Mülleimer sprechen für die Fortführung der Medikation. Klappt eigentlich alles, doch du hast das Gefühl, das würde es auch, wenn du die Medis in der Freizeit weglässt, dann probiere es aus mit dem Weglassen und beobachte, was besser für dich ist.

Viele Grüße
Susanne


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