Asperger-Syndrom

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03.05.2010 22:47
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#11
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Hallo Regina, du schreibst Es ist ihm (und uns) aber gelungen, ein ganz akzeptables Sozialverhalten einzuüben wie habt Ihr das gemacht. Wo hast du dir Hilfe geholt. Ich würde ganz gerne es auch selbst versuchen. Vielleicht gibt es ein Buch ???? Danke für deine Hilfe. Nächsten Mittwoch erster Test bin gespannt was raus kommt. Liebe Grüße


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05.05.2010 00:59
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#12
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Hallo Ute,

das von SusanneG empfohlene Buch "Tony Attwood: Das Asperger-Syndrom - ein Ratgeber für Eltern" ist z.B. eine wirklich gute Hilfe. Ich hatte noch ein zweites, aber das ist derzeit in den Tiefen des Kellers verschütt.....

Wir hatten damals das Glück, das unsere Therapeutin sich mit Asperger auskannte, sie hatte ja auch den Riecher und hat eine weitere Diagnostik veranlasst. Sie hat mir sehr gute und praktische Tipps geben können. Wenn großer Sohn z.B. ein Telefongespräch führen sollte, es ruft z.B. ein Klassenkamerad an und will sich verabreden, er hat aber keine Lust, war dies eine extreme Stress-Situation für ihn. Im Normalfall sagte er dann, dass er keine Lust hätte und sein Gesprächspartner war wegen seiner sehr direkten Art vor den Kopf gestossen und rief nie mehr an. Großer Sohn hat dann auch diese Ansage "Ich habe keine Lust mit Dir zu spielen" immer wieder wiederholt, typisch Asperger halt.

In solchen Situationen haben wir verabredet, dass er sagt, er rufe gleich zurück. Ich habe ihn dann dahingehend gecoacht, seine Absage "freundlich" zu formulieren, oder aber nochmal zu überdenken, ob er wirklich keine Lust hat und warum. Meine freundliche Formulierung habe ich dann sehr oft 1:1 von ihm gehört. Damals war er 9 oder 10 Jahre alt. Irgendwann habe ich dann gehört, dass er dieses "freundliche Absagen" selbst formuliert hat und auch nicht mehr so starr war, dass er immer wieder das Gleiche wiederholt hat. Das Besprechen der Situation hat bei ihm dazu geführt, dass er zwischenzeitlich selbst in der Lage ist, sich entsprechend zu verhalten.

Solche Situationen gibt es ja viele, sei es das Einkaufen beim Bäcker, das Begrüßen von Freunden oder Fremden, das Sich-Bedanken für Geschenke...... alles schwierige Situationen, die ich (in diesen Situation suchte er immer Unterstützung bei mir und nicht bei meinem Mann) dann coachte und ihm erklärte, wie "man" sich "richtig" ausdrückt und verhält.

Seine Mimik haben wir manchmal vor dem Spiegel geübt, wie sieht es z.B. aus, wenn ich mich freue und wie wenn großer Sohn? Also los, lass uns mal versuchen, Dein Gesicht ähnlich aussehen zu lassen wie meins. Das Gleiche gilt natürlich für Ärger, Wut, Trauer, Interesse....... Nachdem er wußte, wie welches Gefühl bei mir aussieht, konnte er recht schnell seine Mimik steuern und entsprechend natürlich erkennen, wie sein Gegenüber drauf war.

Mehr Hilfe hatten wir nicht, wie schon geschrieben sind aber auch nur "Asperger-Ansätze" beim großen Sohn vorhanden.

Manchmal denke ich, dass hat er auch von mir (so wie sein ADS...). Wir waren grade so in der Asperger-Anfangsdiskussion, da hatte ich ein einschneidendes Erlebnis: Der Sohn einer guten Bekannten (zusammen mit meinem im Kindergarten) spielte auf dem Bahndamm, der am Haus vorbeiführt, der Zug kam, der Junge hörte ihn nicht, die Lok bremste und im allerletzten Augenblick sah er den Zug und sprang zur Seite, der Zug hielt 100 m weiter. Alle, die die Geschichte hörten, erweckten den Eindruck, gleich loszuheulen, so schrecklich fanden sie es. Ich merkte zum ersten Mal, dass mich die Geschichte eigentlich kalt lies, ich reagiert nach außen natürlich angemessen (hatte ich ja in langer Erfahrung so gelernt), innerlich war ich aber völlig unbeteiligt. Diese Erkenntis war ziemlich schlimm, zwischenzeitlich lebe ich halt damit, nach außen merkt es wohl niemand, ich frage meinen Mann in manchen Sitúationen, wie meine Reaktion auf bestimmte Dinge ist und er findet sie o.k.

Wenn ich mein zweites Buch wieder ausgrabe, schreibe ich Dir noch den Titel!

Euch alles Gute für Euren Test am Mittwoch!

Liebe Grüße von
Regina


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05.05.2010 18:51
#13
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Zitat von ADS-Mami
Vielleicht gibt es ein Buch ????



Hallo,

ich hab noch ein zweites Buch hier, hab' dir eine PN geschickt.

Susanne, können wir das hier veröffentlichen ? Hab's dir auch eine PN geschickt.

Viele Grüße
Mandelkern


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05.05.2010 19:50
#14
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Hi Mandelkern,

jepp, du kannst - siehe pm.

Grüßle
Susanne


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05.05.2010 20:52
#15
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Danke, Susanne !

Hier also noch ein Buch über Asperger, das mir vor allem wegen der vielen Alltagssituationen, die darin beschrieben werden, gefällt:

Ich bin besonders!: Autismus und Asperger: Das Selbsthilfebuch für Kinder und ihre Eltern. Mit vielen Ratschlägen für den Alltag (Taschenbuch)
(von Joan Matthews und James Williams)
Trias-Verlag
ISBN-10: 3893736689


Das Buch wird auch vom Bundesverband "Hilfe für das autistische Kind" empfohlen.

Viele Grüße
Mandelkern


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17.05.2010 22:34
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#16
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Hallo,
vielen Dank für die Tipps mit den Büchern. Werd auf jeden Fall mal schmöckern gehen. Ja, erste Testung vorbei Mittwoch Test 2 und Freitag Test 3. Hab schon den 2.Fragebogen ausgefüllt. Was die manchmal alles wissen wollen. Aber egal.
Sag mal habt ihr eigentlich auch Probleme mit Euren Kinder in Bezug auf Fröhlichkeit und Freude. Ich frag so komisch weil ich festgestellt habe das unser Sohn selten Lacht. Und nicht richtig Freude zeigen kann. Ich hab den vergleich jetzt zu unserer Tochter und wenn ich seh wie viel die Lacht und welche Freude die ausstrahlt. Frage ich mich hat das auch mit ADS zu tun oder bin ich wirklich schon in richtig Asperger unterwegs.

Bin schon wieder viel zu viel am grübeln. Aber so bin ich mein Sohn ist schon immer mein ein und alles gewesen und loslassen ist nicht.Vielleicht hat es damit zu tun das er von Geburt an krank war und deshalb immer viel Liebe gebraucht hat.
Wär schön von euch zu hören.
Grüßle Ute

P.S. Heute schon die Welt umarmt.


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18.05.2010 10:22
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#17
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Hallo Ute,

das mit der Freude und Fröhlichkeit ist bei meinem Sohn (10, ADHS) auch so. Ebenfalls im besonderen Vergleich zur Schwester (6).
Bei Sohnemann war das schon immer so, dass die extremen Gefühlsausbrüche eher in die andere Richtung gehen (WUT). Bei ihm ist kein Asperger diagnostiziert, es wurde aber auch noch nicht danach geschaut. Von daher bin ich mal gespannt, was die anderen zu diesem Thema zu sagen haben.

LG
Cleo


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10.06.2010 21:54
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#18
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Hey Leute,
wieder mal ein schei... Tag. Hab jetzt die Gewissheit. Der Test hat zwar ergeben das es kein eindeutiges Asperger Syndrom ist aber er eine schwere Beeinträchtigung der sozialen Reaktion hat. Er kann sopziale Schlüsselreize schlecht erkennen,weniger adäquat interpretieren,noch angemessen darauf reagieren.Es ist wie ein Schlag ins Gesicht wenn du genau das hörst was Du schon seit über 3 Jahren Hautnah erlebst.
Ich bin fürchterlich durcheinander weil gleich wieder dieser Druck kam Integrationshelfer oder der wechsel an eine andere Schule.
Bitte gebt mir Eurer Meinung. Integrationshelfer in der 9.Klasse ist das nicht Lächerlich bei den anderen Mitschülern und Schule wechseln für ein Jahr, ist nur noch die 9.Klasse. Was sagt Ihr.
Mir geht nicht aus dem Kopf. In díesem Bericht steht Es liegt eine depressive Symptomatik im klinisch bedeutsamen Ausmaßen vor. Mensch Leute heißt das es kann jeder Zeit zur Aufgabe kommen. Ich trau mich gar nicht weiter zu denken.
Bitte,bitte sagt mir Momentan klammert er sich ja an dieses Praktikum und an seine Arbeit in einer Landmaschinenfirma, soll ich nun wieder anfangen zu bohren und wirklich mit ihm über dieses Ergebniss sprechen.
Nächster Schritt die Lehrerin mit den Tatsachen konfrontgieren da die ja immer noch der Meinung ist er Provoziert und mischt die anderen durch seine Art auf.
Mensch das ist wieder viel zu viel Thema aber es ist nur wieder Chaos und ihr wisst Väter wollen das alles nicht war haben.
Bitte schreibt mir ich brauch dringend wieder Eurer Hilfe.
Ute


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10.06.2010 22:15
#19
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Hallo Ute,

da wir gleichzeitig "online" sind, möchte ich Dir kurz mitteilen, dass ich Deinen Beitrag nicht
ignoriere.
Morgen versuche ich mal, auf Deine Fragen einzugehen - jetzt muss* ich
Teenagergespräche führen (darf* ich noch - ist ja auch nicht selbstverständlich mit 15/17)
Vielleicht meldet sich ja auch noch jemand in der Zwischenzeit hier im Forum.
Ich wünsch Dir auf jeden Fall viel Kraft, gute Nerven und dass Du heute Nacht schlafen
kannst!
Vielleicht kannst Du Dir noch irgend etwas Gutes tun? Badewanne oder lecker Eis?

Grüßle
mama4kids


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11.06.2010 11:37
#20
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Hallo Ute,

Zitat
eine schwere Beeinträchtigung der sozialen Reaktion hat. Er kann sopziale Schlüsselreize schlecht erkennen,weniger adäquat interpretieren,noch angemessen darauf reagieren.


ganz ähnlich wie bei uns.

Also zunächst mal können die Kids das lernen.
Es ist zwar schwer und es braucht Zeit, aber es geht, wenn man konsequent dran bleibt.
U.a. ist unser sohn gerade deshalb seit vielen Jahren in Verhaltenstherapie und zwar in gruppentherapie.
Das er genau das lernt, das die therapeutin ihn drauf hinweisen kann, warum die anderen jetzt so und nicht anders auf ihn reagieren. Da wird mit videomitschnitten gearbeitet und aufgearbeitet und alternativen entwickelt. Gemeinsam!

Zitat
In díesem Bericht steht Es liegt eine depressive Symptomatik im klinisch bedeutsamen Ausmaßen vor.



Hat der Diagnostiker dazu nichts gesagt?
Ich denke er hat doch bestimmt eine Empfehlung ausgesprochen, oder?

Zitat
soll ich nun wieder anfangen zu bohren und wirklich mit ihm über dieses Ergebniss sprechen.



DAS würde ich entsprechenden Fachleuten überlassen, wenn ich ganz ehrlich bin.

Zitat
Nächster Schritt die Lehrerin mit den Tatsachen konfrontgieren da die ja immer noch der Meinung ist er Provoziert und mischt die anderen durch seine Art auf.



ein ganz wichtiger Schritt und ich drücke euch die Daumen.
die Lehrer meines sohnes tun sich trotz des Wissens extrem schwer. sie fühlen sich zum Teil heute noch persönlich angegriffen, wenn statt ein sie ein Du rausrutscht, wenn der Ton nicht stimmt etc.
Ich interveniere da seit Jahren.
ruhig bleiben, Sachlage ansprechen, die Chance geben, das er sich überprüft und "verbessert". Schnell konkret und klar.

Lg Mel


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