ADHS und Triple P???

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05.05.2010 15:00
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#1
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Hallo an Euch

wir haben uns gestern die TK angesehen, mal ganz unverbindlich.

Dort wird nach dem Triple P-Prinzip gearbeitet/therapiert.

Ich kenne das, war da mal vor Jahren auf einer Schulung.

Nun frage ich mich, da ich aus eigener Erfahrung sagen kann, dass Triple P bei meinem Kind schwer ist (oder ich einfach nur zu schwach???), ob das bei ADHSlern denn sinnvoll ist?? Dort sind überwiegend AHDS-Kids in Behandlung, also muss das ja fruchten...

Ich weiß halt nur, dass mein Sohni aus Erfahrungen nicht lernt. Wenn er heute eine Konsequenz wegen irgendetwas erhält, dann macht er morgen wieder das Gleiche...

Könnt ihr mir dazu was sagen? Bin ich auf dem falschen Dampfer?

LG
Moonie


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05.05.2010 16:24
#2
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****zensiert**** - WANN endlich lerne ich, einen Beitrag in WORD vorzuschreiben, und nicht gleich drauflos zu hacken! Viele viele Zeilen sind jetzt im Nirwana oder in einem anderen Dorf verschwunden....

Zweiter Versuch, diesmal Direkt-Import aus WORD:

Hi Moonie,

ich kenne Eltern, denen Triple-P bei der Erziehung geholfen hat. Allerdings hatten DEREN Kinder kein ADHS. DIE wären wahrscheinlich sogar ganz ohne jegliche Erziehung „wohlgeraten“.

Wir (Eltern UNSERER Kinder) haben vor Jahren mal einen Triple-P-Kurs besucht. Nach dem ersten Treffen unterhielten wir uns mit zwei anderen Eltern-paaren und stellten alle fest, dass Triple-P für UNSERE Kinder kaum geeignet sei. Diese Eltern hatten erstaunlicherweise ebenso wie wir ADHS-Diagnosen „in der Tasche“.

Vielleicht hilft es Dir, wenn ich aus einem Buch mit dem Titel „hmhmhm-darf-ich-hier-nicht-nennen (oder, Susanne?)“ zitiere:

„Erziehungskonzept aus Australien, das nicht speziell für die Erziehung von Kindern mit ADHS entwickelt wurde und auch nicht die neurobiologisch begründeten Besonderheiten und Bedürfnisse von Kindern mit ADHS berücksichtigt. Kann bei ADHS, je nach Symptomatik, wirkungslos bis kontraindiziert sein. Dennoch wird Triple-P von seinen Befürwortern auch als wirksam bei ADHS propagiert.“

Hoffe, das hilft Dir weiter.

Grüßle
mama4kids


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05.05.2010 17:51
avatar  Regina
#3
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Ihr Lieben,

Triple P wird unter uns sehr kontrovers diskutiert. Ich selbst habe sehr gute Erfahrungen damit gemacht, aber: die Trainerin ist Psychotherapeutin und kennt sich sehr gut mit ADHS aus und hat entsprechend das Training angepasst.
Was garnicht geht, sind Menschen, die Triple P in Wochenendkursen gelernt haben und von der Vorausbildung her auch gar keine Ahnung vom Thema haben. Also sehr genau drauf achten, wer das Training macht.
Achtung: Dies ist meine persönliche Meinung. C.N. z.B. rät grundsätzlich zu dem von ihr konzipierten Elterntraining unter Einbeziehung des selbstbetroffenen Elternteils, sicher gut, richtig und wichtig, nur immer noch nicht überall zu bekommen. Und ich finde es besser, ein vernünftiges Triople P zu besuchen, als kein Elterntraining zu machen.

So, jetzt hab ich mich aber weit aus dem Fenster gelehnt, schaun wir mal, wer mich wieder reinschubst :-))

Viele Grüße!

Regina


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05.05.2010 18:38
#4
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Hallo Moonie,

aaalso, ich bin ja nur "interessierter Laie".

Vor Jahren, als wir noch gar nichts von ADHS wußten, habe ich mich mal relativ intensiv mit Triple P beschäftigt. Damals waren meine Töchter recht klein, es war nur aus persönlichem Interesse, und kam damals irgendwie in Mode .

Kern dieser Methode ist es, das Kind, das austickt, oder sich danebenbenimmt, aus der Situation rauszunehmen, damit sich dieses Kind wieder runterregulieren kann. Das ist im Prinzip bei ADHS'lern gar nicht so falsch und wird ähnlich auch im Elterntraining gelehrt.

ABER das Problem beim reinen, nicht auf ADHS abgewandelten Triple P ist meiner Meinung nach, dass sehr leicht diese Massnahme, die ja theoretisch wirklich nur das Kind unterstützen soll, in eine Art Strafe rutscht. Dem Kind wird dann nämlich vermittelt, dass es "böse" ist und deshalb das Zimmer verlassen muss.

In einigen Schulen hier ist diese Methode gerade die heilige Kuh, das wird nur nicht so beim Namen genannt . Ein Oberar***** von Schulleiter (sorry, ist einfach so) geistert gerne mit seinen sogenannten "Trainingsinseln" durch die Medien: "Bösewichte" (<- und das sind Schüler ja quasi sowieso, oder ?) werden aus der Klasse geholt, kommen in ein Zimmer, die "Trainingsinsel", und müssen dort mit einem Lehrer darüber nachdenken, warum sie sich so schrecklich verhalten.

Das ist vollkommen kontraproduktiv bei ADHS'lern, denn die machen den Mist, den sie bauen, weder aus Vorsatz (sondern aus ihrer Impulsivität und der Unfähigkeit, rechtzeitig auf ihren Altspeicher zurückzugreifen, der vielleicht gesagt hätte, "STOP, VERBOTEN"), noch aus Boshaftigkeit. Klärende Gespräche direkt in oder kurz nach der Situation helfen nix. Und wenn ein "begnadeter" Pädagoge dann noch mit Vorwürfen kommt, fühlt das Kind sich schlecht, sein Selbstwertgefühl sinkt (noch weiter), aber es lernt gar nix, denn siehe oben - die Ursache ist eben nicht die "Ungezogenheit", sondern das ADHS.

Übrigens hat die RTL-Domina (Supernanny - diese Sendung habe ich gefressen, aber das ist ein anderes Thema), anfangs auch Triple P-Methoden angewandt (die sogenannte "Stille Treppe", oder den "Stillen Stuhl"), aber inzwischen hat selbst sie sich öffentlich davon distanziert.

Sprich - in meinen Augen ist das ganze nur so neumodischer Pädagogenkram , der sich gut vermarkten läßt . Aber das ist nur meine ganz persönliche Meinung.

Viele Grüße
Mandelkern


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05.05.2010 18:41
#5
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Hallo Regina,

Zitat von Regina
Ich selbst habe sehr gute Erfahrungen damit gemacht, aber: die Trainerin ist Psychotherapeutin und kennt sich sehr gut mit ADHS aus und hat entsprechend das Training angepasst.



ich glaube, das ist der Knackpunkt. Im Prinzip ist es ja richtig, eine Situation (auch) mit räumlicher Trennung zu entzerren, statt weitere Eskalationen zuzulassen.

Nur leider kann das in Reinform ganz falsch ankommen bei ADHS'lern, denke ich.

Wird hier im Forum geschubst ? Echt ? Wo ?

Viele Grüße
Mandelkern


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05.05.2010 19:07
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#6
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Huhu

ich danke Euch allen für Eure Meinungen und Einschätzungen

Der Pädagoge, der uns gestern alles in dieser TK gezeigt und erklärt hat, hat auch auf den stillen Stuhl hingewiesen und sie haben einen kleinen neutralen Raum, in den die Kinder auch rein können. Das ist wirklich nur ein Raum mit weißen Wänden und sonst nichts... Er hat extra darauf hingewiesen, dass die Kinder extra erklärt bekommen, dass dies kein Ort der Strafe ist (weder stiller Stuhl, noch der Raum), sondern ihnen die Möglichkeit geben soll, raus aus der Situation zu gehen und nachzudenken, runter zu kommen usw.... Nur wie soll ein ADHS-ler still auf einem stillen Stuhl sitzen können?? Da ist das Stillsitzen ja schon schwer genug und dann auch noch nachdenken???

Das ist ja nun auch schon Jahre her, wo ich eine Triple P-Schulung besucht habe. Damals war Sohni noch nichtmal drei Jahre alt. Wir waren auf Kur und dort wurde diese Schulung angeboten, jede Woche 2 Schulungen. Alles interessant und einleuchtend. Doch mir war damals schon klar, bei einem ADHS-ler lässt sich das doch nicht umsetzen!!??

Wie gesagt, Sohni lernt irgendwie nicht aus Konsequenzen Das ist ein jahrelanger Kampf...

Und nun soll er also im Falle eines Falles in der TK das Prinzip Triple P kennenlernen. Auch die Beschulung läuft nach dem Triple P Konzept. Doch was ist denn, wenn die Zeit in der TK vorbei ist und nur Mama richtig eingeweiht ist in die Kunst vom Triple P???

Morgen wird der Pädagoge von der TK mich mal aufklären, wie das so bei ihnen läuft, welche Erfahrungen er mir da mitteilen kann. Mich interessiert das schon... vor allem, was eben werden soll, wenn die Zeit in der TK vorbei ist und nur noch Muttern nach Triple P handelt

@ Regina: ich schubbs Dich nicht, ich knuff Dich mal
LG
Moonie


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05.05.2010 22:04
#7
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Hi Moonchild,

ich bin beeindruckt. Alle, die dir hier geantwortet haben, sind sehr kompetent (ich vermisse bloß noch Mel) und es gibt nichts, aber auch gar nix, was an ihren Ausführungen zu kritisieren wäre. Das ist erstaunlich, denn die Beiträge widersprechen sich in einigen Punkten. Doch wie Regina schon erwähnte, wird Triple P auch unter uns sehr kontrovers diskutiert.

Die Kernaussage aller Antworten ist von Regina, und Mandelkern hat sie aufgegriffen. Entscheidend ist, WER Triple P lehrt bzw. anwendet. Wenn dieser Jemand weiß, wie ADHS funktioniert, wird er Triple P so modifizieren, dass es passt. Und weil ohnehin jeder schon mal was von Triple P gehört hat, "verkauft" man halt auch die für ADHS modifizierte Version als Triple P.

Ich kann nicht einschätzen, wie man in der TK mit Triple P umgeht. Wenn die dort wissen, was sie tun, ist es ok. Ich kann dir nur raten: Beobachte sorgfältig und hör auf deinen Bauch. Sobald dein Bauch die ersten Zweifel anmeldet, klemm Sohni unter den Arm und sieh zu, dass du Land gewinnst.

Viele Grüße
Susanne


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05.05.2010 22:15
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#8
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Hallo Susanne,

jepp, morgen werd ich mir das genauer erfragen... ich bin zwar kein Profi in Sachen Triple P, aber Profi in Sachen Sohni. Ich kenne ihn und kann gut einschätzen, ob das was für ihn bringen würde... Bauchgefühl hab ich noch garkeins... ich werd über das Thema TK noch ne ganze Weile nachdenken und noch einige Male dort anrufen, mal sehen, wie geduldig die sind

Im Moment ist das Thema TK ja noch gaaaaaaaaaanz weit weg, wir stellen uns mal auf eine Wartezeit von 6-12 Monaten ein, sollte es in Frage kommen...

Ich freu mich auch, dass ich hier so tolles Feedback erhalte. Mir war klar, dass das Thema Triple P und ADHS wohl ein heißes Thema ist und ich hab seit gestern überlegt, ob ich es überhaupt posten soll, weil eben so heikel. Doch es hilft nix, ich brauch euch, um meine Gedanken zu ordnen und mir ein Bild machen zu können. Oft liest man dann Dinge, auf die man im Leben nicht selbst gekommen wäre... Und auch, um oft festzustellen, soooo daneben lag man nun doch nicht...

Schönen Abend noch
Moonie


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05.05.2010 22:40
#9
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Hi Mädels,

tja, bei Triple P im Zusammenhang mit ADHS gibt es ganz viele Meinungen und keine zwei, die sich gleichen. Ich finde es gut, dass wir das hier genauso kontrovers diskutieren wie in diversen Sitzungen.

@ mama4kids:
Ich weiß, dass du keine Schundromane liest, also nenne Autor und Buchtitel. Und mach dir endlich einen Bäpper an den Bildschirm: "STOP! Erstens: Text in WORD schreiben. Zweitens: Datei speichern. Drittens: Text in Forum (oder Mail ) kopieren. Viertens: Erfolg überprüfen. Fünftens: Dir selbst auf die Schulter klopfen.

@ Regina:
Wieso lehnst du dich bei dieser sibirischen Kälte aus dem Fenster? Mach es bloß schnell zu! Die, deren Name hier nicht genannt werden soll, bildet alljährlich etwa zwei Dutzend ETKJ-Elterntrainer aus. Etliche ihrer "alten Hasen" greifen in ihren Elterntrainings ergänzend Triple P-Elemente auf - und zwar die, die auch bei ADHS brauchbar sind. Wenn also der Trainer weiß, "wie ADHS tickt", ist das vollkommen in Ordnung.

@ Mandelkern:
Tja, die Trainingsinseln in unseren Schulen ... Maßnahmen, die manchen Pädagogen Freude bereiten. Dazu kann ich nur sagen: ... denn sie wissen nicht, was sie tun.

@ SusanneG:
Dein Akku schwächelt. Also reiß dich jetzt mal von diesem thread los und hol das Netzkabel.

Grüßle
Susanne


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06.05.2010 12:11
avatar  Zottel
#10
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Für alle die der herrlichen schwäbischen Sprache nicht mächtig sind.

Bäpper = Notzizettel (z.B. Post-it-Kleber)

Grinsegrüße

Zottel


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