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Dieses Thema hat 16 Antworten
und wurde 1.036 mal aufgerufen
 ADHS Selbsthilfe für Eltern - 2013, 2012, 2011
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Melody71 Offline



Beiträge: 606

09.09.2011 22:54
#11 RE: Toleranz für "besondere Kinder" antworten

ich verkneife mir jetzt einfach ne richtige Antwort Susanne
das könnte dann nämlich allein von mir ein ganzes Buch werden

Nur so viel... smilla du bekommst von mir ebenfalls vollstes Verständnis.
Ich habe ganz genau so gedacht und diese Wut hat mich innerlich fast aufgefressen.
Letztendlich habe ich die Entscheidung für Tabletten am Leid meines Kindes fest gemacht.
Ich wollte nicht das er mir kaputt geht in dieser normgesteuerten Gesellschaft die "besonderen Kinder" keine Chance gibt.

LG Silke

smilla Offline



Beiträge: 984

10.09.2011 11:33
#12 RE: Toleranz für "besondere Kinder" antworten

Hallo Ihr alle! Ich danke Euch! Ich glaube dass ist seit langem das erste Mal dass ich jemanden höre, dem es so geht wie uns! Auch meine Freundinnen sagen immer: Nein, es ist toll wie du das machst und er geht seinen Weg und, und ,und! Aber richtig verstehen können sie das doch nicht, was es für ein Spießrutenlauf ist. Und wie oft man auch von Einrichtungen, die einem eigentlich helfen sollen auf die lange Bank geschoben wird! Bei uns soll jetzt der Mobus mit eingeschaltet werden. Aber das wird frühestens was in drei Wochen! Tja, da kann es schon sein, dass mein Sohn kein Bein an die Erde mehr bekommt!
Ich muss immer so lachen was für Wohlstandsprobleme die anderen so haben: da ist Sport ausgefallen, warum wissen wir das nicht? Mein Kind hat schon drei Buntstifte verloren (Oder die wurden bestimmt gestohlen!), ein Pullover is weg, ein Skandal! Was würde ich drum geben, wenn es nur darum ginge!! Was mich manchmal so wütend macht ist die Tatsache, dass andere Mütter mich scheiße finden, wenn mein Kind einen Fehler macht! Im Kindergarten hat mein Sohn sich nach zwei Jahren mal mit einem anderen verabredet! Am nächsten Tag sagte mit die Kindergärtnerin, diese Mutter habe ihr das erzählt und wissen sie was? Die Eltern sind ja total nett, sagte die Mutter! Natüüüüüürlich sind wir nett! Schon seit Jahren! Und ganz davon ab, mich macht auch wütend dass es so einfach ist, von seinen eigenen Kindern abzulenken indem man ein Sündenbock sucht! Und mal ehrlich: ich kenne ein Haufen "Superkinder" denen ein soziales Kopetenztraining auch nicht Schaden könnte! Oder auch "Supermütter" die ein Eltertraining gut vertragen könnten! Und ich glaube dass ganz viele Mamas denken: Gott sei Dank ist es nicht mein Kind, was schwierig ist!! Aber damit das auch so bleibt lästere ich mir lieber die Hucke voll! Das ist oft einfach zum Kotzen!
Ich glaube wir wären gut beraten, dort wo wir so umsorgt werden, was die Medikamente angeht! Ich habe aber noch immer das Gefühl ich würde ihn missbrauchen wenn ich etwas gebe, was ihn "normal" macht! Andererseits denke ich, dass wegen dieser momentan noch fehlenden Diagnose es schwierig werden könnte! Aber es stimmt schon, die Schule und Eltern müßten umdenken! Und nochmal ehrlich: diejenigen, die jetzt über ihn herziehen und ihn für böse halten! Das wären doch auch die ersten, die es verurteilen würden, wenn er was nehmen würde, oder?!

Simone Offline



Beiträge: 1.078

10.09.2011 15:10
#13 RE: Toleranz für "besondere Kinder" antworten

Liebe smilla,

genau das Dilemma, das du jetzt durchmachst, haben sehr viele (wenn nicht sogar alle) hier schon durch.
Es ist nicht einfach, sich für die Medikamente zu entscheiden. Doch eins kann ich dir sagen: Ich habe es nicht bereut. Im Gegenteil. Meine Jungs sind zwar immer noch nicht die besten in der Welt da draussen. Doch es sind meine Jungs. Sie sind vom Grundwesen her nicht verändert, sie können sich durch die Medis nur besser strukturieren. Und meistens bin ich sehr stolz auf sie.

Als wir beim Großen im Jahr 2003 mit den Medis angefangen haben, war an das, was heute ist nicht zu denken. Sohnemann war der Chaot und Klassenkasper und Mobbingopfer schlechthin. Heute steht er ein Jahr vor Schulabschluss und weiss genau was er dann machen möchte. Genau deshalb hat er jetzt einen Ferienjob in dem Bereich gemacht. Er hat ein Ziel. Und mit seinem Ziel hat er auch eine Perspektive. Was für ein Wandel!

Nur weil das Rezept nicht rosa, sondern gelb ist, tun wir unseren Kindern damit nichts schlechtes an.

Zitat
Und nochmal ehrlich: diejenigen, die jetzt über ihn herziehen und ihn für böse halten! Das wären doch auch die ersten, die es verurteilen würden, wenn er was nehmen würde, oder?!


Bingo.

Simone

Das Leben ist wie ein Überaschungs-Ei - Spannung, Spiel und Schokolade

SusanneG Offline



Beiträge: 8.231

10.09.2011 15:31
#14 RE: Toleranz für "besondere Kinder" antworten

... die es verurteilen würden, wenn er was nehmen würde, oder?! ...

Jepp, deshalb macht man dem Kind auch keinen roten Punkt auf die Stirn, sondern sagt es nur dann, wenn man explizit danach gefragt wird .

Selbsthilfegruppen gibt es übrigens nicht nur bei uns. Schau doch mal hier: www.adhs-deutschland.de

Viele Grüße
Susanne

smilla Offline



Beiträge: 984

11.09.2011 17:13
#15 RE: Toleranz für "besondere Kinder" antworten

Was bedeutet eigentlich gut? Oder die Besten? Ich selber verfolge ja auch seit Jahren immer wieder diese Themen wie "Ist ADHS eine Modekrankheit?" oder eine "Gemachte Krankheit?" Dann weiss ich aber eines, dass sie bestimmt nicht von den Kindern gemacht ist! Sondern von denen, die und Familien genau damit auch im Regen stehen lassen. Nämlich von der Umgebeung, in der unsere einfach besonders sind und nicht konform mitlaufen! Was ist denn schon gut! Ist jemand besser, weil er sich mehr anpassen kann? Manchmal habe ich das Gefühl, ADHS ist eigentlich nur das nettere Wort von "passt Euch bloß an, sonst wirds schwierig"! Und mal ehrlich: die liebe Pipi, der Lönneberger- Michel, Max und Moritz! Das wären doch alles Kinder, die auch mindestens 1x die Woche zum SPZ müßten! Euch einen tollen Sonntagabend...

FaVe Offline



Beiträge: 916

12.09.2011 11:25
#16 RE: Toleranz für "besondere Kinder" antworten

Hallo Smilla!

Ja, ich glaube auch, viele Lindgren-Figuren wären SPZ und ADHS-Patienten.
Auch ich habe lange gedacht, das uss doch so gehen, Freuden haben gesagt, er ist doch ein so toller wissbegieriger Junge....

Aber dann wurde es auch in der Familie schwierig: da ihm immer soviel im Kopf rumging, konnt er auch auf uns kaum noch freundlich reagieren, auch im Familienverband hat er gehauen, ist ausgerastet, .... Bei allem Verständnis, ich lasse mich nicht gerne hauen und schubsen, habe geschimpft. Die Stimmung war total versaut.

Und Schule war nur noch furchtbar: durch die veilen Kinder ist er total überfordert gewesen, hausaufgaben selbst bei Mithilfe gingen stundenlang.... die Drohung: du gehst ohne bewirkte nichts mehr: die Reaktion der <Lehrerin schin ihm diesbezüglich bedeutend angenehmer als unser Hausaufgabenstress.

Natürlich machen die Medis sie für ihre Umwelt umgänglicher: aber auch ihr eigenes Selbstbild, ihre Erfahrungen mit der Umwelt, ihre Erfolgserlebnisse, die unsere Kinder unter Medis (z.T. endlich) haben, helfen Ihnen. Sie merken doch auch, dass ihr quirliges oder auch schnell aggressives Vérhalten auf Abwehr stößt. Und wir alle wollen doch eigentlich Freunde finden und in einer Gruppe anerkannt sein. Mein Sohn hatte kürzlich abends einen totalen Ausraster ( Aufregung, Hunger, Medis abgeklungen...) aber am nächsten Tag unter Medis hat er sich entschuldigt: er wusste schon, dass er seiner Umwelt auf die Nerven gegangen ist, konnte aber einfach nicht gegensteuern. Er wird mit den Medis auch für sich selber erträglicher.

Noch eine Frage zu Deinen Berichten: wann ist der denn auf ADHS untersucht worden? Da ihr schon an einem SPZ in Betreuung seid, ist es veilleichtr sinnvoll, mit den ersten Erfahrugen und Eindrücken der Lehrer, dieses Thema nochmal anzuschneiden. Wie du schon sagst, dann hätte das Ganze einen greifbaren Namen, ging mir auch so.

Grüße FaVe

Wahnsinn ist erblich,
.... man kann ihn von seinen Kindern bekommen

smilla Offline



Beiträge: 984

12.09.2011 12:57
#17 RE: Toleranz für "besondere Kinder" antworten

Hallo Fave,
also die Untersuchungen wurden letztes Jahr im Sommer gemacht, kurz bevor er ins letzte Kindergartenjahr gekommen ist! Da war er sechs. Es ging ja alles auch schon total gut und manchmal frage ich mich,ob ich es im Moment nicht auch etwas zu schwarz male. Aber wir haben soviel gelitten als es am Anfang im Kindergarten so schlimm war, dass ich jetzt ganz dolle Angst habe dass alles wieder so los geht! Ich weiss schon, dass mein Sohn "besonders" ist und ich habe immer gesagt, dass das ADHS und auch Ritalin bestimmt nochmal zum Thema gemacht werden! Aber manches Mal sehe ich Kinder und denke: Genau wie meiner! Und dieses Kind war nie bei der Ergo! Verstehst Du was ich meine? Jedes Kind hat doch Stärken und Schwächen! Und die meisten haben einfach nur Glück dass Sie sich besser anpassen können! Dafür kracht es oft innerhalb der Familie. Aber das sieht ja keiner!! Und jede dieser Mütter ist froh darüber! Und glaubt mir eines, meine Damen, auch wenn sich das gehässig anhört: Ich wünsch es jeder hysterischen Mutter eines perfekten Kindes, das dieses sich mal ganz gepflegt daneben benimmt! Und damit meine ich richtig daneben! Und dass diese Mütter mit ihren Kinder an genau die gleiche Sorte geraten wie sie es sind!Ihr merkt, ich bin zornig auf diese Art Mütter. Denn es ist für uns so einfach unseren Kindern Flöhe ins Ohr zu setzten. Und wenn ich dieses oder jenes Kind blöd finde, dann kann ich ganz schnell dafür sorgen dass es meinem Kind genauso geht! Und mich kotzt es einfach an, dass alles getrascht wird, was irgenwer gemacht hat! Ich mag auch einige Kinder und deren Verhalten nicht! Aber ich sage dass nur meinem Mann und auch nur wenn mein Sohn es nicht hört!(ok,ok...und jetzt sage ich es mal Euch!!)Liebe Grüße an Euch, smilla

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