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Dieses Thema hat 36 Antworten
und wurde 3.454 mal aufgerufen
 Kinder mit ADHS - Selbsthilfe für Eltern
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ferrano Offline



Beiträge: 598

13.05.2014 18:03
#11 RE: Nachteilsausgleich Gymnasien Baden-Württemberg antworten

Ich sehe hier erfahrene Mütter sprechen ...
Ich habe hier auch noch ein ADHS affines Kind, ohne Medis, mit Notenschnitt 2 in den Hauptfächern rumspringen. Üben tun wir nicht so ... keine Zeit, keine Lust ... außer Junior kommt von selbst. Er ist in Kl.3, der hat auch einen tollen IQ, aber was nützt es, wenn er unter Druck nicht lernen will? Seufz, ich könnte ihm da Medis geben ..., eine Diagnose hat er. Er schafft alles bisher allein und so wie er es eben schafft - da ist schonauch mal eine 4 dabei, auch wieder eine 1 in Mathe und 1-2 in Deutsch sowieso .
Warten wir mal ab, aber 2. Fremdsprache Gymnasium ist der Horror- jedenfalls für meine Kinder ..., da habe ich hier schon ganz andere gesehen, die da schön die 7. Klasse wiederholen ... ohne ADHS versteht sich ...
Jedes Kind ist anders, ich sehe meine mit ihrer schwankenden Leistungsfähigkeit nicht auf dem Gymmi - ok meine Sicht. Ich würde es nervlich nicht schaffen ..., außer Junior macht es eben so wie jetzt, 90 % allein. Selbst der braucht viiiiel Freizeit und "lass mich in Ruhe" ...

Wir sind hier Spätabiturienten in unserer Family- das weiß ich aber bei meinen Kindern jetzt noch nicht, was sie mal hinkriegen ... mir hat keiner geholfen, ich habe nur gesagt wann und wo ich gerne Nachhilfe hätte und ob die Kosten drin wären?! Ich glaube einfach, das was man sich selbst erarbeitet hat, ist ein richtiges Fundament, das trägt. Wohin auch immer, hoffentlich in eine Zukunft mit der die Kinder zufrieden sind. Es soll ihnen gut gehen, sie sollen im Sommer ein Freibad besuchen können, ohne das dies generalstabsmäßig geplant sein muss, auf die Klassenarbeiten abgestimmt und dann nur 2 Stunden ... ja- ich weiß das läuft schon so und man kann es so machen.Ich verurteile da niemanden- ehrlich. Die Kinder tun mir da manchmal richtig leid, weil ich hoffe das man als Kind so geliebt wird wie man ist. Das ist sehr wichtig, um zu wachsen und stark zu werden.
Aber jeder muss für seine Kinder entscheiden ..., das ist wirklich nicht einfach.
Ich freue mich, dass viele das so sehen

Le corbusier- nicht sauer sein! Wir sind nur Mütter, die an das Wohl aller denken man muss das alles ja noch ein paar Jährchen durchziehen ... mit der Pubertät sind mir Schulprobleme auf einmal gar nicht mehr so wichtig ...- Jeder macht das so, wie er es für richtig hält. Das ist echt ok!

LG an Euch

ferrano Offline



Beiträge: 598

13.05.2014 18:13
#12 RE: Nachteilsausgleich Gymnasien Baden-Württemberg antworten

Das Thema NTA find ich auch nochmal sehr interessant und habe wegen Dir nochmal ganz viel nachgelesen.
Das war auch gut.

Pippilotta Offline



Beiträge: 4.064

13.05.2014 18:17
#13 RE: Nachteilsausgleich Gymnasien Baden-Württemberg antworten

@ ferrano und zottel

Vielen Dank an euch beide für diese tolle und verständliche Erklärung

LG

Denk falsch, wenn du magst, aber Denk um Gottes Willen für dich selber. (Doris Lessing)

Zottel Offline



Beiträge: 1.990

14.05.2014 16:46
#14 RE: Nachteilsausgleich Gymnasien Baden-Württemberg antworten

Zitat von Pippilotta im Beitrag #13
@ ferrano und zottel

Vielen Dank an euch beide für diese tolle und verständliche Erklärung

LG


Das Lob gebührt Uli, die hier wirklich voller Engagement Recherche zum Thema NTA betrieben hat (und einen Kilometer getippt hat)

========================================================================================================================================================
Ich wollte noch was zum Thema "durchreichen bis zur Werkrealschule" anmerken.

In Sohnis Klasse tummeln sich inzwischen schon einige Gymmi-Abgänger. Wer nun annimmt, dass für diese Kids die Realschule jetzt ein Klacks ist irrt gewaltig. Keines dieser Kids ist nun auf der Realschule ein "Selbstläufer". Im Gegenteil. Diese Kids bilden eher das "Klassenschlusslicht".

Das mag daran liegen, dass ihnen bereits die Basics Klassenstufe 5/6 fehlen. Diese werden aber eben dann auch auf der Realschule benötigt... So kann es dann natürlich schon passieren, dass das Kind an die Werkrealschule weitergereicht wird (was ganz sicher nicht unbedingt ein Nachteil für das Kind sein muss...).

Wenn ein Gymnasiast wiederum aus Klasse 8 oder 9 auf die Realschule wechselt sieht es sicherlich ganz anders aus...

Ich sag jetzt mal so:

Gymmi = Schnellstraße

Realschule = Bundesstraße

Hauptschule = Landstraße

Das ADHS-Kind mit überdurchschnittlicher Intelligenz/ HB gleicht einer Ente mit Porschemotor. Wenn es darauf ankommt klappt es doch noch irgendwie auf den letzten Drücker und mit quietschenden Reifen ins Ziel zu kommen. Die Chancen stehen dann auf dem Gymmi sicher nicht schlecht.

Aber man bedenke: auf der Schnellstraße tummeln sich so einige Audi-TT's, Ferraris usw. Sicher nicht immer leicht für eine Ente.

Wenn nun die Ente eben keinen Porschemotor hat, wirds auf der Schnellstraße schwierig bis unmöglich heil anzukommen.

Hat die Ente nun hin und wieder eine verstopfte Benzinleitung (oder zu wenig Luft in den Reifen) ist sie auf der Bundesstraße/ Landstraße bestimmt besser aufgehoben. Ist einfach sicherer...

Liebe Grüße

Zottel

ferrano Offline



Beiträge: 598

15.05.2014 17:22
#15 RE: Nachteilsausgleich Gymnasien Baden-Württemberg antworten

Hallo Zottel,

ich werf mich weg- Ente mit Porschemotor !!! Super Vergleich!
ich hatte immer den Vergleich Porsche- Traktor , um damit unterschiedliche Fähigkeiten und Leistungen im Blick auf verschiedene Aufgaben zu zeigen. Versuch mal mit dem Porsche eine Ladung Heu den Berg hochzuziehen, oder den Acker zu pflügen ... Menschen mit Autos zu vergleichen könnte missverstanden werden. Aber trotzdem ist das sehr bildhaft. Die Audi TT s -herrlich!
LG
Uli

Zottel Offline



Beiträge: 1.990

17.05.2014 10:23
#16 RE: Nachteilsausgleich Gymnasien Baden-Württemberg antworten

Zitat
Mit guten Noten an der Realschule, das heißt 2-2-3 in den Hauptfächern oder waren es 2-2-2(?) kann man nach Kl.5 und auch Kl.6 ins Gymmi wechseln.



Nein, 2-2-3 "reicht"!

Die Schüler die für einen Wechsel in Frage kommen, werden sogar vom Lehrer angesprochen. So war das zumindest bei uns. Mein Kind wurde nach dem 1. Halbjahr 5. Klasse angesprochen, ob es gerne wechseln wolle. Er hat das kategorisch abgelehnt. Es war ihm nicht einmal Wert zu Hause davon zu erzählen. Die Lehrkraft hat sich dann auch noch telefonisch mit uns Eltern in Verbindung gesetzt.

Soweit ich weiß, ist das Usus.

Gewechselt hat übrigens KEIN Kind. Alle haben dankend abgelehnt. Es scheint somit wohl keines der Kids "unterfordert" zu sein . Das spricht ja eigentlich schon für sich...

Zitat
Menschen mit Autos zu vergleichen könnte missverstanden werden. Aber trotzdem ist das sehr bildhaft. Die Audi TT s -herrlich!



Ja, ich liebe bildhafte Vergleiche - so manches kann man so verständlicher (und zwischen den Zeilen) rüberbringen

Aber ich bin jetzt mal so frei und sag von der Leber weg was mir beim Durchlesen des Threads durch den Kopf ging. Und ich hoffe das nimmt mir nun keiner übel ...

Es gibt durchaus ADHS-ler ohne Komorbiditäten wie LRS bzw. Dyskalkulie mit (weit) überdurchschnittlicher Begabung... die in der Realschule ihre Ehrenrunden drehen... Einfach weil sie nicht "konstant intrinsisch motiviert" sind. Probleme mit der Einsicht, Weitsicht und Rücksicht haben und schlecht aus Fehlern lernen.

Tja, und nun prallt das ADHS-Kind in der weiterführenden Schule auf "freies, eigenmotiviertes Lernen ohne Struktur". Mal mehr - mal weniger. Das ist natürlich Lehrkraftabhängig und Schulartabhängig. Womöglich kommt es dann noch in eine Klasse mit über 30 Schüler. Häufige Klassenzimmerwechsel (Stichwort: Wanderklassen), häufige Lehrerwechsel, viele Stundenausfälle bzw. Vertretungsstunden, lange Schultage... Ich weiß ja jetzt nicht wie es bei den anderen Foris ist, aber den Großteil der Lehrer meines Kindes habe ich noch nie gesehen . Obwohl ich bei allen Elternabenden und Elternsprechtagen anwesend bin!

Das ADHS-Kind kommt aus einer (im Vergleich zur weiterführenden Schule) behüteten Grundschule.

Die Klasse wird neu zusammengewürfelt. D.h. jedes Kind muss dann zuerst seinen "Platz" finden. Dabei geht es mitunter ziemlich rau zu und es steht nicht immer schützend ein Lehrer dabei.

Kinder die "anders" sind, haben es da nicht immer gerade leicht...

Wenn dann auch noch in Deutsch + Mathe ein Nachteilsausgleich im Raum steht, dann seh ich persönlich schon für die Realschule schwarz. Das wird Harakiri fürs Kind und ich frage mich wirklich, wie das denn überhaupt umgesetzt werden soll/ kann. Mathematisches Verständnis wird auch in den Fächern Technik/ Physik benötigt. Deutsch in allen anderen Fächern - ganz zu schweigen von den Fremdsprachen.

Selbst wenn es einen Weg gibt, dass die Notengebung "ausgesetzt" wird frage ich mich, was das dann für das betreffende Kind bedeuten mag. So eine "Extrawurst" bietet eine Steilvorlage für Mitschülerinnen und Mitschüler... Das bleibt ganz gewiss nicht unkommentiert... und kratzt ganz schön am Selbstbewustsein...

Und wenn ich nur an die Kraft und Energie denke, die benötigt wird, um das alles anzuleiern/ durchzusetzen.

Es macht sicherlich Sinn diese Kraft für eine begabungsgerechte Beschulung des Kindes einzusetzen.

Ansonsten wäre evtl. eine Privatschule eine Option.

Zitat
Versuch mal mit dem Porsche eine Ladung Heu den Berg hochzuziehen, oder den Acker zu pflügen



Mir kommt nur ein Anhängerkupplungkompatibles Fahrzeug ins Haus!

Grüße

Zottel

Zaubermaus Offline



Beiträge: 31

18.05.2014 20:09
#17 RE: Nachteilsausgleich Gymnasien Baden-Württemberg antworten

Hallo lecorbusier,

stand die Gemeinschaftsschule bei euch eigentlich gar nicht zur Debatte?

Wir haben zwar noch ein Jahr Zeit bis wir uns entscheiden müssen, aber ich mach mir momentan auch schon viele Gedanken über die richtige weiterführende Schule. Bei uns in der Region (auch BW) werden gerade immer mehr Haupt- und Werksrealschulen zu Gemeinschaftsschulen umgewandelt. Habe an zwei Infoveranstaltungen teilgenommen und nach anfänglicher Skepsis bin ich mehr und mehr von dem Konzept überzeugt. Ich bin mir nur sehr unsicher, ob es für meinen Süßen das Richtige ist.

In BW wird an den Gemeinschaftsschulen ja grundsätzlich nach dem Lehrplan der Realschule unterrichtet. Bei der Infoveranstaltung wurde uns gesagt, dass zunächst allen Schülern eines Jahrgangs gemeinsam das Basiswissen vermittelt wird. Dann werden die Schüler – zumindest in den Hauptfächern – je nachdem wie gut das Basiswissen sitzt in verschiedene Lerngruppen eingeteilt. Gemeinsam mit dem Lehrer entscheiden sie dann, ob sie auf Realschul- oder gymnasialen Niveau weiterarbeiten wollen. Ab der sechsten Klasse wird eine zweite Fremdsprache eingeführt, so dass ein Wechsel aufs Gymnasium jederzeit möglich wäre. Vorgesehen ist eine Kooperation mit einem Gymnasium, das die Kinder die Abi machen möchten nach der 10. Klasse aufnimmt. Die 10. Klasse müsste dann allerdings auf dem Gymnasium nochmal wiederholt werden (dann hätte man automatisch wieder G9). Noten gibt es in den unteren Klassen auch keine – somit braucht man sein Kind auch nicht befreien zu lassen!

Gerade wenn man sich noch nicht so ganz sicher ist, ob das Kind dem Gymnasium gewachsen wäre, halte ich das für eine gute Möglichkeit die Entscheidung noch eine Weile aufzuschieben. Da die Kinder gerade an der Gemeinschaftsschule auch sehr selbständig arbeiten müssen, sieht man ja dann auch gleich wie ihnen das liegt. Klappt es nicht so gut mit der Selbstorganisation (wo ich bei meinem Kind noch etwas Bedenken habe), wäre vielleicht doch der Wechsel auf eine klar strukturierte Realschule der richtige Weg.

Was mir jedoch ein wenig Bauchweh bereitet ist, das momentan noch vorwiegend Kinder mit Grundschulempfehlung für die Hauptschule die Gemeinschaftsschule besuchen. Meiner steht in den Hauptfächern momentan zwischen zwei und drei. Hätte er zu Beginn des Schuljahres schon seine Medis bekommen wären es sicher zwei gute zweier zum Halbjahr gewesen. Wenn nun die meisten seiner Klassenkameraden wesentlich leistungsschwächer sind als er, habe ich die Befürchtung dass er sich deren Niveau anpasst. Ausserdem ist das ganze ja noch relativ neu, sprich die Lehrer müssen ja auch erst ihre Erfahrungen sammeln.

Ob es das Richtige für ihn ist kann ich ja aber letztendlich nur herausfinden wenn ich es auf diesem Weg versuche. Was haben wir zu verlieren? Dauernd beschweren wir Eltern uns über den Leistungsdruck unter dem unsere Kinder stehen, aber letztendlich will dann doch jeder den eigenen Nachwuchs am liebsten auf dem Gymnasium sehen. Also wenn ein Wechsel auf die Realschule oder das Gymmi jederzeit problemlos möglich wäre (muss mich da noch an den entsprechenden Schulen erkundigen) scheint mir das im Moment eine gute Lösung zu sein. Wenn schon ein Schulwechsel, dann doch besser ein Auf- als ein Abstieg! Oder gibt es Faktoren die gegen die Gemeinschaftsschule sprechen, von denen ich noch nichts weiß? Wie seht ihr das?

LG Zaubermaus

lupa Offline



Beiträge: 1.157

18.05.2014 23:59
#18 RE: Nachteilsausgleich Gymnasien Baden-Württemberg antworten

Hallo,

jetzt muss ich mich hier doch auch noch mal einmischen ...

Zitat
Dauernd beschweren wir Eltern uns über den Leistungsdruck unter dem unsere Kinder stehen, aber letztendlich will dann doch jeder den eigenen Nachwuchs am liebsten auf dem Gymnasium sehen.


Sorry ... aber den Satz würde ich so nicht unterschreiben!
Wenn du dein Kind in der Schule erst mal genug hast leiden sehen, dann möchtest Du dein Kind irgendwann nur noch am liebsten auf der Schule sehen, die es besuchen kann, ohne daran zu zerbrechen! Alles andere findet sich dann schon!
Es geht doch nicht darum, wo wir sie gerne sehen würden. Es geht darum, welche Schulart zu ihren Möglichkeiten passt und ihrem "So - sein" am besten gerecht wird. Auch und gerade dann, wenn das nicht dem Ideal der gesellschaftlich anerkanntesten Schulart entspricht. Das sind wir unseren Kindern schuldig!!! Vergesst das bitte nicht!

Liebe Grüße

lupa

Ja, ich bin durchgeknallt und nein, ich kann mich nicht mal eben zusammenreißen.

Zottel Offline



Beiträge: 1.990

19.05.2014 08:36
#19 RE: Nachteilsausgleich Gymnasien Baden-Württemberg antworten

Hallo Zaubermaus,

das Thema Gemeinschaftsschule hatten wir schon einmal - allerdings im geschlossenen Mitgliederbereich.

Zitat
In BW wird an den Gemeinschaftsschulen ja grundsätzlich nach dem Lehrplan der Realschule unterrichtet.



Ja, so wird das den Eltern derzeit "verkauft".

Die meisten Gemeinschaftsschulen gingen im letzten Schuljahr "an den Start". Es gibt kaum Erfahrungswerte. Ehemalige Hauptschullehrer sollen nun plötzlich alle Schüler gleichzeitig auf Hauptschul-/ Realschul-/ Gymminiveau unterrichten (ähm, nö - nicht unterrichten. Begleiten ist das Zauberwort).

Für Schüler ab Klasse 7 existiert soviel ich weiß momentan noch nicht einmal wirklich ein Stoffplan...

Die Schüler sollen sich den Stoff SELBST erarbeiten. Auch in der Fremdsprache... Das Ganze läuft sozusagen komplett über Lernstationen/ Wochenarbeitspläne (!!!) Die Kinder sollen sich selbst einschätzen und intrinsisch motiviert Arbeitsblatt für Arbeitsblatt, Buchseite für Buchseite "abarbeiten". Ich habe solche Pläne gesehen...

D.h. jedes Kind wurstelt alleine vor sich hin... im Idealfall... oder eben nicht

Das Schulzeug des Kindes bleibt größtenteils in der Schule... Hausaufgaben gibt es nicht (zumindest in Klasse 5)... Ganztagesschule.

Eigentlich Ironie pur für jedes ADHS-Kind. Ich sage jetzt mal etwas sarkastisch: nicht gerade störungsbildkompatibel... Erst Recht nicht, wenn ein ADHS-ler dann in der Pubertät angekommen ist...

In der Grundschule und auf den weiterführenden Schulen werden ja bereits einzelne Elemente aus o.g. Punkte "durchgezogen". Gerade diese Elemente machen es ja unseren Kindern so unsagbar schwer.

Ich kann nur für uns sprechen - jeder "Frontalunterrichtstag" ist ein guter Tag. Kostbar wie Gold - da inzwischen selten...

Sicher gibt es Kinder, die diese Unterrichtsform ohne Probleme packen - aber ich denke, dass diese Kinder dann eher aufs Gymnasium wechseln werden...

Zitat
Noten gibt es in den unteren Klassen auch keine – somit braucht man sein Kind auch nicht befreien zu lassen!



Stimmt, es gibt dann nur noch schriftliche Beurteilungen - ähnlich wie an den Waldorfschulen...

"Sitzenbleiben" ist Geschichte. Nun ich denke eine Ehrenrunde kann für ADHS-ler auch eine Chance sein...

Meine persönliche Meinung: in den nächsten 10 Jahren werden Nachhilfeinstitute nur so aus dem Boden sprießen und sich eine goldene Nase verdienen, weil bei sehr vielen Kindern (ob nun mit oder ohne ADHS) die Schulbasics nur noch rudimentär vorhanden sind. Und ohne Noten gibt es für viele Eltern sicherlich oft ein spätes erwachen...

Zitat
Ob es das Richtige für ihn ist kann ich ja aber letztendlich nur herausfinden wenn ich es auf diesem Weg versuche. Was haben wir zu verlieren?



Nun, ich finde eine Menge. Das Kind wird sozusagen zum Versuchskaninchen... Meine Meinung.

Wenn man die Suchmaschinen bedient kann man sogar lesen, dass in der Schweizer Privat-Schule, die als Modell/Vorbild der Gemeinschaftsschule dient, 40% der Schüler durch die Maturaprüfung gerasselt sind... Ob das nun stimmt und wie sicher diese Quellen sind vermag ich nicht zu sagen. Ob also später ein Wechsel auf die entsprechenden Kooperations-Gymnasien tatsächlich mal so reibungslos vonstatten gehen kann, steht eigentlich noch komplett in den Sternen (und wage ich zu bezweifeln).

Also für mich persönlich würde aus diesen Gründen diese Schulform - derzeit - nicht zur Debatte stehen.

Liebe Grüße

Zottel

smilla Offline



Beiträge: 929

19.05.2014 08:45
#20 RE: Nachteilsausgleich Gymnasien Baden-Württemberg antworten

Also Deine Straßenerklärung ist toll:

Ich persönlich fahre sehr gerne Landstraße, denn da hat man auch mal die Zeit sich umzusehen...

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