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Dieses Thema hat 18 Antworten
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 ADHS Selbsthilfe für Eltern - 2007, 2006, 2005
Seiten 1 | 2
Wolke ( Gast )
Beiträge:

28.10.2006 09:46
Welches ist der richtige Weg? Antworten

Hallo,

wir haben ja für unseren 15-jährigen Sohn, der ADHS hat und Ritalin nimmt, seit fast 2 Jahren einen Familienhelfer vom Jugendamt. Da sich seit der Zeit nicht wirklich soviel positiv verbessert hat (obwohl es zwischendurch mal besser war) drängt er uns jetzt zu einer Entscheidung wegen Fremdunterbringung nach §35a.
Er meint, je länger wir damit warten, umso schwieriger wäre es für unseren Sohn. Er gab uns jetzt in zwei Wochen noch einen Termin wegen der Entscheidung. Ihm würde auch nichts mehr einfallen, was wir noch tun können.
Aber das ist finde ich nicht so einfach. In der Schule ist unser Sohn mit Eifer dabei und will nächstes Jahr seinen Hauptschulabschluß machen. Seine Noten sind zwar nicht gut, da es ihm schwerfällt zu lernen und er an den Grenzen seiner Leistungsfähigkeit ist. Aber er lernt und macht seine Hausaufgaben regelmäßig.
Da er sehr wenige Freunde hat und sehr selten weggeht, ist er die meiste Zeit zu Hause. Dort haben wir halt große Probleme mit ihm, denn er reagiert oft aggressiv. Auch seinem jüngeren Bruder gegenüber. So würde es bei ihnen in der Schule immer zugehen. Zu meinem Mann und mir sagt er Ausdrücke und bei einem "nein" wirft er auch mit Sachen (Clementinen, Bananen, Kullis) um sich. Oder er versaut alles mit Zahncreme, Getränken usw. Das war aber auch eine Zeitlang wirklich besser. Aber mittlerweile ergibt dann ein Wort das andere und so eskaliert es.
Wir sind immer noch auf der Suche nach einem Weg. Ritalin nimmt er leider auch nicht immer, auch wenn er so tut, aber das merke ich ihm sofort an. Dann hat er auch wieder so Phasen, wo man unheimlich gut mit ihm reden kann.
Aber ich denke halt immer noch, es ist nicht damit getan ihn einfach irgendwohin zu geben, auch wenn er dort Therapien bekommt. Denn ich glaube, für die Schule würde er dann gar nichts mehr tun und bekäme noch nicht mal den Hauptschulabschluß. Unser FH meinte auch, wir müßten ihn dann an den Wochenenden immer wieder dorthin bringen, auch wenn er nicht will. Wie soll das funktionieren?
Da wir schon öfter und länger zu unserem Sohn sagten, wenn es bei uns nicht besser wird, käme er in eine Einrichtung, glaubt unser Sohn nicht mehr daran, das wir es auch wirklich tun würden. Deshalb meint unser FH wir müßten es, auch um ihm zu beweisen, das wir tun, was wir sagen, durchziehen. Aber ich denke auch, das ist leichter gesagt, als getan.
Aber ich bin nicht überzeugt, das es woanders besser für ihn wäre als bei uns. Kann er nicht dort noch mehr untergehen? Denn in der Schule und im Umgang mit Gleichaltrigen hat er halt Probleme. Ich denke er merkt auch, das sie ihn nicht richtig akzeptieren, weil sie auch merken, das er viele Sachen einfach nicht so gut kann.
Leider gibt unser Sohn das aber nicht zu und meint mir gegenüber das wäre nicht so und er wäre total cool.
Wer kann uns einen Rat geben, was wir tun können?

Liebe Grüße
Uschi

h.matata Offline



Beiträge: 537

28.10.2006 10:09
#2 RE: Welches ist der richtige Weg? Antworten

hm...irgendwie kenne ich das mit 35a und fremdunterbringung doch...*grübel*..ach ja...ging uns auch mal so.
ich kann dir nicht raten was du tun sollst..das kann wohl niemand.
ich kann dir nur raten auf dein herz zu hören.
welche ausbildung hat denn der familienhelfer? wie reagiert er wenn dein sohn "rumtillt"?
sorry aber wenn meiner mit 15 mir die bude mit zahnpasta einsauen würde ...tät ich ihm das zeug in die unterhosen schmieren....
richtig ist es schon sanktionen anzukündigen...aber mit einer fremdunterbringung zu drohen...hm...finde ich nicht gut.


moni

der sinn des lebens? atmen das man nicht erstickt..*g*

GabiR. ( gelöscht )
Beiträge:

28.10.2006 10:25
#3 RE: Welches ist der richtige Weg? Antworten

Hallo Wolke,

das hört sich schon ganz schlimm an bei euch.
Das mit der Heimunterbringung würde ich mir sehr sehr genau überlegen. Fermutlich wollen die deinen Sohn in eine E-Schule unterbringen. Das wäre fatal.
Ich befürchte, daß dein Sohn nicht richtig mit Ritalin eingestellt ist. Sprich doch mal mit dem Arzt, der dir die Medis verschreibt. Außerdem braucht er ganz dringend eine Verhaltenstherapie und ihr Elterntraining.
Bevor ihr das nicht alles abgeklärt habt, laß dich bitte nicht zu einer E-Schule überreden. Das JU muß euch diese Zeit noch geben.
Wegen den Medis, mein Sohn bekommt die Medis von mir noch im Bett, im Halbschlaf.
Er ist auch 15 Jahre alt und auch so drauf wie deiner. Ich hab ihn aber glaub noch so ziemich im Griff, was auf alle Fälle die Medis anbelangt. Außerdem bekommt er Retard Tabletten, die halten einfach länger.
Schreib mal mehr über die Schule in der er soll und wieviel und wann er die Medis bekommt.

LG
Gabi

mama4kids Offline



Beiträge: 633

28.10.2006 12:10
#4 RE: Welches ist der richtige Weg? Antworten

Hallo Uschi,

einerseits finde ich es gut (ich riet Dir ja auch in einer Mail dazu), dass Du Deine Fragen
ins Forum setzt, weil das Spektrum der Antworten und damit vielleicht Deine Möglichkeiten
breiter gefächert sind.
Andererseits frage ich mich und Dich, warum Du die von Susanne G. und mir erwähnten Sachverhalte
und Erfahrungen, die wir in den Beiträgen vom August im Forum (und in den anschließenden Mails)
ausgetauscht hatten, ignorierst oder ablehnst.

Vielleicht verstehe ich Dich nicht, dann erklär es mir bitte, aber ich habe den Eindruck,
Du möchtest keine Hilfe, sondern hier im Forum und in den Mails die Aussagen bezüglich
1. Familienhelfer und 2. stationäre Unterbringung, die wir hier alle treffen, immer wieder
und von verschiedenen Leuten lesen. Warum? Auf welche Aussagen wartest Du? Was möchtest Du
bestätigt haben?

Du hast leider bisher nicht reagiert auf unser mehrmaliges Nachfragen bezüglich eines ADS-spezifischen Elterntrainings und einem Gesprächskreis des AdS e.V. in Deiner Nähe.

Alle (überwiegend) Mamas, die hier im Forum sind, tun nichts lieber als anderen Mamas (und Papas) zu helfen,
deshalb wäre es ganz arg lieb von Dir, uns mitzuteilen, in welche Richtung Deine Überlegungen gehen, nun
auch Entscheidungen zu treffen.

Liebe Grüße

mama4kids

Freu Dich wenn es regnet - Es regnet auch, wenn Du Dich nicht freust!

Wolke ( Gast )
Beiträge:

28.10.2006 12:16
#5 RE: Welches ist der richtige Weg? Antworten

Hallo h.matata,

vielen Dank für Deine schnelle Antwort. Unser Familienhelfer hat vorher normal beim Jugendamt gearbeitet.
Er ist ja dann nicht da, wenn unser Sohn solche Aktionen veranstaltet. Vor einiger Zeit kam er manchmal spontan, wenn wir dort anriefen. Aber heute nicht mehr.Er machte jetzt den Vorschlag ihm das Zimmer ganz leer zu räumen und er müßte sich alles verdienen. Aber ob das bei einem 15-jährigen angebracht ist und ob wir uns damit nicht selbst mehr bestrafen, das wissen wir auch nicht.
Wir haben ihm sonst sein Fernsehkabel weggeholt oder Computerverbot (obwohl er darauf nicht besonders scharf ist).
Aber weil er auch teilweise sehr hinterlistig reagiert, (mit Schäden, die wir dann erst später entdecken) wissen wir ja nicht mehr weiter. Wir haben ihn auch schon Schäden selber bezahlen lassen. Aber das hinderte ihn auch nicht. Bei uns ist keine Tür mehr ohne Delle und die Wände sehen auch entsprechend aus.

Liebe Grüße
Uschi

Wolke ( Gast )
Beiträge:

28.10.2006 12:28
#6 RE: Welches ist der richtige Weg? Antworten

hallo mama 4kids,

Nein, ich habe die von Euch gemachten Vorschläge weder ignoriert noch abgelehnt. Aber ich konnte sie bis jetzt nicht richtig umsetzen. Die Adresse wegen des ADS-spezifischen Elterntrainings habe ich bei uns in der Nähe, aber unsere Ärztin meinte, sie wüßte nicht, ob es bei einem 15-jährigen noch das richtige wäre.
Einmal im Monat bin ich auch bei einer Selbsthilfegruppe. Aber das hat mich leider keinen Schritt weitergebracht, da auch dort fast nur über jüngere gesprochen wird.
Ich erhoffe mir vielleicht praktische Tips, was ich noch versuchen kann, oder wie ich mit einem 15-jährigen umgehen sollte, deshalb habe ich mich nochmal hierhin gewandt. Klar kann einem niemand die Entscheidung abnehmen,aber man hofft doch immer noch einen Weg zu finden. Unser Weg ist leider im Moment so, das ich wirklich nicht mehr weiter weiß.

Liebe Grüße
Uschi

Wolke ( Gast )
Beiträge:

28.10.2006 13:09
#7 RE: Welches ist der richtige Weg? Antworten

Hallo Gabi,

danke für Deine Antwort. In welche Schule unser Sohn bei einer Unterbringung soll, weiß ich auch nicht.Aber ich denke auch, das er dort nicht seinen Hauptschulabschluß bekommt, den er jetzt ja schaffen will. Das ist bei mir halt auch ein starker Grund. Denn ich denke, wenn er irgendwo wär, wo er nicht hin will, würde er für die Schule sowieso nichts mehr tun.
Er nimmt im Moment morgens 15 mg Ritalin, in der Schule 10 mg und nachmittags nochmal 5 mg. Wir hatten es auch schon mit nachmittags 10 mg probiert, aber da war es abends schlimmer. Er kam auch schlecht zur Ruhe. Am Wochenende ist es schon schwieriger. Er schläft lange, nimmt dann nach dem Mittagessen 15 mg und später nochmal 5mg. Mit Concerta, retadiertem Ritalin und Medikinet retard haben wir negative Erfahrung gemacht. Da war sein Verhalten noch schlimmer. Die Ärztin meinte, es könnte an dem Bindemittel liegen. Ich habe jetzt gehört, das es Equasym ret. gibt, das hatten wir noch nicht.Bei uns in der Selbsthilfegruppe hatte auch noch niemand Erfahrung damit. Darüber wollte ich nochmal mit der Ärztin sprechen.
Welche Medis bekommt denn Dein Sohn und wieviel?

Liebe Grüße
Uschi

gornisch Offline



Beiträge: 430

28.10.2006 14:05
#8 RE: Welches ist der richtige Weg? Antworten

Hallo Wolke
Es werden auch spezielle Elterntrainings für Eltern von Jugendlichen angeboten. Dort sind dann Eltern zusammen, deren Kinder in der Pupertät sind und da sind die Probleme und Fragen natürlich anders als bei anderen ET in denen mehr Eltern von jüngeren Kindern sitzen.
Erkundige dich doch mal, wann ein solches ET stattfindet...
gornisch

SusanneG Offline



Beiträge: 9.354

28.10.2006 23:21
#9 RE: Welches ist der richtige Weg? Antworten

Hi wolke,

auch wenn ich Gefahr laufe, mich zu wiederholen: Macht bitte ganz schnell ein ADS-spezifisches ELTERNTRAINING.

Karin und ich haben uns den gestrigen Abend (volle fünf Stunden lang) mit einer Mama um die Ohren gehauen, deren Sohn seit geraumer Zeit fremduntergebracht ist. Karin hat es in dieser Deutlichkeit vorher noch nicht gehört und auf meine Frage: Was sagt dein Bauch? hat sie ganz entsetzt geantwortet: Was will man diesem Kind denn noch alles antun?

Ich kann dich nur nochmals eindringlich davor warnen. Bei Fremdunterbringung wird dein Sohn voraussichtlich keinen Schulabschluss machen, bei einem Fünfzehnjährigen halte ich die Re-Integration in die Familie für äußerst fragwürdig und er wird auch als Erwachsener auf deine wirtschaftliche Unterstützung angewiesen sein (auch wenn er Sozialhilfe bezieht - Sozialhilfe wird nämlich von der Familie zurückgefordert). Wenn du also deinem Sohn noch irgendeine Chance geben willst, später ein eigenständiges Leben zu führen, dann hör auf deinen Bauch (und wen der nix sagt, hör auf meinen oder auf den von mama4kids) und trenne dich endlich von diesem Familienhelfer.

Bezüglich der Medikation stimme ich Gabi zu. Dein Sohn ist nicht richtig eingestellt. 30 mg bei so heftigen Ausrastern ist einfach zu wenig. Weshalb hat Concerta nicht funktioniert? Dein Sohn braucht bei Concerta mindestens 54 mg, wenn nicht sogar mehr. Jede Wette, Eure Versuchsdosierung war niedriger. Sollte Concerta bei deinem Sohn tatsächlich nicht wirken, gibt es noch Amphetaminsaft oder (in Kombination mit MPH) Strattera und auch sonst noch einiges. Mit Equazym hat noch niemand wirklich viel Erfahrung, das Medikament ist neu auf dem Markt. Doch in deinem Fall würde ich es eben auch damit mal probieren.

Viele Grüße

Susanne

Karin ( gelöscht )
Beiträge:

29.10.2006 10:59
#10 RE: Welches ist der richtige Weg? Antworten

Hallo Uschi,

ich hab jetzt das dringende Bedürfnis meine Meinung hierzu auch noch zu äußern!

Ich bin DIE Karin mit der sich Susanne den Abend mit einer Mama sozusagen um die Ohren gehauen hat. Das kann man schon so sagen, weil es waren wie Schläge - das tat echt weh!! Zu hören wie dieses Kind und natürlich auch seine Mutter leiden!!!

Eigentlich mußten wir meinen Bauch gar nicht fragen, was er sagt, denn er schrie mich förmlich an!!! Das war echt entsetzlich anzuhören, wie es den beiden mit der Fremdunterbringung geht (auch wenn ihr Sohn etwas jünger ist, als Deiner - ich denke, daß auch ein 15-jähriger das nicht wirklich gut verkraftet!)!! Da hat sich wieder ganz deutlich gezeigt, dass wir Eltern wohl der einzig sichere Hafen sind, den diese Kinder in ihrem Alltag haben (wobei ich aber wirklich nichts gegen echt kompetente und verständnisvolle Therapeuten, Ärzte etc. sagen will - aber da braucht man nicht stationär dazu hin, das geht doch auch anders!!)!!

Bei uns (zwei etwas jüngere ADHS-Kinder als Deiner) war das von ärztlicher Seite her auch mal so im Gespräch. Da hat mein Bauch mich auch schon angeknurrt und mir das Gefühl gegeben, daß das ja wohl überhaupt nicht gut für meine Kinder sein kann. Und nach diesem Abend weiß ich ganz sicher, dass mein Bauch mal wieder recht hatte!!

Mein Bauch sagt mir, daß die Leute, die es wirklich gut mit unseren Kindern und uns meinen und auch wirklich etwas weiter denken, NICHT die Leute sind, die uns die Kinder wegnehmen und fremdunterbringen wollen!! Sondern die, die uns auch ohne stationäre Unterbringung helfen und auch uns Eltern helfen, damit wir mit unseren Kindern GEMEINSAM besser unser und deren Leben meistern können!!!

So jetz hat mein Bauch denk ich auch genug seine Meinung dazu geäußert!

Viele Grüße
Karin

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