Medikamentenauswahl

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12.01.2007 11:20
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#1
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( Gast )

Wenn man vor der Entscheidung steht ein Medikament zu geben oder nicht, sollte man erst einmal wissen welche
Medikamente es gibt und wie diese wirken ( vor allem Unterschiede der einzelnen Medikamente )
Wer kennt sich damit aus und kann mal eine Zusammenstellung machen, um einem Laien wie mir mal etwsa auf die Sprünge zu helfen.
Meine Kinderärztin will bei Willy einen Therapieversuch machen. Sollte ich diesem zustimmen, möchte ich schon vorher gerne wissen, was es für Möglichkeiten gibt. Bei den meisten wird ja erst mal Ritalin oder Medikinet gegeben.
Vieleicht gibt es aber viel bessere Medikamente mit nicht so viel Nebenwirkungen oder so ?



Willymama


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12.01.2007 12:29
#2
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Hallo Willymama,

wenn Du ein bischen durch´s Forum stöberst, findest Du viele Infos zu den Medikamenten.

Verordnet als "Mittel der ersten Wahl" wird der Wirkstoff Methylphenidat, der in diesen von
Dir genannten Medikamenten als alleiniger Wirkstoff vorhanden ist. Unterschiedlich ist nur die
Ummantelung (Weizen-,Kartoffel-,Maisstärke), der Preis, und die unterschiedliche Wirkstofffreisetzung
(nun schaut mal, wie das aussieht mit 3 f!!!), falls man nach der Dosierungsfindung auf Langzeit-Präparate umsteigt.
Genaueres findest Du in diversen, z.T. super-ausführlichen Beiträgen, auch unterschiedliche Beobachtungen
der Eltern hierzu.

Es gibt natürlich auch etliche andere Medikamente oder Pseudo-Medikamente. Falls Du Dich gar nicht auf die
MPH-Medis einlassen kannst (obwohl kaum Nebenwirkungen tatsächlich auftreten), kannst Du natürlich alles Mögliche
ausprobieren. Allerdings weiß ich von vielen Eltern, dass sie dann doch irgendwann auf MPH umgestiegen sind, und
gleichzeitig die verlorene Zeit bedauerten.
Wie sagte ein Referent in einem Vortrag doch so schön: man kann auch Schafsköttel im Uhrzeigersinn im Bauchnabel verreiben....(oder so ähnlich).

Welches Medikament schlägt Deine Kinderärztin denn vor?

Liebe Grüße
mama4kids

Freu Dich wenn es regnet - Es regnet auch, wenn Du Dich nicht freust!


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12.01.2007 15:44
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#3
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( gelöscht )

Hallo Mama4kids,

das mit den Schafskötteln muss ich mir unbedingt merken.

Das bring ich das nächste Mal in der Apotheke an, wenn mir der Apotheker
wieder einen Vortrag über alternative Medizin hält...
(Ich frage mich immer, ob er nicht ein bissel den Beruf verfehlt hat.)

Liebe Grüße maijana


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12.01.2007 21:39
#4
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Ich zitiere:

"... da kann man genauso gut Schafsköttel bei Vollmond im Uhrzeigersinn um den Bauchnabel schmieren ..."

Grüßle
Susanne


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12.01.2007 21:55
#5
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Hi maijana,

wir haben zwar alle gebrüllt vor Lachen über die Schafsköttel, aber wenn du nicht unbedingt ADS therapieren willst, sondern eventuell Bauchweh - und hierzu die Schafsköttel auf etwa 40 Grad erwärmst - könnte das vielleicht deinen Apotheker überzeugen (duck und wech) ... musst natürlich das Bauchweh auf Vollmond legen, das wird dann schon schwieriger; schließlich ist Vollmond ja immer dann, wenn man ihn grad nicht brauchen kann *auserfahrungsprech*.

Grinsende Grüße
Susanne


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12.01.2007 22:18
#6
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@Susanne:
danke, dass Du meinem müden Hirn auf die Sprünge hilfst, aber
gib zu, Du hast geschummelt und heimlich unheimlich mitgeschrieben

Grüßle
mama4kids

Freu Dich wenn es regnet - Es regnet auch, wenn Du Dich nicht freust!


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12.01.2007 23:19
#7
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Hi mama4kids,

solche Zitate schreibe ich ALLE wortwörtlich mit - ebenso die (äußerst selten vorkommenden, doch dafür umso schöneren) Versprecher. Wenn du also noch entsprechenden Bedarf hast, lass es mich wissen. Auswendig kann ich dir auch noch mit der Maß Bier dienen oder mit der präsenilen Schwätzsucht - alles andere müsste ich nachlesen, doch dazu müsste ich erst mal den richtigen Block finden *hmpf*.

Grüßle
Susanne




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13.01.2007 07:22
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#8
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( Gast )

Mal zum Thema zurück ihr verrückten Hühner ( oder Hähne )
Sie sprch von Medikinet , aber vieleicht auch Ritalin oder Straterra.
Nach welchen Gesichtspunkten wird denn da ausgewählt ?

Willymama dankt und hofft auf "gestreiche Ergüsse"


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13.01.2007 14:35
#9
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Sorry, Willymama, hast ja Recht. Und bitte: Hühner! Alle drei!

Doch mama4kids hat so schön geantwortet, dem war vor deiner Info, wovon denn überhaupt die Rede ist, nichts hinzuzufügen. Das ändert sich jetzt, wo du schreibst, dass Medikinet, Ritalin oder Strattera zur Wahl stehen. Teilen wir das mal in drei Blocks auf.

1. Methylphenidat, unretardiert
Dazu gehören Ritalin, Medikinet, Equasym, MethylpheniTAD (und vielleicht noch ein oder zwei, die ich nicht kenne). Drin ist immer Methylphenidat-Hydrochlorid, außen rum als Trägersubstanz Weizen- (Ritalin), Mais- (Medikiet, MethylpheniTAD) oder Kartoffelstärke (Equasym). Die Wirkung des MPH tritt in der Regel nach 20 bis 60 Minuten ein und hält (ebenfalls in der Regel) zweieinhalb bis vier Stunden an.

Es empfiehlt sich, mit einem dieser Medikamente zu beginnen, und wenn man dann weiß, wie sie bei deinem Sohn wirken, kann man auf ein entsprechendes Retard-Produkt umsteigen.

2. Methylphenidat, retardiert
Dazu wurde in den letzten Wochen viel im forum geschrieben, deshalb fasse ich mich kurz. Retard-Medis setzen den Wirkstoff zu verschiedenen Zeiten frei, in zwei, drei oder vier "Ausschüttungen". Je nachdem, welchen Zeitraum man abdecken will, kann man das entsprechende Medikament wählen. Zu den MPH-Retard-Medis gehören Concerta, Equasym retard, Medikinet retard, Ritalin LA bzw. LP und Ritalin SR.

Der Wirkstoff Methylphenidat (also alle unter 1. und 2. genannten Medikamente) wirkt auf das Dopamin-System.

3. Atomoxetin
Der Wirkstoff Atomoxetin ist in Strattera enthalten und wirkt auf das Noradrenalin-System. Außerdem muss man Strattera etwa sechs bis zwölf Wochen lang geben, bevor man die Wirkung beurteilen kann. In der Regel gibt man zusätzlich zu Atomoxetin auch noch Methylphenidat. Dies ist sinnvoll, wenn man mit MPH alleine nicht die gewünschte Wirkung erzielt. Ich frage mich allerdings, weshalb man dann nicht erst MPH versucht, bevor man mit Strattera herumlaboriert.

Der langen Rede kurzer Sinn:

Beginne mit einem der unter 1. genannten Medikamente. Wenn die richtige Dosierung feststeht, steige auf ein unter 2. genanntes Retard-Produkt um. Erst wenn das nicht hilft, denke an Kombinationen mit Strattera. Sollte dein Sohn zu den ganz Wenigen gehören, die von alldem nicht profitieren, diskutieren wir Punkt 4 - Alterativen.

Und wenn das dann auch nicht hilft, können wir ja nochmal die Schafsköttel-Diskussion neu aufleben lassen .

Viel Erfolg beim Ausprobieren wünscht

Susanne



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15.01.2007 10:30
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#10
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( Gast )

Danke, jetzt habe ich wenigstens einen Überblick und kann etwas wissender in die ganze sache starten.
Mir ist zwar immer nocht so ganz wohl bei der ´Sache, aber die Schafköttelvariante möchte ich schon
aus Geruchsgründen nicht ausprobieren.


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