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Dieses Thema hat 7 Antworten
und wurde 370 mal aufgerufen
 Diagnostik, Therapie, Medikation
Necro Offline



Beiträge: 4

26.01.2020 22:23
Elvanse Nebenwirkungen, Depression und Angst Antworten

Guten Tag,

kurz zu meiner Person: Ich, männlich, 27 Jahre alt, bekam im Sommer 2019 die Diagnose ADS in einer psychosomatischen Klinik. Ursprünglich kam ich wegen Depression und Angststörung in diese Klinik. Die Depression konnte ich soweit gut bekämpfen, worauf ich wirklich sehr stolz auf mich bin, weil ich sehr lange darunter gelitten habe und es immer schlimmer wurde. Auch die Angststörung hat sich gebessert.

Meine Hauptmotivation warum, ich mich hier angemeldet habe, könnt ihr am Thema erkennen.

Am Mittwoch bekam ich die Diagnose ADS erneut von einer Fachklinik, wo ich ambulant hingegangen bin. Darauf wurde mein Ritalin Adult 30mg auf Elvanse Adult 30mg umgestellt.
Haltet mir jetzt bitte keine Predigt, ich weiß dass das idiotisch war, aber Folgendes ist in der Kurversion passiert: Ich habe statt mit 30mg mit 40mg (2x20mg) angefangen, weil sie die mit 30mg nicht da hatten. Ich habe sie dann 4 Tage genommen. Am 5. Tag habe ich 30mg genommen, wie es ursprünglich mit dem Arzt abgesprochen war.
Schon seitdem ersten Tag konnte ich mich für 3 Stunden gut konzentrieren. Danach war die Wirkung weg und es kam so ein unangenhmer Rebound-Effekt. Ich wurde ruhiger, nachdenklicher, fast schon depressiv. Das hielt dann den ganzen Abend an. Diesen Effekt habe ich jeden Tag gespürt und es wurde von Tag zu Tag schlimmer.
Aktuell ist es so, dass ich sogar ziemlich ängstlich bin und depressiv. Ich würde euch gerne genauer alles schildern, aber ich kann einfach kaum einen klaren Gedanken fassen und wollte von euch einfach nur wissen:

Bleiben diese Symptome für immer wenn ich das Medikament nehme oder wird es wieder besser nach einer gewissen Zeit?

Mir ist genau dasselbe auch in der Klinik passiert, als ich das erste Mal die ADS Diagnose bekam und mit Medikinet Adult titriert wurde und genau wie bei Elvanse kam die Depression nach exakt 3 Stunden von der letzten Einnahme. Ich wurde mit 10mg-10mg-0 entlassen, weil das die Dosis ist, wo ich keine Depression bekomme. Ambulant bekam ich Ritalin Adult und damit hatte ich keine nennenswerten Probleme, nur, dass ich das Gefühl hatte, es würde nicht mehr so gut helfen. Ich weiß jetzt wirklich nicht was ich machen soll. Soll ich die Behandlung mit Elvanse abbrechen? Telefonisch konnte ich meinen behandelten Arzt aus der Klinik nicht erreichen. Ich habe das Gefühl, dass es nicht wirklich besser wurde. Ich nehme es hauptsächlich wegen meiner Konzentrations - und Aufmerksamkeitsstörung, sowie Motivationslosigkeit. Die Nebenwirkungen nachdem Peak werden von Tag zu Tag schlimmer und ich habe wirklich bedenken, dass es morgen besser wird.

SusanneG Offline



Beiträge: 9.355

27.01.2020 00:17
#2 RE: Elvanse Nebenwirkungen, Depression und Angst Antworten

Hallo Necro,

sei willkommen in unserem Forum! Schön, dass du zu uns gefunden hast.

Zitat von Necro im Beitrag #1
Darauf wurde mein Ritalin Adult 30mg auf Elvanse Adult 30mg umgestellt.
Haltet mir jetzt bitte keine Predigt, ich weiß dass das idiotisch war, ...

Warum genau meinst du, dass das idiotisch war?

Zitat von Necro im Beitrag #1
Ich habe statt mit 30mg mit 40mg (2x20mg) angefangen, weil sie die mit 30mg nicht da hatten. Ich habe sie dann 4 Tage genommen. Am 5. Tag habe ich 30mg genommen, wie es ursprünglich mit dem Arzt abgesprochen war.

In einer FACHklinik ? Und das vier Tage lang? Ichfassesnicht!

Zitat von Necro im Beitrag #1
Schon seitdem ersten Tag konnte ich mich für 3 Stunden gut konzentrieren. Danach war die Wirkung weg und es kam so ein unangenhmer Rebound-Effekt. Ich wurde ruhiger, nachdenklicher, fast schon depressiv.

Das ist kein Rebound. Zu "Wirkung weg" kommt gleich noch etwas.

Zitat von Necro im Beitrag #1
Bleiben diese Symptome für immer wenn ich das Medikament nehme oder wird es wieder besser nach einer gewissen Zeit?

Ich habe keine Ahnung. @Apollinaris Kannst du dazu was sagen?

Zitat von Necro im Beitrag #1
... und mit Medikinet Adult titriert wurde und genau wie bei Elvanse kam die Depression nach exakt 3 Stunden von der letzten Einnahme. ... Ambulant bekam ich Ritalin Adult ...

Warum wurde gewechselt? Gibt es dafür irgendeine nachvollziehbare Erklärung?

Zitat von Necro im Beitrag #1
Soll ich die Behandlung mit Elvanse abbrechen?

Nein. Sprich mit deinem Arzt über deine Beobachtungen. Es ergibt keinerlei Sinn, nach kurzer Zeit ein Medikament abzusetzen, das nächste gleich auch, und beim dritten Medi das auch schon wieder ins Auge zu fassen. Du setzt Elvanse ab - und was dann? Das ist eine Sackgasse, denn dann bleibt dir nur noch Strattera. Und Strattera ist jetzt nicht gerade das Medi mit den wenigsten Nebenwirkungen, außerdem ist es ein Spiegelmedikament (einschleichen, ausschleichen und auf gar keinen Fall einfach absetzen).

Hast du einen niedergelassenen Psychiater, der für deine Medikation zuständig ist? Eine Klinik ist da auf Dauer nicht der richtige Ansprechpartner.

Zitat von Necro im Beitrag #1
Ich nehme es hauptsächlich wegen meiner Konzentrations - und Aufmerksamkeitsstörung, ..

Ok, alles klar. Es gibt drei Gründe dafür, dass ein ADHS-Medi nicht wie gewünscht funktioniert: falsche Dosierung, falsches Medi, falsche Erwartungshaltung. Ich tippe bei dir auf Letzteres.

Der Wirkstoff Methylphenidat (MPH) soll dafür sorgen, dass du Reize besser filtern, deine exekutiven Funktionen besser kontrollieren, deine Emotionen besser steuern und deine Gedanken besser sortieren kannst. Dass das insgesamt dazu führt, dass sich deine Konzentration verbessert und du deine Aufmerksamkeit besser steuern kannst, ist nur ein netter Nebeneffekt und vor allem eine Frage der Perspektive.

Löse dich von dem Gedanken, dass das Medi deine Konzentration und deine Aufmerksamkeit verbessern muss. Beobachte, ob das Chaos in deinem Kopf besser wird und ob du den A... äh, Popo ... hochkriegst, um etwas zu erledigen. Kriegst du deine Gedanken sortiert? Wie sieht deine Handschrift aus? Und was beobachten die Menschen in deinem sozialen Umfeld?

Wie sieht das eigentlich mit einer Verhaltenstherapie aus? Nur Medis nehmen ist auch keine Lösung.

Lesen gefährdet die Dummheit

Apollinaris Offline



Beiträge: 262

27.01.2020 15:07
#3 RE: Elvanse Nebenwirkungen, Depression und Angst Antworten

@ Susanne:
Die erwähnte Problematik von Necro mit Elvanse ist mir aus meinem Umfeld nicht bekannt.

Was mir seltsam erscheint: Elvanse adult gibt es meines Wissens nur als Dosierung in 30, 50 und 70mg. Warum verschreibt man dann 40 mg? Und wie kriegt man die Dosierung dann in der „Adultversion“ hin?

Waren die 2x20 mg die Kinder-/Jugendversion von Elvanse? Die 40 mg für Kids sind schon längere Zeit nicht lieferbar.

Necro Offline



Beiträge: 4

27.01.2020 21:57
#4 RE: Elvanse Nebenwirkungen, Depression und Angst Antworten

Erst einmal vielen Dank für die schnelle Antwort!

Zitat von SusanneG im Beitrag #2
Warum genau meinst du, dass das idiotisch war?


Nun kommen wir zur längeren Version die ich euch gestern vorenthielt, weil ich nervlich am Ende war.
Die Fachklinik hat mir 2 Packungen verschrieben mit je 20mg und 30mg. Ich hätte nach einer Woche bei Bedarf höherdosieren können. Als ich an der Apotheke das Elvanse abholen wollte, haben sie Elvanse Adult 30mg und und Elvanse 20mg gehabt. Da sie bei BTMs sehr genau sein wollen, haben sie mir nur die 20mg mitgegeben. Jetzt erkennt ihr wohl meine Idiotie. Ich habe dann halt mit 2x20mg begonnen.
Zitat von SusanneG im Beitrag #2
In einer FACHklinik ? Und das vier Tage lang? Ichfassesnicht!
Das habe ich ambulant gemacht. Ich war nicht stationär.
Zitat von SusanneG im Beitrag #2
Das ist kein Rebound. Zu "Wirkung weg" kommt gleich noch etwas.

Stimmt. Mein Fehler.
Zitat von SusanneG im Beitrag #2

Warum wurde gewechselt? Gibt es dafür irgendeine nachvollziehbare Erklärung?

Weil ich mit 2x10mg Medikinet nicht zurecht kam. Es war einfach zu wenig. Alles darüber macht mich depressiv. Außerdem war es um einiges entspannter, da es nun unabhängig von den Mahlzeiten war und nur eine Dosis am Tag. Das Ritalin Adult hat gefühlt kaum einen Effekt. Den bemerke ich hauptsächlich, wenn die Wirkung vorbei ist, aber da kommen wir wohl wieder zur Erwartungshaltung...

Zitat von SusanneG im Beitrag #2
Nein. Sprich mit deinem Arzt über deine Beobachtungen. Es ergibt keinerlei Sinn, nach kurzer Zeit ein Medikament abzusetzen, das nächste gleich auch, und beim dritten Medi das auch schon wieder ins Auge zu fassen. Du setzt Elvanse ab - und was dann? Das ist eine Sackgasse, denn dann bleibt dir nur noch Strattera. Und Strattera ist jetzt nicht gerade das Medi mit den wenigsten Nebenwirkungen, außerdem ist es ein Spiegelmedikament (einschleichen, ausschleichen und auf gar keinen Fall einfach absetzen).

Hast du einen niedergelassenen Psychiater, der für deine Medikation zuständig ist? Eine Klinik ist da auf Dauer nicht der richtige Ansprechpartner.


Ich habe heute mehrmals versucht die Fachklinik anzurufen und meinen behandelnden Psychiater. Bei keinem einzigen kam ich durch. Es war übrigens der Vorschlag vom Arzt der Fachklinik mich da erneut zu melden, wenn es Probleme gibt. Ich wollte, ihn für eine gewisse Zeit als Ansprechpartner haben, weil ich gehofft habe, er würde sich da besser auskennen. Bei so Aussagen wie "sie sind ja ein großer Mensch, da sind 30mg Ritalin Adult schon wenig" find ich das etwas dünn, aber gut, das soll nicht heißen, dass er vielleicht nicht kompetent ist.
Wie gesagt, dadurch dass ich niemanden erreichen konnte und mir der gestrige Leidensdruck gelangt hat, habe ich das erstmal pausiert, bis ich endlich mal mit einem Arzt reden kann. Solange ich keine Gewissheit habe, dass die Symptome wieder verschwinden, sehe ich es überhaupt nicht ein erneut eine Depression zu haben. Ich verstehe da auch nicht den Zusammenhang, dass ich auch die nächsten Therapien abbrechen werde. Der "Sinn" dahinter ist ein größerer Leidensdruck mit den Medikamenten, als ohne, und deswegen die Incompliance. Alternativ würde ich es wieder mit dem Ritalin Adult versuchen und da erhöhen. Das war bis jetzt das einzige Medikament, was mich nicht depressiv gemacht hat.

Zitat von SusanneG im Beitrag #2

Ok, alles klar. Es gibt drei Gründe dafür, dass ein ADHS-Medi nicht wie gewünscht funktioniert: falsche Dosierung, falsches Medi, falsche Erwartungshaltung. Ich tippe bei dir auf Letzteres.

Der Wirkstoff Methylphenidat (MPH) soll dafür sorgen, dass du Reize besser filtern, deine exekutiven Funktionen besser kontrollieren, deine Emotionen besser steuern und deine Gedanken besser sortieren kannst. Dass das insgesamt dazu führt, dass sich deine Konzentration verbessert und du deine Aufmerksamkeit besser steuern kannst, ist nur ein netter Nebeneffekt und vor allem eine Frage der Perspektive.

Löse dich von dem Gedanken, dass das Medi deine Konzentration und deine Aufmerksamkeit verbessern muss. Beobachte, ob das Chaos in deinem Kopf besser wird und ob du den A... äh, Popo ... hochkriegst, um etwas zu erledigen. Kriegst du deine Gedanken sortiert? Wie sieht deine Handschrift aus? Und was beobachten die Menschen in deinem sozialen Umfeld?

Wie sieht das eigentlich mit einer Verhaltenstherapie aus? Nur Medis nehmen ist auch keine Lösung.n


Da hast du vielleicht nicht ganz Unrecht. Ich kann mich halt wirklich nur an dem Anfang gut erinnern, wo ich das Medikament das erste mal genommen habe. Da war ich gedanklich wirklich besser sortiert. Tatsächlich habe ich auch mehr geschafft, als die letzten Jahre, aber das ist kein Hexenwerk nach einer Depression. Handschrift war Anfangs gut und wurde mit der Zeit wieder etwas schlechter. Die Leute in meinem Umfeld haben sich eigentlich nicht wirklich dazu geäußert. Nur bzgl. der Depression, hätte ich mich positiv gebessert. Meinem "Popo" kriege ich etwas mehr hoch als sonst, aber mir fällt es weiterhin schwer etwas durchzuziehen v.a. wenn die Wirkung nachgelassen hat. Nur wie soll man das machen, wenn man das Medikament vor der Arbeit nimmt, damit man nicht wie bei Scrubs so in Tagträumen versinkt und dafür im Kauf nehmen, dass während der Arbeit die Wirkung nachlässt und ich zuhause meinen Arsch für andere wichtigen Sachen schwer hochkriege. Aber gut irgendwie muss es ja gehen.

Zitat von SusanneG im Beitrag #2
Wie sieht das eigentlich mit einer Verhaltenstherapie aus? Nur Medis nehmen ist auch keine Lösung.


Kann ich erst wieder in 2 Jahren beantragen, weil ich schon 24(?) Stunden hinter mich gebracht habe. Es gab eine sehr leichte Verbesserung mit meinem ADS zurecht zu kommen. Der Schwerpunkt lag auf (ich kann dieses blöde Wort langsam echt nicht mehr schreiben!) Depression und Angst

Necro Offline



Beiträge: 4

27.01.2020 22:19
#5 RE: Elvanse Nebenwirkungen, Depression und Angst Antworten

Wie gesagt, es wurde mir so eigentlich nicht verschrieben. Sie haben mir irrtürmlich Elvanse Adult und Elvanse bestellt. Kommt ja auf dasselbe hinaus. Elvanse Adult wollten sie nicht rausrücken, weil es so nicht auf dem Rezept stand. Am Ende haben sie es mir dann doch gegeben, aber erst nach paar Tagen, als sie gemerkt haben, dass es egal ist. Komischerweise meinten sie, es wäre kurzwirksam... so habe ich das nirgendswo gelesen und war mir auch nicht vorher bekannt.

Zur Problematik: im deutschen Sprachraum habe ich da auch nicht ganz so viel mitbekommen, dafür aber umso mehr in englischen Foren. Ich musste nicht lange suchen. Selbstverständlich heißt es da halt Vyvanse. Habe da krasse Horrorstorys gelesen, wo ein Anwender daheim ist und wegen Depressionen und Angststörungen unfähig ist zu arbeiten und seine Mutter arbeiten gehen muss, um seine Medikamente zu besorgen.

Übrigens hat mich Medikinet und Elvanse nie ruhiger gemacht, sondern eher aktiver und strukturierter, v.a. meine Gedanken. Ich konnte Gespräche sehr gut verfolgen und ich war motivierter. Leider bin ich dann nach der Wirkung zu fast nichts mehr zu gebrauchen.

SusanneG Offline



Beiträge: 9.355

27.01.2020 23:01
#6 RE: Elvanse Nebenwirkungen, Depression und Angst Antworten

Zitat von Necro im Beitrag #4
Da sie bei BTMs sehr genau sein wollen,

Das korrekte Verb in diesem Satz wäre müssen. Unser Gesundheitsunwesen wird uns noch alle umbringen mit seinen idiotischen Vorschriften. Ja, issa gudd, ich halt ja schon die Klappe ...

Zitat von Necro im Beitrag #4
Jetzt erkennt ihr wohl meine Idiotie. Ich habe dann halt mit 2x20mg begonnen.

Die Option wäre 1x20 mg gewesen ... aber da kommt man ja nicht gleich drauf, wenn einen die Vorschriften wuschig machen.

Zitat von Necro im Beitrag #4
Das habe ich ambulant gemacht. Ich war nicht stationär.

Du schreibst "Fachklinik". Ob du dort übernachtet hast oder nicht ist wurscht. Ich hätts halt gerne ein bisschen kompetent in einer Fachklinik.

Zitat von Necro im Beitrag #4
Das Ritalin Adult hat gefühlt kaum einen Effekt.

Richtige Dosierung austüfteln?

Zitat von Necro im Beitrag #4
"sie sind ja ein großer Mensch, da sind 30mg Ritalin Adult schon wenig"

Schmarrn!

Zitat von Necro im Beitrag #4
Ich verstehe da auch nicht den Zusammenhang, dass ich auch die nächsten Therapien abbrechen werde. Der "Sinn" dahinter ist ein größerer Leidensdruck mit den Medikamenten, als ohne, und deswegen die Incompliance. Alternativ würde ich es wieder mit dem Ritalin Adult versuchen und da erhöhen. Das war bis jetzt das einzige Medikament, was mich nicht depressiv gemacht hat.

Du hast Recht, das war eine Unterstellung von mir, bitte entschuldige.

Das erste ADHS-Medikament (Medikinet adult) wurde 2011 zugelassen, später kamen noch Ritalin adult und Strattera dazu, Elvanse adult erst seit letztem Jahr. Und seitdem erkläre ich hier und anderswo gefühlt täglich mehrmals, welche Optionen Erwachsene bei der Medikation der ADHS haben.

Schau mal in den Beipackzettel von Elvanse. Irgendwo steht dort etwas von "darf erst verordnet werden, wenn eine Medikation mit MPH und Strattera nicht zum Erfolg geführt haben" ... oder so ähnlich. Deshalb meine Aussage: MPH abgesetzt, Elvanse abgesetzt, bleibt nur noch Strattera. Ich will dafür sensibilisieren, dass man die Medis nicht nach Belieben austauschen kann. Das geht nicht speziell an dich - ich stelle das ganz allgemein immer mal wieder in den Raum.

Abgesehen davon - mit einem kompetenten Arzt geht so ziemlich alles, man muss nur wissen, wie.

Zitat von Necro im Beitrag #4
Nur wie soll man das machen, wenn man das Medikament vor der Arbeit nimmt, damit man nicht wie bei Scrubs so in Tagträumen versinkt und dafür im Kauf nehmen, dass während der Arbeit die Wirkung nachlässt und ich zuhause meinen Arsch für andere wichtigen Sachen schwer hochkriege.

Zweimal täglich einnehmen? Oder ein 12-Stunden-Medi nehmen?

Zitat von Necro im Beitrag #5
Sie haben mir irrtürmlich Elvanse Adult und Elvanse bestellt. Kommt ja auf dasselbe hinaus. Elvanse Adult wollten sie nicht rausrücken, weil es so nicht auf dem Rezept stand.

Auf deinem Rezept steht nur "Elvanse" und nicht "Elvanse adult"? Ich bin verwirrt ...

Zitat von Necro im Beitrag #5
Komischerweise meinten sie, es wäre kurzwirksam... so habe ich das nirgendswo gelesen und war mir auch nicht vorher bekannt.

Das kurzwirksame Pendant zu Elvanse ist Attentin.

Zitat von Necro im Beitrag #5
Übrigens hat mich Medikinet und Elvanse nie ruhiger gemacht, sondern eher aktiver und strukturierter, v.a. meine Gedanken.

Jo, und so muss das auch sein! Ganz. Genau. So!

Lesen gefährdet die Dummheit

Necro Offline



Beiträge: 4

28.01.2020 20:38
#7 RE: Elvanse Nebenwirkungen, Depression und Angst Antworten

Zitat von SusanneG im Beitrag #6
Richtige Dosierung austüfteln?

Ja, wahrscheinlich hätte man es dort höher dosieren sollen. Ich hatte halt Angst wieder Depressionen zu bekommen.
Damals in der psychosomatischen Klinik war ich irgendwann auf 2x20mg Medikinet und es ging mir echt nicht gut. Depressiv gewesen, unkonzentriert, musste mich motivieren, was zu machen. Das war der Grund warum ich dann nach ca. 3 Tagen die Dosis verringert haben wollte. Der Grund für die Erhöhung war, weil der Effekt nicht so gut war und ironischerweise, weil ich depressiv wurde. Die Idee war, dass meine Depression vielleicht durch die Erhöhung besser werden könnte...
Komischerweise war ich beim Ritalin Adult 30mg nicht depressiv, obwohl ich das bei Medikinet 2x15mg doch war. Vielleicht, weil der Wirkspiegel nicht so abprubt fällt?
Zitat von SusanneG im Beitrag #6
Du schreibst "Fachklinik". Ob du dort übernachtet hast oder nicht ist wurscht. Ich hätts halt gerne ein bisschen kompetent in einer Fachklinik.

Ja, hätte ich auch gerne. Mir kommt es vor, als ob sich in meiner Umgebung fast niemand so wirklich damit auskennt.
Zitat von SusanneG im Beitrag #6
Zweimal täglich einnehmen? Oder ein 12-Stunden-Medi nehmen?

Das wäre natürlich eine gute Alternative. Bis jetzt wollte mir das aber kein Arzt so verschreiben, weil "es nicht im Sinne des Erfinders ist" oder "es geht nicht nach den Leitlinien".

Zitat von SusanneG im Beitrag #6
Auf deinem Rezept steht nur "Elvanse" und nicht "Elvanse adult"? Ich bin verwirrt ...

Auf dem Rezept stand glaube ich nur Dislexamfetamindimesilat. Ich meine es stand auch Elvanse drauf, er hat es etwas komisch geschrieben. War halt ein Assistenzarzt...

Zitat von SusanneG im Beitrag #6
Zitat von Necro im Beitrag #5Übrigens hat mich Medikinet und Elvanse nie ruhiger gemacht, sondern eher aktiver und strukturierter, v.a. meine Gedanken.Jo, und so muss das auch sein! Ganz. Genau. So!

Da gebe ich dir vollkommenrecht, aber das hatte ich wirklich nur in der Anfangszeit gehabt. Ich bin wirklich verzweifelt...

Scheinbar muss ich nochmal mehrere Psychiater anrufen, vielleicht habe ich irgendwann das Glück und ich gelange an einem Arzt, der sich gut auskennt. Bis jetzt sind hier fast nur Ärzte die Privatpatienten haben wollen.

Übrigens habe ich wieder mit Elvanse begonnen, dafür aber mit 20mg. Mir geht es weiterhin nicht sehr gut damit, aber solange ich keinen Arzt erreichen kann (heuter wieder dasselbe. Manchmal wird man echt auf die Probe gestellt...), versuche ich es zumindest in der Dosis zu nehmen, wo es mir psychisch nicht ganz so schlecht geht.

Ich frage mich echt, wie das noch so weitergehen soll. Wäre schon praktisch mal eine abgeschlossene Ausbildung zu haben in meinem Alter. Ich muss wohl mehr Leidensgenossen finden v.a. diejenigen ohne Hyperaktivität. Die scheinen echt rar zu sein.

SusanneG Offline



Beiträge: 9.355

03.02.2020 14:06
#8 RE: Elvanse Nebenwirkungen, Depression und Angst Antworten

Menno, hier sind immer noch so viele Fragen offen. Zu viele Baustellen - ich komm einfach nicht rum, sorry.

Zitat von Necro im Beitrag #7
Auf dem Rezept stand glaube ich nur Dislexamfetamindimesilat.


Lisdexamfetamindimesilat ist der Wirkstoff in Elvanse (retardiert)
Dexamfetaminhemisulfat ist der Wirkstoff in Attentin (sofort freisetzend, nicht retardiert)

Meines Wissens gibt es hier keine Generika. Der Apotheker war also völlig frei, dir Elvanse und/oder Elvanse adult zu geben.

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