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Dieses Thema hat 16 Antworten
und wurde 516 mal aufgerufen
 Kinder mit ADHS - Selbsthilfe für Eltern
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SusanneG Offline



Beiträge: 9.401

26.10.2020 01:02
#11 RE: Am Ende der Medikamentenreihe Antworten

Zitat von Ratloser im Beitrag #10
Ja. Oppositionelle Störung des Sozialverhaltens. Ob die alleine ein Neuroleptikum rechtfertigt weiß ich leider nicht.
Das Medikament wurde auf unser Ansprechen der Einschlafproblematik verordnet.

Ein Neuroleptikum zum Einschlafen ?! Ich zitiere mal aus Wikipedia zu den Indikationen von Abilify:

Zitat
Aripiprazol ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der atypischen Neuroleptika und angezeigt zur Behandlung der Schizophrenie bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 15 Jahren, zur Behandlung von mäßigen bis schweren manischen Phasen der Bipolar-I-Störung bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 13 Jahren und zur Vorbeugung vor neuen manischen Episoden bei Erwachsenen.


Von Einschlafen steht da nix. Also, das oppositionelle Sozialverhalten mag ein Neuroleptikum, von mir aus auch Abilify - why not - rechtfertigen. Die Einschlafproblematik an sich sollte man etwas sanfter angehen.

Die Einschlafproblematik bei ADHS resultiert aus dem Umstand, dass bei ADHS die Melatoninausschüttung um etwa 45 Minuten verspätet stattfindet. Soll heißen, das Licht geht aus und man liegt erst mal ne Dreiviertelstunde im Bett (und lässt den Bienenschwarm im Kopf brummen), bevor die Zirbeldrüse bereit ist, das Schlafhormon Melatonin auszuschütten. Es ist also ganz normal und üblich, dass Menschen mit ADHS viel Zeit brauchen, um einzuschlafen. Will man diesem Umstand medikamentös begegnen, gibt man Melatonin (bitte nur das Melatonin, das der Arzt verschreibt!). Man kann auch versuchen, mit einem entsprechenden Abendritual, gerne mit einer Tasse Melissentee, und/oder Video das Einschlafen zu erleichtern.

Zitat von Ratloser im Beitrag #10
Ich hoffe du schreibst jetzt nicht, dass Milchprodukte die Wirkung aufheben.

Nein. Du weißt selbst, dass man Medikamente nicht mit Milch einnimmt; mit Grapefruitsaft oder Ananassaft übrigens auch nicht. Ich sage, dass Medikinet retard einen bestimmter pH-Wert im Magen braucht, damit sich die retardierten Pellets erst im Darm auflösen.

Zitat von Ratloser im Beitrag #10
Leider ja. So wurde es uns gesagt, so steht es auf dem Rezept, so haben wir es verabreicht.

Ich muss es nicht verstehen. Kein Wunder, dass die Ärztin so schnell mit ihrem Latein am Ende war.

Zitat von Ratloser im Beitrag #10
gilt in unserer Region als Koryphäe

Ok, also der Prof. in seiner Eigenschaft als Kinder- und Jugendpsychiater. Lege dir eine gute Argumentations-Strategie zurecht. Mit einem "möchten das gerne mal ausprobieren" wirst du ihn nicht überzeugen.

Zitat von Ratloser im Beitrag #10
Das klingt nach einem guten Plan. Auch wenn er nicht von einem Arzt kommt, werden wir den so umsetzen (wollen).

Da bin ich neugierig. Halte uns bitte auf dem Laufenden.

Zitat von Ratloser im Beitrag #10
Vielen Dank!

Gerne! Dafür sind wir da

Lesen gefährdet die Dummheit

Ratloser Offline



Beiträge: 10

26.10.2020 13:00
#12 RE: Am Ende der Medikamentenreihe Antworten

Zitat von SusanneG im Beitrag #11
Ein Neuroleptikum zum Einschlafen


Meine Frau muss mich, wie so oft, verbessern. Das Einschlafen wurde nur als u.U. Nebenprodukt angepriesen.
Verordnet wurde es, da er sehr aufbrausend ist, gegen "Aggression" zur Impulskontrolle. Also hier kein Verordnungs-Wirrwarr.

Zitat von SusanneG im Beitrag #11
Medikamente nicht mit Milch einnimmt

Da ist in er Regel meine Frau am Zug... Ich sehe da eine Waffel mit Nutella als (einzige) Alternative.

Zitat von SusanneG im Beitrag #11
Argumentations-Strategie

Hast du da eine Hilfestellung für uns?
Gibt es irgendwo medizinische Daten, dass Birnen keine Tics auslösen?
Mit der "ständigen" Begleitung des Kardiologen sollte er so akzeptieren.

Zitat von SusanneG im Beitrag #11
Halte uns bitte auf dem Laufenden

Werde ich gerne tun.

Ratloser Offline



Beiträge: 10

26.10.2020 17:22
#13 RE: Am Ende der Medikamentenreihe Antworten

Zitat
Gibt es irgendwo medizinische Daten, dass Birnen keine Tics auslösen?


Ich habe es uns erst mal einfach gemacht und dem Arzt geschrieben.

Das sind die bekannten Randdaten.
Dieser Vorgehensweise wurde an uns vorgeschlagen.
Können Sie das mit Ihrer Expertise verifizieren.
Was halten Sie generell davon?

Natürlich mit Begleitung des Kardiologen.

So binden wir ihn ein und stoßen ihm nicht vor den Kopf. Ich Schlawiner😂

Jetzt warten wir mal auf Antwort ☺️

SusanneG Offline



Beiträge: 9.401

26.10.2020 17:35
#14 RE: Am Ende der Medikamentenreihe Antworten

Zitat von Ratloser im Beitrag #12
gegen "Aggression" zur Impulskontrolle.

Okokok, alles gut. DAS ist eine Indikation für Abilify.

Zitat von Ratloser im Beitrag #12
Ich sehe da eine Waffel mit Nutella als (einzige) Alternative.

Damit wir nicht aneinander vorbei reden:

Generell soll man Medis nicht mit Milch, Grapefruitsaft, Ananassaft einnehmen. Einnehmen heißt: Mund auf, Pille rein, mit Milch (bzw. Saft) runterspülen. Das heißt nicht, dass das Frühstück, das ja schon im Magen ist, keine Milch (bzw. keinen G- oder A-Saft) enthalten darf. Das hat jetzt nix mit MPH zu tun, sondern mit Medikamenten ganz allgemein.

Bei Medikinet retard stand früher im Beipackzettel, dass auch das Frühstück selbst weder Milch noch Milchprodukte enthalten darf (Früher = vor fünfzehn, zwanzig Jahren). Das wurde inzwischen revidiert; im Beipackzettel steht ja jetzt auch "... auf einem Löffel Apfelmus oder Joghurt ...". Vor ein paar Jahren hatten wir hier mal eine entsprechende Frage; das Medikinet retard-Problem verschwand, nachdem das Frühstück keine Milch mehr enthielt. So als "ultima ratio" ist Frühstück komplett ohne Milch einen Versuch wert.

Zitat von Ratloser im Beitrag #12
Hast du da eine Hilfestellung für uns?

Jein. Jedenfalls nicht einfach so ausm Ärmel. Wir können aber speziell für deinen Zwerg hier etwas ausarbeiten. Wie lange haben wir dafür Zeit?

Zitat von Ratloser im Beitrag #12
Gibt es irgendwo medizinische Daten, dass Birnen keine Tics auslösen?

"Irgendwo" bestimmt . Wechsle mal bitte zu meiner Perspektive. Beobachtungen aus der Selbsthilfe über viele Jahre legen nahe, dass man die Tics eher im Zaum halten kann mit einem Medi, das zum Ende hin ausschleicht (Begründung siehe oben, ein abruptes Wirkungsende fördert Tics). Dann hörst du genau das in einem Vortrag. Aha! Die Beobachtung stimmt also! *Freu*! Egal, ob der Referent die Quelle benannt hat oder nicht - aufgeschrieben hast du sie nicht, denn bis du den Stift in der Hand hast, ist die Info ums Eck und im Handout steht sie garantiert nicht drin.

Einerseits ... wenn etwas bei der Medikation "nicht rund läuft" und jemand sagt "Aus der Selbsthilfe weiß man ...", dann ist diese Info auch ohne Quelle wert, dass man diese Möglichkeit mal in Betracht zieht. Wenn der Arzt das für eine relativ vernünftige Idee hält, wird er zumindest versuchsweise entsprechend verordnen - jedenfalls wenn er die ADHS verstanden hat.

Andererseits gibt es da noch die Ärzte, die ADHS behandeln und sich dabei genau an das halten, "was wo steht". Das ist jetzt erst mal nicht verkehrt. Sie sind aber dann schnell mit ihrem Latein am Ende, wenn Kind, MPH und Setting in der bisherigen Form nicht kompatibel sind. Hast du ja selbst gemerkt. Diese Ärzte brauchen dann eine Quelle, denn ohne eine solche werden sie das Risiko, "neben den Empfehlungen" zu verordnen, nicht eingehen.

Du schreibst, euer Professor sei eine Koryphäe bezüglich ADHS. Bei ihm sollte es relativ einfach sein, eine neue Möglichkeit zu versuchen.

Zitat von Ratloser im Beitrag #13
... dem Arzt geschrieben.

Das sind die bekannten Randdaten.
Dieser Vorgehensweise wurde an uns vorgeschlagen.
Können Sie das mit Ihrer Expertise verifizieren.
Was halten Sie generell davon?

Super Vorbereitung! Möglicherweise löst sich euer Problem schon mit der Antwort.

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Ratloser Offline



Beiträge: 10

19.11.2020 21:09
#15 RE: Am Ende der Medikamentenreihe Antworten

Hallo Susanne,

heute war Arzttermin, hier unser Update:

Wir setzen Intuniv langsam ab. Reduzieren wochenweise von 3mg auf 2mg auf 1mg um dann mit 5mg Medikinet Retard zu beginnen.
Aufgrund der Extrasystolen will der Arzt kein Risiko eingehen und nicht sofort mit 18mg loslegen.

Unter kardiologischer Kontrolle steigern wir auch hier wochenweise von 5mg auf 10mg auf 15mg, dann 20mg oder halt 18mg Kinecteen.

Zum Schlafen gibts bei Bedarf Melatonin.

Hoffen wir, dass Rebound und Tics moderat/komplett ausfallen.

LG

SusanneG Offline



Beiträge: 9.401

19.11.2020 22:44
#16 RE: Am Ende der Medikamentenreihe Antworten

Danke für dein Update. Na, das hört sich ja gut an.

Zitat von Ratloser im Beitrag #15
... Medikinet retard ... 5mg auf 10mg auf 15mg, dann 20mg oder halt 18mg Kinecteen.

5 mg Medikinet retard ist die kleinste Dosis MPH und entspricht 2,5 mg MPH als Einzeldosis. Kleiner geht es nur, wenn man nicht retardiertes Medikinet 5 mg viertelt.

10 mg Medikinet retard (5 mg Einzeldosis) entspricht 18 mg Kinecteen
15 mg Medikinet retard (7,5 mg Einzeldosis) entspricht 27 mg Kinecteen
20 mg Medikinet retard (10 mg Einzeldosis) entspricht 36 mg Kinecteen

... wollte ich nur mal erwähnen, weil das oft nicht richtig umgerechnet wird.

Zitat von Ratloser im Beitrag #15
Hoffen wir, dass Rebound und Tics moderat/komplett ausfallen.

Diesen Erfolg würde ich mir von Kinecteen versprechen. Medikinet retard ist jetzt nicht gerade die erste Wahl bei Tics. Medikinet retard bietet die kleinste Dosierung an, für den Anfang ist das sinnvoll. Aber wenn 10 mg Medikinet retard zu wenig Wirkung zeigen, würde ich gleich auf Kinecteen umsteigen. Das hat eine völlig andere Galenik, wirkt bis zu 12 Stunden lang, schleicht gegen Abend aus, produziert selten einen Rebound und geht sanft mit dem Hang zu Tics um.

Alles Gute für den MPH-Start. Melde dich, sobald es Neues gibt.

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Ratloser Offline



Beiträge: 10

19.11.2020 23:35
#17 RE: Am Ende der Medikamentenreihe Antworten

Hallo Susanne,

danke für deine schnelle Antwort.

Klingt logisch bei 50:50 zu 28:72. Hätte ich im Artztermin selbst drauf kommen können.

Dann doch eine Verständnisfrage: Heißt das, dass der Wirkstoffspiegel im Blut bei 10mg Medikinet retard als auch bei Kinecteen 18mg nie über 5mg hinausgeht?

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