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Dieses Thema hat 3 Antworten
und wurde 208 mal aufgerufen
 Diagnostik, Therapie, Medikation
MoSaik Offline



Beiträge: 2

11.01.2022 11:26
Alle Medikamente führen zu Haarausfall? Antworten

Hallo zusammen,
ich habe seit einem Jahr die Diagnose und für diese Erkenntnis sehr dankbar, da ich durch Therapie und viel Lesen schon einiges in meinem Leben verbessern konnte.
Das Einzige was mich wirklich quält ist, dass ich von den Medikamenten Haarausfall bekomme.

Auch wenn ich die Dosis auf ein Minimum reduziere. Ich hatte schon Medikinet, reines Methylphenidat, Ephedrin und Elvanse probiert.Immer das Selbe: nach drei Wochen hatte ich kaum noch Haare. Nach dem Absetzen wuchsen Sie nach etwa 3 Wochen wieder nach. Die Herzrythmusstörungen und die trockene Haut blieben noch 4 Wochen.

Deswegen meine Frage: Gibt es hier jemanden, der nach allem „rumprobieren“ ein Medikament gefunden hat, dass das nicht auslöst?
Ich wäre für jeden Stohhalm dankbar. Mein Psychiater ist ein Idiot und hat keine Ahnung. Er hat nicht mal ein EKG gemacht, als ich von den Problemen erzählt habe.
Ich hatte an Atomoxetin gedacht, aber laut Recherchen bewirkt es das Selbe, die die oberen Medikamente.

Vielen Dank fürs Lesen.
Grüße,
Mo

SusanneG Offline



Beiträge: 10.297

11.01.2022 15:41
#2 RE: Alle Medikamente führen zu Haarausfall? Antworten

Hi MoSaik, herzlich willkommen in unserem Forum

Zitat von MoSaik im Beitrag #1
Das Einzige was mich wirklich quält ist, dass ich von den Medikamenten Haarausfall bekomme.

Es kommt zwar ausgesprochen selten vor, aber es kommt vor. Zuerst dachte ich, dass das nur bei Medikinet adult der Fall ist. Das liegt wohl daran, dass so ziemlich alle Ärzte mit Medikinet adult beginnen und eben schon beim ersten MPH-Medi aufgeben. Ein paar Hartnäckige haben weiter probiert mit dem Ergebnis, dass der Haarausfall vermutlich auf MPH ganz allgemein zurückzuführen ist. In seltenen Fällen hat es mit einem MPH-Medi mit völlig anderer Freisetzung dann funktioniert, aber in der Regel muss der Wirkstoff gewechselt werden.

Zitat von MoSaik im Beitrag #1
Ich hatte schon Medikinet, reines Methylphenidat, Ephedrin und Elvanse probiert.

Medikinet ... meinst du damit Medikinet adult? Und was verstehst du unter "reinem" Methylphenidat? Zu Ephedrin kann ich rein gar nichts sagen. Elvanse ... da hätte ich jetzt Hoffnung gehabt, dass es funktioniert, ebenso bei Attentin (auch ein Dexamphetamin). Deine Haare haben da wohl eine andere Meinung ...

Zitat von MoSaik im Beitrag #1
Ich hatte an Atomoxetin gedacht, ...

Ja, daran denke ich auch. Der Nachteil bei Atomoxetin ist, dass du es einschleichen musst. Möglicherweise weißt du erst nach sechs bis zwölf Wochen, ob es mit Atomoxetin funktioniert.

Es gibt noch einen Wirkstoff, der zur Behandlung der ADHS zugelassen ist, und zwar Guanfacin (Medikament: Intuniv). Das wäre noch einen Versuch wert.

Zitat von MoSaik im Beitrag #1
Gibt es hier jemanden, der nach allem „rumprobieren“ ein Medikament gefunden hat, dass das nicht auslöst?

Hmmm ... Möchtest du wissen, ob es hier jemanden gibt, der ...? Oder dürfen auch Menschen, die sich seit mehr als zwanzig Jahren mit der ADHS und ihrer Medikation beschäftigen, dir beim Finden einer für dich passenden Lösung behilflich sein ?

Lesen gefährdet die Dummheit

MoSaik Offline



Beiträge: 2

11.01.2022 16:56
#3 RE: Alle Medikamente führen zu Haarausfall? Antworten

Hallo Susanne,

danke für deine Antwort.
Ich hatte Medikinet Adult. Ich bekam dann Ritalin und im Anschluss Elvanse.Guanfacin ist bei niedrigem Blutdruck kontraindiziert. War bei mir der Fall ist. Ich bin kein Fan von Dauermedikation. Nach 10 Jahren citalopram war ich froh, dass ich den Absprung davon geschafft habe. Aber wie gesagt, ein Versuch (Atomoxetin)wäre es dennoch wert.
Ich brauche nicht jeden Tag ein medikament. Ich mag mein ADS. Ich würde sogar sagen, dass ich depressiv/aggressiv werde, wenn ich zu lange die Scheuklappen eines Medikamentes aufhabe.
Es gibt nur Tage, da geht einfach nichts und das kommt häufig vor und das liegt nicht dran, das ich den falschen JOB habe. Es ist nicht leicht das abzuwägen. Mein Psychiatr würede mir alles verschreiben, ich denke es ist nicht gesund herumzuprobieren, bis irgendwas funktioniert, daher frage ich mal die Innovatoren der Gesellschaft


Ich vermute, dass alle (Stimulanz)Substanzen die eine Gefäßverengung bewirken diesen Effekt zuscheinen haben. Nur weiß ich nicht wie stark dieser bei den anderen Mitteln wie Antipedressiva ist. Bei Citalopram hatte ich das nicht. Zu wenig Essen und Stress allein ist nicht die Ursache.

SusanneG Offline



Beiträge: 10.297

15.01.2022 01:16
#4 RE: Alle Medikamente führen zu Haarausfall? Antworten

Zitat von MoSaik im Beitrag #3
Guanfacin ist bei niedrigem Blutdruck kontraindiziert. War bei mir der Fall ist.

Stimmt, das hätte ich dazu schreiben müssen. Sorry.

Zitat von MoSaik im Beitrag #3
Ich brauche nicht jeden Tag ein medikament.

Ich will jetzt gar nicht darüber diskutieren, wie sinnvoll es ist, ein ADHS-Medikament nicht täglich zu nehmen; das ist ja auch nicht deine Frage. Du solltest aber wissen, dass du eine Einnahme nach Bedarf bei Atomoxetin total vergessen kannst. Atomoxetin baut einen Plasmaspiegel auf, man muss es einschleichen und wieder ausschleichen. Mal nehmen und mal nicht ist bei Atomoxetin keine so gute Idee.

Es gibt ein Antidepressivum, das - wie die Stimulanzien auch - die Wiederaufnahme von Dopamin und Noradrenalin hemmt: Elontril (Wirkstoff Bupropion). Das baut auch einen Spiegel auf und du musst es jeden Tag nehmen, es wirkt aber anders als die Stimulanzien.

Wenn es dir wichtig ist, ein Medikament zu haben, das du theoretisch nur bei Bedarf nehmen kannst, bleiben nur noch die Stimulanzien. Wenn MPH-Medikamente auf Maisstärke-Basis mit 50:50-Freisetzung zu Haarausfall führen, kannst du auch mal völlig andere MPH-Präparate probieren. Das Ritalin, das du bekommen hast, war das Ritalin adult?

Völlig anders wäre zB sofort freisetzendes Ritalin 10 mg (unretardiert!), da ist dieses ganze Retard-Gedöns nicht dabei.

MethylpheniTAD enthält keine Laktose, vielleicht liegt es ja daran (auch unretardiert).

Ebenfalls völlig anders ist Concerta, es enthält keine Stärke als Bindemittel. Es ist ein Retard-Medi und wirkt zwölf Stunden lang.

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