wenn die wirkung nachlässt

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20.02.2008 12:50
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#1
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( gelöscht )

Hallo ihr lieben,

Kennt Ihr das?
Mein Kleiner bekommt nun Ritalin LA 30 mg. Damit kommt er ganz gut klar. Er ist ansprechbarer, kontrollierter, aufmerksammer, und auch nicht mehr so zwanghaft. Wenn aber die Wirkung nachlässt, bekommt er wie soll ich es beschreiben, einen Kreativ-Flasch(den er vorher ja auch hin und wieder hatte, aber nicht in dem Ausmaß). Das geht dann nicht wie vorher Rebound für eine halbe Stunde, sondern für viele Stunden. Er ist dann fast nicht mehr erreichbar, und tüffelt, kramt, sucht, bastelt, kreiert, erzählt alles im Sprechdurchfall, macht CHAOS!!!!!!!(unaufhaltsam reißt er alles aus den Schränken, was er braucht)Das ist ja irgendwie gut, denn langweilen tut er sich nicht, aber Gesellschaftsfähig wäre er so überhaupt nicht.

Liebe Grüße
Momo


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20.02.2008 21:49
#2
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Hi momo,

tja, da ist er dann halt so kreativ und chaotisch, wie er wäre, wenn er nix kriegt. Bekommt er denn nur eine LA am Tag? Öhm, gesellschaftsfähig sind wir allesamt nicht so unbedingt , aber das weißt du ja selbst.

Grüßle
Susanne


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21.02.2008 08:30
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#3
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Hallo Susanne,

er wird nachmittags noch was dazu bekommen, er wird erst um 14.00Uhr von der Schule kommen und braucht dann noch was für die Hausaufgaben.
Ich vermute mal das die LA langsam ausflutet und ihn am Anfang in seiner Idee noch etwas Ordnung verschafft, dann begeistert er sich so stark, dass er dann bis er schlafen geht drann bleibt.
Tja und so wird dann an einem Tag mein komplettes Haus zur Hafenstadt umgebaut, und Kapitän Ideenreich komandiert die ganze Manschafft. Wenn ich geschickt mitspiele, dass Gurke und Salat nun aus dem Fischerboot geholt werden um dann als Fischsalat verarbeitet zu werden, ja dann kann es gut gehen.
Tja und wer räumt das ganze dann auf.
Wenn ich mir überlege, wie es vor 6 wochen noch war. Da ist er noch wegen jeder Kleinigkeit ausgerastet, hat alles verweigert, konnte seinen Ideen nicht mehr folgen, war entmutigt und kaputt.
Jetzt hat er viele Erfolgserlebnisse gehabt, ist stabiel und glücklich. Tja und vielleicht sprudelt so das Glück aus seinem Kopf. Wie Gigi, wenn er bei Momo war

Liebe Grüße

Momo


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21.02.2008 09:35
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#4
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( Gast )

Schönen guten Tag. Ich möchte mich erst einmal vorstellen.Mein Name ist Simone mein Sohn jetzt fast 11 Jahre.
Ich hab das gleiche Problem.Aber bei meinem Sohn klappt trotz Medis garn nichts mehr. Weder in der Schule noch am Nachmittag mit den Hausaufgaben. Er nimmt Medikenet, morgens 20mg und um 11 in der Schule (wenns klappt) noch mal 10 mg.Die Schule ruft fast jeden 2 Tag an und meist muss ich ihn abholen.Ich habe ihn nun, weil ich nicht mehr weiter wusste in einer Klinik angemeldet. Die Schule hat einen Brief an seine Ärztin geschrieben, das es dringend zu überprüfen sei, ob er überhaupt beschulbar ist.
Kann mir vielleicht hier jemand noch einen Rat geben??? Wie macht ihr das mit den Hausaufgaben??

Liebe Grüße Simone


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21.02.2008 10:30
#5
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in was für einer klinik?

achso...willkommen erstmal..

zu welchen zeiten ruft denn die schule an?
was sagt denn die ärztin warum dein sohn um 11 uhr nurnoch 10 mg bekommt?
wie läuft es denn BIS 11 uhr?
macht dein sohn eine therapie?
beschulbar?klar ist dein sohn beschulbar...fragt sich nur ob die lehrer in beschulen können

ne im ernst,ich denke er ist falsch dosiert.

aus welchen netten städtchen hat es dich denn hierher verschlagen?

moni

JEDER mensch ist schlau...die einen vorher,die anderen nachher

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21.02.2008 11:35
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#6
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( gelöscht )

Hallo Simone,

auch willkommen von mir.

Bei uns war es so, dass mein Kleiner nicht beschulbar war. Einerseits weil die Medikation nicht gestimmt hat und er sich dazu/dadurch,... in der Abwärtsspirale befand. für uns war die einzige und beste Lösung ihn zuhause richtig Medikamentös einzustellen und ihn gleichzeitig so zu fördern, dass er stark genug ist einen Neustart zu wagen. Ich muss aber dazu sagen, dass ich in meinem Rücken ein ganzes Experten-Team habe, die mich darin unterstützen.
Meine Tochter war vor 2 Jahren(damals 14)auch nicht beschulbar und da lag es nicht an den Medis sondern an ihrer starken Betroffenheit, die nach zu später Behandlung in ein so tiefes Loch geführt hatte, dass sie aus der Schule gerettet werden musste. Wir hatten Glück, dass sie einen Hausunterricht besuchen konnte, wo auf ihre speziellen Bedürfnisse eingegangen worden war.
Zu Eurem Fall kann ich nicht viel sagen und müsste nur Vermutungen aussprechen. Toll wäre es, wenn Du wie Matata schon schrieb ganz ausführlich berichtest. Seit wann nimmt er Medis, was lief bis jetzt, was läuft in der Schule, am Wochenende, mit Freunden, in der Freizeit, was hat er sonst für Hilfen erhalten(Therapie/Elterntraining),...

Liebe Grüße
Momo


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21.02.2008 12:30
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#7
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Ich komme aus Berlin. Das alles zu beschreiben wäre wahrscheinlich zu lang.
Bei meinem Sohn haben sie in der 1.Klasse festgestellt das es ADHS hat.
Seid dem haben wir mehrere Medis ausprobiert.Er hat außer Medekinet leider keine vertragen.
Es ging soweit, das er Sachen sah die gar nicht da waren. Einmal war ich allein unterwegs und er rief an und sagte
es brennt im Bad. Es brannte zum Glück nicht, aber er sagte er hats gesehen. Insekten waren riesig, was sie aber auch nicht sind. So sind wir dann bei Medikinet geblieben. Die Dosierung wurde dann auch öfter umgestellt.
Das Problem war oder ist, die Lehrer an seiner Schule. Sie können damit nicht umgehen. Oft wurde er angeschrien, rausgeschickt usw. Raus oft am Arm ziehender Weise vor allen Kindern. Ich hab versucht ihn umzuschulen, da sagte man mir ich brauch einen sonderpädagogischen Förderbedarf. Der wurde dann vor einem halben Jahr endlich von unserer Schule gestellt. Bei der Versammlung war ein Schulpsychologe dabei. Er sagte es kommt ihn so vor als ob mein Sohn auch Autistisch sei. Meine Ärztin schrieb dann einen neuen Befund, er weißt autistische Züge auf. Nun kann der Antrag auf Förderung nicht weiter bearbeitet werden, weil da nicht stand....er ist Autistisch. Ich konnte es kaum glauben , aber es so.
Wir haben fast 2 Jahre Ergotherapie gemacht. Weil er mit lauten Geräuschen nicht klar kam und noch andere Sachen.
Dann hab ich versucht ihn in eine Verhaltenstherapie zu bekommen. Ärzte angerufen ohne Ende. Es gab keine Freien Plätze. Da sich sein Verhalten immer mehr verschlechterte sind wir zu dem Entschluss gekommen ihn zur Medikamentösen Einstellung und zur Beobachtung in eine Kinder und Jugendpsychiatrie im Vircho-Klinikum anzumelden.
Da steht er nun auf der Warteliste die sehr lang zu sein scheint.
Ich hab jetzt schon eine weile hier bei euch mitgelesen und habe dadurch erfahren was es alles gibt.
Beim Jugendamt war ich auch schon mal, da wurde mir gesagt das sie nicht wüssten wie sie mir helfen sollen.
Nun geh ich aber noch einmal hin, da ich nun weiß, das es für solche Fälle Familienhilfe gibt.

ganz schön viel....aber das is ne Kurzfassung. L.G. Simone


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21.02.2008 20:19
#8
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Hi Mone,

auch von mir ein herzliches Willkommen im Forum des AdS e.V. Bitte schau mal auf unserer website nach - http://www.ads-ev.de - wir haben in Berlin drei Gesprächskreise. Nimm Kontakt mit einem Gesprächskreis auf (geht auch telefonisch) und frage dort nach dem WOHIN und WER. Regionale Fragen, insbesondere zu Behandlern, können wir im Forum nicht beantworten.

Tja, "Autismus" und "autistische Züge" sind im ICD10 verschiedene Ziffern - es kann durchaus sein, dass der Antrag auf sonderpädagogischen Förderbedarf dann "nicht mehr bearbeitet werden kann". Doch Schulfragen unterliegen dem Landesrecht - also muss ich dich auch hier auf die örtlichen Gesprächskreise verweisen. Ich bin sicher, die Berliner Gesprächskreisleiterinnen können dir weiterhelfen.

Viele Grüße
Susanne



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21.02.2008 20:39
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#9
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Hallo Mone!
Erstmal ein herzliches Willkommen!

Was Du da schilderst klingt für viele hier vertraut. Ich kann natürlich auch nur aus meinem Erfahrungsbereich erzählen oder raten... - leztlich muss jede Familie und jedes Kind auch seinen Weg finden, aber dabei wollen wir (Eltern und auch Lehrer und Therapeuten)ja behilflich sein.
Zunächst, haben ja meine Vorgängerinnen schon geschrieben,muss man rauskriegen ganz minutiös was da genau um 11.oo Uhr in der Schule abgeht, es muss einen Grund geben , dass dein Sohn da ausflippt.

Weiterhin habe ich gute Erfahrungen gemacht mit dem Apell an die Klassenlehrerin, dass es ohne ihre Hilfe nicht geht und ich auf sie angewiesen bin. Und sie und bitte einfach helfen muss, da ich auch zu allen Schandtaten bereit bin. Das hat seine Zeit gedauert bis dieses Vertrauen aufgebaut war (bin regelmäßig dort zum Elterngespräch erschienen und habe nicht nachgelassen mit der Aufklärung über das Störungsbild).

Die Lehrer die deinen Sohn unterrichten MÜSSEN sich auf ADS spezifischen Gesprächsstil (kurze klare Anweisung, Zielvorgabe, Kontrolle, Protest ignorieren, freundlich bestimmt bleiben, weitermachen, nicht ewig in der Situation "kleben" bleiben) einlassen, sonst geht es nicht. Mach denen klar, dass es zwar nicht ihre "Schuld" ist, wenn sie das nicht hinkriegen, aber dass dein Sohn nun mal nur so "arbeitet" und seine "Festplatte" bei anderen Eingaben einfach streikt. Das macht er nicht mit Absicht, das verstehen viele Leute nicht.

Wende dich unter Umständen an die nächsthöhere Instanz(Schulaufsicht /Beratung). Die Schule ist verpflichtet für dein Kind einen geeigneten Lernort zu finden. Oder die zuständigen Lehrer aufzuklären und zu beraten. Weiß nicht die Gesetzeslage in Berlin. In dieser Stadt ist es schwer vorstellbar, dass du auf taube Ohren stößt?

Suche einen Gesprächskreis für Eltern auf und informiere dich nochmal. Wichtig ist: dranbleiben!
Hoffe ich konnte Dir etwas weiter helfen?!

Grüßle Uli

P.S. Zum Thema Autismus kann man sich sehr gute Elternratgeber kaufen, ausleihen (gerade recht neu erschienen)in dem zu lesen ist das jeder 5. Ads ler auch autistische Züge hat. Man kann auch Läuse und Flöhe haben, wie es einige hier so schön ausdrücken! die Diagnose "Autist" wird es so wahrscheinlich bei deinem Sohn nicht geben.
Mein Zwerg hat wahrscheinlich auch autistische Züge ..., und Susanne sagt : "Lass es beim Kinder und Jugendpsychiater abklären!" Ich scheue mich natürlich davor ihn schon wieder wo hin zu schleifen .... -aber ich behalte es im Kopf und werde mit der Therapeutin nochmal drüber schwätzen. Die Probleme sind gelegentlich akut und wir kriegen es ganz gut hin.


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21.02.2008 20:53
avatar  ferrano
#10
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Äh -nochmal was- sorry, will dir nicht auf den Schlips treten,
aber warum hast du nicht während der 2. Jahre Ergo schon auf der Warteliste für die VT gestanden?
Das Thema Wartezeiten ist ja nicht ganz neu in unserer Branche ...- sorry ich will dich nicht persönlich angreifen...!
Aber letzte Woche in unserem GK war eine Situation, wo es um die gefürchtete Schulempfehlung ging und die Mutter jetzt anfängt sich irgendwie nochmal zu kümmern (Monat Februar) und im April kommen die Empfehlungen. Es ist eine schwierige Situation (Konflikt mit der Schule)und jetzt nur noch schwer zu lösen.

Ich nerve wahrscheinlich alle zu Tode mit meinem Präventiv - Gehabe, aber ich erhoffe mir, solche Situationen dadurch vermeiden zu können. Man muss die Kommunikationsstruktur einfach in guten Zeiten aufbauen, damit man dann, wenn Probleme da sind auch wirklich zum Wohl des Kindes gemeinsam beraten kann. Verstehst du was ich meine ?



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