Strattera Einstellung.

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14.03.2008 19:01
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#1
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( Gast )

Hallo an alle , ich melde mich nach einer Renovierungpause wieder zurück und habe zugleich wieder eine Frage an alle die mit Strattera Erfahrungen haben.
Jetzt nimmt mein Sohnemann seit 4 Wochen Strattera. Wir sind bei 10mg, die KÄ fragt mich ständig ob sich was tut. Es tut sich noch nichts, er verhält sich so wie ohne Medis, was für ihn ab und zu ziemlich frustrierend ist . Er hat sich während des Jahres mit MPH bereits daran gewöhnt, dass er schön malen und schreiben kann und jetzt kann er das wieder nicht mehr, aber da bin ich jetzt vom Thema ab.
Also die KÄ will langsam steigern, nach den Frühlingsferien soll er 18mg bekommen, aber wenn ich das Gefühl habe das sich überhaupt nichts tut, kann sie ihm die 18 mg auch jetzt schon verschreiben. Hm - gute Frage! Wie schnell steigert man da normalerweise die Dosis?
Wie erkennt man bei der Strattera überhaupt die richtige Dosis? Soll er so lange 10mg nehmen bis man mit Sicherheit erkennt , dass es zu wenig ist, also über 12 Wochen, oder steigert man da einfach blind?
Bin für jede Information dankbar!
Ich fand schon die Einstellung mit MPH schwierig bei meinem Sohn, da kommt mit der Strattera auf uns was zu!
vielen Dank und schöne Grüße Anyes


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14.03.2008 21:09
avatar  Gabi ( gelöscht )
#2
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Gabi ( gelöscht )

Hallo Anyes,
Also wir haben bei meinem Sohn(13) Stratterra ausprobiert.Er nahm es ca.3 Monate.Wir mußten ganz ganz langsam steigern.Ich glaube wir haben jede Woche eine Dosis erhöht.Naja,zweimal mußten wir wieder von vorne anfangen,weil es sehr wahrscheinlich zu schnell war.Bis wir irgendwann bei 60 mg waren.Aber ich muß sagen die Konzentration in der Schule verbesserte sich mit Stratterra nicht.Am Anfang konnte ich auch nicht sagen,das sein Verhalten besser wurde.Doch der KA sagte immer,das ich nicht wieder so schnell abbrechen soll.Also zog ich es eisern durch.
Als wir dann bei 60 mg waren,wurde er sehr sehr agressiv.Was auch unter den Nebenwirkungen bei Stratterra zu lesen ist.Es war mit ihm nicht mehr aus zu halten.Wir sind regelrecht vor ihm geflüchtet.ER schlug gegen Möbelstücke,schmiß Gegenstände durch die Gegend und war uns gegenüber sehr boshaft.Ich setzte die Tabletten sofort ab.Und siehe da,es wurde besser.Jetzt geben wir wieder Medikinet.Und klappt auch wieder super mit ihm.

Gruß Gabi


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14.03.2008 21:44 (zuletzt bearbeitet: 14.03.2008 21:45)
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#3
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( Gast )
Hallo Gabi, danke für Deine Antwort. Ich habe mir auch mehr davon versprochen, ich meine von der Strattera. Wir haben damit angefangen wegen den Ticks, aber jetzt nimmt er das seit 4 Wochen und tickt immer noch. Meiner Meinung nach sind die Ticks ein "Bisschen" weniger, aber die Lehrerin sagt im Gegenteil, dass er jetzt auch in der Schule tickt. Seine Ticks hat sie allerdings unter MPH nicht gemerkt, dafür aber ich dann nachmittags und abends!Das war immer total erschreckend und ich konnte mir gar nicht vorstellen, dass es die Lehrerin nicht merkt.
Ich habe schon das Gefühl, dass es alles wieder in die Hose geht, habe hier eigentlich nichts gutes über Strattera gelesen und wenn er trotz Strattera immer noch Ticks hat, dann hat das ganze so wie so wahrscheinlich keinen Sinn, oder? Oh, ich bin total frustriert
Am 4.4. haben wir einen Termin bei einer Ki.Ju.Psychiaterin, mal gucken was da raus kommt, wahrscheinlich Tourett.
Gruß Anyes

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14.03.2008 23:01
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#4
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doppelherz ( gelöscht )

Hallo Anyes,

meine Tochter ist 16 Jahre alt, hat keine Tics und nimmt seit 1 1/2 Jahren Strattera 60mg bei 60kg Körpergewicht.

Bei meiner Tochter wurde die Dosierung von Strattera innerhalb von 4 Wochen aufdosiert und in den ersten 3 Wochen mit MPH, danach wurde MPH weggelassen.

Ohne Mph war die Konzentration eine Katastrophe, sie sackte in der Schule ab, das wir aber erst 4 - 5 Monate später feststellten.

Im Verhalten hatte es positive Auswirkungen, sie steht morgens viel besser (mittlerweile meist selbstständig) auf, morgens klappt es meist zügiger (vor Strattera war es nur ein Disaster, meine Tochter ist ein Träumerle). Abends kann sie besser einschlafen.

Nach etwas mehr als einem halben Jahr gaben wir wieder MPH dazu und es klappt bis heute einwandfrei.

Ganz interessant: Bei meiner Tochter zeigte sich erst eine positive Wirkung mit Strattera als sie die Gesamtdosis nicht mehr morgens sondern abends einnahm.

Allerdings habe ich die Befürchtung, dass Strattera bei Menschen mit Tics extrem hohe Aggressionen hervorruft. Zumindest komme ich zu diesem Ergebnis, nach dem ich hier verschiedenen Beiträge dazu gelesen habe.
(Sollte ich da falsch liegen, bitte teilt mir es mit!!)

Grüßle
doppelherz


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15.03.2008 01:40
#5
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Hi Anyes,

Tics und MPH, dazu müsste es hier mehrere Beiträge geben. Für meinen Psychiater ist das ein klarer Fall: Die Tics treten verstärkt auf, wenn die Wirkung von MPH nachlässt. Nimmt das Kind MPH, kriegt die Schule nix von Tics mit, Mama schon. Dosiert man Strattera auf und lässt MPH weg, kriegt die Schule plötzlich die Tics mit, doch das Kind kriegt nix vom Unterricht mit. Mag sein, dass Nachmittag und Abend friedlicher verlaufen, doch war das das Ziel?

Kenner bzw. Könner der Medi-Materie geben MPH bei der Aufdosierung weiter und fahren erst bei 60 mg Strattera die MPH-Dosis runter - allerdings nur so weit, dass die Konzentration noch da ist. Aufdosiert wird eigentlich jede Woche, somit wären die 60 mg nach sechs Wochen erreicht. Dann sollte man weitere sechs Wochen beobachten, erst dann lässt sich die Wirkung beurteilen.

Viele Grüße
Susanne



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15.03.2008 12:23
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#6
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( Gast )

Hallo,
@Susanne:Du hast es wieder (wie immer ) auf den Punkt gebracht, genau so ist es.
Die Lehrerin ist jetzt total erschrocken von den Ticks, dabei tickt er weniger als vorher, aber das ist dadurch, dass es vorhin mit MPH unterdrückt wurde.
Ich habe mir selbstverständlich hier alles unter Suchergebnis: "Strattera" durchgelesen und glaube mich an eine Diskusion zu erinnern wo es darum ging wegen Ticks den ganzen Tag mit MPH abzudecken bis das Kind schlafen geht.
Vielleicht wäre das auch eine Möglichkeit für uns?! Obwohl anderseits, dann würde er sehr wahrscheinlich nichts mehr essen.
In den 4 Wochen ohne MPH hat mein Sohn 1,5 kg zugenommen(endlich - er ist ein Klappergestell)und alle Hosen sind plötzlich zu kurz und er schläft wieder gut, das ist das einzige positive. Da hat aber nicht unbedingt strattera damit was zu tun, das wäre ohne Medis genauso.
Also frage ich mich wozu er eigentlich die Strattera nimmt? Mit Verhalten haben wir keine Probleme, bei der konzentration hilft es nicht und gegen die Ticks auch nicht.
Aber es ist sehr wahrscheinlich noch zu früh um irgendwelche Schlüsse zu ziehen!

Um die Wahrheit zu sagen, ich habe Angst ihm weiterhin MPH zu geben, dass er die Ticks dann nie wieder los wird!
Mir spuken immer die Wörter der Fr.S.(hier ansässige ADS Expertin, die auch unsere Selbsthilfegruppe medizinisch betreut)im Kopf rum. Die sagte: "MPH sofort absetzen, damit sich daraus kein chronischer Tick entwickelt!"
Ich warte einfach noch ein Bissl ab.
schöne Grüße Anyes


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15.03.2008 12:38
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#7
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( Gast )

@doppelherz: Hi, ich dachte schon, ich kriege auch mal was positives zu hören über Strattera und dann lese ich, dass deine Tochter auch noch MPH dazu nimmt. Darf ich mal neugierig sein warum nimmt sie dann überhaupt die Strattera? Hat das mit MPH allein nicht geklappt? Bis jetzt lese ich immer, dass die Kids Strattera wegen Ticks nehmen, aber wenn deine Tochter gar keine hat, was ist dann der Grund Strattera zu geben? Ist es wegen dem morgentlichen Aufstehen?
Und noch was würde mich interessieren. Kommt sie jetzt mit weniger MPH zurecht als sie vor der Strattera genommen hat? Vielleicht kannst du mir verraten wieviel MPH sie als Tagesdosis vor der Strattera hatte und wieviel sie jetzt nimmt?! Das wäre sehr nett, ich möchte mir nur Bild machen ob so was für uns auch in Frage käme.
vielen dank und schöne Grüße Anyes


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16.03.2008 14:21
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#8
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Gabi ( gelöscht )

hallo anyes,
ja wir haben auch stratterra angefangen,wegen der tics die er entwickelte.Doch da muß ich sagen,das er seit er da die stratterra nahm ,keine tics mehr hatte.Jetzt bekommt er wieder 20 mg medikinet.Und ich sehe ganz ganz ganz kleine tics bei ihm.Aber fast nicht zu erkennen.Im moment werden wir auch noch nicht steigern.Der KA sagte,das wir die dosis erst mal so lassen.Für die schule reicht es erst mal.Ich will nicht hoffen,das die tics noch mehr werden.

Gruß Gabi


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16.03.2008 18:24
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#9
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( Gast )

Hallo Gabi, das freut mich für euch, dass es jetzt endlich so gut klappt
Hoffentlich wird es irgendwann auch bei uns endlich klappen.
Hatte dein Sohn auch schon vor der Medikation Ticks?
Gruß Anyes


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16.03.2008 22:48
avatar  doppelherz ( gelöscht )
#10
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doppelherz ( gelöscht )

Hallo Anyes,

unsere Ärztin war vor 1 1/2 Jahren der Meinung, dass meine Tochter ohne MPH auskäme und Strattera das Allheilmittel sei. Ich denke, die Pharmafirma hat sehr gut die Werbetrommel gerührt. Wir selbst waren vor Strattera mit der MPH-Einstellung sehr zufrieden und wollten keine neuen Versuche, weil vieles in geordneten Bahnen verlief und wir keine erneute Unruhe wollten (bei meiner Tochter hat man erst mit 12 Jahren ADS mit Teilleistungsstörung im auditiven Bereich festgestellt)


Doch die Ärztin schaffte es uns zu überzeugen und so probierten wir trotzdem Strattera aus,weil wir die kleine Hoffnung hatten ohne MPH auszukommen. Das ging aber absolut daneben!!!

D.h. meine Tochter sackte in der Schule in vielen Fächern auf 2-3 Noten ab und sie wurde extrem langsam (bei Klassenarbeiten / Hausaufgaben wurde sie nicht fertig). Bis wir aber das feststellten, gingen einige Monate ins Land. Denn alles ging schleichend.

Ich bezahlte viel Nachhilfestunden um das zu retten was man noch konnte, gaben nach Absprache dann MPH wieder dazu und benötigen jetzt etwas weniger als zuvor. Vor Strattera nahm meine Tochter täglich ca. 45mg - 50mg MPH auch am Wochenende ein, mit Strattera braucht sie am Wochenende 20mg MPH und unter der Woche meist 45mg MPH.

Wichtige Faktoren für uns Strattera beizubehalten:

1.) das Einschlafen fällt leichter, der Schlaf ist ruhiger

2.) ganz wichtig: das Aufstehen klappt super!!!, sie schlief auch nicht so unendlich lange,( wachte ohne Strattera oft völlig benommen auf und hatte starke Anlaufschwierigkeiten)

3.) im Sozialverhalten gab es Veränderungen: wird nicht so schnell aggressiv und ist wenn MPH ausschleicht ganz ausgeglichen, (das war mit nur MPH eine Katastrophe, sie konnte den Rebound-Effekt überhaupt nicht gut ab, war extrem weinerlich und aggressiv), wir merken nur dass MPH draußen ist, wenn sie langsamer wird,

ist stimmungmäßig viel ausgeglichener

4.) bei Freizeitaktivitäten geht es auch mal ohne MPH


Ich hoffe, ich konnte dir hier in Kürze das Wichtigste beantworten.

viele Grüßle
doppelherz


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