MPH und zur Stabilisation Strattera?

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03.04.2008 22:13 (zuletzt bearbeitet: 03.04.2008 22:13)
#21
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Hallo ihr,

der Versuch strattera wurde jetzt seitens des Arztes abgebrochen.
Leider hat Sohnemann sich nicht stabilisiert sondern es kippte weiter in ne andere Richtung.
Plötzlich zog er sich NUR noch zurück.
er ging nicht mehr rauß, nahm nicht mehr am Familienleben teil wirkte an allem desinteressiert...

GANZ plötzlich immer abends wurde aus der depressiven Stimmung dann eine.... ne das war mehr als "gut drauf" das war ZU gut drauf... als wäre er bekifft.

Dazu kam, das er uns gegenüber sehr überraschend plötzlich verbal sehr massiv und laut wurde.
DAS kennen wir gar nicht.

Der Arzt zog dann das Resümee, es ist jetzt schlimmer als vorher, also rauß mit dem Zeug, das bringt es nicht.

Jetzt wird strattera erst mal 2 wochen ersatzlos gestrichen.
Um zu überprüfen ob wirklich Strattera "schuld" ist, oder ob das Störungsbild sich verändert hat.

Anschließend geht die Mediediskussion dann weiter....

Soweit mal der neueste Stand

LG Mel

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14.04.2008 21:56
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#22
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Hallo Mel,

sorry,dass ich erst jetzt antworte, aber ich bin arg im Job eingespannt.

Von Anfang an....ich hoffe, du hast etwas Zeit?

Julia war 5 1/2 Jahre, da begann sie plötzlich wie aus heiterem Himmel, den Kopf so arg in den Nacken zu werfen, dass sie Genickschmerzen bekam. Sofort fuhren wir zum Kinderarzt, der diagnostizierte und dafür könnte ich ihn heute noch ..... ich sage lieber nix " Tourettesyndrom " im Anfangsstadium. Wir waren wie vor den Kopf gestoßen. Ein Spezialist musste her; von einer Berkannten der Vater schwört auf Naturheilmittel, jedoch dauert es lange bis diese anschlägt. Eine Alternative muss herbei und zwar schnell, denn bald geht die Schule los.
Gott hat es gut mit uns gemeint und wir fanden einen tollen Arzt, den wir und Julia von Beginn an gut leiden konnte und der durch seine ruhige Art und kompetente Vorgehensweise schenell zu dem Entschluss kam " Tics"; das sei jedoch in den Griff zu bekommen. Dem war auch so. Die Schule nahte, die Tics waren soweit im Griff und damit meine ich, sie wurden durch Tiapr. unterdrückt.
Nun kam aber hinzu, dass sich Julia sehtr schwer konzentrieren konnte; Diagnose ADS oder leicht ADHS; also musste sie ab dem 8.Lj noch zusätzlich Medikinet nehmen, dass jedoch führte dazu, dass die Tics stärker wurden, also musste wieder mehr Tiapridex gegeben werden bis zum Schluss 3 x eine.
Das, der Schuldruck, die immer nach mehr Fordernde Lehrerin und der eigene Druck waren sehr stark. Nach außen wollte sie Stark sein, aber ihr Inneres hat schon längst kapituliert.
Jeden Tag haben wir gefragt, ob denn schulich alles in Ordnung sei, jaja beteuerte sie, alles klar.. aber nix war klar und wir haben es, aufgrund der guten Zensuren und großer Freundinnenkreis, nicht bermerkt.
Dann kam der Wechsel in die neue Schule. Sie kam in eine DOS, weil wir der Meinung waren, hier hat sie nicht so einen großen Druck und kann nach der Orientierungsstufe immer noch auf die Realschule gehen.
Auch hier schien alles "OK", nach ihren und den Aussagen der Lehrer. sie schrieb 1a Zensuren, war sehr beliebt, auch die Schülerinnen und Schüler aus den höheren Klassen konnten sie gut leiden und sagten vor ihrer eigenen
Klasse wie süß sie doch sei und was für ein Engelsgesicht sie doch hätte.Im Nachhinmein wünschte ich mir, sie hätten das nur gedacht....

Und dann:
Julia konnte vor Karneval plötzlich die Beine nicht mehr bewegen, keinerlei Regung.... alle, auch die Ärzte wussten keinen Rat. Dann, nach einer eingehenden körperlichen Untersuchung inkl. Gehirnwasserentnahme aus dem Rückenmark stand fest, Organschäden sind ausgeschlossen (die sog. Ausschlussmethode). Also, was nun... es muss also etwas anderes vorgefallen sein, bloß was denn? Dann, nach langem einreden kam es dann raus, sie wurde in der Schule von einer sog. Mädchenbande, die zu Beginn des neuen Schulj. ihre Freundinnen waren, geschlagen, gemobbt und wegen ihrer (entschuldige, aber ich nix dafür) Klugheit, Schönheit und Ehrgeizigkeit gehänselt und wegen der guten Noten als Streberin beschimpft.
Dann habe ich dies dem Lehrer erzählt, der aus allen Wolen fiel, aber zu spät, ich habe sie in der Schule abgemeldet und beschlossen, nicht mehr dorthin.
Dann, am Karnevalsfreitag konnte sie Gott sei Dank wieder laufen und die Beine Bewegen.
Am Tag zuvor hat sie noch gesagt und mich gefragt, Papa, was ist denn mit mir los, bitte hilf mir, dass ich wieder laufen kann; du kannst dir vorstellen, dass ich weinend aus dem Zimmer bin und mich erst mal fangen musste.
Danach hatten die Ärzte und wir Angst, dass sich der Vorfall wiederholt; Ihr Arzt der Klinik, der sie seit dem 6. Lebensjahr betreut und der unser vollstes Vertrauen hat, hat sie auf Platz 1 der Dringlichkeit gesetzt; so begann am 03.03.2008 der Aufenthalt in der Klinik.Alle Medikamente wurden abgesetzt(reinigen), alles verläuft gut.
Sie hat keinen Schuldruck mehr, die schlagenden und mobbenden Mädels sind weit weg, wozu auch eine Freundin von ihr gehört, die mit ihr in die Grundschule gegangen ist. Das hat ihr auch schwer zugesetzt.
Und seit heute bekommt sie Strattera. Wir sind gespannt und hoffen das Beste für Julia und uns.

Ich melde mich und halte das Forum auf dem Laufenden, auch was die Ergebnisse betreffen.

Gruß
Eisbärle






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16.04.2008 23:07
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Hallo Mel,

schade finde ich, dass der "Versuch" abgebrochen wurde. Ich kann mich noch sehr gut erinnern, genauso war es am Beginn mit unserer Tochter auch. Vielleicht nicht ganz so schlimm, aber auch so ähnlich.
Wie war es bei uns? Unsere Tochter bekam seit Dezember 2006 10 mg Ritalin morgens, verschrieben vom KiArzt! Sie war damals in der 2. Klasse. Wirkung: toll! Wir hatten noch gar nichts in der Schule gesagt und wurden sofort nach der ersten Gabe angesprochen, von fast allen Lehrern und Horterziehern. Wir haben erstmal still gehalten und nichts verraten (auf Anraten der Therapeutin) aber nach 2 Wochen mussten wir es dann sagen. War einfach besser so. Lieber Offenheit an allen Fronten, bringt Nach- und Vorteile (kennste ja sicher auch!).
Nach einer gewissen Zeit, vielleicht so 6 Wochen, wurde es dann Nachmittags für uns immer unerträglicher, eben alles was am Vormittag unterdrückt wurde, kam Abends raus. Das haben wir dann bald nicht mehr ausgehalten. Da bekam ich über meine Therapeutin die Gelegenheit einen Vortrag über Straterra zu besuchen: neu, aus USA, tolle Studienresultate und und und, aber - enorm teuer! Dort waren auch Ärzte und natürlich: viele Ärzte - viele Meinungen.
Doch da war ein Lösungsweg gegeben und von einer Zeitdauer von 2 Jahren wurde gesprochen ... Das klang doch gut! Nach einigem hin un her: Auf zum Dr. Psycho und verschreiben lassen! Ein Kinderpsychiater hat es verschrieben, wieder auf Anraten der Psychologin, denn KiÄrzte haben nicht so ein großes Budget und das Straterra kostet bei 25 mg Tagesdosis über 100 € monatlich!!!
Dann wurde es ganz langsam unter Beibehaltung der 10 mg Ritalin in den Körper eingeschleust. Ich glaube so: 1 Wochen 10 mg Straterra, dann weitere 3 Wochen erhöht und danach Anhebung auf nunmehr 25 mg/Tag. (Die Abgabengröße steht auf der Packungsbeilage und dementsprechend wurde erhöht.) Es ist ein Mittelchen, was erst langsam wirkt, also wo man ein wenig Geduld aufbringen muss. Es ist ja kein Stimulanzien wie die BTM-Rezepte! Es kann also nicht sofort wirken, steht nicht auf der Dopinglist! Mit Erreichung der 25 mg wurde Ritalin vollständig weggelassen! Es traten auch mehr oder weniger alle Nebenwirkungen mal auf, vorallem schlechter schlafen, Aggresivität uns gegenüber nahm zu, aber positive Rückmeldungen in der Schule. Ja, ich gebe zu, es war nicht mehr so wie bei Ritalin, das Schriftbild nicht mehr so sauber (erst mit Ritalin konnte sie überhaupt die Buchstaben zusammenhängend schreiben), aber das Verhalten insgesamt ertäglicher! Bei diesen 25 mg sind wir nun 1 Jahr geblieben und haben jede Woche die Therapeutin besucht, denn Therapie während der Zeit ist ja genau so wichtig. Haben immer wieder mit Tokkenplänen gearbeitet, mit Punktesystemen, mit der Schule (die aber leider nicht so mitgezogen hat) und was weiß ich noch alles (Super-Nannys sind da ein Nichts dagegen ). Am Ende ging unsere gesamte Freizeit dafür drauf und das Thema zu Hause war immer das gleiche. Dosis erhöhen war noch nicht möglich, denn sie hatte ja noch keine 25 kg Körpergewicht erreicht. Nach einem halben Jahr stellten wir auf Abends um, da sie in der Schule immer müder wurde und: es klappte plötzlich viel besser mit dem Schlafen! Auch in der Schule, weil ausgeschlafener, lief es wieder etwas besser. Doch dann: unregelmäßige Gabe der Strattera, mal um die mal um die Uhrzeit! Schlafproblem kam wieder! Schule meldete wieder Verschlechterung! Gewalttätigkeiten an der Schule und im Hort und unser Kind das Opfer!
Tochter: "Schule - gehe ich nicht mehr!" Das volle Programm! Hingekriegt! Mit Kl.lehrerin und Leiterin gesprochen. Vorgeschlagen Arzt im offenen Elternabend über ADS referieren zu lassen. Enormes Interesse! Einiges Erwachen bei den Damen und Herren Lehrern, doch immer noch viel Unverständnis. Naja, immer so weiter.
Heute Stand: SIE schläft seit 1 Woche jeden Abend spielend ein! Warum? Ausgetestet Stratteragabe 2 h vor Schlafengehen. 7 Tage Abends 20:00 Uhr mit ihr hingelegt: "Wehe Du zuckst!"(leicht übertrieben) Seit Montag wieder allein in ihrem Bettchen, in ihrem Zimmerchen: "Du weißt, einmal Licht an, biste wieder bei mir! Gute Nacht! LIcht wird ausgemacht!" Klappt! Bis heute (3 Tage). Dazu kommt, dass wir seit Freitag ins Judo gehen! Super Sport zum auspowern und für das Körpergefühl, Gleichgewicht, Selbstwertgefühl und Selbstbewußtsein! Dazu: neue Umgebung, neue unvoreingenommene KINDER! (Kinder sind so bestialisch!)
Seit dem 05.02. geben wir morgens 5 mg Medikinet, weil es in der Schule nicht mehr so gut klappte. Die Teilleistungsschwäche Mathe bricht sich immer mehr Bahn! Üben zu Hause? Nur mit schweren Diskussionen möglich. Tics und Zwänge kommen zurück. Schriftbild auch nicht wesentlich besser. Einzelne Lehrer werden komplett abgewiesen, geblockt, macht einfach was sie will. Zu Hause? Wozu habe ich eigentlich Ohren? Was will die blöde Kuh von mir? usw. Sachen werden geschmissen, Tassen gehenzu Bruch! "Ich will aber nicht!"
Was tun?
Medi auf 10 mg erhöht vor 1 Woche und oben beschriebene Massnahmen durchgeführt (schlafen-gehen, Stratteragabe, Judo, konseqentes Keine-Diskussion!) Aber: Tics werden mehr und Schule noch nicht ganz so zufriedenstellend. Ja Mensch, ein Mädelchen mit rosa Schleifchen im langen blonden Haar wird sie niiiiieeee werden! Auch die Lehrer müssen etwas aushalten können. Werden dafür doch bezahlt, wir Mütter und Väter nicht! Und müssen es auch aushalten!
Doch wie dem Kind nun helfen?
Ich teste die Medikation jetzt mittels Videokamera. Das war ein erneuter Kampf: Ich habe ihre größte Trotzphase und Wutausbruch gefilmt (obwohl vorher genau erklärt, warum ich filme) Ich habe einfach die Kamera laufen lassen und kam dann auch zu meinem Test, so nach einer halben Stunde!!! Nun wiederhole ich den gleichen Test mit 5 mg Medi usw. Immer höher! Soweit es geht. Das werte ich dann mit meiner Psychologin aus. Denn:
Es kann eine Überdosierung zu den gleichen Symptomen führen, wie ohne Medikamente.
Und bei Deinem Sohn vermute ich das mal. Ich denke man hätte mit dem Concerta runter gehen müssen, obwohl ich damit keine Erfahrungen habe. Aber ich glaube Dein Sohn war überdosiert. Wenn er ein Dauerpräparat bekommt, dann braucht er doch nicht mehr so viel. Ist das nicht logisch? Er soll doch Strattera zur Unterstützung bekommen. also muss doch etwas anderes weggelassen werden.

Oh jeh! Ist doch ganz schön lang geworden und ich habe heute schonmal soviel geschriebn.
Seid mir bitte alle nicht böse! Ich hoffe ein wenig Mut gemacht zu haben, den "Versuch" nach 2 Wochen noch nicht abzubrechen. Aber, jedes Medi wirkt ja bei jedem Kind anders!
Also: Immer schön tapfer bleiben und Kopf hoch!
Liebe Grüße Silka

2008 - es wird kein Stress gemacht!

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18.04.2008 21:26
#24
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Hallo silka,

naja ein bißchen anders ist es ja bei uns schon.

sohnemann bekommt 54mg (!) Concerta PLUS ein SSRI und hat es auch währenddessen bekommen und es war auch nicht geplant damit runter zu fahren, weil die 54mg ja gar nicht ausreichten über den ganzen Tag.
In strattera wird zudem auf eine Wechselwirkung mit/durch SSRI`s hingewiesen.
Ich hatte zwar extra gefragt ob das dann überhaupt geht,was bejaht wurde für DIESES SSRI (Fluvoxamin) aber ich vermute das die Geschichte doch nicht so wirklich problemlos war/ist.

Sohnemann war nicht überdosiert, sonst wäre das Störungsbild ja Morgens unter der Wirkung von strattera schlimmer gewesen gewesen wie Nachmittags und Abends.morgens unter der Wirkung von concerta lief es aber im Vergleich deutlich besser und immer im Laufe des Nachmittags ist die ganze Schose dann gekippt und am frühen abend gänzlich.
bis alle nur noch fix und fertig und heulend da saßen.

Das Strattera ne Weile braucht weiß ich, ebenso wie das SSRI das sohnemann bekommt und auch das Neuroleptika das er bis vor einem Jahr bekam.
Dennoch war der Leidensdruck für Sohnemann, für uns Eltern und vor allem auch für den kleinen Bruder so nicht mehr hinnehmbar.
Wir haben 2 wochen durchgehalten und die Hölle erlebt.

Wir sind froh, das wir abgebrochen haben. Das war nicht der richtige Weg, das hat sich ganz klar herauskristallisiert. Nun ist Strattera seit 2,5 wochen draußen und alles ist wieder DEUTLICH besser als mit Strattera.
Lieber habe ich Nachmittags ein lebhafteres aber fröhliches und lachendes kind, das rauß geht, mit Freunden spielt, tüftelt, entdeckt, erforscht ect., als ein Kind das nicht mehr schläft, nicht mehr ißt, nur noch mit Trauermiene auf dem Bett sitzt und sich immer mehr isoliert.
Hätte sohnemann weiter abgenommen hätten wir zusätzlich alle anderen Medies reduzieren müssen.
und was dann gekommen wäre, daran mag ich lieber gar nicht denken.
Derzeit sind sogar obwohl noch nichts stattdessen dazu kam die Therapeuten am Nachmittag zufrieden.

Ich denke man muß das alles auch in der Relation sehen.
Wenn ein ganzes Familiengefüge droht einzustürzen, ist so ein "versuch" meiner Meinung nach nicht mehr zu rechtfertigen.

LG Mel


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19.04.2008 16:38
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#25
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Hallo Mel,
Danke für Deine ausführliche Antwort.
Eigentlich freue ich mich sehr für Euch, dass es Euch jetzt wieder besser geht, denn es ist eben nun mal so, dass die Medis alle speziell auf unsere Kiddis eingestellt werden müssen und es keine Verallgemeinerung geben kann.
Ich stimme Dir also voll und ganz zu, wenn Du meinst lieber ein fröhliches Kind haben zu wollen, als ....
Genau deshalb sind wir ja auf Strattera umgestiegen.

Viele Grüße und ich freue mich für Euch
Silka

2008 - es wird kein Stress gemacht!

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