Tripple P Programm Wasn das?

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12.07.2006 21:50
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#1
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Hi Leute

War gestern Abend bei einer Selbsthilfegruppe und alle sprachen von diesem Triple P Programm oder Helow Loev Programm( ob das richtig geschrieben ist,schäm). Hat eine/r von euch davon schon mal gehört? Ich weiss nur noch das dabei das betroffene Kind für 6 Wochen von zuhause weg muss und nur am Wochenende heimkommt. Bin froh über jede Info von euch.

Auf denn

Tina


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12.07.2006 22:35
#2
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Hi Tina,

bei ADS bitte Finger weg von Triple-P, das könnte ein Schuss in den Ofen werden. Das andere Programm (wie immer das auch geschrieben wird) kenne ich nicht. Doch alleine die Aussicht, dass das Kind sechs Wochen lang aus der Familie genommen werden soll, lässt mich Schlimmes ahnen.

Was war denn das für eine Selbsthilfegruppe???

Grüßle
Susanne


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12.07.2006 22:50
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#3
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Hi SusanneG

Eine Neugegründete im Saarland,war das 1 Treffen gestern und zwei Mütter berichteten kurz davon,ihre Kinder haben das gemacht. Alleine das ich mein Kind 6 Wochen nicht bei mir haben würde macht mich schon verrückt(wenn ichs nicht schon bin). Trotzdem hätte ich gerne gewußt was das genau ist denn die Mütter waren mehr oder weniger begeistert davon.
Sie berichteten auch von einem sogenannten Stillen Stuhl, vorauf man die Kids bei Ausrastern setzten soll (erst mal 5 Minuten) bis sie sich beruhigt haben. So ähnlich hab ich das verstanden. Wüßte gern mehr darüber.
Gruss

Tina


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13.07.2006 07:34
#4
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Hi Tina,

der Stille Stuhl klingt seeehr nach Triple-P. Allein die Vorstellung, man versucht, ein ausrastendes ADS-Kind fünf Minuten lang auf einen Stillen Stuhl zu setzen, schüttelt meinen Kopf von ganz allein. Das geht doch bloß mit Fesseln!?! Erinnert mich irgendwie an die Festhalte-Thesen von Frau Dr. Prekop. Ich dachte, das hätten wir hinter uns. Anscheinend kommt es wieder *hmpf*

Ich hoffe, es meldet sich jemand, der mehr darüber weiß als ich. Mein Bauch sagt jedenfalls ein deutliches NEIN.

Kopfschüttelnde Grüße
Susanne


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13.07.2006 09:08
#5
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Hallo Tina,
Susanne hat Recht - laß lieber die Finger weg! Triple P soll ganz gut sein für "normale" Kinder, aber nicht für unsere. Wir haben mal ein sg. Elterntraining mitgemacht, angeblich speziell für ADS-Kinder. Dort wurden auch einzelne Bestandteile von Triple P eingebaut, u.a. der Stille Stuhl. Es hat sich in dem Kurs schnell herausgestellt, welche Kinder WIRKLICH ADS hatten. 4 Elternpaare aus diesem Kurs haben jedesmal anschließend darüber diskutiert, wie man denn DIESE Tips bei DIESEN kindern umsetzen soll. Wenn das Kind lügt, soll man ihm eben sagen, das darf man nicht. - ??? - Mein Kind wollte sich damals mit 9 jahren das Leben nehmen. Tip: ihm sagen, daß das nicht erlaubt ist - ??? -
Es gab mal vom Kinderschutzbund Bayern eine lange Stellungnahme (kritisch) zu Triple P. Kann sie aber im Netz nicht mehr finden (wer hat die denn geklaut???) Vielleicht kann man da noch nachfragen.
So long
mama4kids

Freu Dich wenn es regnet - Es regnet auch, wenn Du Dich nicht freust!


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13.07.2006 09:59
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#6
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Was micht jetzt ein bißchen stutzig macht: meine Ärztin aus dem SPZ meinte, wir sollten unbedingt einen Triple P-Kurs machen . Da soll sich einer auskennen......


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13.07.2006 10:33
#7
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Hi Alex,

dafür hast du doch uns *grins*. Triple-P ist - wie mama4kids schon geschrieben hat - für Kinder OHNE ADS ganz brauchbar, bei Kindern MIT ADS taugt es nix. Mit einer einzigen Ausnahme: Es gibt Triple-P-Trainer, die sich auch mit ADS sehr gut auskennen und die für die betroffenen Eltern ihr Trainingsprogramm entsprechend modifiziert haben. Hierbei handelt es sich um eine eierlegende Wollmilchsau, und diese Spezies ist recht selten.

Und die Ärztin aus dem SPZ ist sicher nicht bereit, dir die Triple-P-Kosten zu ersetzen, wenn der Schuss nach hinten losging. Spar dir diese Kohle und mach ein spezielles ADHS-Elterntraining. Nur DAS bringt uns was.

Grüßle
Susanne


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13.07.2006 10:57
#8
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Hallo miteinander,

oh, ich erinnere mich gut, Triple P war besonders Ende der Neunziger die Wundermethode schlechthin und wurde in vielen Elternzeitschriften gelobt - damals kannten wir ADS noch nicht, ich suchte noch nach "Rezepten".....

Die Methode ähnelt von der Grundauffassung her der Ferber-Methode zum Schlafenlernen (Stichwort: Jedes Kind kann schlafen lernen). Mag sein, dass es bei Nicht-ADS'lern gut funktioniert. Die von mir sooooo geschätzte Supernanny (Ironie !!!!!) verwendet Elemente aus Triple P, auch meine Tagesmutter hat in ihrer Tagesmutterausbildung ähnliches gelernt (für Junior aber als ungeeignet erkannt, wobei er dort auch nicht ausrastet). Herzstück ist der stille Stuhl - vergiß es, da schließe ich mich den Vorschreibern an !

Eine Seite zu Triple P ist hier: http://www.triplep.de/pages/startseite/willkommen.htm

Bei meinen Kindern hilft weder ein Stuhl noch die Ferber-Methode bei Junior noch Festhalten - ich suche noch immer einen Anbieter von faltbaren (wegen Platzersparnis) transportablen schalldichten Gummizellen !

Viele Grüße,
Mandelkern


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13.07.2006 12:08
#9
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*g*...mal ehrlich wenn es eine erziehungsmethode gäbe die bei jedem kind hinhaut....mensch DAS wäre eine sache.

sicher schauen viele von euch die super-nanny oder die super-mamas da..keine ahnung wie die heißen.
so in etwa ist auch triple p.
regeln und grenzen setzen und durchsetzen ist ja die eine sache...und auch richtig....aber wie man sie durchsetzt ist frage nr.2.
ich halte absolut nichts davon kinder auf einen stuhl zu bannen oder gar im zimmer "einzusperren"
finde das doch recht autoritär.
es ist schwer den richtigen weg zu finden...da jedes kind eben anders ist.
sogar bei uns machen sich die unterschiede stark bemerkbar.
wenn mein sohn einen seiner "anfälle" hat nimmt man ihn am besten auf den arm,ohne festhalten,und lässt ihn kuscheln.dann ist er in 5 min.wieder "normal".
meine tochter aber darf man dann nichtmal ansehen wenn sie abgeht.je mehr man auf sie reagiert desdo mehr rastet sie aus (choleriker)...bei ihr muss man wirklich einfach ignorieren und abwarten bis sie von sich aus kommt.
klar...wenn die zwei "rotzig" sind hat das auch so seine folgen.
beispiel gestern:
wir wollten grillen und ich bin mittags mit meiner tochter in den garten um das plantschbecken voll zu machen.auf dem weg nach draußen hatte ich links zoe unter dem arm und rechts nen korb mit teller,becher und gedöns.meine larissa drängt das ich nun endlich den schlauch anschließen solle.als ich ihr sagte:moment,ich stelle den korb ab,lege zoe ins gras und dann hol ich den schlauch! rastete meine süße schon aus.wie ein hb-männle hüpfte sie umher und brüllte:du a...loch-mama hol sofort den schlauch sonst bin ich dein freund nichtmehr.
sorry aber da bin ich echt sauer geworden.ich hab zoe ins gras..den kopb abgestellt..meiner tochter gesagt das sie nun nichtmehr plantschen darf weil sie solche worte benutzt...meine hängematte aufgehängt und mich abgelegt.
die dreht eh gerade irgendwie am rad...am we hat sie mit keanu im kinderzelt gespielt..plötzlich kriegen die sich in die wolle und larissa tritt keanu voll ins gesicht...das mein sohn sterne sah.sorry da bin ich ausgeflippt und hab ihr eine hinten drauf.ich war so schockiert über die brutalität das ich echt keinen plan hatte wie ich reagieren sollte und bin einfach den reflex gefolgt.
lebe das leben wie es kommt nicht wie man es von dir erwartet.das macht glücklich und stark


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13.07.2006 16:05
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#10
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Hallo Tina,

wie oben schon angemerkt, wurde Triple-P („Positive Parenting Program“ = in etwa „Positives Erziehungsprogramm“) als allgemeines Erziehungskonzept entwickelt und nicht speziell für die Erziehung von Kindern mit ADHS. Auch setzen die Zulassungsvoraussetzungen für den Lizenzerwerb zum „Triple-P-Berater“ und „Triple-P-Trainer keine ADHS-Kenntnisse voraus. Wie soll man aber Eltern von ADHS-Kindern Erziehungskompetenzen nach dem Triple-P-Konzept vermitteln, wenn man selber keine oder nur unzureichende Störungsbildkenntnisse hat? Kann man solche Kenntnisse bei einer Hebamme, Erzieherin, Physiotherapeutin, Heilpraktikerin, Sozialpädagogin, Lehrerin, Psychologin etc., die die „Triple-P-Berater- oder Trainerlizenz“ in kaum mehr als einem verlängerten Wochenendkurs erworben hat, von vorneherein als automatisch gegeben voraussetzen? Ich glaube nicht.

Was das Triple-P-Erziehungskonzept an sich angeht, wäre eigentlich nichts dagegen einzuwenden, wenn es Eltern vermittelt wird, die allgemeine Erziehungsprobleme mit ihren Kindern haben, die nichts mit ADHS zu tun haben, oder die einfach einen Weg suchen, um ihr Erziehungsverhalten zu optimieren. Das Problem bei der Erziehung von ADHS-Kindern ist aber, dass die „üblichen“ Erziehungsmethoden – und auch solche, die im Rahmen des Triple-P empfohlen werden – oftmals nicht funktionieren oder sogar kontraproduktiv sein können. So wurde beispielsweise im Kurs einer Triple-P-Trainerin, von dem mir berichtet wurde, als „positiv“ dargestellt, dem Kind zu erklären: „Du, ich mag es nicht, wenn du Schimpfwörter benützt“, um dann zu ergänzen: „… von jetzt an wirst du die … Wörter nicht mehr sagen“, und gleichzeitig festgelegt, dass das Kind, wenn man es z.B. im Spiel mit anderen Kindern fluchen hört, für kurze Zeit wegzuschicken ist, oder ihm etwas für 10 Minuten verboten wird (ohne auch nur im geringsten mit einzubeziehen, dass das Kind möglicherweise provoziert wurde!). Beim Lügen soll man das Problem mit dem Kind besprechen, es nach seiner Meinung fragen, warum es denkt, dass es lügen muss, um dann die besprochenen Konsequenzen anzuwenden, wenn man als Elternteil vermutet (!), dass das Kind lügt. Beim „Mobbing“ soll das Kind weggehen, sich mit anderen Kindern anfreunden oder den Schikaneuren „selbstbewusst“ entgegentreten und sich verbal wehren (!). Absichtliches Ignorieren des Kindes wird als Erziehungsmittel empfohlen, ohne jede Differenzierung. Ebenso ständiges Erklären und Reden (als „moralisierendes Appelieren“ bei Kindern mit ADHS bekannterweise völlig kontraproduktiv, wie alle lerntheoretisch an sich sinnvoll begründete Methoden, die aber nicht dem STÖRUNGSBILD einer Hypersensibilität, Affektlabilität und Impulssteuerungsschwäche angepasst sind).

ADHS-Elterntraining im Rahmen des multimodalen Behandlungskonzeptes setzt jedenfalls ganz andere Schwerpunkte und Maßstäbe, als Triple-P, und bezieht die Vermittlung von fundierten Störungsbildkenntnissen als unerlässliche Grundlage für die dabei vermittelten, ADHS-spezifischen Erziehungsfertigkeiten schwerpunktmäßig mit ein. Salopp gesagt: Wer den erzieherischen Bedürfnissen seines ADHS-Kindes gerecht werden will, muss zunächst einmal dessen anderen Wahrnehmungsstil kennen und verstehen lernen.

Mike


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