Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 

ADHS-Selbsthilfe an 365 Tagen im Jahr

Bei akuten Krisen und/oder Suizidgedanken kann das Forum nicht helfen.
Bitte wende dich an die Telefonseelsorge, an Neurologen und Psychiater im Netz oder an Freunde fürs Leben!
 
Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 21 Antworten
und wurde 4.475 mal aufgerufen
 ADHS Selbsthilfe für Eltern - 2007, 2006, 2005
Seiten 1 | 2 | 3
Mandelkern Offline



Beiträge: 2.567

08.10.2007 15:07
Müttermafia - eingreifen oder nicht ? Antworten

Hallo miteinander,

vorab: es geht nicht gegen uns (zum Glück !).

Junior geht außerbezirklich zur Schule, in die 2. Klasse. Es ist ein kleiner Ortsteil unseres Wohnorts, eine sehr kleine Schule (Klasse 1-4 jeweils nur einmal vorhanden), und alles ist dort sehr idyllisch. Sprich, man wird dort geboren, wächst dort auf, findet eine(n) Partner(in), baut in den Garten des Elternhauses, bekommt Kinder, die auf den weiten Wiesen toll spielen können, die sich bereits in der Krabbelgruppe kennenlernen, gemeinsam in den Kindergarten gehen und jetzt natürlich gemeinsam zur Schule. Es gibt ein Neubaugebiet dort, daher ein paar "Zugezogene", aber die passen sich an.

Es ist in gewisser Weise eine heile Welt, zumindest für weitgehend "normale" Familien. Die Mütter sind ganz nett, mit vielen habe ich brav meinen Einstandskaffee getrunken, einige der Kinder treffen sich ab und zu mit Junior, soweit ist alles okay. Alle wissen, dass Junior schweres ADHS hat und deshalb in ihrem Dorf beschult wird, aber da er in der Schule keine größeren Probleme macht, ist er recht beliebt.

Seit diesem Jahr ist ein neuer Junge in der Klasse, der auch nicht im Ort wohnt. Junior erzählte recht schnell, dass es immer wieder Theater gebe, die Lehrerin den Jungen schimpfen müsse, und dass ich die Eltern doch mal zu (Name unserer Therapeutin) schicken solle, weil man ihm helfen müsse. Gell, Junior hat ein großes Herz .

Von anderen Müttern habe ich auch schon mehr oder weniger deutlich negatives über den Jungen gehört. Angeblich ist er von seiner Grundschule "geflogen" (gibt es das überhaupt *bezweifel*) und hat bei "uns" nun seine letzte Chance. Ich wiegle da immer schnell ab und sage, dass ich selbst ein verhaltensauffälliges Kind habe und nicht über ein Kind urteilen kann und will, das ich nicht einmal kenne. Außerdem sind die Vorfälle so zahlreich, dass da weit mehr als Erziehung dahinterstecken muss, ob ADHS oder nicht sei mal dahingestellt.

Jetzt hat mich die Elternbeirätin angerufen und ganz aufgeregt gefragt, ob auch unser Junior unter V. leiden würde. Nun, er hat es entweder nicht erzählt oder aber er hatte noch keine direkten Probleme, Junior beobachtet dieses Kind nur. Die EB meinte, es gebe bereits mehrere Beschwerden, ihr Sohn (ein ganz lieber, ruhiger Junge) sei mehrfach geschubst worden, dieser V. benutze Schimpfworte, die kennen die Kinder im Dorf nicht (ähm, wenn die Junior mal hören würden ), und er habe sogar zu ihrem Sohn und einem anderen Kind gesagt, er wünschte, sie (also die anderen Jungs) seien tot. So jemand gehöre ja wohl nicht auf unsere Schule.

Also habe ich wieder versucht, etwas abzuwiegeln. Habe gefragt, ob denn schon jemand mit den Eltern geredet habe. Nein, meinte die EB empört, das sei auch sinnlos, "eine von uns Müttern" kenne die Eltern schon lange, die behaupteten, der Junge sei laut IQ-Test einfach zu intelligent und würde deshalb ausrasten. Man könne mit denen gar nicht reden, die würden nichts zugeben und ihn nur in Schutz nehmen. Sie würde jetzt sammeln, wie viele Kinder schon belästigt worden sind, und dann direkt zur Lehrerin und Rektorin gehen (da es eine kleine Schule ist, sitzen die eh immer zusammen, da entfallen lange Dienstwege). Außerdem habe der Junge Tics, das sei wohl eine Zumutung für die anderen.

Ihr merkt, da formiert sich die Müttermafia. Lauter nette Mütter, die alles "richtig" machen, ihr kennt das sicher .

Ich konnte die EB kaum unterbrechen, habe ihr aber deutlich gesagt, dass ich sowohl mit ADHS als auch mit HB intensive Erfahrung habe und dass ich gerne bereit bin, etwas zu vermitteln. Und dass ich auf gar keinen Fall eine Hexenjagd auf den Jungen und seine Eltern mitmachen werde.

Da kam dann natürlich der Vorwurf, das könne ich ja leicht sagen, MEIN Junior habe ja keine Probleme mit V., aber SIE müsse ihr Kind schützen. Das kann ich sehr gut verstehen, meine Älteste hatte mal eine Zeitlang einen angeblich hochbegabten Jungen in der Klasse, der reihenweise Mitschüler verprügelt hat, auch meine Tochter, der ihre Schulsachen zerrissen hat und echt eine Katastrophe war. Da haben weder Lehrer noch ich selbst etwas erreicht, die Eltern waren gestählt darin, einen abzuwehren. Kann ich natürlich auch verstehen, die stehen ja mit dem Rücken zur Wand.

Nun überlege ich, ob ich die Eltern einmal kontaktieren soll ? Gerade weil ich nicht zu den Alteingesessenen gehöre und dort nicht wohne, und weil ich wirklich beide Seiten aus eigenem Erleben kenne. Mir wird echt schlecht wenn ich mitbekomme, dass da ein Kind immer mehr abrutscht, aber ich kenne ja keine Hintergründe, und ich würde die Eltern auch nur zu meiner Therapeutin schicken und vielleicht trösten. Auf keinen Fall aber möchte ich dauerhaft näheren Kontakt, wir würden das einfach nicht schaffen, wir bekommen schon jetzt unsere Termine kaum hin, und ich muss nicht auch noch fremde Problemkinder "sammeln", Ihr versteht.

Was würdet ihr tun ? Würdet ihr überhaupt was tun ?

Sorry, mal wieder sehr lang, ich kann nicht kurz .

Viele Grüße,
Mandelkern






maijana ( gelöscht )
Beiträge:

08.10.2007 16:01
#2 RE: Müttermafia - eingreifen oder nicht ? Antworten

Ich mach es daher umso kürzer...

Liebe Mandel,

eingreifen, ja! Aber genau wie du sagtest, gib den Eltern ne Info, red mit ihnen, vermittel so gut es geht und dann klink dich da wieder aus. Bedenke, dass du vielleicht die einzige bist, die einen Draht zu den Eltern haben kann, denn genau DU kennst doch die Situation, weisst, dass man sich immer vor sein Kind stellt, egal, was für Vorwürfe da kommen.

Kleine Geschichte von mir, die sich vor einigen Tagen ereignet hat:
In der Klasse meiner Großen ist ein Junge, der vor einigen Jahren zurückgestuft wurde. Er klingelt hier jeden zweiten Tag und fragt nach Hausaufgaben (grins, so erfahre ich wenigstens mal, was sie aufhaben), ist ausgesprochen unbeliebt und prügelt sich viel.
Es gibt immer wieder Ärger, die Eltern trauen sich schon auf keinen Elternabend mehr...

Letzte Woche hat er nun meine kleine Tochter verprügelt, da gabs großes Aufsehen in der Schule, die Lehrerin hat mit dem Jungen gesprochen, und wollte auch die Eltern anrufen etc. (Ach, so ne engagierte Lehrerin, warum konnte meine große Tochter nicht so eine bekommen, seufz...)
Ich hab die Lehrerin dann gebeten noch abzuwarten, und dass ich doch gerne erstmal mit meinen Kids sprechen möchte. Und ich kenne ja meine Zicken, es war natürlich so, dass sie den Jungen geärgert hatten, bis er sich nicht mehr zu helfen wusste.

Die Lehrerin hat nun die Eltern nicht angerufen, meine Töchter haben das mit dem Jungen selber geklärt, und ich bin einfach nur froh, dass ich dieser armen geplagten Mutter den tausendsten Anruf von der Schule und/oder einer aufgebrachten Mutter ersparen konnte.

Das ist zwar nicht ganz dasselbe, aber ich denke, du verstehst worauf ich hinauswill.
WIR verstehen, und WIR können helfen, wenn auch nur manchmal im Kleinen, aber irgendwie denke ich, das ist auch so ein ganz kleines bisschen unsere Pflicht.

Und nun ist es doch etwas länger geworden...

Liebe Grüße Deine Maja

SusanneG Offline



Beiträge: 10.295

08.10.2007 18:51
#3 RE: Müttermafia - eingreifen oder nicht ? Antworten

Hi Mandelkern,

jetzt stell dir mal vor, du kommst ahnunglos und voller Hoffnung zum Elternabend. Dort wirst du dann mit der Elternmafia konfrontiert und stehst mit dem Rücken zur Wand. Jaja, ich weiß, du weißt, wie das ist. Also ruf die Mama von V. an und sag ihr, dass "man" mit dir Kontakt aufgenommen habe, offenbar mit dem Ziel, V. rauszumobben. Sag ihr, dass du da nicht mitspielst, weil du aus eigener leidvoller Erfahrung weißt, wie man sich da fühlt. Frag sie ganz direkt, ob V. wegen seiner Auffälligkeiten bereits irgendwo in Behandlung ist. Schließlich muss sie von Auffälligkeiten wissen, sonst wäre der Bub ja nicht von der ersten Schule geflogen. Und: Ja, man kann von der Grundschule fliegen - oh jaaa! Geht ruck-zuck, und wenn Schule daran dreht, steht auch gleich das JA vor der Tür.

Biete der Mama notfalls an, EINMAL mit ihr Kaffee zu trinken - im Übrigen hättest du genug zu tun, selbst die Miteltern deiner drei Kinder abzuwehren. Zu Risiken und Nebenwirkungen soll sie dann ihren Arzt oder Therapeuten fragen.

Wie bitte? Die Tics des Knaben sind eine Zumutung für die anderen??? Jede Wette, keines dieser Stino-Kinder schafft es, die Tics zu ignorieren, sondern sie ziehen ihn damit auf. Dann wundert es mich überhaupt nicht, wenn er ausrastet. Ich kann dir gaaanz genau sagen, wie man sich fühlt, wenn es irgendwo tict und man wird damit aufgezogen (oder auch bloß darauf angesprochen). Guck mal in den Symptome-Katalog von Tourette - da findest du alles, was du beschrieben hast; Bubilein braucht dazu nicht mal ADS.

Aber bloß EINEN Kaffe, Mandel! Den Rest der Aufklärungsarbeit und des Coachings sollen die machen, die es erstens gelernt haben und die zweitens dafür bezahlt werden.

Liebe Grüße
Susanne

Rumpelstilzchen ( Gast )
Beiträge:

08.10.2007 20:23
#4 RE: Müttermafia - eingreifen oder nicht ? Antworten

bitte liebe mandelkern, tu da was! da werden ja albträume wahr.

auch j. hatte damals im kindergarten - war auch noch eine elterninitiative in einem schicken münchner stadtviertel, wo die eltern alle geldig waren und /oder was schlaues studiert hatten - die rolle des buhmanns, der aus dem kindergarten raus sollte, "weil er eine gefahr für die anderen kinder war". ich war dankbar für jede mutter, die mich nicht anfeindete, sondern so etwas wie verständniss zeigte, denn für ADHS gab es damals kein pardon.
ich kann mir vorstelle, das die eltern ebenso froh sind, wen jemand auf sie zugeht anstadt sie anzufeinden.
ich kann mir vorstellen, das du dafür ein gutes händchen hast - zumindest wirkst du hier im forum so.

liebe susanne - was sind STINO kinder - stink normale? ja, nach unten wird gerne getreten!
ich fnde die beschriebenen eltern zum kotz..... aber ich habe selbst erlebt, das eltern zu hyänen werden, wenn sie auch nur meinen, ihr kind könnte einen nachteil haben..

grüße rumpelstilzchen

SusanneG Offline



Beiträge: 10.295

08.10.2007 20:28
#5 RE: Müttermafia - eingreifen oder nicht ? Antworten

Richtig, Rumpel - stink normale. Aber nur 15 % der Bevölkerung ist normal - wofür halten sich dann die restlichen (nach Abzug der ADler, versteht sich) ...

... fragt sich
Susanne

käferle Offline



Beiträge: 476

08.10.2007 21:58
#6 RE: Müttermafia - eingreifen oder nicht ? Antworten

liebe mandel

auch ich möchte mich anschliessen und dich bitten, die eltern von v. anzurufen und zu informieren!!!!!!
du hast ja mitgekriegt, wie es n. an unserer gemeinsamen "lieblingsschule" ergangen ist!!! mir schnürt sich einfach der magen zu, wenn ich nur dran denke, dass es einem anderen kind jetzt AUCH so gehen soll...

stell dir bitte nur EINE frage: was würdest du dir wünschen, wenn DU die mutter von v. wärst? ....und handle dann nach der antwort, die du dir SELBER gibst!!!!!

ich weiss, du hast schon mehr als genug um die ohren, aber wir DÜRFEN einfach bei sowas nicht wegsehen.... das tun alle anderen schon mehr als genug......

liebe grüße

zodnl04 ( gelöscht )
Beiträge:

09.10.2007 10:10
#7 RE: Müttermafia - eingreifen oder nicht ? Antworten

Hallo Mandelkern,

im Prinzip bist du dir doch schon sicher, dass es eine Riesensauerei ist, was die Eltern dort abziehen. Es kann doch nicht sein, dass sich alle Eltern zusammenschließen und zu feige sind, mit den Eltern direkt Kontakt aufzunehmen, sondern es auf direktem Wege mit der Schule "klären" wollen. Klar: ist ja auch verständlich! Jetzt stehen die Eltern ja auch nicht mehr alleine da, sondern können sich hinter der Schule verstecken. Feige, kann ich dazu nur sagen.

Wenn ich mir überlege, dass ich ohne Vorwarnung gleich aus dem Rektorat der Schule einen Beschwerdeanruf bekommen würde, ohne dass irgendjemand mit mir vorher über das Thema gesprochen hat, würde ich wohl umfallen. Wenn ich dann erfahren würde, dass meine Familie und ich das Dorfgespräch schlechthin sind, würde ich auch noch ziemlich sauer reagieren.

Gib dir einen Ruck, sprich mit der Mutter von V. Vielleicht bist du diejenige, dir mit Verständnis begegnen kann. Wenn der Schuss dann nach hinten losgeht, kannst du aber wenigstens sagen: "Ich habe es versucht!"

Viele Grüße
Sabrina

=> Die Liebe, die wir geben, ist die einzige die wir behalten.

h.matata Offline



Beiträge: 537

09.10.2007 16:00
#8 RE: Müttermafia - eingreifen oder nicht ? Antworten

ja klar muss du was sagen.

letzte woche kam in der schule meiner tochter auch eine mutter auf mich zu:fr.k haben sie gesehen der T. hat einen lehrer extra für sich bekommen!als ob der dann nicht bösartig wäre!
..ich sagte dann:nein,das ist kein lehrer sondern eine schulbegleitung,die ihm hilft sich wohl fühlen zu können und nicht gleich wütend zu werden wenn man ihn ärgert!T.ist nicht bösartig,fr.w.
jaja!sagt sie,der ist eben überaktiv,ich versteh nicht wieso sie ihm nicht einfach tabletten geben und fertig!
..da musste ich dann leiiider etwas deutlich werden:"meine liebe fr.w.wenn sie von etwas keine ahnung haben,dann wäre es besser den mund zu halten und sich erstmal zu informieren."
sie:ich hab ahnung,unser nachbar hat auch so ein schreckliches kind!
ich:wissen sie eigendlich das nur menschen über andere leute schlecht reden die selbst probleme haben?und versuchen diese nicht öffendlich werden zu lassen?
sie:mein sohn ist völlig normal und sehr schlau!
ich:ja warum ist er dann mit 6,5 jahren in der grundschulförderklasse?
sie:ich halte ihn noch für zu jung
ich:klar,bei 160 einschulungen dies jahr und 18 gfk plätzen nehmen die ja auch jeden!

in dem moment kam die mutter von T. um die kurve und hörte mich meckern.ich drehte mich rum und meinte:sonja die liebe fr.W hat ein problem damit das dein sohn soooo boshaft ist und eine schulbegleitung hat.du sollst ihm endlich tabletten geben,dann wäre mal ruhe.
fr.W brüllt mich an:SIE lügen ja,das ist nicht wahr,sowas habe ich nie gesagt!
in dem moment geht die klassentüre auf und die lehrerin schaut raus:doch fr.W das haben sie wohl! türe wieder zu!

fr.W zog es dann vor draußen auf ihren sohn zu warten und ich denke nicht das sie nochmalden mund aufmacht.
mit sonjaa,der mutter von T hab ich nun ausgemacht das wir dies thema beim elternstammtisch aufgreifen werden um zu verhindern das es nochmal vorkommt.

übrigends findet meine tochter den T. total toll und verteidigt ihn immer!die lehrerin meinte das larissa in der klasse gesagt habe das T.nicht mit absicht schubst oder grob anfasst,er wisse nur nicht wie man mit anderen in kontakt kommt und ist deshalb unsicher. hat meine mama gesagt ich soll rücksicht darauf nehmen und das mach ich auch...!meine tochter...*platzvorstolz

JEDER mensch ist schlau...die einen vorher,die anderen nachher

Frankenstein ( gelöscht )
Beiträge:

09.10.2007 21:55
#9 RE: Müttermafia - eingreifen oder nicht ? Antworten

Hallo Mandelkern,

das du da nicht einfach schweigend zuschauen kannst, weißt du gewiss allein. Sonst hättest du gar nicht erst hier geschrieben. Ich glaube, Susanne liegt ganz richtig mit der Vermutung, dass V "nur" das Tourettesyndrom hat. Kinder können brutal sein. Ich selber wurden in den ersten Schuljahren immer wieder bis aufs Blut gereizt und habe mich dann auf eine Weise gewehrt, die nicht unbedingt schön war. Eine andere Möglichkeit hat ein Kind ja kaum.
Sicherlich sehen die Eltern nur das eine Ergebnis. Hier passt Majas Geschichte gut. Das diese Eltern sich auf die Aussage einer einzelnen Frau verlassen und nicht einmal selber versuchen, mit den Eltern von V zu reden, ist Syntomatisch für unsere Gesellschaft, dennoch find ich es sehr traurig. Gerade deswegen steht die Sache bei Dir. Da darfst du einfach nicht mitmachen. Tue bitte das, was der gesunde Menschenverstand dir ja schon sagt: Rede mit den Eltern. Muss ja keine Freundschaft draus entstehen. Aber gib ihnen eine Chance sich zu verteidigen. Wenn sie, wie die damals, nicht mit dir reden wollen, hast du es wenigstens versucht und musst dir später keine Vorwürfe machen. Die kämen ansonsten garantiert, so schätz ich dich ein.
Noch viel schlimmer find ich das Verhalten der Eltern wegen den Tics des Jungen. Das ist ja tiefstes Mittelalter. Was kann der Junge dafür. Er kann doch dennoch ein guter Junge sein. Ich kenne einen, der mit seinem Tourette schon des öfteren im Fernsehen war und weiß daher, wie es ist, mit so einem zu tun zu haben. Es kann manchmal nerven, aber man kann sich daran gewöhnen. Und dieser Mann ist ein dufter Typ. War aber von vielen auf dem Markt, wo wir ihn kennenlernten, auch nicht als Nachbar erwünscht. Er unterhielt alle und war über den kompletten Markt zu hören. Aber, wie gesagt, als Mensch einfach dufte. Und er steht zu sich. Deswegen ein Kind anzugreifen.......ich weiß nicht, was ich dazu sagen soll. Da fehlen mir die Worte, über diese Intolleranz.

Gruß
Frankenstein

Nur wer das Pech kennt, weiß auch, was Glück ist.

Mandelkern Offline



Beiträge: 2.567

27.10.2007 01:13
#10 RE: Müttermafia - eingreifen oder nicht ? Antworten

Hallo,

nun wollte ich euch auch mal informieren, wie es weiterging. Ist schon ein paar Tage her, aber ich hatte mal wieder Chaos hier *schwitz*.

Also, telefonisch habe ich V.'s Mutter nicht erwischt. Dafür aber Gespräche mit einigen anderen Mitmüttern gehabt - manche ganz nett, manche gruselig. So empörte sich gerade die Mutter des Oberober-ADHS'lers ganz heftig, dass da etwas passieren müsse. Leute, mir ist echt der Kamm geschwollen, ich habe sie dann gebeten daran zu denken, wie es ihr im letzten Schuljahr gegangen ist, als ihr Sohn der Buhmann der Klasse war. Sie hat das aber nur teilweise kapiert, fürchte ich, und sie rafft gar nicht, dass einige ihrer Dorffreundinnen, mit denen sie so gerne Kaffee trinkt, hinter ihrem Rücken ganz schön über sie herziehen . Na ja, ICH kläre sie da nicht auf, ICH wundere mich nur, dass sich solche Dorfgemeinschaftslästereien eigentlich immer wiederholen . Als Lektüre empfehle ich da Stephen King's "In einer kleinen Stadt".

Eine andere Mutter, neu in den Ort gezogen, sagt aber auch recht laut, dass sie kein Problem mit dem Jungen hat und nicht mit hineingezogen werden möchte .

So, und nun kam der Tag, da wartete V.'s Mutter gemeinsam mit mir auf dem Parkplatz vor der Sporthalle - nur wir beide mit dem Auto, die anderen wohnen ja dort und gehen zu Fuß heim. Ich habe also meinen Mut zusammengenommen und sie vorsichtig gefragt, ob sie V.'s Mutter sei. Sie versteinerte sofort, man merkte richtig, dass sie jetzt wieder Mütterschimpfe erwartete. Ich habe ihr dann gesagt, dass wir auch nicht am Ort wohnen, und dass bei unseren Kindern eine wilde Mischung von dem und dem und dem vorliegt, und dass ich den Eindruck habe, das eine oder andere sei ihr vermutlich nicht unbekannt....

Da hat sie sich riesig gefreut und erzählt. Bei V. liegt eine Hochbegabung vor und der Verdacht auf ADHS. Wir haben uns ausgetauscht, welche Therapeuten wie arbeiten, und es ist klar, diese Frau läßt sich nicht so einfach die Butter vom Brot nehmen, die hat schon einiges hinter sich . Die Mitmütter hatte sie schon durchschaut . Die Klassenlehrerin geht wohl ganz gut mit V. um, denn kürzlich wurde er von den ach so braven Mitschülern wieder provoziert, aber die Lehrerin hat es mitbekommen und nicht V. gestraft, sondern die "lieben" anderen Jungs .

Wollte ich nur der Vollständigkeit halber berichten .

Viele Grüße
Mandelkern

Seiten 1 | 2 | 3
 Sprung  

 

Forum Übersicht | Impressum | Datenschutz | Nutzungsbedingungen | Webseite

Xobor Erstelle ein eigenes Forum mit Xobor
Datenschutz