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Dieses Thema hat 27 Antworten
und wurde 2.641 mal aufgerufen
 Diagnostik, Therapie, Medikation
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tk_sternschnuppe Offline



Beiträge: 14

06.02.2017 13:28
Vorstellung und einige Medi Fragen Antworten

Hallo zusammen,

nachdem ich schon einige Zeit hier nur stille Mitleserin bin, möchte ich mich nun doch mal direkt mit meinem Problem an Euch wenden.
Aber zuerst möchte ich mich kurz vorstellen. Ich habe eine fast 10jährige Tochter, bei der schon im Kindergartenalter ADHS vermutet wurde. In der ersten Klasse Grundschule haben wir dann die notwendigen Tests gemacht und es wurde eindeutig ADHS festgestellt. Schweren Herzens habe ich mich dann entschlossen, es mit einem Medikament zu versuchen. Wir hatten vor Ort leider keine besonders erfahrene Ärztin. Meiner Tochter wurden ohne große Einstellungsphase 10mg MethylpheniTAD verschrieben. Zufällig schien das auch die richtige Dosierung zu sein. Später gaben wir am nachmittag noch 7,5mg dazu. Dabei ist folgendes aufgefallen: wegen der besseren Teilbarkeit wurde ihr für den Nachmittag das Original Medikinet verschrieben. Merkwürdigerweise hatte dieses Medi bei meiner Tochter keine Wirkung, auch nicht wenn ich ihr nachmittags 10mg davon gegeben habe.
Der Unterschied zwischen den beiden Medis ist ausschließlich der, das Medikitet Laktose enthält, das MethylpheniTAD aber nicht Daher meine Frage 1: Ist es tatsächlich möglich, dass es an der Lactose liegt?

Nun aber zu meinem derzeitigen Problem:
Meine Tochter nimmt derzeit 3x10 mg MethylpheniTAD. Eine Tab morgens 7.15 Uhr, die zweite 11.30 Uhr in der Schule und die dritte am nachmittag zu hause so gegen 15:30Uhr.
Das funktioniert im Großen und Ganzen halbwegs zufriedenstellend. Nur Halbwegs deshalb, weil es zwischen den Einnahmen immer Wirklücken gibt. Die Wirkung setzt bei ihr so ca. 30min nach Einnahme ein und hält ungefähr 3h an. Am Morgen also bis ca. 10:45 dann Wirklücke bis zur Mittagseinnahme. Nachmittags passt es wieder recht gut.
Die Einnahmezeiten lassen sich auch nicht so gut verändern, weil die Tablette bei ihr nur zusammen mit etwas zu Essen richtig wirkt.

Spätestens wenn sie im August in die Mittelschule kommt, wird das so nicht mehr funktionieren. Sie muss dann morgens mit dem Bus fahren und schon um 6:45 Uhr los und wird nachmittags erst so gegen 16:00 Uhr zu hause sein. Eine zweimalige Einnahme in der Schule wird schwierig werden, denke ich. Also bräuchten wir ein gut wirksames Retard-Medi.

Leider hatten wir so vor ca. einem Jahr schon mal mehrere RetardMedis ausprobiert. Keines davon wirkte wirklich zuverlässig.
Versuch Nr.1: Ritalin LA 20 mg - Keine ausreichende Wirkung, starke Gereiztheit, Einschlafprobleme
Versuch Nr.2: Medikinet Retard 20mg - Wirkung war da, aber Wirklücke mit Rebound nach ca. 3h bis zum Einsetzten der zweiten Dosis.
Versuch Nr.3: Concerta 27mg - zusammen mit 5mg Methylpheni am vormittag ausreichende Wirkung, nachmittag kaum Wirkung, aber starke Gereiztheit, Einschlafprobleme - Katastrophe

Danach haben wir abgebrochen und sind zu 3x10 mg zurückgekehrt.

Nun meine Frage: Was wäre noch einen Versuch wert? Kann es sein, dass sie bei Ritalin LA und Concerta eine höhere Dosis gebraucht hätte? (Die Ärztin hat das damals abgelehnt, weil Töchterchen nur 28kg wog.)
Wir brauchen eben wirklich eine recht lange Wirkdauer. Am besten bis abends, da wir ganz oft noch etwas für die Schule machen müssen, wenn ich von der Arbeit heim komme (16:30Uhr). Was käme da sonst noch in Frage?

Meine Tochter ist 1,40m groß und wiegt 30kg.

Vielen Dank schon mal an alle, die sich durch meinen langen Text gekämpft haben. Ich kann mich immer so schlecht kurz fassen. Sorry.

LG von der sternschnuppe

Pippilotta Offline



Beiträge: 4.256

06.02.2017 14:22
#2 RE: Vorstellung und einige Medi Fragen Antworten

Liebe Sternschnuppe, hallo,

herzlich willkommen bei uns im Forum.
Dein Text ist überhaupt nicht zu lang, Du hast Eure Situation ausführlich beschrieben, ohne Gedöns und Schnörkel
Deine Fragen bzgl. der Medikation und Dosierung werden Dir die hier schreibenden Mütter gezielt beantworten können, meine persönlichen Erfahrungen mit den Kleinen ADHSlern liegen zu lange zurück.
Doch eine Frage kann ich Dir beantworten.

Zitat von tk_sternschnuppe im Beitrag #1
Daher meine Frage 1: Ist es tatsächlich möglich, dass es an der Lactose liegt?



Ich vermute, die Lactose kann sehr wohl einen Einfluß auf die Wirksamkeit haben. Es ist mir persönlich zwar kein Fall bekannt, doch was sich bei einer Glutenintoleranz/unverträglichkeit bemerkbar macht, das sollte auch bei einer Lactoseintoleranz möglich sein.
Persönlich sind mir zwei Fälle mit einer Glutenintoleranz bekannt und beide kämpfen mit dem Problem, das richtige Medikament zu finden. Die Erfahrungen beziehen sich aber auf Erwachsene, doch warum sollten kleine Menschen nicht ähnlich reagieren?

LG
Pippilotta

Denken ist wie googeln, nur krasser

SusanneG Offline



Beiträge: 9.356

06.02.2017 17:03
#3 RE: Vorstellung und einige Medi Fragen Antworten

Hallo Sternschnuppe,

erst mal ein herzliches Willkommen bei uns im Forum! Aus deinen Fragen ergibt sich, dass du schon recht lange richtig drin bist im Thema ADHS-Medikation - Chapeau !

Zitat von tk_sternschnuppe im Beitrag #1
Der Unterschied zwischen den beiden Medis ist ausschließlich der, das Medikitet Laktose enthält, das MethylpheniTAD aber nicht

Boah! Ich hätte um ne Apfelschorle gewettet, dass MethylpheniTAD ein 1:1-Generikum von Medikinet ist . Wieder was gelernt - danke!

Zitat von tk_sternschnuppe im Beitrag #1
Versuch Nr.1: Ritalin LA 20 mg - Keine ausreichende Wirkung, starke Gereiztheit, Einschlafprobleme
Versuch Nr.2: Medikinet Retard 20mg - Wirkung war da, aber Wirklücke mit Rebound nach ca. 3h bis zum Einsetzten der zweiten Dosis.
Versuch Nr.3: Concerta 27mg - zusammen mit 5mg Methylpheni am vormittag ausreichende Wirkung, nachmittag kaum Wirkung, aber starke Gereiztheit, Einschlafprobleme - Katastrophe

Du brauchst eine Wirkdauer von mindestens zehn Stunden, eher zwölf. Damit sind Ritalin LA und Medikinet retard raus, die wirken maximal acht Stunden. Der Schritt zu Concerta war im Prinzip richtig - doch die 27er kann nicht ausreichen; hier hätte es eine 36er sein müssen.

Zitat von tk_sternschnuppe im Beitrag #1
Kann es sein, dass sie bei Ritalin LA und Concerta eine höhere Dosis gebraucht hätte?

Mit 25 mg Medikinet retard hätte man vielleicht (aber auch nur vielleicht) die Wirklücke wegbekommen. Ritalin LA gibt es nicht mit 5 mg. 30 mg für maximal acht Stunden ist nicht das Ziel.

Zitat von tk_sternschnuppe im Beitrag #1
Die Ärztin hat das damals abgelehnt, weil Töchterchen nur 28kg wog.

Mannomann, ich hasse das, wenn Ärzte so sehr am Gewicht kleben. Ja, es steht so im Beipackzettel. Das heißt aber nicht, dass der Arzt nicht höher gehen darf. Und zwischen sechs und zwölf Jahren brauchen die Zwerge erfahrungsgemäß nun mal eine höher Dosis als davor und danach. Diese Vorschrift ist entstanden, als man täglich eine, maximal zwei unretardierte Tabletten gegeben hat. Jetzt will man zwölf Stunden abdecken - da muss es eben auch mal ein bisschen mehr sein, alles andere ergibt keinen Sinn.

Zitat von tk_sternschnuppe im Beitrag #1
wenn ich von der Arbeit heim komme (16:30Uhr)

Bis dahin sind es zehn Stunden und du schreibst, es darf gerne noch etwas länger wirken. Also kommt nur ein 12-Stunden-Präparat infrage - oder eine genau ausgeklügelte Kombi ...

Zitat von tk_sternschnuppe im Beitrag #1
Ich kann mich immer so schlecht kurz fassen.

Willkommen im Club. Ich kann das auch nicht .

Zitat von Pippilotta im Beitrag #2
doch was sich bei einer Glutenintoleranz/unverträglichkeit bemerkbar macht, das sollte auch bei einer Lactoseintoleranz möglich sein.

Hier schließe ich mich von der Theorie her Pippilotta vollkommen an. Ich möchte noch ergänzen, dass es nicht unbedingt eine Intoleranz sein muss, die uns hier in die Suppe spuckt. Manche Menschen können von manchen Wirkstoffen nur profitieren, wenn eine bestimmte "Zutat" nicht enthalten ist - und das ohne dass irgendeine Intoleranz vorliegt. Bei mir ist es Mais. MPH mit Mais funktioniert bei mir nicht. Punkt. Andere Wirkstoffe dürfen gerne mit Maisstärke gebunden sein, das funktioniert. Doch Obacht! Das ist bei mir so - und bei anderen Menschen ist es anders!

Schön und gut, doch wie kommst du jetzt weiter?

Du schreibst, dass es bei Einnahme von TAD in vierstündigem Abstand zu Wirklücken kommt. Wenn du mit einem Retard-Präparat zwölf Stunden abdecken willst, müssen es mehr als 30 mg sein.

Töchterlein hat 2 kg zugenommen. Mach nochmal einen Anlauf mit Concerta, aber diesmal mit 36 mg. 27 mg können nicht ausreichen. Äh, hab grad nochmal nachgelesen ... 27+5=32. Und wegen 4 mg macht die Ärztin jetzt dicke Backen?

Wenn Medikinet geht, könnte MPH Neuraxpharm auch funktionieren und einen Versuch mit 27 mg ist es allemal wert. Leider gibt es hier das Problem, dass es MPH Neuraxpharm nicht in der Stärke 27 mg gibt. Allerdings: die 36er und die 54er kann man teilen ... 54:2= ... Im Übrigen würde ich auch hier eher zu 36 mg tendieren.

Wenn die Ärztin ums Verr... keine 36 mg aufschreibt, mache mal einen Versuch mit Equasym retard 30 mg. Wenn du Glück hast, reicht sie zehn Stunden - immerhin so lange, bis du daheim bist. Das Problem, wie wir dann noch MPH für zwei Stunden anhängen, lösen wir, wenn du es hast - also wenn Equasym retard tatsächlich zehn Stunden lang wirkt.

Noch was: Ich habe jetzt nicht darauf geachtet, ob MPH Neuraxpharm oder Equasym retard Lactose enthalten. Da müsste ich nachsehen, das weiß ich nicht auswendig. Doch nachsehen kannst du ja auch selbst.

Ich hoffe, ich habe jetzt alle Fragen erwischt. Wenn nicht, melde dich.

Viele Grüße
Susanne

Was wir brauchen sind ein paar Verrückte; denn seht nur, wohin uns die Normalen gebracht haben. (George Bernard Shaw)

tk_sternschnuppe Offline



Beiträge: 14

06.02.2017 17:45
#4 RE: Vorstellung und einige Medi Fragen Antworten

Liebe Susanne, liebe Pipilotta,

ganz lieben Dank für die nette Begrüßung und die schnelle und kompetente Antwort!
Ich wünschte so könnte man mal mit Ärzten reden. Die müssten all diese Dinge doch eigentlich auch wissen.
Unsere bisherige Ärztin weiß nicht mehr, als auf der Packungsbeilage der Medis steht und kann es überhaupt nicht leiden, wenn man als Mutter Dinge in Frage stellt oder mehr wissen will. Aus diesem Grund habe ich mich auch für einen Wechsel zum SPZ entschieden. Wir fahren dann zwar ganz paar km weiter und mit den Rezepten wird es umständlich werden. Aber ich hoffe, dass man dort etwas kompetenter ist. Wir haben in zwei Wochen einen Termin und da wollte ich vorher gut vorbereitet sein.
Ihr denkt also auch, das mit der Lactose könnte sein... Dann ist Concerta wahrscheinlich eher ungünstig. Da ist auch Lactose drin. Wir müssten dann wohl das Neuraxpharm probieren. Ich denke auch, dass 27mg zu wenig sind. Also wären wir dann bei 36mg, wenn das SPZ dem zustimmt. Ich denke aber schon, dass sie zusätzlich noch ein kurzwirksames MPH brauchen wird und dann sind es leider schon bei mind. 41 mg. Mal sehn was die Ärztin im SPZ dazu sagt. Wie seht ihr das? Was kann denn passieren, wenn die Dosis über 1mg/kg Körpergewicht lieg?

Das Medikinet Retard in 25mg wär ja vielleicht auch einen Versuch wert. Ich wusste nicht, dass man mit einer höheren Dosierung die Wirkdauer verlängern evtl. verlängern kann. Aber wenn sie dann noch zwei zehner kurzwirksames MPH bis zum Abend braucht wären wir auch bei 45mg.

Auf jeden Fall habt Ihr mir schon sehr weitergeholfen. Danke dafür!
Jetzt muss ich erst mal Schluss machen. Töchterchen will vom Sport abgeholt werden...

Viele Grüße
sternschnuppe

Pippilotta Offline



Beiträge: 4.256

06.02.2017 20:39
#5 RE: Vorstellung und einige Medi Fragen Antworten

Zitat von SusanneG im Beitrag #3

Manche Menschen können von manchen Wirkstoffen nur profitieren, wenn eine bestimmte "Zutat" nicht enthalten ist - und das ohne dass irgendeine Intoleranz vorliegt.

Nur fürs Protokoll
Neben Glucose und Lactose kann auch der Farbstoff Patentblau V (E131)(enthalten in Medikinet retard und Medinet adult) ein echter "Verhinderer" sein. Doch das ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

LG
Pippilotta

Denken ist wie googeln, nur krasser

SusanneG Offline



Beiträge: 9.356

06.02.2017 21:37
#6 RE: Vorstellung und einige Medi Fragen Antworten

Zitat von tk_sternschnuppe im Beitrag #4
Die müssten all diese Dinge doch eigentlich auch wissen.

Vergisses, bei den allermeisten ist das graue Theorie.

Zitat von tk_sternschnuppe im Beitrag #4
Ich denke aber schon, dass sie zusätzlich noch ein kurzwirksames MPH brauchen wird

Wozu? Das wäre allenfalls der Joker bei Equasym retard. Weder bei Concerta noch bei MPH Neuraxpharm ist zusätzlich eine Extraportion MPH notwendig / empfehlenswert / irgendwie sinnvoll / hilfreich ... such dir was aus.

Zitat von tk_sternschnuppe im Beitrag #4
Was kann denn passieren, wenn die Dosis über 1mg/kg Körpergewicht lieg?

Nix.

Zitat von tk_sternschnuppe im Beitrag #4
Ich wusste nicht, dass man mit einer höheren Dosierung die Wirkdauer evtl. verlängern kann.

Das kann man auch nicht. Man kann aber mit der richtigen Dosierung erreichen, dass das Medi so wirkt, wie es soll - jedenfalls meistens.

Zitat von tk_sternschnuppe im Beitrag #4
Aber wenn sie dann noch zwei zehner kurzwirksames MPH bis zum Abend braucht

ZWEI mal 10 mg . Da hab ich jetzt aber Erklärungsbedarf. Wieso braucht sie nach einer Medikinet retard noch zwei mal 10 mg?

Schau mal ins Kartoffelmüsli. MPH Neuraxpharm steht noch nicht drin, Neuraxpharm rückt einfach nicht die Infos raus, die ich noch haben will .

Lass uns das noch weiter diskutieren, bevor du ins SPZ gehst. Ein paar Argumente mehr können nicht schaden.

Viele Grüße
Susanne

Was wir brauchen sind ein paar Verrückte; denn seht nur, wohin uns die Normalen gebracht haben. (George Bernard Shaw)

tk_sternschnuppe Offline



Beiträge: 14

07.02.2017 09:27
#7 RE: Vorstellung und einige Medi Fragen Antworten

Hallo Susanne,

das Kartoffelmüsli habe ich schon gelesen. Hat mir zum besseren Verständnis der Wirkung der Medis sehr viel weiter geholfen.

Weshalb ich denke, oder befürchte das wir zum Concerta oder Neurax noch zusätzlich ein kurzwirksames Medi brauchen:

Bei unserem ersten Versuch mit Concerta hat sie morgens noch 5g zusätzlich eingenommen. Laut Ärztin notwendig, weil die erste Ausschüttung von MPH erst nach einer Stunde wirkt und dann auch nicht ausreichend wäre. (Töchterchen ist morgens immer am meisten aufgedreht.) Da die Wirkung nachmittags nicht ausreichte, hab ich ihr oft auch nachmittag noch mal 5mg gegeben. Manchmal auch abends, weil sie dann besser einschlafen konnte.
Ich geb Dir natürlich recht, wenn Concerta oder auch Neurax tatsächlich 10-12h wirkt, bräuchten wir natürlich nicht nachdosieren. Und nur dann wärs auch sinnvoll.

Bei Medikinet retard habe ich mit einer Wirkung von insgesamt 6h gerechnet, weil eine Einzeldosis MPH bei Töchterchen auch nur 3h wirkt. Das wär dann 6:30 bis ungefähr 12:30Uhr. Und dann bräuchte sie für den Nachmittag noch 2x kurzwirksames MPH oder noch eine Retard, damit wir bis zum abend kommen. Oder hab ich da irgend einen Denkfehler? Vermutlich muss ich mit 8h Wirkdauer für das Medikinet retard rechen? Dann würde es passen.

LG
Sternschnuppe

SusanneG Offline



Beiträge: 9.356

07.02.2017 18:10
#8 RE: Vorstellung und einige Medi Fragen Antworten

Hi sternschnuppe,

lass mich erst mal etwas vorausschicken ... Wenn man die richtige Dosierung raus hat, wirken die Medis wie sie sollen: sofort freisetzend - 4 Std., Medikinet retard und Ritalin LA - 8 Std., Concerta und Neurax - 12 Std. Wir diskutieren hier aber auch darüber, dass deine Tochter bei den Retard-Medis bisher unterdosiert war. Das sollten wir auseinander halten.

Zitat von tk_sternschnuppe im Beitrag #7
... Concerta ... weil die erste Ausschüttung von MPH erst nach einer Stunde wirkt und dann auch nicht ausreichend wäre.

Wer sagt das?

Zitat von tk_sternschnuppe im Beitrag #7
Da die Wirkung nachmittags nicht ausreichte, hab ich ihr oft auch nachmittag noch mal 5mg gegeben.

Bei Equasym retard, Concerta und Neurax ist es ziemlich kontraproduktiv, sofort freisetzendes MPH zuzufüttern. 27 mg Concerta sind eben schlicht zu wenig.

Zitat von tk_sternschnuppe im Beitrag #7
wenn Concerta oder auch Neurax tatsächlich 10-12h wirkt, bräuchten wir natürlich nicht nachdosieren. Und nur dann wärs auch sinnvoll.

In der richtigen Dosierung wird es das tun - es sei denn, irgendein Inhaltsstoff ist da anderer Meinung und macht dicke Backen.

Zitat von tk_sternschnuppe im Beitrag #7
Bei Medikinet retard habe ich mit einer Wirkung von insgesamt 6h gerechnet, weil eine Einzeldosis MPH bei Töchterchen auch nur 3h wirkt.

Die retardierte Hälfte von Medikinet retard weiß das aber nicht und setzt den Wirkstoff erst nach vier Stunden frei .

Zitat von tk_sternschnuppe im Beitrag #7
Und dann bräuchte sie für den Nachmittag noch 2x kurzwirksames MPH oder noch eine Retard, damit wir bis zum abend kommen. Oder hab ich da irgend einen Denkfehler?

Nehmen wir mal deine 6 Stunden als gegeben, dann setzt du auf eine Retard-Kapsel noch für 8 Stunden sofort freisetzendes MPH drauf. Damit würdest du 14 Stunden abdecken. Ich finde das ein bisschen lange, wenn man bedenkt, dass Erwachsene 16 Stunden abdecken (mit 2 x Medikinet retard).

Außerdem ... Medikinet retard 20 mg + MethylpheniTAD 10 mg + MethylpheniTAD 10 mg - das sind 40 mg! Vierzig! Also mehr als 36 mg!

Und noch einer ... Damit hättest du drei Gaben täglich. Dann kannst du auch bei 3 x 10 mg MethylpheniTAD bleiben.

Was wir brauchen sind ein paar Verrückte; denn seht nur, wohin uns die Normalen gebracht haben. (George Bernard Shaw)

SusanneG Offline



Beiträge: 9.356

07.02.2017 18:18
#9 RE: Vorstellung und einige Medi Fragen Antworten

Eine Bitte haben wir noch:

Bitte schreibe hier nicht den Vornamen deiner Tochter rein - überhaupt keine personenbezogenen Daten. Dieser Teil des Forums ist öffentlich und das Internet vergisst nicht.

Was wir brauchen sind ein paar Verrückte; denn seht nur, wohin uns die Normalen gebracht haben. (George Bernard Shaw)

SusanneG Offline



Beiträge: 9.356

07.02.2017 22:28
#10 RE: Vorstellung und einige Medi Fragen Antworten

Zitat von tk_sternschnuppe im Beitrag #7
Bei unserem ersten Versuch mit Concerta hat sie morgens noch 5g zusätzlich eingenommen. Laut Ärztin notwendig, weil die erste Ausschüttung von MPH erst nach einer Stunde wirkt und dann auch nicht ausreichend wäre.

Zitat von SusanneG im Beitrag #8
Wer sagt das?

Ok, wer lesen kann, ist im Vorteil. Die Ärztin sagt das.

Das erste, was ich über Concerta gelernt habe, war:

Zitat
Concerta wurde für den amerikanischen Markt entwickelt. Dort wird es in der Schule erst ab der dritten Stunde ernst. Concerta hat zwei Peaks: den ersten nach zwei Schulstunden, und einen zweiten, kleineren, nach dem Mittagessen. Deshalb wird hier in Deutschland morgens noch eine angemessene Dosis sofort freisetzendes MPH dazugegeben.



Danach habe ich gelernt, wie Concerta funktioniert:

Zitat
Der sofort freisetzende Anteil von 22 % des Wirkstoffes befindet sich in der Ummantelung und wirkt auch sofort. Der restliche Wirkstoff (78 %) wird sukzessive durch Osmose freigesetzt. Die Freisetzung beginnt, wenn sich die Ummantelung aufgelöst hat.



Dann habe ich selbst Concerta genommen. Die Wirkung begann nach 20 Minuten und ich warte heute noch auf den ersten Peak.

Ich stelle nicht in Abrede, dass Concerta so gebaut ist, dass ab der dritten Schulstunde mehr ausschüttet wird als in den anderthalb Stunden davor. Doch wie alles andere rund um die MPH-Medis ist die Wirkung bzw. Freisetzung so individuell wie die Menschen, die sie einnehmen. Deshalb meine ich, man sollte die Concerta zuerst mal ohne zusätzliche IR-Präparate einnehmen. Und wenn das dann in den ersten zwei Schulstunden tatsächlich zu wenig ist, kann man morgens gleich eine angemessene Dosis sofort freisetzendes MPH dazugeben. "Angemessen" bedeutet nicht "doppelt so viel".

Methylphenidat hat eine Halbwertszeit von zwei bis vier Stunden (je nachdem, wo man nachschaut ). Medikinet retard und Ritalin LA haben zwei Ausschüttungen - das sind zwei gleiche Halbwertskurven (jeweils von "volle Kanne" bis "nahe Null") innerhalb von acht Stunden. Es ist exakt der gleiche Effekt, wie wenn man 2 x unretardiertes MPH im Abstand von vier Stunden einnimmt.

Bei Concerta werden 22 % des Wirkstoffes initial freigesetzt. Bei einer 36er Concerta sind das knapp 8 mg. Die sukzessive Freisetzung des retardierten Anteils beginnt, wenn sich die Ummantelung aufgelöst hat. Dadurch erhöht sich der Spiegel etwas - lass uns davon ausgehen, auf etwa 10 mg. Dann wird immer so viel freigesetzt, wie zerfällt. Der Spiegel bleibt damit relativ konstant. Wenn nichts mehr zum Freisetzen da ist, sinkt der Spiegel ab.

"Angemessen" wäre also nicht viel mehr als der Unterschied zwischen der initialen Freisetzung und dem Spiegel, der mit der sukzessiven Freisetzung erreicht wird.

Was diese Rechnerei jetzt auch zeigt, ist die "Umrechnung" von sofort freisetzendem MPH zu Concerta:

18 mg Concerta entspricht 5 mg MPH IR
27 mg ................. 7,5 mg ...
36 mg .................. 10 mg ...
54 mg .................. 15 mg ...

Ich hab das jetzt nicht mehr so ganz auf dem Schirm ... Medikinet retard 20 mg und Ritalin LA 20 mg waren aus unterschiedlichen Gründen nicht so der Bringer und 27 mg Concerta sind schlicht zu wenig. Und jetzt?

Concerta 36 mg
MPH Neuraxpharam 36 mg
Equasym retard 30 mg + 5 mg MethylpheniTAD für die letzten zwei, drei Stunden.

Was wir brauchen sind ein paar Verrückte; denn seht nur, wohin uns die Normalen gebracht haben. (George Bernard Shaw)

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